Diskussion zum Schnapsbrennen



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Neutralalkohol sehr guter Qualität selber herstellen
von: Jonny am 03.Apr.2017 14:01:11
Region: Deutschland

Hallo Forengemeinde,

ich lese hier viel mit und bisher wurden meine Fragen schon beantwortet - entweder im Forum oder in dem viel beschworenem Buch -dafür schonmal vielen Dank.

In einer kleinen Destille mit 0,4l brenne ich mir in letzter Zeit hin und wieder Geister. Als Ausgangsbasis nehme ich dafür bisher einen mittelpreisigen Vodka, den ich dann destilliere und mit Wasser verdünne. Anschließend dann die Mazeration und ggf. Destillation mit Gewürzen -dann entstehen z.B. mit den Rezepten hier gute Gins.

Jetzt möchte ich aber auch den Neutralalkohol herstellen. Gute Qualität ist mein Anspruch - es soll Spaß machen und dann zumindest mit den bisherigem einmalig zusätzlich destillierten Vodka mithalten. Doch das ist - meiner Einschätzung nach wesentlich komplexer. Von den Metyhlalkohol, der entstehen kann - bis zum Hefegeschmack den ich nicht gebrauchen kann.

Turbohefe: Ich denke ist für Neutralalkohol sehr sinnvoll. Doch welche? Amazon hat von Prestige wie ich es sehe alleine 6 verschiedene gelistet.

Wasser: Welches Wasser? Leitungswasser?

Zuckern: Alles auf einmal - wie auf den meisten Anleitungen der Hefe oder nacheinander?

PH-Gehalt: Säure zugeben? Ist das berechenbar oder brauche ich Messgeräte / Messpapierstreifen? Welche benutzt ihr?

Wie lange muss ich die Maische lagern? Muss es wirklich 6-12 Monate lagern? Es wird doch mit 24h geworben - nicht mit einem Jahr?! Wie kann ich das verkürzen. Sonst stelle ich schlimmsten Falls in einem Jahr fest, dass es nix wurde.

Destillation: Wie oft sollte ich destillieren?

Lagerung des Destillats:
Wie und wie lange lagert ihr das Destillat? In Glasflaschen?

Nachbehandlung? Muss ich zur Nachbehandlung noch Aktivkohle einsetzen? Ggf. Milch zugeben und nochmals destillieren (steht doch auf so manchem Vodka?



Fragen über Fragen.

Eigentlich dachte ich, dass ich für raffinierten Kristallzucker (der ja immer den selben Geschmacks und die selben Inhalststoffe besitzt - nicht wie z.B. Obst) eine "Schritt für Schritt" Anleitung gibt, um neutralsten Alkohol guter Qualität herzustellen - aber die habe ich bisher noch nicht so wirklich gefunden. Vielleicht habt ihr ja ein paar gute Tipps?
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 RE: Neutralalkohol sehr guter Qualität selber herstellen
von: Ich Bins Nur am 03.Apr.2017 16:13:50
Region: Nord-Süd

Hallo

Schau mal hier :http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20170317145737-01.html#20170317145737-01

und hier:http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20141105225333-01.html#20141105225333-01


Durch viel Probieren musste ich feststellen das Neutralalkohol wohl mit das schwierigste ist,
sollte man nicht glauben, scheint aber so zu sein.

Lg.
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 RE: Neutralalkohol sehr guter Qualität selber herstellen
von: Feingeist am 03.Apr.2017 21:38:31
Region: Diaspora

Hallo Jonny
ich gehe davon aus, dass Du eine Potstill hast, da solltest Du mind. 2-mal brennen, damit du geschmacksarmen Neutralalkohol bekommst. Wenn Du eine "Turbohefe" benutzt, brauchst Du keine weiteren Zusätze für die Maische, nur Zucker und Leitungswasser genau nach Anleitung. Zitronensäure kann man verwenden, muss es aber nicht unbedingt, wenn man hygienisch einwandfrei arbeitet. Ich misch meine Turbohefe selbst: komplexe Hefenahrung + Hefe ANCHOR N 96, erreicht 16-17 Vol% mit Nachzuckern, 14 Vol% ohne; ergibt ziemlich neutrale Maische.
Die super-schnell-viel-Hefen machen oft Probleme, ich rate zu so etwas wie Alcotec Vodka Star; auch das "birdwatchers"-Rezept, das hier gerade in der von "der wo" modifizierten Version diskutiert wird, ist sehr gut geeignet, erreicht aber nicht so hohe Prozente (siehe die von "Ich Bins Nur" angegebenen links). Die Gärung braucht damit je nach Temperatur etwa 6-10 Tage.
Eine Messspindel für Brix/Oechsle ist zwar nützlich, es geht aber auch ohne; wenn die Maische nicht mehr blubbert und nicht mehr süss schmeckt ist es ok.
Nach dem Abziehen vom Hefetrub (entweder 3-4 Wochen lagern, dann abziehen oder klären mit "Alcotec Turboklar") noch 3-4 Monate zu lagern kann helfen, Fehlgeschmack zu mindern.
Wenn die Ansprüche hoch sind, funktioniert Aktivkohle gut. Sehr einfach ist die Version zum Einrühren in das auf Trinkstärke verdünnte Destillat (z.B. Erbslöh Granucol GE), ein oder zwei Tage stehen lassen, dann Überstand abziehen und nochmal brennen. Wesentlich effektiver ist eine Aktivkohlesäule, aber recht aufwändig; wenn man allerdings sehr häufig Neutralen herstellt, kann sich die Investition lohnen, da man die Kohle reaktivieren kann, wenn die Adsorptionskapazität erschöpft ist. Seitdem ich eine Refluxanlage habe, brauche ich keine Aktivkohle mehr ;-)
Neutralalkohol kannst Du eigentlich sofort verwenden, allenfalls verliert er durchs Lagern etwas die brennende Schärfe. Lagern in lebensmittelgeeignetem Niederdruck-PE-Kanister (ist ein wenig Ansichtssache) oder Glas.
Gruß!

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 RE: Neutralalkohol sehr guter Qualität selber herstellen
von: der wo am 04.Apr.2017 10:48:15
Region: da wer

Mit so einer kleinen Destille würde ich bei gekauftem Vodka bleiben. Der Zeitaufwand, um mit einer Potstill Neutralalk herstellen können, der gleichwertig ist, ist sowieso immens. Und bei 0.4l -Füllungen dann vollkommmen abstruß.

Hier zu den anderen vorgeschlagenen Threads noch eine Anregung bezüglich des Brennens von Neutralalk mit einer Potstill:
http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20150924154720-01-01.html
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Design und Implementierung:
Helge Schmickl