Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3598:

    Hallo zusammen,
    habe meine ersten Versuche mit meiner kleinen Brennanlage (2,5l) gemacht. Leider kommt beim Destillieren, der Kirschmaische, nicht die gewünschte Menge Flüssigkeit heraus. Habe es mal mit schneller Erhitzen und langsamen erhitzen probiert. Und hatte mehr oder weniger das gleiche Resultat.
    Dann habe ich es mit Rotwein probiert, da kamm deutlich mehr heraus, aber auch nicht die Mengen die im Praxibuch stehen. Kann mir jemand von Euch einen Tipp geben? Ist die Maische nichts (Alkoholgehalt ca. 6%)?
    Vielen Dank im Voraus für ein kurzes Feedback.


    Mike, Aargau
    13.Aug.2011 10:12:58


      Leider ist aus Ihren Angaben nicht ersichtlich wieviel in den Kessel eingefüllt wurde und wieviel Destillat mit welchem Alkoholgehalt Sie erhalten haben. Prinzipiell gilt, es kann nichts verschwinden (sofern es bei der Anlage nicht irgendwo herausdampft). Schließlich lautet der erste Hauptsatz der Thermodynamik: "Aus nix wird nix". Wenn Sie also das Destillat mit dem Rest im Kessel wieder vermischen, ergibt sich zwangsläufig wieder die ursprüngliche Maischemenge mit dem ursprünglichen Alkoholgehalt. Da ist es vollkommen irrelevant, ob Sie nun schnell oder langsam aufheizen, wie Sie ja auch beobachtet haben.
      Dass die Ausbeute bei Wein größer ist als bei Maische mit 6%vol, ist daher auch nicht weiter verwunderlich. Trockener Wein hat so um die 12 bis 13%vol.

    Eintrag Nr. 3597:

    Hallo Doc. vielen Dank für euere Website und euer Buch.
    Seher informativ und interessant. Aber doch eine Frage.
    Der minimale Alkgehalt, den Turbohefen aushalten können ist 20%. Welches ist der maximale Alkgehalt, den Turbohefen aushalten können? Etwa 25%? Danke schon im Voraus.
    Destilliert man den Bodensatz, der aus Hefe etc. besteht nur beim Cognac mit oder auch bei jedem beliebigen anderen Brand?


    Interessierter, Jever
    08.Aug.2011 12:12:23


      Danke, das freut uns!
      Minimal kann Hefe (egal welche) auch 0% Alkohol aushalten. Es gibt verschiedene Arten von Turbohefe. Die Turbohefe die wir anbieten, geht laut Beschreibung auf der Packung bis maximal 20%vol bei reiner Zucker-Wasser-Lösung. Bei Obstmaischen können jedoch auch ein paar Prozent mehr erreicht werden.

    Eintrag Nr. 3596:

    Hallo,
    kann ich einen Anisgeist herstellen indem ich den Anis mit hochprozentigem Obstler mische und diese Mischung langsam abbrenne? Vielen Dank schon mal für Ihre Antwort.
    Viele Grüße vom Bodensee
    B.


    Fahr, Bodensee
    07.Aug.2011 16:32:05


      Geht natürlich auch. Der Geschmack vom Obstler wird jedoch erkennbar bleiben. Beim Ansetzen nicht zuviel Anis verwenden, damit das Destillat auch noch trinkbar ist. Haben zwar noch nie Anis angesetzt, würde aber schätzen ca. 10 bis 20 g je Liter.

    Eintrag Nr. 3595:

    kann man und wieviel Gärfix für Beerenobst soll man zu 100 Liter Vogelbeermeische dazugeben ?

    Eder Mathias, Tirol/Ö
    06.Aug.2011 12:39:23


      Geht auch, die auf dem Säckchen angegebene Menge. Zusätzlich jedoch Verflüssiger zugeben, zumindest ca. 40 ml / 100 Liter.

    Eintrag Nr. 3594:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich habe mit großen Interesse Ihr Buch gelesen, da ich hier in Südfrankreich einige reichlich tragende Obstbäume habe. Können Sie mir einen Hinweis geben, wie ich mich nach den französischen Rechtsvorschriften erkundigen kann? Dürfte ich beispielsweise von Ihnen eine 10 L Destille nach Frankreich beziehen und bin ich hier zur Meldung verpflichtet? Ich habe wie gesagt, einige tragende Bäume und komme um vor optisch nicht sehr schönem Obst und darf die Bäume nicht fällen. Vielen Dank und beste Grüße!
    Th. Sonneberg


    Thomas Sonneberg, Frankreich
    31.Jul.2011 19:33:40


      Für Frankreich benötigen Sie für so eine Kesselgröße auf alle Fälle ein Brennrecht. Infos bekommen Sie beim zuständigen Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung.

    Eintrag Nr. 3593:

    Hallo
    Ich habe nun schon einige Brände aus meiner hochprozentigen Birnenmaische gemacht und bin recht zufrieden mit dem Ergebnis.
    Allerdings habe ich mich jetzt gefragt, ob es Sinn macht, den Nachlauf der Maische wieder zuzugeben, da der Nachlauf ja dann mit der Maische nochmal gebrannt wird?
    Ich habe auch schon mal bei einem Brand wohl zu wenig Vorlauf abgetrennt. Kann ich den Brand wieder in eine Maische rühren und nochmal brennen? Wenn ich den fertigen Brand nochmal brennen geht doch viel zu viel Aroma verloren oder?

