Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3431:

    Hallo Herr Schmickl,
    erstmal Kompliment zu Ihrem Buch, das ist Ihnen sehr gut gelungen! Dennoch stellt sich mir eine Frage und zwar: Wenn ich das Siedediagramm von Seite 72 als Vergleich nehme, müssten Maischen von unter 10%vol erst über 91°C anfangen zu sieden. Habe ich nun bei diesen Maischen keinen Edelbrand und verschiebt sich hier die Temperaturbereich für den Edelbrand nur?


    Felix, baden württemberg
    26.Jul.2010 13:11:52


      Danke, das freut uns!
      Dieses Diagramm gilt für Idealbedingungen, wie z.B. reiner Ethanol und destilliertem Wasser. Dies tritt in der Praxis beim Schnapsbrennen jedoch nicht auf, weil bespielsweise immer gelöste Feststoffe enthalten sind, außerdem hat auch die Anlagenkonstruktion einen Einfluss (Rektifikationseffekt usw.).

    Eintrag Nr. 3430:

    Sehr geehrter Herr Schmickl!
    Ein paar Anfängerfragen:
    1. Nach dem Destillieren von ein paar Liter Weißwein in der neuen Anlage zeigen sich ganz hässliche graue Schlieren im Kupfer der Brennhaube. Beim Wischen mit einem Tuch zeigt sich gelblicher bis dunkler Abrieb. Ist das normal? Wie lange bleibt das (bei einer neuen Anlage)und geht das mal weg?
    2. Kann es zu Grünspanbildung kommen, bzw. was macht man dagegen?
    3. Was ist die richtige Einstechtiefe für das Thermometer bei der deluxe-Anlage? 4,5 cm unten aus dem Silikonstopfen raus erscheint mir fast zu tief? Das ergibt fast 3 cm cm unter dem Kupferrand (bis zum roten Punkt). Meine 17% Apfelmaische beginnt dabei bei ~83 Grad C den Mittellauf abzusondern (statt bei 81 oder so). Kann man das igendwie eichen?
    4. Sonst war ich mit meinem ersten Brand recht zufrieden (intensiver Apfelgeruch) außer daß ich mir nicht sicher war, wann der Nachlauf anfängt (wg. unsicherer Thermometereichung eher über den angezeigten 91 Grad).
    lg,
    jm


    JM, Wien
    25.Jul.2010 23:39:35


      ad 1) Deswegen empfehlen wir auch bei neuen Anlagen einen Reinigungsbrand durchzuführen um Reste der Verarbeitung zu entfernen, bevor Sie Ihre wertvolle Maische einfüllen. Eine Destillation sollte normalerweise genügen.
      ad 2) normalerweise nicht. Heiße Zitronensäurelösung entfernt auch Grünspan.
      ad 3) Der optimale Messpunkt wäre Unterkante Geistrohr, aber dort sitzt der Halterungsbügel. Daher ist die Messstelle seitlich angebracht. Dort sind die Strömungsbedingungen jedoch nicht gleich wie mittig. Daher dieser Abstand, hat sich aus vielen Versuchen ergeben. Eichen: Das gesamte Destillat einer 17%vol Maische sollte ca. 55%vol haben. Notieren Sie sich die Temperatur bei der dieser Alkoholgehalt erreicht wird.
      ad 4) Ich würde den Wert so übernehmen, da das Ergebnis in Ordnung war. Apfelbrand hat ein sehr dezentes Aroma, daher ist es bei Apfel auch eine Kunst Geschmack/Aroma in den Brand zu bekommen.

    Eintrag Nr. 3429:

    Hallo Hr. Schmickl,
    ich habe bis jetzt für meine Geiste immer "Neutral"-Alkohol verwendet. Sie beschreiben in Ihrem Buch nun die Alternative nach der auch Wein verwendet werden kann. Gibt es aus Ihrer Sicht hier Einschränkungen, z.B. Kräuter oder Obstsorten bei denen das evtl. vorhandene Weinaroma dann im Destillat stört?
    lg


    Andreas L., Weinviertel
    24.Jul.2010 10:40:26


      Nein, gibt es nicht. Natürlich unter der Voraussetzung, dass Sie trockenen Weißwein mit möglich wenig Eigengeschmack verwenden. Also keinen Barriquewein oder so. "Trocken" damit der Alkoholgehalt möglichst hoch ist. Destillate aus Weinsorten, die sich für den beliebten österr. "weißen Spritzer" eignen, sind so gut wie geschmacklos.

    Eintrag Nr. 3428:

    Kann zur Herstellung einer hochprozentigen Fruchtmaische (Sauerkirsche) die Turbohefe (turbo alcohol yeast, 11,5 gr./10 ltr. Maische) direkt zugegeben werden oder muss die Turbohefe vorher mit warmen Wasser angesetzt werden?
    Muss vorher zusätzlich in die Maische Reinzuchthefe (z.B. Gärfix 4-5 gr./10 ltr. Maische) zugegeben werden?


    dodilo, Frankfurt
    19.Jul.2010 21:35:29


      Wenn Sie genau so vorgehen wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben, kann nichts schiefgehen.
      Zur Info: Sowohl die Turbohefe als auch das Gärfix sind Reinzuchthefen. Beide zugleich zuzugeben ist nicht zielführend. --> Siehe Buch, darin sind beide Varianten sehr genau beschrieben...

