Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3578:

    Ist es auch möglich den Zirbenschnaps im Plastikkanister anzusetzten oder muss es ein Glasbehälter sein?
    Danke im voraus
    Manuela


    Manuela Ellmauer, Salzburg
    23.Jun.2011 17:23:16


      Möglich ist es schon, jedoch würde ich den Schnaps dann nicht mehr trinken. Hochprozentiger Alkohol kann aus Kunststoffen Substanzen herauslösen, die gesundheitlich nicht gerade förderlich sind.

    Eintrag Nr. 3577:

    Zum Eintrag 3575, Ernte von Tiponambur:

    Die Vegitationszeit und somit auch der Erntezeitpunkt von Topinambur entspricht in etwa dem von Kartoffeln:
    Ernte also nach Abreife der Knollen im Sommer/Herbst, dann sind sie auch wie Kartoffeln am stärkehaltigsten und lagerfähig.
    Werden Sie nicht geerntet treiben die im Vorjahr gewachsenen Knollen (soweit sie über Winter nicht erfrohren sind) im Frühjahr wieder aus und bilden eine neue Pflanze, die wieder Knollen ansetzt. Nicht gebrauchte, geerntete Knollen können auch im Frühjahr wie Kartoffeln wieder gesetzt werden.

    Interessant zu wissen ist, dass Topinambur zu den Korbblütlern gehört, und somit mit Sonnenblumen, Kopfsalat oder Margeriten mehr gemeinsam haben als mit Kartoffeln.


    ich, daheim
    23.Jun.2011 09:40:55


      ebenfalls danke, man lernt nie aus!

    Eintrag Nr. 3576:

    Hallo!
    Ich habe Kornbrand hergestellt und den Maischeabfall, die Schlempe, im Obstgarten ausgeleert.
    Das stinkt nun richtig extrem, was kann ich dagegen tun?
    Viele Grüße,
    Marcus


    Marcus, Zürich
    22.Jun.2011 13:58:26


      Eingraben oder mit Erde bedecken, mindestens 10 cm.

    Eintrag Nr. 3575:

    Hallo Hr. Schmickl,
    In Ihrem Buch nennen Sie als Erntezeitraum für Topinambur Mitte bis Ende Juni, also den späten Frühling. Das funktionierte bei mir überhaupt nicht. Die Pflanzen stehen dann schon einen Meter hoch und die Knollen sind komplett verbraucht also "damatscht". Die neuen Knöllchen sind noch winzig.
    Der richtige Erntezeitpunkt ist dann wohl eher der zeitige Frühling, wenn die Knollen unter der Erde zu spriessen beginnen.
    mfG
    jan


    Jan-Herbert Damm, Sachsen-Anhalt, BRD
    22.Jun.2011 11:39:12


      Das hängt offenbar vom jeweiligen Klima ab. Jedenfalls vielen Dank für den Hinweis, dass darauf zu achten ist, nicht zu spät zu ernten.

    Eintrag Nr. 3574:

    hallo, ich habe mal eine frage bezüglich der gewerblichen nutzung einer 0,5l destille da ich damit momentan nur für mich und freunde sehr leckeren absinth brenne habe ich mir überlegt das ganze gewerblich zu tun meine frage ist nun darf ich dies ohne ein brennrecht und eben ausschließlich mit dieser kleinen tun ? wenn nicht welche vorraussetzungen müste ich dafür haben ?
    ich danke schonmal im vorraus !
    liebe grüße
    sascha


    Sascha, thüringen
    11.Jun.2011 18:45:42


      Ohne Brennrecht dürfen Sie in Deutschland eine 0,5-Liter Anlage nur privat nutzen. Für gewerbliche Zwecke sind allerdings Anlagen kleiner als 5 Liter verboten. D.h. wenn Sie das Ganze gewerblich betreiben wollen, sollten Sie sich bei Ihrem Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung, erkundigen und schon mal eine größere Anlage ins Auge fassen.

