Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3690:

    Guten Tag Herr Doktor Schmickl,
    ich habe eine Frage zum Aufheizen der Maische, die ich auch hier im Forum (und ihrem wertvollen Buch) noch nicht beantwortet gefunden habe. Ist es ohne Qualitätseinbuße möglich die Maische auf einem Herd aufzuheizen und im Anschluss in die Destille zu füllen? Oder ist der entstehende Dampf auch schon bei niedrigen Temperaturen für das Ergebnis verantwortlich und notwendig?
    Bis zu welcher Temperatur kann man ggf. vorwärmen?
    Vielen Dank für eine Auskunft und danke für ihr Buch, diese wertvolle Plattform und vor allem ihr Engagement.


    Erich, Niederösterreich
    24.Apr.2012 13:51:56


      Selbstverständlich ist das möglich. Auf dem Herd bis ca. 65°C aufwärmen, dann umfüllen in den Kessel.
      Danke! :-))

    Eintrag Nr. 3689:

    Ich brenne seit 2 Jahren unsere Quitten aus dem Garten. Am Geschmack habe ich nichts auszusetzen, aber es stört mich, das beim Verdünnen der Schnaps leicht trüb ist. Habe schon viele gefragt, die Antworten bringen mich nicht weiter.
    1. ich nehme inzwischen Aquadest zum Verdünnen, hilft aber nichts.
    2. die Temperatur des Schnapes reduzieren, hilft auch nicht.
    Wenn man Pastis mit Wasser vermischt wird er auch trüb. So schlimm ist es nicht, halt eine leichte Trübung,es sind leider auch keine Luftbläschen.
    Wäre schön, hier eine Antwort zu bekommen.


    blumenzauber, Spanien
    14.Apr.2012 14:01:31


      Destillat zuerst verdünnen (je kleiner der Alkoholgehalt, desto stärker werden Trübungen), dann bei Kellertemperatur (kühl, unter 19°C) einige Wochen lagern, danach mit zwei ineinander gesteckten Faltenfilter "fein, für Weine und Spirituosen" (siehe Produktliste) filtrieren. Wird gleich nach dem Verdünnen filtriert, kommt es zu Nachtrübungen. NICHT Tiefkühlschrank, dadurch werden die Trübstoffe zwar größer, da diese in Ihrem Fall jedoch die Geschmackstoffe sind, ist dies nicht sinnvoll.
      Die weiteren zu beachtenden Punkte und Ursachen für Trübungen sind im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben...

    Eintrag Nr. 3688:

    Tipp zum Umgang mit Elektro Heizplatten.
    Wie sicherlich, jeder der seine Anlage mit einer Thermostat gesteuerten Kochplatte betreibt festgestellt haben muss, lässt sich die Platte nur sehr schwer regeln, da der Thermostat der variablen Siedetemperatur entgegenwirkt. Nun habe ich einen 2000W Dimmer vorgeschaltet.
    Jetzt wird nicht mehr die Temperatur der Platte gesteuert, sondern die zugefügte Heizleistung. Dadurch kann ich nun den Durchsatz der Anlage (mit einer gewissen Trägheit) präzise einstellen. Kleiner Nebeneffekt: Eine eventuell auftretende Neigung zum Anbrennen wird erheblich vermindert. Funktioniert wirklich prima.


    peki, N.Deutschland
    31.Mär.2012 08:58:40


      Vielen Dank für den wertvollen Tipp!

    Eintrag Nr. 3687:

    Hallo Herr Schmickl,
    noch eine kurze Frage.
    Nach dem Vergären von Säften oder Zuckerwasser mit Turbohefe, sollte man die vor der weiteren Lagerung schon von der Hefe abziehen oder erst vor dem brennen?
    Viele Grüsse Olibau


    Olibau, B-W
    28.Mär.2012 09:01:47


      Am besten so vorgehen wie im Buch beschrieben.

