Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3713:

    Servus Gemeinde, zunächst meinen Dank für diese hilfreiche Seite an die Initiatoren.
    Nun zu meiner Frage, vor zwei Wochen kam mein Nachbar mit etlichen Kilo Mirabellen an, wir maischten die gesamte Menge mit ca. 4 Kg Zucker und Reinzuchthefe an und verteilten sie in zwei 60l Fässer (gut gemischt) insgesamt ca. 80l.
    Bei dem ersten Fass setzte die Gärung bereits am nächsten Tag ein, beim zweiten erst einen Tag später, verlief deutlich ruhiger und endete schnell wieder. Wir gaben uns größte Mühe den Inhalt beider Fässer gleich zuzubereiten, auch waren beide Fässer sauber.
    Ich befürchte einen Ausfall von Fass No.2 und rätsle um die Ursache, kann mir jemand eine Erklärung liefern? Welche Maßnahmen empfiehlt die Fachwelt um Fass No.2 zu retten?
    Grüße und Dank im voraus
    anton


    anton, obb
    15.Aug.2012 16:42:31


      Danke, wir bemühen uns.
      Es hängt von der Hefesorte ab, ob es zu Startproblemen kommen kann oder nicht. Bei Flüssighefen treten öfters diese Probleme auf, z.B. bei der Turbohefe tritt dies nie auf.
      Was die Fachwelt empfiehlt weiß ich nicht, ich würde ca. 5 Liter vom gut gärenden Fass entnehmen und dies dem nicht gärenden Fass untermischen. Dies dient als Gärstarter (Rezept dafür siehe unser Buch "Schnapsbrennen als Hobby"), die aktiven Hefen sollten den Inhalt in einem Tag zum (heftigen) Gären bringen.

    Eintrag Nr. 3712:

    Guten Tag,
    Seit ca. einer Wocher Versuche ich mich beim Schnapsbrennen. Weinbrand herzustellen hat schon mal wunderbar funktioniert. Habe auch das Buch 'Schnapsbrennen als Hobby'
    1)Ist es Möglich eine zu schwach fertig vergorene Apfelmaische mit Kornansatz zu verstärken um sie dann nicht doppelt brennen zu müssen? Macht das Sinn?
    2)Da die Gärgase entweichen sitzt der 'Deckel' beim Gärspund immer schief, Luft kommt jedoch keine dazu, is das egal?
    3)Gibt es eine ungefähre Zeitangabe der Gärzeit von einer Apfel bzw Marillenmaische.
    Infos: Jeweils ca. 3l Maische, Raumtemperatur 21 Grad, als Hefe wurde Gärfix verwendet. Gärbehälter is ein 5l Kanister.
    Danke


    Hannes1988, NÖ
    08.Aug.2012 07:26:24


      ad 1) ja, ist möglich und auch sinnvol. Alkoholgehalt von ca. 11%vol in der Maische genügt um nur einmal Brennen zu müssen und ca. 45%vol im Destillat zu erreichen.
      ad 2) ja, das ist egal
      ad 3) ca. 2 bis 3 Wochen

    Eintrag Nr. 3711:

    Hallo Frau Malle u. Herr Schmickl,
    Thema Eichenfass ja oder nein, welche alternative?
    Meine Idee war aus meiner Apfelmaische, stellt sich so gleich die Frage ist es eigentlich noch Maische wenn sie fertig gegoren ist, Calvados zu reifen.
    Wie ich meine bräuchte ich da zu ein Eichenfass, da ich von einem Australischen Winzer weiß das er seinen Wein in riesigen Va4 Behältern reifen läst, und er meine Frage nach Eichenextrakten empört verneinte fragte ich wie er es sonst mache.
    Na ganz einfach mit Eichen Hobelspänen, die haben eine viel größere Oberfläche da reife der Wein auch schneller.
    Jetzt dachte ich, mei das geht doch sicher auch bei Schnaps.
    Oder etwa nicht?
    Da ein Eichenfass ja so .....teuer ist liegen Hobelspäne viel näher, gleich eine neue Frage.
    Muss es eine bestimmte Eichenart sein, muss das Holz gelagert sein, muss das Holz behandelt sein, ich habe einen alten Eichentisch kann ich von diesem das Holz nutzen?
    Und nun meine letzt Frage: wie viel Hobelspan brauche ich für ca30l Apfelschnaps?
    Es Grüßt Peter aus Niedersachsen


    Peter, Niedersachsen
    01.Aug.2012 23:50:29


      Ja, der Winzer hat recht, mit Holzspänen geht's auch. Welche Holzart, frisches oder altes Holz, angekohlt bzw. geröstet oder nicht, ist reine Geschmackssache. Bei Obstbrand sollte der Holzton das Fruchtaroma bereichern und nicht übertünchen. Daher ca. einmal wöchtenlich kosten und wenn holzig genug, raus vom Fass bzw. abfiltrieren bei den Spänen. Es gibt diese Späne auch fertig zu kaufen, nach "Holzchips" googeln. Hier in der Diskussion gibt es sehr viele sinnvolle Einträge zu diesem Thema, bitte Suchfunktion nutzen.

