Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3540:

    Hallo!
    Ich habe ein terminliches Problem beim Einmaischen. Wenn die Früchte reif sind, habe ich keine Zeit ganze Bäume abzuräumen und einzumaischen. Meine Idee ist, täglich eine kleine Menge hochreifer Früchte aufzuklauben, zu reinigen,den Stengel zu entfernen u.s.w., und einzufrieren. Wenn der Baum nach Wochen abgeerntet ist, und ich Zeit finde eizumaischen, taue ich die Früchte einen Tag vor der Einmaischung auf, und beginne zum Maischen mit Turbohefe u.s.w.
    Die Frage ist, ob ich durch das Einfrieren einen Qualitätsverlust habe. Wobei ich der Meinung bin, daß ich durch solch eine Methode eine Menge HOCHREIFER Früchte verarbeiten kann.
    Grüße aus Salzburg


    Rainer Bebek, Salzburg
    20.Jan.2011 20:29:53


      Selbstverständlich funktioniert das, sehr gut sogar! Vorteil: durchs Einfrieren und Auftauen wird ein Großteil der Zellwände zerstört, das Obst wird ganz weich und matschig, ideal zum Einmaischen. Aufpassen beim Auftauen: uns ist schon öfters passiert, dass auch nach drei Tagen noch der aufgetaute Fruchtbrei zu kalt für die Hefe war. Daher vor der Zugabe unbedingt die Temperatur messen und Hefe erst zugeben wenn Temp. größer als 16-17°C. Am besten in ein warmes Wasserbad, in den Heizraum o.ä. stellen, das Auftauen sollte möglichst rasch erfolgen. Je länger der Fruchtbrei ungeschützt, also ohne Hefe herumsteht umso größer die Gefahr von Infektionen und Spontangärungen (Wildgärungen).

    Eintrag Nr. 3539:

    Gute Tag,
    ich habe Zwetschken gebrannt und möchte nun wissen, was Alles und wie groß auf das Etikett gehört. Danke für die Hilfe!
    Liebe Grüße
    Thomas


    Thomas Hofer, Wels-Land
    18.Jan.2011 19:44:26


      Wurde die Maische gemäß Abfindungsbrennrecht vergoren und gebrannt, darf das Destillat Zwetschkenbrand genannt werden. Wurde hingegen beispielsweise Fremdalkohol verwendet oder wurden Aromastoffe zugesetzt, muss Spirituose auf dem Etikett stehen. Wie in jedem Supermarkt ersichtlich, kann dann vorne ganz groß ein Phantasiename aufgedruckt sein, z.B. Zwetschkenschnaps, trotzdem muss irgendwo (meist hinten, ganz klein gedruckt) Spirituose draufstehen.
      Weiters der Alkoholgehalt in Volumensprozent (%vol), auf zehntel Prozent genau. Z.B. 39,0 %vol.
      Bezüglich Schriftgröße sind mir keine Vorschriften bekannt, der Text sollte halt ohne Lupe gut leserlich sein.

    Eintrag Nr. 3538:

    hallo zusammen ,
    ich wollte mal was besonderes machen. "Schnaps mit fruchtauszug"!!! ich habe dieses destillat schon getrunken - es war eine wahre gaumenfreude!!! nicht zu stark und sehr fruchtig! ich weiß aber nicht wie ich so etwas zubereiten kann. hat davon schonmal jemand gehört und kann mir helfen ???
    lg vom Bodensee


    McNeuling, bodenseekreis
    12.Jan.2011 23:42:33


      Einfach nach "Fruchtauszug" googeln.

      Zitat: "Durch das Einlegen der frischen Früchte im Destillat entsteht in diesen Edelbränden ein unverwechselbares, mildes und fruchtiges Aroma mit einer dezenten Tönung je nach Obstsorte."

