Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3437:

    Hallo,
    inzwischen habe ich mit meiner Destille aus Frage #3206 einige Einsätze hinter mir. Funktioniert alles prima. Allerdings brauche ich bei einem vollen Topf (ich fülle bis max. 12 l) um die sieben Stunden. Ich würde gerne den Brennvorgang ohne Qualitätsverlust beschleunigen und dachte, eine Erhöhung des Rohrkühler-Durchmessers müsste helfen. Der jetzige hat einen Durchmesser von 15 mm.
    Bringt eine Erhöhung des Durchmessers auf 22 mm eine Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit?
    Wie lang würden Sie einen solchen Kühler bei einem 15-Liter-Kessel dimensionieren?


    Scot, Niedersachsen
    09.Aug.2010 00:14:56


      Der Durchmesser ist für dieses Volumen vollkommen ausreichend. Wenn ein Überdruck entstehen würde, hätten Sie das sicher bemerkt, es muss ja nicht gleich alles in die Luft fliegen. Jedenfalls hat dies nichts mit der Brenndauer zu tun, sondern mit der Heizleistung, die ist anscheinend zu gering. Das merken Sie auch am Destillatfluss. Wenn das Destillat z.B. nur herauströpfelt, auch wenn die Heizung auf maximum eingestellt ist, ist die Heizung zu schwach.

    Eintrag Nr. 3436:

    Hallo,
    ich hab mir vor 3 Monaten ein Päckchen Turbohefe gekauft. Nun ist das Ganze aufgebläht und prall wie ein Luftballon. Ist die Hefe nun noch verwendbar?
    Das Päckchen wurde im Wohnzimmer bei 20°C bis 30°C lichtgeschützt gelagert.


    Gerd, Dresden
    08.Aug.2010 11:59:03


      Das haben wir noch nie erlebt. Wenn Sie sie bei uns gekauft haben, schicken sie das Päckchen bitte ungeöffnet retour. Ansonsten sollten Sie Ihren Lieferanten kontaktieren.

    Eintrag Nr. 3435:

    Hallo Herr Schmickl
    Ich würde gerne wissen wollen, ob man Kupfer, das ein klein wenig Grünspan angesetzt hat (was soll es sonst Grünes sein?), putzen kann (mit den hier beschriebenen Mitteln Zitronensaft und Salz, etc.), so daß sich dann wieder die normale Oxidationsschicht bildet.
    Oder wird man Grünspan nie wieder los, wenn mans einmal hat?
    In der Kühlschlange hab ich gottseidank kein Grünspan. Jedoch im Reduzierstück, welches an die Schlange angelötet ist und dabei event. zu heiß geworden ist. Notfalls kann ich ja ein neues anlöten.
    Danke im Voraus.
    Gruß Ronald


    Ronald, Oberlausitz / Schweiz
    06.Aug.2010 08:08:39


      Mit heißer Zitronensäurelösung (ca. 100 g je Liter) behandeln, danach gründlich mit Wasser spülen, damit keine Säurereste zurückbleiben.

    Eintrag Nr. 3434:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    wie kann ich den pH Wert von 2,4 meiner Sauerkirschmaische auf ein für die Turbo-Hefe verträglichen Wert von 3,5 bringen? Geht das nur mit verdünnen?
    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort


    Heiner B., Deutschland
    03.Aug.2010 17:33:17


      Diesen pH sollte die Turbohefe durchaus vertragen. Wenn nicht, einen Gärstarter mit Turbo ansetzen und zugeben das genügt normalerweise. Oder mit Kalk aus der Apotheke den pH erhöhen.

    Eintrag Nr. 3433:

    Hallo Herr Schmickl, kann Turbohefe schlecht werden ? Ich wollte reinen ALkohol ansetzen mit Wasser, Zucker und Turbohefe nach Rezept. Am Schluss habe ich nicht daran gedacht, das die Turbohefe schon ca. 2 Jahre alt ist. Kann ich jetzt das Zuckerwasser entsorgen oder ist noch was zu retten, weil ich noch keine Bewegung im Gährröhrchen sehe.
    Wäre dankbar über eine Antwort.
    MFG
    M.Remke


    Marcel Remke, DE
    02.Aug.2010 21:16:03


      Maische ansetzen wie gewohnt. Wenn sich nach 2-3 Tagen nichts getan hat, nicht nur im Gärspund, sondern auch geruchlich (kein stechender Kohlensäuregeruch). Frische (neue) Hefe zugeben.

    Eintrag Nr. 3432:

    Hallo Herr Dr. Schmickl, nachdem ich schon seit einigen Jahren immer mal wieder brenne, taucht jetzt schon seit 2 Jahren folgendes Problem auf: Der Brand ist klar, jedoch nach dem Verdünnen wird er etwas trüb. Ich hab schon mal das Wasser gewechselt, aber keine Änderung. Was kann das sein? Für Ihre Hilfe schon mal herzlichen Dank und machen Sie weiter so, ist für uns unheimlich hilfreich.
    Viele Grüße
    Kalle 07


    kalle 07, D
    29.Jul.2010 11:02:04


      Dieser Effekt tritt vor allem bei Bränden aus Steinobst auf. Ist ein optisches Zeichen, dass der Brand sehr geschmackvoll ist. Am besten mit den Faltenfiltern "fein für Weine und Spirituosen" (siehe Produktliste) verwenden. Dazu Brand verdünnen, bei Kellertemperatur ca. 2-3 Woche lagern, dann mit zwei ineinander gesteckten Filtern filtrieren. Sonst kommt es zu Nachtrübungen. Nicht tieffrieren o.ä. wie es immer wieder empfohlen wird, sonst wird zuviel Aroma abgetrennt.

