Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3747:

    Möchte Likörwein aus Trauben herstellen. Was muss ich dabei beachten, wie vorgehen.

    Uli, württemberg
    08.Okt.2012 22:27:15


      Wenn Ihnen ein Alkoholgehalt von ca. 20%vol dafür ausreicht, am besten hochgradig einmaischen. Siehe Buch "Schnapsbrennen als Hobby".

    Eintrag Nr. 3746:

    Guten Tag,
    meine Frage ist folgende, wenn ich den Vorlauf abtrennen möchte müsste ich die ungefähre Zeit wissen wie lang das Kondensat (Vorlauf) benötigt um den Kühler zu passieren bevor der Edelbrand heraustropft. Gibt es einen Richtwert? Ich habe im Buch "Schnaps brennen als Hobby" dazu nichts gefunden. Mein Kühler Cu- Rohr, Durchmesser 12mm / 3m lang zur Spirale gewickelt.
    Danke für Ihre Hilfe


    Baron, SA
    08.Okt.2012 16:38:09


      Normalerweise ist diese Menge so gering, dass nicht relevant. Natürlich sollte Spirale auch durchgehend sinkend gewickelt sein. Zum Abmessen oben in den Kühler z.B. mit einer Spritze langsam ein paar ml reintropfen lassen. Zeit messen wann unten erster Tropfen heraus kommt, sowie unten die Abflussmenge abmessen und Differenz zur zugegebenen Menge ausrechnen. Soviel verbleibt im Kühler.

    Eintrag Nr. 3745:

    Guten Tag Herr Schmickl!
    habe eine kurze Frage. Ich habe eine gut vergorene Gerstemaische für Whisky und möchte etwas Torfaroma in das Destillat bekommen.
    Jetzt meine Frage, kann ich etwas Torf in den Brennkessel(Maische)oder in den Aromakorb vor dem brennen geben? Macht es Sinn? Ist Torf giftig, wenn es gekocht wird... oder das Destillat nach dem brennen? Enthaltet das Destillat danach etwa giftige Stoffe?
    Vielen Dank MG


    Markus Geiser, Bayern
    07.Okt.2012 14:47:50


      NEIN!!! Dieser für Islay und den anderen schottischen Inseln typische Geschmack wird durch das Rösten der Gerstekeimlinge über Torffeuer erreicht. Danach wird erst eingemaischt. Für diesen Geschmack also Torf NICHT in den Kessel, Aromakorb oder Schnaps geben. Natürlich können Sie es trotzdem versuchen, wird aber vermutlich eher nach Waldboden bzw. Humuserde riechen/schmecken. Ist sicher auch etwas besonderes und durchaus einen Versuch wert, aber nicht das was Sie sich eigentlich vorstellen.

    Eintrag Nr. 3744:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    Ich habe ein kleines 5L-Fass mit 15%vol Holunderbeerenmaische angesetzt. Die Beeren habe ich sauber über ein Hasengitter abgerebelt, und mit einem Mixstab püriert. Auch sonst habe ich alle Vorgaben für eine hochprozentige Maische beachtet (Biogen M, Verflüssiger, Turbohefe, etc.) Ich habe von dem vergleichsweise hohen Vorlaufanteil und der geringen Alkoholausbeute gelesen. Welche Mengen Vorlauf, Edelbrand und Nachlauf darf ich beim Brennen nun erwarten?


    Claus, Österreich
    06.Okt.2012 19:43:02


      Siehe Buch "Schnapsbrennen als Hobby"

    Eintrag Nr. 3743:

    Hallo aus Tirol. Habe exakt nach "Schmickl" meine Birnenernte vor einem Jahr erstmals zu Meische verarbeitet und vor kurzem gebrannt. Es lief alles wie gewünscht, außer dem Vorlauf. Hier hatte ich viel mehr als beschrieben. In der öffentl. Obstpresse lies ich die Birnen hechseln. Sonst lief alles sehr, sehr sauber ab. Woher kommt diese Menge an Vorlauf?
    2. Frage: es sind Birnen, die erst nach einem Monat im Keller gelb und reif zum essen werden. Soll ich sie direkt vom Baum einmischen oder erst, wenn sie gelb werden???


