Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3304:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    habe beide Foren durchsucht und keine Antwort auf meine Fragen gefunden. Um die Wartezeit auf ihr Buch abzukürzen und um nicht ganz untätig zu sein, habe ich folgende Fragen: Kann ich aus einem Stahlkessel (kein Edelstahl) eine Destille bauen? Der äussere Kessel rund, ca.32cm Duchmesser besteht aus Eisen, blank. Der Deckel(Dom gewölbt)aus Gusseisen, blank. Fassungsvermögen ca. 30l. Darinn steht ein Behälter aus Stahl,innen und aussen emailiert, Fassungsvermögen ca. 25l. Der Innere Kessel ist offen, hat keinen Deckel, steht also in direkter Verbindung zum äusseren Medium. Die Brennanlage wird also nur durch den o.g. Deckel verschlossen. Würde das Medium Wasser oder Oel des äusseren Behälters bei`m erhitzen des Brennguts, den Brennvorgang beeinflussen, da ja eine direkte Verbindung zu Beiden besteht. Müssten es in jedem Fall, 2 in sich geschlossene Systeme sein?
    Hätte Eisen sowieso einen negativen Einfluss auf den Brennvorgang?
    Mit freundlichen Grüßen
    der Nobody aus dem hohen Norden


    Lutz, Brandenburg
    24.Sep.2009 15:42:52


      Stimmt, so funktioniert kein Doppelmantelkessel. Dafür müsste der innere, emailierte Topf einen entsprechenden Deckel haben, der luftdicht verschließbar sein soll und von dem aus das Steig-/Geistrohr zu Kühlung führt. Das Bad in dem der kleine Kessel steht, kann, muss aber nicht geschlossen sein. Obwohl es hinsichtlich der maximal erreichbaren Temperatur sicher besser wäre wenn der Mantel ggf. unter Druck stehen kann, ähnlich einem Druckkochtopf. Detallierte Erklärungen diesbezüglich siehe Buch.
      Material: blankes Eisen ist nicht gerade empfehlenswert.

    Eintrag Nr. 3303:

    Ich möchte gerne Schnaps brennen. Meine selbstgebaute Anlage hat 30l.
    1. Wo muss ich meine Anlage melden?
    2. Wie hoch sind die kosten?
    3. gibt es Internetseiten wo man sich über die Steuerabgaben Infomieren kann und wo einem der ganze Ablauf erklärt wird?

    Grus Luis


    luis, gsiberger
    24.Sep.2009 12:01:08


      ad 1) beim für Ihren Bezirk zuständigen Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung
      ad 2) hängt von mehreren Faktoren ab: die Anmeldung selbst ein paar Euro. Wenn der Beamte jedoch extra zu Ihnen kommen muss um die Anlage auszulitern und die sonstigen Daten aufzunehmen, kann das durchaus teuer werden.
      ad 3) googeln nach "BM für Finanzen" und "Alkoholsteuer"

    Eintrag Nr. 3302:

    Ich plane eine Eigenbau-Brennerei mit einer 50-L Edelstahl-Milchkanne. Gegen anbrennen möchte ich diese gerne teflon-beschichten. Reagiert Teflon auf Alkohol?
    Danke und Gruss


    Roger, Schweiz
    21.Sep.2009 12:32:15


      Nein, Teflon ist gegen flüssigen Alkohol und Alkoholdampf beständig.

    Eintrag Nr. 3301:

    Sehr geehrter Herr Dr.Schmickl!
    Ich glaube ich habe bei meinem ersten Versuch Mirabellen-Maische anzusetzen jeden Fehler gemacht der möglich ist.
    Ich habe mich bei der diesjährigen Mirabellenschwemme hinreißen lassen, ohne mich vorher richtig zu informieren, einen hektischen Versuch zu starten.
    Ich habe alle 2-3 Tage ca. 15 kg Mirabellen gesammelt, gewaschen, gestampft und in ein 60 l Fass gefüllt. Nach ca. 10 Tagen waren beide Fässer mit je ca. 50 kg gefüllt. Nun habe ich die entsprechende Menge Reinhefe zugegeben.
    Die Fässer habe ich mit dem zugehörigen Deckel bedeckt und mit einem Stein beschwert.
    Seit 12.8. gehe ich alle 2-3 Tage in den Keller und rühre die Maische einmal durch. Es bildet sich jeweils eine ca. 3 cm dicke starre Schicht auf der Maische.
    Wie kann ich feststellen ob die Maische noch zu verwenden ist oder ob es sich um einen Totalschaden handelt? Vielleicht kann ich ja doch noch brennen lassen.
    Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    R.Schönfeld


    R.Schönfeld, Frankfurt/Main
    16.Sep.2009 18:41:35


      Ganz einfach: kosten! Geschmacksfehler verstärken sich beim Destillieren. Der Brenner soll auf ausreichende Vorlaufabtrennung achten. Das Wichtigste haben Sie ja gemacht: Hefe zugegeben!
      Und bevor Sie im nächsten Jahr wieder einmaischen, das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durchlesen.