    Eintrag Nr. 3537:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    Ich habe den Bau meiner Destille (siehe Eintrag Nr. 3400) vor kurzem abgeschlossen und versuchte einen kleinen Reinigungsbrand. Dabei merkte ich, daß mein Deckel undicht ist. Aus der undichten Stelle der Deckeldichtung zischte es stoßweise und klang fast wie eine Dampflok. Desweiteren kam mit dem Destillat auch kühle Luft aus dem Kühler. Beides ebenfalls stoßweise. Ich wage zu behaupten, daß es im selben Takt war. Da meine Kühlung eigentlich keine Knicke oder Ähnliches hat (außer vielleicht beim Übergang des Geistrohres in die Kühlung, wo ein Reduzierstück mit leichtem Gefälle verbaut ist), habe ich beschlossen, als erstes einmal den Deckel meines Schnellkochtopfes abzudichten, ehe ich die Kühlung verändere.
    Da ich es nicht ganz verstehe, wie man die, hier so oft beschriebene, Dichtung aus Silikonschlauch und Baumarktsilikon baut und dann anbringt, wäre es schön, wenn Beispielbilder vom Aufbau einer solchen Dichtung (plus dem Anbringen der Dichtung an den Schnellkochtopf) in die Fotogalerie der Webseite gestellt oder mir per E-Mail geschickt werden könnten. Alternativ wäre ich auch mit einer sehr "plastischen" Erklärung zufrieden. Vielleicht haben Sie auch eine ganz andere Idee, wie man den Deckel eines Schnellkochtopfes (und die sind ja alle nahezu gleich) dicht bekommt. Diese Tips würden andere Hobbybrenner ebenfalls weiterbringen...
    Danke für alle Antworten (und Bilder) im Voraus.
    Gruß Ronald


    Ronald, Schweiz / Oberlausitz
    04.Jan.2011 11:59:02


      Der selbe Takt ist sehr wahrscheinlich, das Pulsieren wird durch's Kochen verursacht, wenn sich die Dampfblasen im Kessel entladen. Tritt vorallem bei sehr dickflüssigen Maischen auf. Dagegen hilft z.B. ein Rührwerk.

      Dichtung: Silikonschlauch der Länge nach aufschlitzen und mit Baumarktsilikon in die Dichtungsrille vom Topf kleben. Die Schlauchenden so zuschneiden, dass an einem Ende ein V-Ausschnitt und am anderen eine Spitze, sodass die Spitze in das V-förmige Ende passt. Oder eine zusammengezwirbelte Wurst aus Teflonband (Gewindedichtband --> Baumarkt) hineinstopfen. Oder, wenn die undichte Stelle nicht sehr groß ist, den Topf mit Teflonband umwickeln (dazu genügen zwei bis drei Lagen). Oder die Originaldichtung vom Topf hat eine kleine undichte Stelle, dann genügen einige Tropfen Baumarktsilikon. Oft genügt es auch, den Deckel mit einem Spanngummi fest zu klemmen, weil er nicht fest genug aufliegt (wie in Anlage 184 der Fotogalerie).

    Eintrag Nr. 3536:

    Hallo Herr Schmickl,
    Bei uns sind gerade die Granatäpfel reif, ist es besser diese in den Aromakorb zugeben. Oder soll ich besser eine Maische herstellen. Gruß Elke Grieger


    Elke Grieger, Mallorca
    03.Jan.2011 20:03:11


      Beides ist möglich. Beim Einmaischen jedenfalls nicht nur den Saft verwenden, auch die Kerne, nicht jedoch die Schalen. Durch die Kerne entsteht ein kaffeeähnlicher Geschmack, reiner Saft ist im Destillat nahezu geschmacklos, wie auch Bilbaino in der Diskussion beschreibt, siehe Eintrag vom 07.Jan.2011 20:30:41.

    Eintrag Nr. 3535:

    Hallo,
    ich habe soebend meine Anlage mal wieder Verbesser, nun wer hat Erfahrung mit Ertragsrechner? Wieviel Brand (Menge) bekomme ich aus 1l Wein der zuvor 11% hatte??


