Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3440:

    Hallo
    kann Turbohefe schlecht werden? Und was kann passieren wenn ich "alte" turbohefe der maische zuführe? Leider habe ich zu spät gesehen, dass das Verfallsdatum abgelaufen war und außerdem die Packung auch noch offen war. Und direkt die nächste Frage, wenn denn nichts passiert, also keine gährung einsetzt und die Maische auch nicht "schlecht" würde, könnte man dann noch neue Turbohefe nach 2-3 Tagen zusetzen?
    Über eine Antwort, am liebsten schnell, freut sich
    AL


    AL, Deutschland NRW
    12.Aug.2010 22:01:41


      Richtig, einfach ausprobieren. Wenn sich nach 2 bis 3 Tagen noch nichts getan hat, frische (neue) Hefe zugeben.

    Eintrag Nr. 3439:

    Schoenen Guten Tag,
    habe vor ca 3 Jahren eine 90 Liter Destille in Spanien gekauft. Seitdem brenne ich regelmaessig. Und zwar ohne viel Vorkenntnisse brenne ich ein Kombination von rumaenisch traditionellem Brand, und einigen deutschen Weisheiten; Zwetschgen, Aepfel, Birnen, und Quitten. Alle Braende sind einwandfrei geworden, wenn man bedenkt dass das Obst alles andere als einwandfrei war. Nun habe ich zum ersten Mal Aprikosen eingemaischt, bzw letzte Woche, und das bei diesen unmoeglichen Temperaturen. Die Faesser stehen im Freien, allerding in einer Bergregion wo am Tage 35Grad und Nachts 19 sind.
    Was wohl daraus wird? Sie gaeren fleissig, jedoch schmeckt die Maische etwas bitter? Schoenen Gruss
    Norbert Hauser


    Norbert Hauser, Bukarest
    12.Aug.2010 17:23:31


      Sicher so ähnlich wie Ihre bisherigen Produkte. Ich würde Ihnen empfehlen einmal zum Testen so vorzugehen wie im Buch beschrieben. Sie werden vom Qualitätsunterschied erstaunt sein...

    Eintrag Nr. 3438:

    Werter Herr Schmickl,
    Meine Herstellung qualitativ hochwertiger Traubentrester-Schnäpsen werden zu meiner Freude auch in Expertenkreisen seit Jahren sehr geschätzt.
    Hier das Verfahren:
    - Angelieferter (sauberer) Trester wird mit 1/3 Wasser oder Trauben-Most verdünnt.
    - Der bereits vergorene Trester wird mit Turbo-Gärstarter reaktiviert und erreicht bis Gärende etwa 20°Vol (Mit Zuckergaben)
    - Lagerung bis 6 Monate, anschliessend Brand
    (Mit grosszügiger Vorlauf/Nachlaufabtrennung)

    Etwas verunsichernd ist, als ich neulich darauf angesprochen wurde, ob es gesundheitlich nicht problematisch wäre, den Trester welcher allgemein schon hohe Schadstoffkonzentration erzeugt, vor dem Brand noch so lange zu lagern...?
    Ich bin der Meinung, wenn sauber gearbeitet wurde, keine höhere Belastung auftritt, als wenn sofort gebrannt würde.
    Wie sehen Sie das?
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Grappa


    Grappa, Ch Bielersee
    12.Aug.2010 10:11:38


      Schlechter Tresterbrand hat einen typischen scharfen Geschmack im Abgang, welcher bei qualitativ hochwertigem Grappa fehlt. Diese Schärfe stammt vom Methanol, der sich aus den vielen Traubenkernen bildet. Hat Ihr Brand nicht die beschriebene Schärfe, ist alles in Ordnung. Ansonsten eine Probe von einer Lebensmitteluntersuchungsanstalt analysieren lassen. Für Methanol gibt es leider keine sinnvollen und zugleich einfachen Nachweise.

    Eintrag Nr. 3437:

    Hallo,
    inzwischen habe ich mit meiner Destille aus Frage #3206 einige Einsätze hinter mir. Funktioniert alles prima. Allerdings brauche ich bei einem vollen Topf (ich fülle bis max. 12 l) um die sieben Stunden. Ich würde gerne den Brennvorgang ohne Qualitätsverlust beschleunigen und dachte, eine Erhöhung des Rohrkühler-Durchmessers müsste helfen. Der jetzige hat einen Durchmesser von 15 mm.
    Bringt eine Erhöhung des Durchmessers auf 22 mm eine Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit?
    Wie lang würden Sie einen solchen Kühler bei einem 15-Liter-Kessel dimensionieren?


    Scot, Niedersachsen
    09.Aug.2010 00:14:56


      Der Durchmesser ist für dieses Volumen vollkommen ausreichend. Wenn ein Überdruck entstehen würde, hätten Sie das sicher bemerkt, es muss ja nicht gleich alles in die Luft fliegen. Jedenfalls hat dies nichts mit der Brenndauer zu tun, sondern mit der Heizleistung, die ist anscheinend zu gering. Das merken Sie auch am Destillatfluss. Wenn das Destillat z.B. nur herauströpfelt, auch wenn die Heizung auf maximum eingestellt ist, ist die Heizung zu schwach.