    Eintrag Nr. 3686:

    Hallo Herr Schmickl,
    Endlich ist meine 10l Anlage fertig, habe mich beim bauen an die Anweisungen aus Ihrem Buch gehalten. Kurzes dickes Steigrohr und gleich der Übergang ins Geistrohr mit Liebigkühler. Beim ersten Versuch mit Wasser kam ich mit dem Thermometer nur auf 94 Grad. Bei 90 Grad begann es zu Tropfen. Thermometer ist am richtigen Ort, von oben kurz unter dem Übergang vom Steigrohr ins Geistrohr. Trotz variieren des Thermometers kam ich nicht über 94 Grad. Habe ein Thermometer das von -10 bis +110 Grad geht, allerdings ist es keins mit Einsteckmarkierung. Wir sind hier auf 330müM.
    Vielen Dank im voraus und auch für Ihre Bemühungen hier im Forum.
    Olibau


    Olibau, B-W
    23.Mär.2012 19:32:37


      Da Wasser bekanntermaßen nicht bei 94°C, sondern bei ca. 300 bis 400 müM bei ca. 98°C kocht, stimmt irgend etwas nicht. Zum Überprüfen das Thermometer ca. 10 min lang in stark kochendes Wasser geben. Wenn dann ca. 98°C angezeigt werden, misst zwar das Thermometer richtig, aber der Messpunkt in der Anlage stimmt nicht, sollte tiefer sein.
      Danke! :-)

    Eintrag Nr. 3685:

    Sehr geehrte Damen und Herren
    Welches ist der ideale Brennhafen für Kräuter-Oele?
    m.f.G.
    c. spichty


    C.R. Spichty, Basel
    19.Mär.2012 13:43:25


      Die Anlage Leonardo Classic oder Grande, siehe unsere Seite zur Herstellung von ätherischen Ölen: http://www.aetherischesoel.at/prodbeschreibung.php#leo.
      Wegen dem speziellen Kühler können damit auch sehr geringe Mengen vom ätherischen Öl gewonnen werden.

    Eintrag Nr. 3684:

    Meine Frage!!
    Sollte ich beim Rohbrand und beim Feinbrand den vorlauf abtrennen ?
    Bitte um eine Antwort
    M.f.G
    Hans Schedler


    hans schedler, oberbayern
    11.Mär.2012 13:39:50


      Nur einmal den Vorlauf abtrennen, dieser entsteht durch Gärung, nicht durch's Kochen. Ob die Abtrennung beim Fein- oder Rohbrand erfolgt, ist eigentlich egal. Viele Brenner destillieren den Rohbrand komplett durch, Abtrennung erfolgt erst beim Feinbrand.
      Ich würde den Vorlauf jedoch bereits beim Rohbrand abtrennen, so hat man beim Feinbrand die Möglichkeit gegebenenfalls noch ein wenig zu korrigieren.

    Eintrag Nr. 3683:

    Guten Tag,
    haben Sie Erfahrung mit Angesetztem von Topinambur? Ist hier mehr oder eher weniger Aroma zu erwarten als beim Einmaischen?
    Danke für die Antwort und Gruß,
    Ralfou


    Ralfou, D
    10.Mär.2012 15:28:52


      Bei Topinambur ist beides möglich und geschmacklich auch sinnvoll. Ob Angesetzter oder Einmaischen hängt eigentlich nur davon ab, wieviel Sie davon zur Verfügung haben. Beim Angesetzten würde ich für intensiven Geschmack z.B. ein 5-Liter-Gurkenglas ca. zur Hälfte mit zerkleinertem Topinambur befüllen, mit ca. 50%vol Alkohol auffüllen, zumindest ca. 8 Wochen stehen lassen, dann destillieren.
      Hinweis: im direkten Vergleich schmecken der destillierte Angesetzte und der Brand aus der Maische nicht vollkommen gleich. Der Unterschied ist zwar nur gering, trotzdem würde ich empfehlen beides auszuprobieren.

    Eintrag Nr. 3682:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Bisher habe ich nur 21% Zuckermaische gebrannt.
    Der Temperaturverlauf und auch alle anderen Vorgänge entsprachen genau den Angaben aus Ihrem Buch. Das Erzeugnis hatte durchschnittlich 52%. Anschliesend habe ich den Brand mit Aktivkohle versetzt und nach 5 Tagen nochmals gebrannt. Bei 76° fing es bereits an zu rinnen.
    Um nicht zu schnell zu brennen habe ich die Temperatur leicht reduziert. Die Temperatur blieb während 2 Stunden bei 76° und es gab 2,5 Liter mi 83-80%. Anschliessend stieg die Temp. innert einer Stunde auf 90°. während dieser Zeit ergab es nochmals 2 Liter mit 77-40%. Anschliessend Nachlauf.
    Wie ist dies zu erklären ?
    Das Erzeugnis ist geschmacklich iO, kein Vorlauf.
    Das Thermometer habe ich getestet, ist auch iO.
    Eine Zusatzfrage habe ich noch. Kann man auch die fertige Zuckermaische mit Aktivkohle behandeln um sich einen Brand zu ersparen ?
    Besten Dank für Ihre Antwort