    Eintrag Nr. 3573:

    Ich habe vor ca. 6 Jahren in Klagenfurt einen Schnapsbrennlehrgang (mit Zertifikat gemacht) und habe nun drei Jahre infolge Scheidung nicht mehr gebrannt.
    Leiden weiß ich nicht mehr, nach wieviel Tage der Gärprozeß eingesetzt hat. Ich habe hier, wo das Faß steht ca. 24 Grad Außentemperatur und habe vor 5 Tagen Aprikosenmaische, ca. 60 Liter mit 7 Kilo Zucker angesetzt. Bisher hat sich noch nichts getan. Die Maische schmeckt noch lecker süß.
    Habe ich etwas falsch gemacht, oder muß ich noch ein paar Tage Geduld haben ?
    mfG.
    Gernot Göttig


    Gernot Göttig, Spanien, Costa Blanca
    06.Jun.2011 14:06:03


      Spätestens einen Tag nach der Hefezugabe sollte die Maische deutlich zu gären beginnen. Erkennbar am Geruch (scharf stechende Kohlensäure), dass es beim Umrühren schäumt und dass es öfters "Blubb" macht. Am deutlichsten ist der Geruch, ca. 5 cm oberhalb der Maische: wenn's gärt, bleibt einem die Luft weg. Ist dies nicht der Fall, war die Hefe, aus welchen Gründen auch immer, bereits kaputt.
      Wie beim Seminar und im Buch sehr ausführlich erklärt, sollten Sie prinzipiell immer Hefe zugeben. Aus Wildgärungen entsteht eigentlich nur ein vergorener Kompostaufen, Schade um die guten Früchte und die Arbeit. Der zugegebene Zucker verstärkt sogar noch die dann unvermeidbaren Fehlgärungen, macht das Ganze also noch grauslicher.

    Eintrag Nr. 3572:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe 2 Fragen an Sie:
    Wenn Angesetzter gebrannt werden soll, muß dieser - Ihrem Buch nach - nicht vorverdünnt werden. Da zum Ansetzen ein 43%iger Schnaps verwendet wurde entsteht ja kein Vorlauf.
    - Was ist mit Nachlauf?
    Bei der Geistherstellung gemäss der Anleitung in Ihrem Buch entsteht nur ca 10% Ausbeute, wenn bei 91 - 92°C abgetrennt wird. Der Gewonnene Geist hat 65% Alc. Der Schnaps wurde vor dem Brennen auf ca 10%Alc vorverdünnt. Es sollte also ca 40%iger Geist herauskommen.
    - Was wurde falsch gemacht?
    Ich würde mich sehr über Ihre geschätzte Meinung dazu freuen.
    Oli


    Oli, D
    03.Jun.2011 19:47:54


      ad 1) Nachlauf entsteht durch's Kochen, daher immer entsprechend abtrennen.
      ad 2) 65%vol im gesamten Destillat sind bei ursprünglich 10%vol im Kessel eindeutig zu viel. Beim nächsten Mal so weit destillieren, bis gesamtes destillat ca. 45%vol hat. Dann die Temperatur notieren, dies ist für Ihre Anlage der Nachlaufbeginn. Wie die (Dampf)temperatur richtig gemessen wird, ist im Buch sehr ausführlich erklärt und wurde hier bereits sehr oft beschrieben.

    Eintrag Nr. 3571:

    S.g. Herr Schmickl,
    vor kurzem habe ich einen doppelt gebrannten Tresterbrand (Maische war zum Brennzeitpunkt optimal intakt) von 55Vol% mit destilliertem Wasser auf 40Vol% verdünnt. Nach einem Tag bildete sich im Vergleich zum ursprünglich glasklaren Brand ein merklicher Grauschleier, geschmacklich gab es bis auf den Verdünnungseffekt aber kein Problem.
    Was habe ich falsch gemacht? Reicht es schon wenn man den Glasballon mit normalem Wasser ausspült, dass so ein Grauschleier entstehen kann?
    Vielen Dank,
    B.Sebl


    Bernhard, Steiermark
    03.Jun.2011 12:46:35


      Aus der Ferne schwer zu beurteilen, es könnte jedoch sein, dass zuviel Nachlauf mitdestilliert wurde. "Grau" und "nach einem Tag" deuten darauf hin. Z.B. Steinobsttrübungen sind hingegen weißlich (wie ein/zwei Tropfen Milch in halben Liter Wasser) und treten sofort auf, noch vor dem Verdünnen. Ätherisches Öl kann es auch nicht sein, weil nicht vorhanden. Trübungen wegen Kalk aus Leitungswasser treten zwar auch später auf, sind jedoch eher weiße Flocken, als eine echte Trübung.