    Gruß


    Mo, BY
    31.Jul.2011 09:54:54


      Ja, ist möglich, zumindest wenn Sie auf die Wirtschaftlichkeit achten. Nachlauf zum nächsten Brand zugeben ist aus qualitativer Sicht jedoch nicht sinnvoll.
      Ja, wenn ein Brand Vorlauf enthält, nochmals brennen, aber diesmal Vorlauf korrekt abtrennen, den Aromaverlust müssen Sie in Kauf nehmen. Kann auch zusammen mit einer Maische gebrannt werden.

    Eintrag Nr. 3592:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich hätte eine etwas unpassende Frage die Sie mir aber vielleicht doch beantworten könnten.
    Habe eine 5 Monate alte Brombeermaische und will einen Teil davon als Wein abfiltern. Muß ich mir, da der Wein ja nicht gebrannt wird, Sorgen um Fuchsbandwürmern im Wein machen?
    Die Maische hat ca. 16%. Wenn das nicht Ihr Schaffensgebiet ist löschen Sie bitte meine Frage
    Gruß aus Baden


    Kai Künstler, Baden
    29.Jul.2011 00:00:54


      Zwar sollten die Würmer ca. 16%vol Alkohol nicht überleben, trotzdem würde ich den Wein kurzfristig auf ca. 70°C erhitzen (pasteurisieren), falls der Alkoholgehalt doch nicht so hoch ist.

    Eintrag Nr. 3591:

    Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
    habe schon viele Anregungen und Rezepte aus Ihrem Buch umgesetzt.
    Einfach hervorragend!
    Das letzte Destillat war aus einer Apfelmaische mit folgender Rezeptur:
    - 30 Kg Äpfel
    - 5 l Wasserzusatz
    - gewünschter Alkoholgehalt der Maische war 20 Vol % => 389 g Zucker je Liter Maische
    35 Liter * 0,389= 13,61 kg Zucker
    - erstes Drittel wurde direkt der Maische zugefügt.
    - zweites Drittel nach einer Woche
    - restliche Zuckermenge nach einer weiteren Woche
    - 15 g Turbohefe
    - 6 ml Verflüssiger
    Die Maische habe ich vorschriftsmäßig gären lassen und nach 13 Monaten zu einem qualitativen hervorragenden leckeren Obstler gebrannt.
    Ich habe allerdings nur die Hälfte der Maische verbraucht und den Rest nach weiteren neun Monaten.
    Das Destillat welches ich daraus erhalten habe, ist leicht grünlich und nun habe ich Angst den Schnaps meinen Gästen zu servieren.
    Was habe ich falsch gemacht?
    Wie lange sind ausgegorene Maischen haltbar?
    Über eine Antwort ihrerseit würde ich mich freuen.
    Mit freundlichem Gruß
    Thomas Breitfeld


    Thomas Breitfeld, Deutschland NRW
    26.Jul.2011 18:11:43


      Das hat nichts mit der Maische zu tun, sondern mit der Anlage. Kühler und Geistrohr am besten mit heißer Zitronensäurelösung reinigen, siehe auch Fachfrage 3589.

    Eintrag Nr. 3590:

    Ich habe 100 Liter Maische. Wie viel Schnaps kann ich bekommen?

    Angella Bertus, Ungarn
    26.Jul.2011 15:31:00


      Die Ausbeute ist vom Zuckergehalt der Früchte abhängig, daher je nach Frucht sehr unterschiedlich. Eine Liste finden Sie in den Büchern "Schnapsbrennen als Hobby" und "Essig herstellen als Hobby".

    Eintrag Nr. 3589:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    Gratulation zu Ihrem Buch, leistet wertvolle Hilfe!!!
    Ich habe eine Anlage gebaut, 40-l-Edelstahlkessel der Rest ist aus Kupfer, hartverlötet, das Steigrohr ca. 1 m hoch und 65 mm Durchmesser, gefüllt mit Kupferwinkel (Oberflächenvergrößerung).
    Die Anlage stand jetzt über ein Jahr und hat Grünspan angesetzt, ich vermute auch in der 6 m langen Kühlschlange, die ich mit einer Bürste nicht reineigen kann. Nun meine Fragen:
    a) Wie lange muss ich Steigrohr und Kühlschlange in Zitronensäure einlegen, bis das Material sauber ist?
    Reicht einlegen oder muss ich ständig spülen?
    b)Ich habe noch Chlorbleichlauge zuhause (Natriumhydrochlorit). Diese enthält den Vermerk: "Technische Ware mit einer Konzentration von 12% CI aktiv".
    Kann ich diese zur Reinigung auch verwenden, wenn ja, wem ist der Vorzug zu geben, Zitronensäure oder Chlorbleiche?
    Mit freundlichen Grüßen
    aus dem schönen Hessenland
    M. Schuster


    Marcel Schuster, Hessen / Deutschland
    26.Jul.2011 00:53:27


      a) möglichst heiße Zitronensäurelösung, durchaus 100 g je Liter. Mehrmals durchrinnen lassen, bis der Ablauf farblos ist. Danach mit heißem Wasser sehr gründlich nachspülen.
      b) Nicht sinnvoll, weil das Gegenteil einer Säure.
      Anmerkung: statt Kupferwinkel sollten Sie als Füllkörper besser z.B. nirosta-Schraubmuttern oder Stahlfedern oder kurze Glasrohrstückchen verwenden.

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