    Eintrag Nr. 3300:

    habe gemeischt und nach 3tagen gesäuert, wie lange kann ich mit dem brennen allerlängstens warten.

    heinz, Voradelberg
    16.Sep.2009 15:00:05


      Interpretiere aus Ihre Angaben, es handelt sich um eine herkömmliche Maische. Ausgären lassen (erkennbar daran, dass alle Feststoffe zu Boden gesunken sind) und danach bei Kellertemperatur ca. 1-2 Monate lagern. Nicht länger, sonst könnte die Maische verderben bzw. die Essiggärung auftreten. Zu lange gelagerte (herkömmliche) Maische schmeckt/riecht im fertigen Brand nach modrigem Keller bzw. so ähnlich wie in einem feuchten Schiffsrumpf.

    Eintrag Nr. 3299:

    Habe eine Maische mit Mirabellen angesetzt. Wie man mir sagte, wären es aber wilde Pflaumen. Egal! Der Standort war schon etwas warm. Der Gärungsprozess dauerte nur 4 Wochen. Ist das normal oder habe ich etwas falsch gemacht? Ich habe schon öfters Maische angesetzt, vorwiegend Zwetschgen, nach so kurzer Zeit aber war die Maische noch nie vergoren.
    Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar!


    GS, BW
    15.Sep.2009 00:54:49


      Wenn Sie nicht hochgradig einmaischen, hängt die Gärdauer von der jeweiligen Frucht ab, weil jede Frucht einen anderen Fruchtzuckergehalt hat. Je süßer, desto länger die Gärung. Zwetschken enthalten viel mehr Zucker als Mirabellen (bzw. Zibarten, Haferschlehen, wilde Pflaumen usw.). Schade, dass Sie die Umgebungstemperatur nicht gemessen haben. "Etwas warm" interpretieren ich als "deutlich über 20°C". Bei 24°C ist sogar eine hochgradige Maische nach ca. 2 Woche vollständig ausgegoren.

    Eintrag Nr. 3298:

    Hallo Herr Schmickl,
    zuerst einmal Glückwunsch zu dieser Seite und Ihrem tollen Buch, selten gut gemacht! Nun meine Frage:
    Ich habe eine Maische mit Pflaumen angesetzt (30 liter,3,2 PH,Sherryhefe, Nährsalz, ausreichend Zuckerzusatz) Alles ist verlaufsgemäß vergoren und müsste einen Alkoholgehalt von etwa 15% haben. Ich habe die Maische mit dem Vinometer überprüft, es zeigt nur 8% an. Eine Kontrollmessung mit Wein, der nach Herstellerangben 12% hat, ergibt nur 6%. Ein zweites reagiert ähnlich ungenau.
    Sind diese Vinometer so ungenau oder habe ich ein "schlechtes" erworben (ebay)?


    JS, Rheinland
    14.Sep.2009 17:40:10


      Danke!
      Stimmt, das Ergebnis einer Vinometer-Messung ist immer ein Schätzwert. Aber trotzdem sollte die Ungenauigkeit "nur" ca. +/- 2%vol betragen. Mit Ihrer Vermutung haben Sie schon recht, die Genauigkeit hängt sehr stark vom Hersteller ab, wie wir aus eigener Erfahrung wissen.

    Eintrag Nr. 3297:

    Hallo,
    ich habe ein paar Bäumchen mit Williams-Birnen, die gerade reif werden. Leider sind doch einige schon heruntergefallen, die aber ohne Druckstellen sind. Ich möchte eine Maische mit Turbohefe ansetzen und habe nun folgede Fragen:
    Kann ich mit den schon vollreifen Früchten beginnen und die anderen noch nachreifen lassen, um sie dann nach und nach der schon gärenden Maische zuzufügen?
    Wenn ja, wieviel Hefe nehme ich? Für die Startmaische berechnet oder für die Maische nach Zufügen aller Früchte?
    Über eine Hilfe würde ich mich sehr freuen
    P.K.


    Klippel, Peter, Deutschland; Eifel
    14.Sep.2009 14:33:49


      Ja, selbstverständlich, solange die Maische gärt können Sie frische Früchte zugeben. Von der Hefe soviel zu Beginn zugeben, wie dem geschätzen Maische-Endvolumen entspricht. Die anderen Zutaten immer der jeweiligen Maischemenge anpassen.

