Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3754:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    nach der Lektüre Ihres Buches habe ich gestern zum ersten Mal versucht, eine Apfelmaische (25 Liter) streng nach den Rezept-Vorgaben aus Ihrem Buch anzusetzen. Also mit Verflüssiger und Biogen M. Wie ich heute gemerkt habe, ist mir dabei ein (zugegebenermaßen dämlicher) Fehler passiert. Bei der Zugabe des Verflüssigers habe habe ich statt 1,5 ml 1,5 cl in die Maische gegeben.
    Muss ich mit einem Qualitätsverlust rechnen oder die Maische gar komplett verwerfen?


    Frank, Hessen
    17.Okt.2012 20:38:16


      Das merken Sie dann erst nach dem Brennen. Zwar kann Verflüssiger schon überdosiert werden, aber die zehnfache Menge haben wir noch nie zugegeben. Maische jedenfalls nicht verwerfen.

    Eintrag Nr. 3753:

    Lieber DOC,
    kleine Anmerkung zu 3739. Es ist im Grunde piepegal, welche Reinzuchthefe man nimmt. Verantwortlich für den Geschmack sind sie nur marginal. Ich hatte dazu einen Link in der Diskussion geschrieben.
    Ansonsten ist meine Erfahrung: Die Hefen sterben nicht ab, wenn man sie in eine schon gärende Hefe gibt. Man muss sie vorher so gut anfüttern, dass sie den Schock überleben. Das einzige Mal, wo ich es nicht geschafft habe, einen Wein wiederzubeleben, war, als ich aus Konzentrat einen versehentlich sehr zuckrigen Apfelsaft produziert hatte. (ca. 150°Oechsle). Da mußte ich dann Wasser hinzugeben. Aber das passiert den Weinbauern auch oft mit ihren Eisweinen.
    der hans vom baerbeli


    baerbeli, Mosel
    16.Okt.2012 17:07:34


      Danke für die Tipps!
      Die gleiche Erfahrung bez. Geschmack haben wir auch gemacht (sofern herkömmlich vergoren wird). Wie geschrieben ergibt sich jedoch durch's Erhitzen, dem Pasteurisieren, eine gewisse geschmackliche Veränderung.
      Wenn Sie mit "vorher gut anfüttern" einen Gärstarter meinen, entspricht das unserer Antwort von 3739.

    Eintrag Nr. 3752:

    Hallo Frau Malle, Herr Schmickl,
    ich habe mein Thermometer wie von Ihnen beschrieben mit der Destillation von Wasser sowie 8 Minuten im kochenden Wasser geprüft. Bei beiden Varianten erreiche ich nur 94°C (330 Meter über Null).
    Kann ich einfach die 3°C von den in Ihren Buch angegebenen Temperaturen abziehen (Start Edelbrand dann bei 77°, beginn Nachlauf dann bei 88°)??
    Danke für die Hilfe


    Baron, SA
    13.Okt.2012 18:42:16


      Ja

    Eintrag Nr. 3751:

    Guten Tag
    ich habe eine Frage zu den Geisten.
    Mit Zimtstängel in Feinsprit destillierte ich den Zimtgeist. Dasselbe machte ich mit trockenen Holunderbeeren, die ich 2 Tage im Alkohol ziehen liess. Die Geiste waren sehr aromatisch und beliebt. Nun nach einigen Wochen bildeten sich im Holundergeist so weissliche Flocken. Im Zimtgeist gab es eine Art braune Gebilde.
    Wie kann ich das vermeiden, was ist es?
    Reicht es wenn ich die Destillate nach einiger Lagerung filtriere?


    Franz, Zentralschweiz
    12.Okt.2012 14:41:23


      Ist nichts schlechtes und normal wenn sehr hochprozentiger Alkohol zum Ansetzen verwendet wird. Die ausgefällten Stoffe destillieren zwar mit, z.B. das ätherische Zimtöl (ist gelblich/braun), sind im verdünnten Alkohol dann aber doch nicht vollständig löslich. Je geringer Alkoholgehalt, desto stärker dieser Effekt. Nach dem Verdünnen und ein/zwei Wochen Lagerzeit mit Faltenfilter "fein" filtrieren. Wird vorher filtriert kommt es immer wieder zu Nachtrübungen.

    Eintrag Nr. 3750:

    hallo,
    möchte einen haselnussgeist brennen und habe dazu 800g geriebene nüsse geröstet und in 1l 96%igen eingelegt. anschließend wird auf 40% verdünnt und mit frischen nüssen im aromakorb gebrannt!
    wie lange lange sollen die nüsse im hochprozentigen "ziehen"?
    sollen die angesetzten nüsse mitgebrannt, oder abgeschieden werden?
    danke schonmal im voraus!
    lg gerald


    gerald, oö
    12.Okt.2012 12:03:38


      ad 1) Ca. 1 bis 2 Monate
      ad 2) Beides ausprobieren: einmal frische Nüsse, einmal angesetzte Nüsse in den Aromakorb geben.