    Toni S., Schweiz
    05.Mär.2012 20:28:50


      Der Verlauf der Destillation und der Alkoholgehalt der beiden Fraktionen sind vollkommen in Ordnung. Vorlauf kann es jedenfalls nicht sein, sonst hätten Sie nicht 76°C über 2 Stunden. Bei der Temperaturmessung scheint trotzdem irgend etwas nicht zu stimmen, da der Siedepunkt von reinem Alkohol bei 78,5°C liegt, bei 52%vol bleibt erfahrungsgemäß die Temperatur sehr lange bei ca. 79 bis 80°C, steigt danach, so wie Sie es auch beschreiben, relativ rasch auf 90°C.
      Jedenfalls würde ich an der Temperaturmessung jetzt trotzdem nichts ändern, never-change-a-running-system! Notieren Sie sich die Temperaturen, für den Fall, dass Sie wieder einmal 52%vol destillieren.

    Eintrag Nr. 3681:

    Hallo Herr Doktor und Frau Malle,
    habe meine Maischen aus 10/2010 Mitte letzten Jahres erstmals abgebrannt. Zwetschge, Sultaninen, Malzkaffee (alle aus ca.10/2010. Apfel ruht jetzt schon seit Dezember 2010 bei > 16% und wartet noch aufs abbrennen. Alle Maischen habe ich mit Turbohefe angesetzt.
    Die Malzkaffeemaische hat einen angenehmen Whiskygeschmack, obwohl die Maische leicht sauer schmeckte (Fehler) und ich reichlich Vorlauf abtrennen musste. Kommt aber Whisky schon sehr nahe und der Hefegeschmack fällt nicht weiter auf. Bei der Zwetschge habe ich wohl zu reichlich abgetrennt, trotzdem hat diese Anfangs beim spülen im Mund noch einen guten Fruchtgeschmack, leider kommt im Abgang aber der Hefegeschmack deutlich durch (Turbohefe). Vom Eindruck her glaube ich, dass der Brand trotz geschlossener Flasche an Aroma verliert. Ähnlich auch bei dem Sultaninenbrand, aber hier hat man noch einen deutlichen süßen Sultaninengeschmack und der Hefegeschmack fällt nicht so deutlich ins Gewicht. Fehler gemacht? Sollte ich nächstens besser eine Obstweinhefe für Fruchtbrände verwenden? Muss die Maische ohne den Hefeabsatz im Gärgefäß gebrannt werden (habe diese komplett mit in die Brennblase gegeben). Möchte experimentieren und einen Teil des Zwetschgenbrands nochmals mit Trockenpflaumen versetzen und dann noch mal brennen. Dem Malzbrand Malzsirup zugeben und auch noch mal brennen.
    Warte mit dem Brennen der Apfelmaische lieber bis ich hier Klärung habe.
    Danke und Grüsse


    besser nicht hier, aus dem Norden von D.
    04.Mär.2012 22:05:14


      Bitte Suchfunktion nutzen, hier und in der Diskussion. Es hat sich gezeigt, dass nur bei einem bestimmten Turbohefe-Hersteller dieses Problem auftritt. Anscheinend gibt's auch bei der Turbohefe qualitative Unterschiede...
      Dass ein Brand durch Lagerung an Aroma verliert, ist eher ungewöhnlich. Könnte eventuell auch auf die verwendete Hefe zurück zu führen sein, trotzdem noch weiter lagern.
      Wenn Sie ein Fass mit Maische schütteln und ausleeren, verbleibt der schleimige Bodensatz im Fass. Diesen nicht mitbrennen.
      Trockenfrüchte ergeben einen anderen Geschmack als Maische. Trotzdem spricht nichts dagegen ein wenig zu experimentieren.

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