    Der Edelstahlbrenner, NRW
    27.Dez.2010 17:07:56


      Demzufolge sind im Wein 1 * 11 / 43 = 0,26 Liter Schnaps, berechnet auf 43%vol, enthalten. Soviel die Theorie. In der Praxis können Sie mit ca. zwei Drittel davon rechnen, wegen Verluste durch Nachlauf, Restalkoholgehalt im Rückstand usw. Die Ausbeute sollte also ca. 160 bis 190 ml betragen (wieder berechnet auf 43%vol).

    Eintrag Nr. 3534:

    Hallo!
    EIne Frage zum Geschmack: Woher kommt bei sonst extrem sauberem Arbeiten ein recht unangenehmer "Brenngeschmack"?
    In meiner Anlage sind keinerlei Gummiverbindungen.
    Vielen Dank für die Antwort.


    Siegbert Oltrogge, Niederlande
    20.Dez.2010 13:54:16


      Können Sie den Geschmack näher beschreiben? Leider weiß ich nicht, was Sie mit "Brenngeschmack" meinen.

    Eintrag Nr. 3533:

    Hallo Herr Schmickl,
    können sie mich in der Annahme bestätigen, dass ich mit Destillen bis 0,5 Liter Kesselinhalt steuer- und anmeldefrei brennen kann??
    Die Suchfunktion habe ich dazu schon bemüht, doch leider habe ich zum Thema Steuerfreiheit nur Beiträge von vor 7 Jahren gefunden.
    Danke für ihre Antwort
    Bernhard


    Bernhard Blanke, Bayern
    19.Dez.2010 19:39:59


      Ja, stimmt (für Deutschland), unter der Bedingung, dass die Anlage nicht gewerblich genutzt wird. Also Schnaps nicht verkaufen oder Anlage vermieten/verpachten. In den letzten 7 Jahren hat sich diesbezüglich meines Wissens nichts geändert.

    Eintrag Nr. 3532:

    Hallo, Dr. Schmickl,
    ich beabsichtige eine kleine Brennanlage bei Ihnen zu erwerben. Welche aktuellen Grenzwerte der Anlage wären dabei von Ihnen und mir zu beachten hinsichtlich der Registrierung der Anlage bei den zuständigen Ämtern? Eine Anlagengröße bis 2 Liter steht dabei zur Diskussion.
    Danke für die Bemühungen.
    K-H.D.
    Deutschland


    K-H.D., Deutschland
    18.Dez.2010 19:30:26


      In Deutschland ist das Schnapsbrennen mit 0,5-Liter-Kesseln meldefrei. Darüber benötigen Sie ein Brennrecht.

    Eintrag Nr. 3531:

    Guten Tag
    ich habe da ein Problem mit dem Orangengeist. Ich habe wie im Buch beschrieben, nur die dünne Schale in den Korb gegeben. Ich erhielt dann ein Destillat mit ca. 57%Vol. Danach verdünnte ich mit weichem Wasser auf 43%Vol. wie von andern Geisten gewohnt. Nun wurde der Orangengeist total milchig und blieb auch so. Wenn er etwas aufgewärmt wird verschwindet die Trübung, kommt aber wieder. Gibt es eine Filtermöglichkeit? Oder soll ich nochmals destillieren auf Trinkstärke? Der Geschmack ist eigentlich einwandfrei und sehr aromatisch nach Orange.


    Franz, Schweiz
    17.Dez.2010 23:16:51


      Die Trübung ist das ätherische Öl der Orangenschalen, also der Geschmacksträger. Kann zwar abfiltriert werden, vermindert jedoch den Geschmack. Nicht nochmals destillieren. Manchmal genügt es auch den Schnaps einfach einige Monate stehen zu lassen, dann scheidet sich das Öl möglicherweise in Form von Fettaugen an der Oberfläche ab.

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