    Eintrag Nr. 3431:

    Hallo Herr Schmickl,
    erstmal Kompliment zu Ihrem Buch, das ist Ihnen sehr gut gelungen! Dennoch stellt sich mir eine Frage und zwar: Wenn ich das Siedediagramm von Seite 72 als Vergleich nehme, müssten Maischen von unter 10%vol erst über 91°C anfangen zu sieden. Habe ich nun bei diesen Maischen keinen Edelbrand und verschiebt sich hier die Temperaturbereich für den Edelbrand nur?


    Felix, baden württemberg
    26.Jul.2010 13:11:52


      Danke, das freut uns!
      Dieses Diagramm gilt für Idealbedingungen, wie z.B. reiner Ethanol und destilliertem Wasser. Dies tritt in der Praxis beim Schnapsbrennen jedoch nicht auf, weil bespielsweise immer gelöste Feststoffe enthalten sind, außerdem hat auch die Anlagenkonstruktion einen Einfluss (Rektifikationseffekt usw.).

    Eintrag Nr. 3430:

    Sehr geehrter Herr Schmickl!
    Ein paar Anfängerfragen:
    1. Nach dem Destillieren von ein paar Liter Weißwein in der neuen Anlage zeigen sich ganz hässliche graue Schlieren im Kupfer der Brennhaube. Beim Wischen mit einem Tuch zeigt sich gelblicher bis dunkler Abrieb. Ist das normal? Wie lange bleibt das (bei einer neuen Anlage)und geht das mal weg?
    2. Kann es zu Grünspanbildung kommen, bzw. was macht man dagegen?
    3. Was ist die richtige Einstechtiefe für das Thermometer bei der deluxe-Anlage? 4,5 cm unten aus dem Silikonstopfen raus erscheint mir fast zu tief? Das ergibt fast 3 cm cm unter dem Kupferrand (bis zum roten Punkt). Meine 17% Apfelmaische beginnt dabei bei ~83 Grad C den Mittellauf abzusondern (statt bei 81 oder so). Kann man das igendwie eichen?
    4. Sonst war ich mit meinem ersten Brand recht zufrieden (intensiver Apfelgeruch) außer daß ich mir nicht sicher war, wann der Nachlauf anfängt (wg. unsicherer Thermometereichung eher über den angezeigten 91 Grad).
    lg,
    jm


    JM, Wien
    25.Jul.2010 23:39:35


      ad 1) Deswegen empfehlen wir auch bei neuen Anlagen einen Reinigungsbrand durchzuführen um Reste der Verarbeitung zu entfernen, bevor Sie Ihre wertvolle Maische einfüllen. Eine Destillation sollte normalerweise genügen.
      ad 2) normalerweise nicht. Heiße Zitronensäurelösung entfernt auch Grünspan.
      ad 3) Der optimale Messpunkt wäre Unterkante Geistrohr, aber dort sitzt der Halterungsbügel. Daher ist die Messstelle seitlich angebracht. Dort sind die Strömungsbedingungen jedoch nicht gleich wie mittig. Daher dieser Abstand, hat sich aus vielen Versuchen ergeben. Eichen: Das gesamte Destillat einer 17%vol Maische sollte ca. 55%vol haben. Notieren Sie sich die Temperatur bei der dieser Alkoholgehalt erreicht wird.
      ad 4) Ich würde den Wert so übernehmen, da das Ergebnis in Ordnung war. Apfelbrand hat ein sehr dezentes Aroma, daher ist es bei Apfel auch eine Kunst Geschmack/Aroma in den Brand zu bekommen.

    Eintrag Nr. 3429:

    Hallo Hr. Schmickl,
    ich habe bis jetzt für meine Geiste immer "Neutral"-Alkohol verwendet. Sie beschreiben in Ihrem Buch nun die Alternative nach der auch Wein verwendet werden kann. Gibt es aus Ihrer Sicht hier Einschränkungen, z.B. Kräuter oder Obstsorten bei denen das evtl. vorhandene Weinaroma dann im Destillat stört?
    lg


    Andreas L., Weinviertel
    24.Jul.2010 10:40:26


      Nein, gibt es nicht. Natürlich unter der Voraussetzung, dass Sie trockenen Weißwein mit möglich wenig Eigengeschmack verwenden. Also keinen Barriquewein oder so. "Trocken" damit der Alkoholgehalt möglichst hoch ist. Destillate aus Weinsorten, die sich für den beliebten österr. "weißen Spritzer" eignen, sind so gut wie geschmacklos.

    Eintrag Nr. 3428:

    Kann zur Herstellung einer hochprozentigen Fruchtmaische (Sauerkirsche) die Turbohefe (turbo alcohol yeast, 11,5 gr./10 ltr. Maische) direkt zugegeben werden oder muss die Turbohefe vorher mit warmen Wasser angesetzt werden?
    Muss vorher zusätzlich in die Maische Reinzuchthefe (z.B. Gärfix 4-5 gr./10 ltr. Maische) zugegeben werden?


    dodilo, Frankfurt
    19.Jul.2010 21:35:29


      Wenn Sie genau so vorgehen wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben, kann nichts schiefgehen.
      Zur Info: Sowohl die Turbohefe als auch das Gärfix sind Reinzuchthefen. Beide zugleich zuzugeben ist nicht zielführend. --> Siehe Buch, darin sind beide Varianten sehr genau beschrieben...

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