    Eintrag Nr. 3749:

    Guten Abend!
    Ich hätte zwei Fragen zur Geistherstellung, und zwar:
    Wenn ich mit hochprozentiger Maische arbeite und dann Wacholderbeeren in den Aromakorb gebe, müsste ich doch theoretisch mehr als 40g Beeren für 350ml Destillat hineingeben, da bei z.B. 20%-tiger maische mehr Ausbeute als bei nur 10%-tigem Basisalkohol (laut Buch) entstehen wird, oder? Ich muss die zu erwartende Destillatmenge für diese Berechnungen verwenden und nicht die Ausgangsmenge der Maischen, oder habe ich da einen Denkfehler?
    Wissen Sie zufällig ein Rezept für einen Schlehengeist (nicht für einen destillierten Angesetzten), sondern für einen reinen Schlehengeist. Habe dafür leider bis jetzt noch kein Rezept gefunden. :-)


    D.Monk, Austria
    09.Okt.2012 20:07:49


      Klingt durchaus plausibel. Allerdings weiß ich nicht, ob das dann auch noch schmeckt und nicht zu intensiv wird. Je höher der Alkoholgehalt, desto stärker das Extraktionsverhalten, d.h. dadurch gehen z.B. auch unerwünschte Bitterstoffe und Harze in Lösung. Kann mir vorstellen, dass der Effekt ähnlich sein wird wie bei geschroteten Wacholderbeeren. Damit schmeckt der Geist nicht mehr nach Wacholder, sondern sehr harzig, nadelholzartig, wie z.B. Zirbengeist oder Maiwipferl. Fazit: ausprobieren! Und mit mehreren Versuchen die optimale Menge herausfinden. Könnte sein, dass ca. Weinstärke beim Alkohol doch die beste Variante ist.
      Schlehengeist: habe wir noch nie gemacht, würde für einen ersten Versuch ca. 200 g Schlehen je 1,5 Liter Alkohol verwenden.

    Eintrag Nr. 3748:

    hallo Herr Schmickl,
    folgendes Problem taucht bei mir auf: die Brände riechen und schmecken nach Gummi. Die Destillerie hat kein Gummi, die Kühlung ist mit 2m Silikonschlauch ausgestattet. Der Schlauch ist für Destillate und bis +135 Grad ausgewiesen. Diesen Silikonschlauch habe ist als Dichtung im Brenntopf eingebaut.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.


    franz, deutschland
    09.Okt.2012 19:16:53


      Schwierig da Tipps zu geben, schließlich weiß ich nicht wie Ihre Anlage aussieht. Auch wenn für Destillate ausgewiesen, würde ich zu Testzwecken die 2m-Silikonschlauch-Kühlung durch ein 2m langes Kupferrohr ersetzen und dieses z.B. mit nassen Tüchern kühlen. Die Dichtung könnte man mit Teflonband umwickeln.

    Eintrag Nr. 3747:

    Möchte Likörwein aus Trauben herstellen. Was muss ich dabei beachten, wie vorgehen.

    Uli, württemberg
    08.Okt.2012 22:27:15


      Wenn Ihnen ein Alkoholgehalt von ca. 20%vol dafür ausreicht, am besten hochgradig einmaischen. Siehe Buch "Schnapsbrennen als Hobby".

    Eintrag Nr. 3746:

    Guten Tag,
    meine Frage ist folgende, wenn ich den Vorlauf abtrennen möchte müsste ich die ungefähre Zeit wissen wie lang das Kondensat (Vorlauf) benötigt um den Kühler zu passieren bevor der Edelbrand heraustropft. Gibt es einen Richtwert? Ich habe im Buch "Schnaps brennen als Hobby" dazu nichts gefunden. Mein Kühler Cu- Rohr, Durchmesser 12mm / 3m lang zur Spirale gewickelt.
    Danke für Ihre Hilfe


    Baron, SA
    08.Okt.2012 16:38:09


      Normalerweise ist diese Menge so gering, dass nicht relevant. Natürlich sollte Spirale auch durchgehend sinkend gewickelt sein. Zum Abmessen oben in den Kühler z.B. mit einer Spritze langsam ein paar ml reintropfen lassen. Zeit messen wann unten erster Tropfen heraus kommt, sowie unten die Abflussmenge abmessen und Differenz zur zugegebenen Menge ausrechnen. Soviel verbleibt im Kühler.

    Eintrag Nr. 3745:

    Guten Tag Herr Schmickl!
    habe eine kurze Frage. Ich habe eine gut vergorene Gerstemaische für Whisky und möchte etwas Torfaroma in das Destillat bekommen.
    Jetzt meine Frage, kann ich etwas Torf in den Brennkessel(Maische)oder in den Aromakorb vor dem brennen geben? Macht es Sinn? Ist Torf giftig, wenn es gekocht wird... oder das Destillat nach dem brennen? Enthaltet das Destillat danach etwa giftige Stoffe?
    Vielen Dank MG


    Markus Geiser, Bayern
    07.Okt.2012 14:47:50


      NEIN!!! Dieser für Islay und den anderen schottischen Inseln typische Geschmack wird durch das Rösten der Gerstekeimlinge über Torffeuer erreicht. Danach wird erst eingemaischt. Für diesen Geschmack also Torf NICHT in den Kessel, Aromakorb oder Schnaps geben. Natürlich können Sie es trotzdem versuchen, wird aber vermutlich eher nach Waldboden bzw. Humuserde riechen/schmecken. Ist sicher auch etwas besonderes und durchaus einen Versuch wert, aber nicht das was Sie sich eigentlich vorstellen.

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