    Eintrag Nr. 3710:

    Hallo liebe Community,
    ich möchte mir demnächst ein Refraktometer zur Bestimmung des Alkoholgehaltes zulegen.
    Meine Frage dazü wäre, worauf man bei einem Refraktometer achten sollte?
    Wie viel kostet ein 'gutes' Gerät und worin liegen die Unterschiede?

    Viele Grüße


    Berthold S., Mosel
    24.Jul.2012 12:58:29


      siehe http://www.essigherstellung.at/prodbeschreibung.php#refraktometerEth

    Eintrag Nr. 3709:

    Hallo, schon lange setze ich Walnusslikör an. bisher gleichbleibend gut.
    Mein jetziger Ansatz hat eine Woche länger mazeriert, weil Dienstreise die Behandlung verhinderte.
    Der Ansatz ist recht bitter geworden.
    Gibt es eine Möglichkeit diese Bittestoffe abzumindern oder gar zu beseitigen?
    Beste Grüße Hartmut


    Hartmut, D-Niedersachsen
    19.Jul.2012 11:04:40


      Ja, destillieren. Der bittere Geschmack bleibt zurück. Jedoch ist das Destillat natürlich farblos und zuckerfrei, aber trotzdem wohlschmeckend!

    Eintrag Nr. 3708:

    Hallo Herr Schmickl,
    wir haben hier in Australien vor knapp 3 Monaten sowohl eine Birnen als auch eine Pflaumenmaische angesetzt und Ihr Buch als Hilfestellung benutzt. Als Hefe haben wir eine Champagnerhefe zugesetzt (da wir nichts anderes bekommen konnten). Die Faesser haben wir in Decken eingewickelt da es nachts zur Zeit relativ kalt ist (bis zu 2 Grad, tags ueber ca 20 Grad). Die Gaerung ist gut verlaufen, wir haben 6 Prozent Alkohol in beiden Maischen, sie sind geschmacklich gut und riechen noch leicht suesslich. Unser Problem ist allerdings dass der Fruchtkuchen nicht absinkt und es in den Faessern immer noch gelegentlich blubbert. Kann die Gaerung wirklich so lange dauern oder haben wir evtl einen Fehler gemacht? Ist es moeglich dass wir zu viel Hefe zugesetzt haben? Wir haben ca 60g trockene Champagnerhefe auf 70 l Maische zugegeben. Meinen Sie es wird der Maische schaden sie noch laenger stehen zu lassen, oder sollten wir sie lieber demnaechst brennen obwohl der Fruchtkuchen noch nicht abgesunken ist?
    Vielen Dank fuer ihre Hilfe
    Julia und Travis


    Julia Fairweather, Australien
    15.Jul.2012 13:24:46


      Ja, das ist durchaus möglich. Gärdauer ist abhängig von Temperatur. Nein, hat mit der Hefemenge nichts zu tun. Warten bis Gärung zu Ende, bevor Sie brennen. Wenn der Feststoffanteil der Maischen sehr hoch ist, z.B. weil kein Verflüssiger verwendet wurde oder Früchte zu wenig fein zerkleinert, kann es sein, dass ein Ansinken nicht deutlich erkennbar ist. Zum Testen Maische umrühren und nach ein paar Tagen nachsehen: wenn sich oben eine (sehr) dünne Schicht klare Flüssigkeit gebildet hat, ist Maische ausgegoren.
      Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 3707:

    Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
    habe mir Ihr Buch gekauft hab allerdings noch eine Frage, die darin nicht beantwortet ist, bzw ich im Forum nicht finde:
    Ich habe 30 Liter Kriechen-Maische angesetzt, da ich hier keine Turbohefe bekommen habe, habe ich Rotweinhefe benutzt um eine Wildgärung zu vermeiden. Allerdings wird somit wohl eine geringere Alkoholkonentration in der Maische sein, so dass zwei Destillationen nötig werden. Die Gärung läuft nun 1 Woche und kontrolliert. Meine Frage:
    Ich hab in einem anderen Buch gelesen, dass man Maische mit geringerem Alkoholgehalt schon nach 1-2 Monaten brennen soll, da sie sich nicht so lange halten sollen und Fäulnis entstehen kann? Wie sehen Sie das?
    2. : Ich würde gerne etwas Zimt für den Geschmack zugeben da ich das sehr mag: Soll ich es in der Maische auflösen oder besser erst bei der Destillation zugeben?
    Destillieren lasse ich es in einer Lohnbrennerei.
    Vielen Dank
    Josef


    Josef, Schweiz
    13.Jul.2012 18:23:35


      Auch bei einer pot-still genügt ein Alkoholgehalt von zumindest ca. 11%vol um bereits beim ersten Brenndurchgang zumindest Schnapsstärke zu erreichen. Das ist auch mit einer Rotweinhefe zu erreichen.
      ad 1) das steht auch in unserem Buch. Wenn eine herkömmliche Maische zu lange gelagert wurde, entsteht im Brand ein Geruchs-/Geschmacksfehler, der an einen feuchten Schiffrumpf bzw. einen modrigen Keller erinnert, auch wenn die Maische nicht offensichtlich verschimmelt/verfault war.
      ad 2) Ich würde den Zimt bei der Destillation in den Dampfraum zugeben. ABER: die Gefahr, dass überdosiert wird, ist sehr groß, daher (wenn möglich), die optimale Menge mittels mehrerer Durchgänge austesten. Einen Richtwert finden Sie in unserem Buch im kapitel "Geiste". Die angegebene Menge kann auf Ihr Volumen linear hochgerechnet werden.