    Eintrag Nr. 3570:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    nach gründlicher Lektüre Ihres Buches und dieser Seite Stellen sich mir einige Grundsatzfragen in Sachen Vorlauf und Methanol. Sie sagen das in der Maische entstandenes Methanol sich durch Destillation nicht bzw. nicht vollständig abtrennen lässt und sich durch alle drei Fraktionen zieht. Der Siedepunkt von Methanol liegt bei 65°C. Der von Ethylacetat zb., was Sie ja als einen der Hauptbestandteile vom Vorlauf angeben, aber bei 77°C. Also nur knapp unter dem von Ethanol, jedoch deutlich über dem von Methanol. Insbesondere beim Ethylacetat (die Sp. von Acetaldehyd oder Aceton liegen ja deutlich tiefer, da is der Sachverhalt klarer) will mir beim besten Willen nicht einleuchten warum man diesen mit dem Vorlauf sauber abtrennen kann, Methanol jedoch nicht. Wenn ich die Grundlagen der Destillation richtig verstanden habe ist das doch eigentlich widersprüchlich.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bullwey


    Bullwey, norddeutschland
    29.Mai.2011 12:08:26


      Das ist das Problem mit dem Vorlauf: er lässt sich NICHT "sauber" vom Rest abtrennen. Wenn Maische erhebliche Mengen Vorlauf enthält, ist der Schnaps, trotz ausreichender Vorlaufabtrennung, immer auch entsprechend grauslich. So ein Schnaps ist zwar nicht mehr giftig, trotzdem sehr sehr scharf, riecht leicht säuerlich, wie verdorbenes Obst (und auch nach Klebstoff). Von "Genuss" kann in so einem Fall keine Rede mehr sein. Das letzte Mal nachdem ich (vom Geruch schon vorgewarnt) mir mit so einem Schnaps (Vorlauftest ergab dunkelgrün) nur die Zunge befeuchtet habe, war mir anfangs echt schlecht und danach drei Tage lang flau im Magen. Fazit: Sie haben mit Ihrer Skepsis durchaus recht. Sie sollten jedoch nicht vergessen, das in einem Stoffgemisch die Siedetemperatur stark von den Siedepunkten der jeweiligen Komponenten abweicht. Wie stark, ist physikalisch vorgegeben und u.a. von den Inhaltsstoffen und deren Anteil im Gemisch abhängig. Das Verhalten solcher Gemische kann z.B. in Mehrstoffdiagrammen (X-Y-Diagramme, T-X-Diagramme, Dreiecksdiagramme usw.) dargestellt bzw. abgelesen werden.

    Eintrag Nr. 3569:

    Hallo Herr Dr.!
    Ich habe dieses Jahr ca. 80 l Schlehen in 3 Fässern eingemaischt. Gärung verlief meiner Meinung nach normal, Maische ist jetzt ca. 4 Monate alt. Ein erster Testbrand brachte aber nicht das gewünschte Ergebnis.
    1. Die Früchte sind nicht so richtig gut zersetzt, es sind trotz gutem Stampfen teilw. noch fast ganze Frücht drin. Macht es sinn jetzt nochmals Verflüssiger zuzgeben und weiter zu lagern?
    2. Der fertige Testbrand hatte nicht das erhoffte Aroma nach Frucht und Marzipan, sodern roch sehr neutral - vielleicht so ein wenig milchig?!?
    2a, Hängt das mit 1. zusammen?
    2b, Ändert sich das durch weitere Lagerung der Maisch und/oder anschließender Lagerung des Destillat?
    2c, Was könnten die Uraschen hierfür sein, denn das gleich hatte ich schon mal mit Mirabellen (dieser Brand wurde allerdings nach einem Jahr Lagerung besser)
    Vielen Dank im Voraus
    Frank aus Ptuj


    Franky, Slowenien
    27.Mai.2011 09:05:11


      ad 1) Nein, dafür ist es jetzt zu spät. Beim nächsten mal von Beginn an die Früchte besser zu Brei verarbeiten. Und zusätzlich nach ca. einer Woche Gärzeit die Maische nochmals mit einem Bohrmaschinen-Rühraufsatz bearbeiten und nochmals verflüssiger zuzugeben, ergibt sehr dünnflüssige Maische, weil das Fruchtfleisch durch die Gärung bereits aufgeweicht ist.
      ad 2a) Ja. Schlehenbrand hat einen intensiven Steinobstgeschmack (Marzipan).
      ad 2b) Beim Destillat wird sich diesbezüglich kaum noch etwas ändern. Eventuell ändert sich noch etwas nach längerer Lagerzeit der Maische. Wenn möglich, sollten Sie jetzt noch versuchen die nicht zersetzten Früchte händisch zu vermusen (Steine ganz lassen!).
      ad 2c) Auch hier: Früchte besser zermatschen, Maische eventuell länger lagern.

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