    Gallo, tirol
    06.Okt.2012 16:38:49


      ad 1) Wie bereits öfters hier beschrieben, ist eine hochgradige Maische vorlauffrei, wenn diese nach dem Gären zumindest 6 Monate gelagert wird. Außerdem tritt auch keine Kahmhefe (= Oberflächenschimmel) auf, dieses Problem existiert bei solchen Maischen nicht. Durch die Abbauprodukte der Kahmhefe entsteht z.B. auch Vorlauf. Die große Vorlaufmenge kann im Endeffekt nur bedeuten, dass eine Spontangärung aus wilden Hefen aufgetreten ist, und die Turbohefe dadurch "gekillt" wurde. Nein, die Obstpresse wird dafür vermutlich nicht die Ursache sein, sondern eher dass zugegebene Hefe kaputt war, z.B. weil zu lange offen gelagert.
      ad 2) Doch, es ist sehr sinnvoll, vor dem Einmaischen harte Birnen zu lagern bis sie weich sind (aber nicht faul!!!). Weiche Birnensorten sofort einmaischen.

    Eintrag Nr. 3742:

    Guten Abend,
    ich bin nun zum zweiten mal daran aus einem Turbohefenansatz Gin herzustellen. Kurz zu meinem vorgehen, ich habe die Maische insgesamt 4 mal destilliert, entkonz an EtOH liegt bei 95% laut Areometer, habe leider keine ordentliche Waage und Pipette sonst könnte man das mit Sicherheit sagen.
    Jetzt zu meiner Frage, zum aromatisieren nehme ich kleingehechselte Heidelbeeren (50 getrocknete Beeren pro Ltier Alk), mein Problem ist jetzt, wie brenne ich den Extrackt am besten ab?
    Das letzte mal habe ich etwa 10 ml Vorlauf (bei einem Ansatz von 500 ml) und den Nachlauf abgetrennt. Der Grund, weshalb ich selbst im 5. Brand noch Nachlauf abtrenne sind die Öle aus den Heidelbeeren, denn diese führen einfach zu einer Fällung wenn ich den Sprit am ende verdünne und den Nachlauf nicht abtrenne.
    Nun wäre für mich interessant, ob es eine möglichkeit gibt möglichst viel vom Aroma der Wacholerbeeren zu erhalten ohne in das Problem der Fällung zu kommen. Ich beführchte ja, dass ich mich hier effektiv an den Grenzwert heran tasten muss kurz bevor es zur Trübung kommt, aber es wäre schön wenn sich hier jemand meldet, der Erfahrungen damit hat Gin im kleinen Maßstab herzustellen (zur Info meine Dest. hat nen Volumen von 5 Litern, wobei ich vom Hochprozentigem nur max 4,5 vorlege(lokale Siedeverzüge haben mir schon spass gemacht^^))
    Ich hoffe ihr könnt mir helfen, beste Grüße
    Max


    Maximlilian, Deutschland
    05.Okt.2012 00:58:55


      Nachlauf entsteht immer, auch ohne Heidelbeeren. Wacholderbeeren sind eine der wenigen Beeren bzw. Früchte die ätherische Öle enthalten (Heidelbeeren enthalten kein ätherische Öl, Trübung hat andere Ursachen, z.B. Fuselöle aus Nachlauf). Zuviel ätherisches Öl ist im Schnaps nicht mehr löslich, daher kann eine Trübung entstehen. Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Öl ist löslich. Daher Vorsicht beim Verdünnen, durch das Herabsetzen vom Alkoholgehalt tritt in solchen Fällen oft eine mehr oder weniger starke Trübung auf. Ist eigentlich kein Problem, kann mit den Faltenfiltern "fein" abfiltriert werden. Dazu Schnaps verdünnen, ca. 2 - 3 Wochen bei Kellertempertaur stehen lassen und filtrieren. Wird vorher filtriert, kommt es immer wieder zu Nachtrübungen. Möchten Sie, dass Destillat auch ohne filtrieren schon klar ist, dann schlichtweg weniger Wacholderbeeren verwenden. Keinesfalls geschroteten Wacholder, das schmeckt dann einerseits eher wie Latschenkiefergeist, und andererseits wird eine sehr starke Trübung wegen der größeren Menge an ätherischen Ölen entstehen.
      Gegen Siedeverzüge helfen Siedesteinchen oder Rührer einbauen, Heizung nicht so stark aufdrehen.
      Anmerkung: Geistmethode geht viel einfacher (siehe Buch). Unten z.B. verdünnten Korn (ca. 11 - 13%vol) und oben im Dampfraum in den Aromakorb je 1,5 Liter Flüssigkeit ca. 40 g getrocknete, ganze(!) Wacholderbeeren geben. Dieses Rezept erzeugt auch keine Trübung. Natürlich kann auch eine Gewürzmischung mit u.a. Wacholder verwendet werden, da Gin ja nicht nur aus Wacholder besteht (eine beispielhafte Rezeptur siehe Eintrag Nr. 3666). Im Übrigen ist echter Gin auch "nur" ein Geist, in England ist es verboten zur Ginherstellung die Beeren einzumaischen (warum habe ich auch noch nicht herausgefunden).