    Eintrag Nr. 3706:

    Sehr geehrter Herr Schmickl.
    Ich war letztes Wochenende bei Ihrem Brennseminar und war echt begeistert.
    Ein paar Fragen hätte ich allerdings noch. Ich habe eine 100Liter-Abfindungsbrennerei aus den 80ern, welche seit etwa 15 Jahren nicht in Betrieb war und nach wie vor verplombt ist. Klar dass sie eine Generalüberholung braucht. Ich weiß nur nicht genau wo der weitere Werdegang beginnen soll. Die Plomben darf ich ja, zwecks Reparaturen, nicht selbst entfernen. Also muss ich hier das Finanzamt oder das Zollamt verständigen? Außerdem finde ich leider nicht wirklich Unterlagen über das österreichische Brennrecht. In den meisten Foren wird über deutsches Brennrecht spekuliert. Das Rechtskapitel in Ihrem Buch (super geschrieben übrigens) ist zwar sehr informativ, allerdings verrät es mir nicht wie ich das ganze Unterfangen am besten beginne.
    Kurz und bündig: Ein paar Infos über die österreichische Rechtslage wären echt spitze, insbesonde was ältere Anlagen und das damit erworbene Brennrecht angeht.
    Herzlichen Dank im voraus.
    Flo


    Flo, Niederösterreich
    10.Jul.2012 15:49:54


      Sehr ungewöhnlich, aber diese Frage wurde von

      Name: Der Profi
      Ort: Einmal da oder dort

      in der Diskussion beantwortet. Vielen Dank, dem ist nichts hinzu zu fügen! Habe den Text von dort hier her verschoben:

      Hallo Flo!
      Zuständig für Dich ist das jeweilige Zollamt in Deinem Bundesland.(Nur das Zollamt ein Unteramt des Bm.Finanzen.)
      Auf welchen Namem ist der Brennkessel angemeldet.
      Seit ca.15 Jahren werden Brenngeräte in Österr. nicht mehr plombiert, die Plomben dürfen von Dir entfernt werden.
      Als erstes zum Zollamt nachsehen auf wen der Kessel zugelassen ist.
      Du musst ein Stammdatenblatt ausfüllen(Bekanntgabe wieviel Obstbäume und Beerensträucher auf Deinem Grundstück stehen) willst Du Holunder, Vogelbeeren, Himbeeren brennen musst Du ein paar Sträucher angeben auch wenn Du keine hast die darf man ja im Wald pflücken sonst geht das wegen EDV Anmeldung nicht.
      Hast Du keinen eigenen Obstgarten mehr kannst Du mit einem formlosen Pachtvertrag der nicht von einem Notar beglaubigt ist dieses Obst brennen.
      Außerdem verlangt das Zollamt einen Lageplan des Hauses und des Raumes in dem der Kessel steht. Auch der Zugang zu diesem Brennraum von Innen oder Außen muss angegeben werden.
      Wo steht der Kessel wärend dem Brennen und wo wird er aufbewahrt Brennstand und Aufbew. kann auch derselbe sein.
      Wird der Kessel oder auch Teile außer Haus rep. muß das dem Zollamt gemeldet werden.
      Höhrt sich ein wenig kompliziert an ist aber halb so schlimm.

    Eintrag Nr. 3705:

    Temperatur Maische
    Ich hätte eine Frage zum Thema Maischetemperatur. Im Buch werden immer Umgebungstemeraturen der Luft erwähnt und nicht die Temperatur der Maische.
    Da ich versuche die Maischetemperatur zu kontrollieren indem ich den Gärbehälter in einer Badewanne "kaltstelle" würde mich interessieren wie die ideale Maischetemperatur aussieht wenn im Buch zum Beispiel 19 Grad Umgebungstemperatur der Luft steht.
    Da Luft ja ein weit schlechterer Wärmeleiter ist als Wasser wird die Maischetemperatur bei 19 Grad Umgebungsluft ja deutlich höher sein.
    Freue mich über jeden Hinweis


    Seppl, Oberösterreich
    02.Jul.2012 11:09:32


      Wasserbadtemperatur von ca. 17 bis 18°C wäre optimal.

    Eintrag Nr. 3704:

    hallo
    habe interesse am schnapsbrennen.
    doch stell ich mir die frage was mache ich mit dem wein nach dem brennen? also was noch in der destille ist. oder brenne ich bis alles verdampft ist? gibt es da noch verwendung für?
    af


    a. fraebel, tirol
    28.Jun.2012 11:08:41


      Der Rückstand im Kessel kann nicht mehr verwendet werden und ist zu verwerfen.

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    Helge Schmickl