Diskussion zum Schnapsbrennen



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Gin Trübung auch nach Filtern
von: Florian am 08.Nov.2017 14:59:50
Region: Bayern

Liebe Schnapsbrenner, ich krieg den Gin nicht klar...
Kurze Erklärung und dann die Fragen.
Der Gin wird nach dem Brennen und verdünnen natürlich trüb, soweit nichts besonderes. Ganz klar krieg ich ihn aber leider selbst nach 2 Wochen stehen und dann Filtern nicht. Mittlerweile nach weiterer Wartezeit und nochmaligem Filtern wurde er schon klar, aber nicht das Glasklar, das ich gerne hätte und früher (fragt nicht was ich umgestellt habe, nämlich nix) schon hatte.
Meine Fragen nun:
- Lieber 2 mal Filtern nacheinander oder ist zwei Filter ineinander Stecken das Gleiche?
- Nach dem Filtern noch Zeit verstreichen lassen zum zweiten Filtern?
- Wenn man Watte zwischen die Filter nimmt, ist diese dann als Abstandshalter gedacht oder filtert die zusätzlich?
-Gibt es abgesehen von teuren Filteranlagen noch einen feineren als den feinen Filter? Meines Wissens nach gibt es ja nur 3 Stufen, fein, mittel und grob, oder liege ich falsch?

Die "feinen" Filter wurden nicht hier gekauft. Verdünnt wird sofort nach Brand und dann zwei Wochen im Gefäß mit Tuch als "Deckel" abgedeckt.

Vielen Dank vorweg für eure Hilfen und Gruß
aus Bayern
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Hollyday am 08.Nov.2017 20:13:14
Region: Niedersachsen

Ich nehme Korallen Pulver und die Standart Kaffee filter einer bekannten Marke. Ich mische den gin direkt nach dem brennen mit Quellwasser auf trinkstärke. In einen liter gin gebe ich das Pulver 1/4 Teelöffel maximal schüttel es kräftig. Die Filter nehm ich doppelt in einen Trichter und gieße es bei Zimmer Temperatur durch. Den restlichen Gin in der Regel so 4-5l gieße ich danach durch ohne Pulver dazu zu geben. Der gin ist dann bei mir sofort Glas klar. Das Pulver bewirkt das die Poren im filter verstopfen und nur sehr langsam durch fließt. Diesen Trick habe ich von einem Alten brennmeister.
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Florian am 09.Nov.2017 10:09:33
Region: Bayern

Hat das Korallenpulver auch einen Nachteil, dass es den Geschmack verändert zum Beispiel? Oder gar recht viel Geschmack vom Gin zieht wie es Filter oft machen?
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Quittenbrand am 09.Nov.2017 08:16:17
Region: Austria

Hallo Florian,

wie weit hast du denn den Gin runter verdünnt? Hast du darauf geachtet, dass das Destillat und das Wasser die selbe Temperatur hatten?

Bei Trübungen friere ich das Destillat ein und filtere das noch kalte (unter 0 Grad) Destillat durch einen feinen Filter. Damit lassen sich die meisten Trübungen beheben.

lg, Quittenbrand
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Florian am 09.Nov.2017 10:01:14
Region: Bayern

Hallo Quittenbrand.

Es wird auf ca. 44% runter verdünnt. Ich habe schon ausprobiert, erst nach einem Tag bei Lagerung des Wasser und Destillat im gleichen Raum zu verdünnen, wenn die Temp. 100% die Gleiche ist. Ohne Erfolg. Laut dem buch "Schnapsbrennen als Hobby" soll man aber sofort verdünnen. Das mache ich meistens, die Temperaturunterschiede von Wasser zu frischem Destillat sind minimal, 1-3 Grad ca. Bringt beides nichts.
Einfrieren kommt für mich nicht in Frage, da ich den Geschmacksverlust nicht in Kauf nehme. Steht ja auch im Buch, dass das zwar geht aber hald eben nicht unbedingt die feine Art der Filtration ist weil man viel Geschmack im Filter lässt, viel mehr als bei Zimmertemperatur.
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Quittenbrand am 09.Nov.2017 11:27:43
Region: Austria

Hallo,

so geringe Temperaturunterschiede sind zu vernachlässigen und sollten nicht zu einer Trübung führen. Der Geschmacksverlust beim Einfrieren ist leider ein Problem - ich habe Einfrieren nur deswegen vorgeschlagen, weil das bei meinen Versuchen die zuverlässigste Art war eine Trübung los zu werden.

Die Frage ist, ob gerade bei Gin die Trübung nicht zu vernachlässigen ist, wenn sie von den ätherischen Ölen her rührt (z.B. wenn im Aromakorb Gewürze wie Anis verwendet wurden - siehe Louche Effekt).

Was mir sonst noch einfällt ist die Wasserhärte, solltest du Leitungs- oder Quellwasser zum Verdünnen verwendet haben. Bei hohem Härtegrad kommt es schneller zu Trübungen, wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe. Hier hilft z.B. der Wechsel auf destilliertes Wasser.
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Hollyday am 09.Nov.2017 14:11:25
Region: Niedersachsen

Nein das Pulver gibt null Geschmack ab und nimmt auch keine Aromen auf! In einer likör Manufaktur in der Nachbarschaft haben die es früher so gemacht! Daher habe ich diesen Trick. Es ist eine sehr alte Manufaktur die in 4ter Generation betrieben wird. Die haben mir mit vielen wertvollen Infos einiges erleichtert. (Die alten haben es halt drauf ;-) hehe)
Unter anderem machen die dort auch einen sehr hervorragenden Gin! Genau so meinen sie das destilliertes Wasser ein großer Fehler ist da es totes Wasser ist und niemals verwendet werden sollte!
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Florian am 10.Nov.2017 11:55:33
Region: Bayern

Ich verwende ja destilliertes Wasser, da ich von Anfang an Trübungen durch Kalk etc. ausschließen wollte. Allerdings weiß ich auch, dass sich da die Geister scheiden, aber das ist ja jetzt nicht das Thema
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Frank Braun am 11.Nov.2017 18:40:30
Region: Langenfeld

Grüß dich Florian,

ich brenne eigentlich fast nur Gin und ab und zu Absinth, aber ich habe noch nie eine Trübung gehabt.

Vielleicht als Tipp: Ich halte es so, das ich einen Ansatz mache mit Doppelkorn und den entsprechenden Botanicals (eine Woche reifen lassen). Danach brenne ich mit einer Kupferdestille mit Aromakorb (hier fülle ich den Aromakorb nochmal mit Wacholder). Den fertigen Brand ca. 65-70 % Alkohol, verdünne ich mit Quellwasser, bis ca. 45-47 % und fülle ihn danach ab. Da ich immer verschiedene Gin Sorten brenne und auch ab und zu Fenchel und Anis einsetzte, ist die Gefahr einer Trübung schon gegeben durch die ätherischen Öle, aber das habe ich noch nie gehabt. Wichtig ist das du Kalkfreies Wasser einsetzt. Berichte mal ob es dann bei dir klappt.

VG

Frank
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 RE: Gin Trübung auch nach Filtern
von: Florian am 15.Nov.2017 14:37:20
Region: Bayern

Im Prinzip mache ich es sehr ähnlich wie bei dir. Ich tippe stark auf die Rezeptur, in der doch viele Botanicals mit eher großen Mengen an ätherischen Ölen enthalten sind.
Mittlerweile filtere ich mehrmals und es klappt Gott sei dank einwandfrei, das Destillat sieht fast aus wie reines Quellwasser.

Dank euch für die Hilfen.
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Helge Schmickl