    Eintrag Nr. 3427:

    kann man für whiskymaische auch gärfix brauchen oder benötigt man turbohefe?

    Nico, bern
    19.Jul.2010 13:37:12


      Beides ist möglich. Nicht vergessen vor der Hefezugabe die Stärke in Zucker umzuwandeln (durch Zugabe von Malz oder Amylase, siehe Rezepte).

    Eintrag Nr. 3426:

    hallo Hr. Dt. Schmickl
    ich habe eine frage ich will in den nächsten Wochen metmaische herstellen und wollte wissen ob man zur Gärung turbohefe braucht oder ob auch gärfix klappt
    mfg Fabi


    Fabi, Schweiz bern
    18.Jul.2010 23:56:53


      Turbohefe eignet sich dafür besser, weil das Gärmedium einer Zucker-Wasser-Lösung sehr ähnlich ist. Gärfix ist gedacht für klassische Obstmaischen mit einem gewissen Feststoffanteil wie bei einem Fruchtbrei.

    Eintrag Nr. 3425:

    Aus welchen Teilen der Latsche wird Latschengeist hergestellt? Da er auch Krüppelkieferwurzelschnaps genannt wird, ergibt sich die Frage, ob man dafür die Wurzeln benutzt.

    Gabi Lautner, Deutschland
    14.Jul.2010 16:40:58


      Sorry, ich kenne nur den zum Einreiben, ist nichts anderes als eine Lösung aus ätherischen Ölen aus der Latsche und anderen Pflanzen in Alkohol. Latschenöl wird aus Zweigen und dünnen Ästen (inkl. Nadeln und jungen Zapfen) gewonnen. Versuchen Sie es doch im Forum "Diskussion".

    Eintrag Nr. 3424:

    kann mir bitte jemand sagen wie man den Alkoholgehalt von Terberschnaps von derzeit 55 grad auf ca 40 grad reduzieren kann. Danke im Voraus und Grüße aus Südtirol. Kompliment für die informative Seite!

    ulrich hinteregger, Südtirol
    14.Jul.2010 08:51:45


      Wasser zugeben. Wieviel? Siehe Menüpunkt "Alkohol verdünnen". Danke!

    Eintrag Nr. 3423:

    Hallo!
    Eine Frage zur Produktbezeichnung:
    Ich habe aus ca. 40 lt. Kirschmaische einen Raubrand hergestellt. Nachdem noch einige Kirschen am Baum waren, habe ich diese nun dem Raubrand zugesetzt und nach einigen Tagen erst den Feinbrand durchgeführt.
    Fällt diese Vorgangsweise bereits unter die Kategorie "Obstbrand durch Einmaischen und Destillieren", oder kann ich mein Produkt auch noch "100% Fruchtdestillat" nennen?
    mfg


    A. Liebminger, Weinviertel
    12.Jul.2010 09:20:29


      Mit Ihrer Frage haben Sie mich jetzt verunsichert, aber meines Wissens ist nur die Bezeichnung "-brand" (also Apfelbrand, Birnenbrand, Kirschbrand usw.) die gesetzlich geschützte Bezeichnung für reine Destillate aus (Frucht)maischen (dabei ist es unerheblich, ob Sie in den Kirsch-Rohbrand ein paar Kirschen gegeben haben). Es dürfen keine Aromastoffe, Fremdalkohol usw. zugesetzt sein. Außer "-geist" und eventuell noch "-wasser" sind alle anderen Bezeichnungen nur Fantasienamen, die vom Hersteller so gewählt werden, dass dem Kunden die wahre Herkunft (z.B. wurde Industriealkohol mit Aromstoffen zugemischt) möglichst verborgen bleibt. Zum Glück für Österreich: hier (und nur hier) ist es in solchen Fällen gesetzlich vorgeschrieben auf der Flasche "Spirituose" anzugeben (meist sehr klein gedruckt auf der Rückseite).
      So auch die Bezeichnung "100% Fruchtdestillat". Destilliert wurden schließlich alle Spirituosen, wenn ein Apfel im Spiel war, kann man "Frucht" dazuschreiben und "100%" klingt immer gut...

    Eintrag Nr. 3422:

    hallo
    hat schon einmal einer versucht aus malzbier und turbohefe ein brennbares medium herzustellen? schmeckt das oder ist das ergebnis eklig oder
    giftig?


    harm, de
    08.Jul.2010 22:55:10


      Aus Malzbier direkt nicht (enthält ja bereits Alkohol), aber aus (selbst hergestelltem) Malz und Turbohefe. Vergären von Stärkehaltigen Produkten siehe Diskussion bzw. Rezepte, Suchfunktion nutzen. Für 20%vol Alkohol ist der Stärkegehalt sicher zu gering, daher ist trotzdem Zuckerzugabe notwendig.
      Tipp: ein Bierbrau-Kit zum Bier selber-brauen zulegen (googeln) und den Ansatz entsprechend gären lassen, allerdings mit Turbohefe und Zuckerzugabe, sodass 20%vol entstehen. Das Destillat daraus schmeckt/riecht derart intensiv nach Korn bzw. gemahlenem Getreide, dass man meint, man stünde mitten in einer Getreidemühle oder Backstube. Herrlich! Das hat nichts mit dem großindustriell hergestellten "Korn" zu tun, der nahezu geschmacklos ist.

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