    Eintrag Nr. 3741:

    Hallo Frau Malle u. Herr Schmickl,
    heute möchte ich erst ein mal berichten, habe letzte Woche endlich gelagerte Eiche erhalten, gleich den Hobel angesetzt und paar Spändel gehobelt.
    Die Spändel habe ich dann in einen Nylonbeutel getan und in eine 5L Boddl gesteckt, dies ist gefüllt mit ää glaube 60 oder 68% Apfelbrand.
    Das erstaunliche war, dass sich der Brand schon nach wenigen Minuten gefärbt hat.
    Geschmack kann ich erst nächste Woche probieren und berichten.
    Frage: wäre es klug die Boddl offen zu lassen?
    Frage nr.2: ist es schlecht wenn die lagernde Maischen, was ja über den Winter geschieht, minus Graden ausgesetzt ist? Es kann schon -20° ereicht werden wenn nicht gar mehr.
    Lg Peter


    Peter, Niedersachsen
    04.Okt.2012 23:44:19


      ad 1) Nicht hermetisch verschließen, daher am besten einen ein wenig ausgeleierten Korkstoppel verwenden.
      ad 2) Temperaturschwankungen sind für die Lagerung durchaus von Vorteil. Minusgrade sind kein Problem. Zumindest sofern der Alkohol nicht gefriert und die "Boddl" dadurch zerplatzt.

    Eintrag Nr. 3740:

    Hallo, Hr. Doktor!
    Ich habe Roggen, gemeinsam mit Gerstenmalz eingemaischt (Maischeverfahren wie beim Bierbrauen), dann vergoren. Leider habe ich dabei übersehen, dass sich noch deutlich Stärke in der MAische befunden hat. Die Gärung ist schleppend verlaufen. Als ich das Ganze dann gebrannt habe, habe ich im fertigen Destillat einen kaum wahrnehmbaren Hauch von Buttersäure festgestellt.
    Kann ich diese störende Aroma mit Aktivkohle binden? Dass dabei auch das restliche Aroma "flöten geht", stört mich nicht weiter, da es ohnehin ein Ansatzkorn werden sollte!


    Markus, Steiermark
    03.Okt.2012 15:25:02


      Der Geruch von Buttersäure kann mit Basen, wie Natronlauge, Lösungen von Carbonaten usw. vermindert werden. Dabei bilden sich die entsprechenden Butyrate, die nicht mehr riechen (wikipedia). Danach würde ich das Ganze nochmals destillieren. Ob Aktivkohle auch funktioniert müssen Sie ausprobieren.
      Anmerkung: geschmacklosen Alkohol herzustellen geht mit Turbohefe und Zuckerwasser wesentlich einfacher.

    Eintrag Nr. 3739:

    Hallo,
    habe vor 12 Stunden eine ca. 40 Liter Birnenmaische mit der Flüssighefe Samos (für Kirschen, Trauben) angesetzt. Leider habe ich erst später gemerkt, dass ich eine für Birnen (Niersteiner-Flüssighefe) hätte nehmen sollen. Die Maische hat auch noch nicht angefangen zu gären. Soll ich dies so lassen oder wenn es nicht mit dem Gären anfängt ein zweites mal die richtigen Hefe zu geben.


    Christian, Thüringen
    02.Okt.2012 08:16:08


      Nein, so lassen wie es ist. Wie im Buch unter Gärstarter beschrieben: wenn in der Maische bereits Alkohol entstanden ist, auch in geringen Mengen, stirbt frische Hefe ab wenn sie zugegeben wird. Ist noch kein Alkohol enthalten, weiß man nicht, welcher Hefestamm schlussendlich für die Gärung verantwortlich ist. Natürlich kann in so einem Fall die Maische vor der neuerlichen Hefezugabe auch pasteurisiert werden (kurzzeitiges Erhitzen auf ca. 70°C), durch's Erhitzen ergibt sich jedoch eine Geschmacksveränderung.

    Eintrag Nr. 3738:

    Bitte um Hilfe bei meiner ersten Maische. Muss ich zur Turbohefe auch noch Hefenährsalz dazugeben? Die Maische hat ca. 5l.

    Harald Z., Kärnten
    29.Sep.2012 10:57:11


      Nein, in der Turbohefe sind Hefenährsalze bereits enthalten (siehe Inhaltsangabe auf der Verpackung).

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