    Eintrag Nr. 3296:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ein großes Lob erst einmal an Ihnen und Ihr wirklich sehr gut gemachtes, und für jedermann leicht verständlich geschriebenes Buch. Es ist wirklich eine tolle Hilfe und ein super Nachschlagewerk.
    Aber nun zu meinem Problem: Mir ist neulich bei meinen Flaschen des Selbstgebrannten aufgefallen, dass das Glas auf der Innenseite zwischen dem Flüssigkeitsspiegel und dem Korken beschlagen ist. Das ist nur bei meinen eigenen Bränden die auf ca. 43% mit destilliertem Wasser verdünnt wurden so, nicht aber bei gekauften Bränden. Woher kommt das und kann ich meinen Brand ohne Gefahr genießen? Habe schon in Ihrer Diskussionsrubrik nach Antworten gesucht, in der das Thema auch schon angesprochen wurde, leider ohne Erfolg bzw. Antwort. Für die Beantwortung dieser wäre ich Ihnen sehr dankbar.
    Gruß Andreas


    Andreas, Hinten Links
    13.Sep.2009 14:12:05


      danke, freut uns!
      Ja, Sie können Ihren Brand ohne Gefahr genießen. Dieser Effekt ensteht wegen (geringer) Temperaturunterschiede zwischen dem Glas und dem Brand beim Einfüllen. Solche Unterschiede können natürlich auch später auftreten, z.B. Sonneneinstrahlung, Schwankungen der Zimmertemperatur usw. Bei längerer Lagerung verschwindet der Beschlag von selbst.

    Eintrag Nr. 3295:

    Hallo Zusammen,
    bin absoluter Neuling und lese nun schon seit Tagen hier. Muss sagen: Tolle Seite !!! Jede Menge Info's ... die einem deutlich machen daß man sich tunlichst mit der Materie vertraut machen sollte -bevor- man Maische ansetzt etc. So gut es ging habe ich dies auch über die Suchfunktion getan (DAS Buch ist noch nicht da) trotzdem bin ich mir noch nicht sicher wie ich's angehen soll:
    Ich hab ca. 17 Kg Zwetschgen die ich einmaischen möchte. In Beiträgen von gerd und Methanolix habe ich schon die Mengenangaben der "Zutaten" für 15Kg Zwetschgen gefunden, dürfte ja mehr oder weniger passen. Was mir noch nicht klar ist, wieviel Turbohefe ich wie zugeben muss: Methanolix schreibt 20g , gerd "1/2 Tubohefe".
    Heute ist 115g "Pot Destillers Yeast" (Goldene Tüte von G.S.(S) angekommen. Wenn man da die Anleitung auf der Rückseite liest passt das nicht im geringsten zu dem was ich bisher hier gelesen habe (Früchte in Kochendes Wasser etc..)
    Ich würde nun so vorgehen : Zwetschgen waschen, entkernen, zerstampfen, 3L Wasser dazu, 1g Pektinase,20G meiner Zurbohefe, 4KG Zucker im Raten mit je 3 Tagen Abstand.
    Evl. noch PH wehrt auf ca. 3,5 einstellen (zu wenig würd ich mit Zitonensäure, zu viel mit...Natron (??) behandeln, oder mit ..eben erst hier gelesen, "..Dingens -M").
    Das Ganze dann zwischen 16-21 Grad blubbern lassen bis nichts mehr blubbert. Sollte so 4-6 Wochen dauern (?!)...Danach sollte der Alkoholgehalt um die 16-18% liegen, wenn er so hoch ist kann das Ganze noch länger gelagert werden, ansonsten innerhalb von 3 Wochen brennen.
    Je länger die Maische lagert, desto besser gegen evtl. "Turbohefegeschmack" ....(Wie lange sollte ich min. stehen lassen ??)
    Das ist so die "Essenz" aus dem was ich bisher hier gefunden habe; hab ich damit'ne reelle Chance eine halbwegs vernünftige Anfängermaische zu bauen ??
    Viele Grüsse und vielen Dank für die Antworten im Vorraus !!
    AlexD


    AlexD, BRD,Westen
    12.Sep.2009 19:51:09


      Ja, so im Großen und Ganzen ist alles OK, bis auf Kleinigkeiten. Z.B. sollten Sie die Steine nicht entfernen, sondern unzerstört (!) in der Maische belassen, sonst fehlt zum Teil der typische Steinobstgeschmack (Bittermandelnote). Statt Zitronensäure würde ich Biogen-M nehmen, weil sich die Zitronensäure beim Gären abbaut und daher ggf. nachdosiert werden muss.
      Gärung dauert bei ca. 18°C so um die acht Wochen. Je wärmer, desto schneller gärt's, allerdings desto eher die Gefahr, dass Aroma ausgeblasen wird.
      Na ja, inzwischen ist das Buch sicher angekommen, wo Sie das alles sehr ausführlich erklärt nachlesen können. Weiterhin viel Erfolg!

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    Helge Schmickl