    Eintrag Nr. 3436:

    Hallo,
    ich hab mir vor 3 Monaten ein Päckchen Turbohefe gekauft. Nun ist das Ganze aufgebläht und prall wie ein Luftballon. Ist die Hefe nun noch verwendbar?
    Das Päckchen wurde im Wohnzimmer bei 20°C bis 30°C lichtgeschützt gelagert.


    Gerd, Dresden
    08.Aug.2010 11:59:03


      Das haben wir noch nie erlebt. Wenn Sie sie bei uns gekauft haben, schicken sie das Päckchen bitte ungeöffnet retour. Ansonsten sollten Sie Ihren Lieferanten kontaktieren.

    Eintrag Nr. 3435:

    Hallo Herr Schmickl
    Ich würde gerne wissen wollen, ob man Kupfer, das ein klein wenig Grünspan angesetzt hat (was soll es sonst Grünes sein?), putzen kann (mit den hier beschriebenen Mitteln Zitronensaft und Salz, etc.), so daß sich dann wieder die normale Oxidationsschicht bildet.
    Oder wird man Grünspan nie wieder los, wenn mans einmal hat?
    In der Kühlschlange hab ich gottseidank kein Grünspan. Jedoch im Reduzierstück, welches an die Schlange angelötet ist und dabei event. zu heiß geworden ist. Notfalls kann ich ja ein neues anlöten.
    Danke im Voraus.
    Gruß Ronald


    Ronald, Oberlausitz / Schweiz
    06.Aug.2010 08:08:39


      Mit heißer Zitronensäurelösung (ca. 100 g je Liter) behandeln, danach gründlich mit Wasser spülen, damit keine Säurereste zurückbleiben.

    Eintrag Nr. 3434:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    wie kann ich den pH Wert von 2,4 meiner Sauerkirschmaische auf ein für die Turbo-Hefe verträglichen Wert von 3,5 bringen? Geht das nur mit verdünnen?
    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort


    Heiner B., Deutschland
    03.Aug.2010 17:33:17


      Diesen pH sollte die Turbohefe durchaus vertragen. Wenn nicht, einen Gärstarter mit Turbo ansetzen und zugeben das genügt normalerweise. Oder mit Kalk aus der Apotheke den pH erhöhen.

    Eintrag Nr. 3433:

    Hallo Herr Schmickl, kann Turbohefe schlecht werden ? Ich wollte reinen ALkohol ansetzen mit Wasser, Zucker und Turbohefe nach Rezept. Am Schluss habe ich nicht daran gedacht, das die Turbohefe schon ca. 2 Jahre alt ist. Kann ich jetzt das Zuckerwasser entsorgen oder ist noch was zu retten, weil ich noch keine Bewegung im Gährröhrchen sehe.
    Wäre dankbar über eine Antwort.
    MFG
    M.Remke


    Marcel Remke, DE
    02.Aug.2010 21:16:03


      Maische ansetzen wie gewohnt. Wenn sich nach 2-3 Tagen nichts getan hat, nicht nur im Gärspund, sondern auch geruchlich (kein stechender Kohlensäuregeruch). Frische (neue) Hefe zugeben.

    Eintrag Nr. 3432:

    Hallo Herr Dr. Schmickl, nachdem ich schon seit einigen Jahren immer mal wieder brenne, taucht jetzt schon seit 2 Jahren folgendes Problem auf: Der Brand ist klar, jedoch nach dem Verdünnen wird er etwas trüb. Ich hab schon mal das Wasser gewechselt, aber keine Änderung. Was kann das sein? Für Ihre Hilfe schon mal herzlichen Dank und machen Sie weiter so, ist für uns unheimlich hilfreich.
    Viele Grüße
    Kalle 07


    kalle 07, D
    29.Jul.2010 11:02:04


      Dieser Effekt tritt vor allem bei Bränden aus Steinobst auf. Ist ein optisches Zeichen, dass der Brand sehr geschmackvoll ist. Am besten mit den Faltenfiltern "fein für Weine und Spirituosen" (siehe Produktliste) verwenden. Dazu Brand verdünnen, bei Kellertemperatur ca. 2-3 Woche lagern, dann mit zwei ineinander gesteckten Filtern filtrieren. Sonst kommt es zu Nachtrübungen. Nicht tieffrieren o.ä. wie es immer wieder empfohlen wird, sonst wird zuviel Aroma abgetrennt.

    Eintrag Nr. 3431:

    Hallo Herr Schmickl,
    erstmal Kompliment zu Ihrem Buch, das ist Ihnen sehr gut gelungen! Dennoch stellt sich mir eine Frage und zwar: Wenn ich das Siedediagramm von Seite 72 als Vergleich nehme, müssten Maischen von unter 10%vol erst über 91°C anfangen zu sieden. Habe ich nun bei diesen Maischen keinen Edelbrand und verschiebt sich hier die Temperaturbereich für den Edelbrand nur?


    Felix, baden württemberg
    26.Jul.2010 13:11:52


      Danke, das freut uns!
      Dieses Diagramm gilt für Idealbedingungen, wie z.B. reiner Ethanol und destilliertem Wasser. Dies tritt in der Praxis beim Schnapsbrennen jedoch nicht auf, weil bespielsweise immer gelöste Feststoffe enthalten sind, außerdem hat auch die Anlagenkonstruktion einen Einfluss (Rektifikationseffekt usw.).

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