Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3244:

    Hallo !
    Ich habe von einem Schnapsbrenner eine größere Menge Vorlauf bekommen. Kann man den Vorlauf zur Herstellung eines Geistes verwenden, wenn man ihn entsprechend verdünnt?
    Danke und freundliche Grüße


    Herbert, Oberösterreich
    13.Jul.2009 12:19:10


      NEIN! Auf KEINEN Fall! Vorlauf ist giftig, die Gifte verschwinden beim Verdünnen nicht! Wegschütten, zum Fensterputzen verwenden oder für die Scheibenwischanlage o.ä. Jedenfalls NICHT einnehmen, einreiben (die giftigen organischen Lösemittel werden auch über die Haut aufgenommen) oder sonstwie dem Körper zuführen.

    Eintrag Nr. 3243:

    Hallo und guten Tag!
    Ich habe folgende Frage: Wir haben von einer sehr guten Bekannten, die selber Schnaps, bzw. Liköre brennt (oder lässt) einen wunderbar schmeckenden Likör erhalten, eine Mischung von Erdbeeren und Brombeeren. Dieser Likör ist im Jahr 1972 hergestellt worden.
    Frage: Ist der noch trinkbar, bzw. wie lange kann mann diesen Likör aufbewahren? Wer kann mir da eine gute Auskunft darüber geben?
    Mit freundl. Gruß
    Rainer


    Rainer, Deutschland
    12.Jul.2009 23:57:48


      Hängt vom Alkoholgehalt ab: Über ca. 17%vol wirkt Alkohol konservierend. D.h. hat der Likör einen höheren Alkoholgehalt, ist er sicher noch bekömmlich.

    Eintrag Nr. 3242:

    Servus, ich habe vor 4 Tagen ca. 8 Liter Kirschmaische angesetzt. Am nächsten Tag habe ich 1/2 Wasser, 1/2 Kg Zucker und die vom Hersteller angegebene Menge einer Reinhefe Namens Burgund zugefügt. Anfänglich fing es auch leicht an zu Gären, jedoch seit gestern leider nicht mehr ausser ein paar sehr sporadischen Bläßchen. Das ganze ist luftdicht mit einem Gärspund. Ich lagere die Maische in einem leicht beheiztem Kellerraum mit ca. 18°C.
    Soll ich nun etwas mehr von der Gärhefe zufügen, oder die Wärme etwas erhöhen?
    Mit freundlichen Grüßen, Kalteis.


    Kalteis Franz, Bayern
    10.Jul.2009 15:45:21


      Die Gärung wird mit der Zeit immer langsamer, das ist normal. Vermute es ist alles in Ordnung, es gärt nur nicht mehr so heftig wie zu Beginn. Haben Sie den Alkoholgehalt schon gemessen? Daraus lässt sich abschätzen, wie weit die Gärung schon fortgeschritten ist. Wenn es beim Umrühren noch stark schäumt, ist alles OK.

    Eintrag Nr. 3241:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    ich habe im Weinkeller meines verstorbenen Vaters jede Menge überlagerter Wein in Flaschen gefunden.
    Da der Wein keine Trinkfreude mehr bereitet, und ich ihn nicht ausgießen will, würde ich ihn gerne destillieren.
    Kann man Rot- u. Weißwein zu einem Brand destillieren?
    Mit freundlichen Grüßen
    Th. Zewe


    Th. Zewe, Saarland
    09.Jul.2009 14:12:19


      Ja, das funktioniert sogar sehr gut. Ich würde den Wein als Grundlage für diverse Geiste verwenden (Rezepte siehe Buch). Beim Verdünnen die schwefelige Säure ausmixen nicht vergessen.

    Eintrag Nr. 3240:

    Hallo !!!
    Ich möchte ca. 80kg Kriecherl einmaischen. dazu hätte ich folgende Fragen:
    .) einmaischen mit Kernen ?
    .) Zugabe von Zucker - falls ja, wieviel ?
    .) wenn die Gärung abgeschlossen ist, wie lange sollte die Maische stehen bevor sie gebrannt wird?


    Walter, Burgenland
    08.Jul.2009 14:13:15


      ad 1) Ja, darauf achten, dass diese nicht zerstört werden (am besten so vorgehen wie im Buch beschrieben).
      ad 2) Nur wenn hochgradig mit Turbohefe eingemaischt werden soll, Mengen und genaue Anleitung siehe Buch. Bei herkömmlichen Maischen mit "normaler" Hefe keinen Zucker zugeben. Bei Wildgärungen verstärkt Zucker sogar die (giftigen) Gärnebenprodukte, die sich im Vorlauf zwar anreichern, aber leider nie mehr zur Gänze abgetrennt werden können.
      ad 3) herkömmliche Maische: im kühlen Keller maximal 1-2 Monate, diese Zeit sollten Sie der Maische jedoch schon geben, verbessert das Aroma. Hochgradige Maischen: zumindest 4 Monate, jedoch gilt: je länger, desto besser.

    Eintrag Nr. 3239:

    Hallo Bettina & Helge,
    ich habe heute 4 kg Sauerkirschen geschenkt bekommen. Zu wenige zum maischen - aber bistimmt bestens geeignet für Angesetzten & einen leckeren Kirschgeist :-)
    Zum Kirschgeist eine Frage: laut Rezept: 1.5 Lit z.B. Weisswein // in den Aromakorb 250 - 300 g Kirschen. Brennen bis 91°C. Danach 2-3 Minuten "mixen" damit das SO2 aus der schwefeligen Säure verschwindet.
    Sehe ich das soweit richtig? Und sollten die Kirschen irgendwie vorbehandelt werden? Z.B. zerquetscht? Oder als ganze Früchte?
    Vielen Dank
    Liebig


    Liebig, Bayern
    06.Jul.2009 22:38:21


      Ja, das ist vollkommen korrekt. Kirschen sind sehr weich, somit ist es nicht notwendig diese vorher zu quetschen o.ä.
      Wichtig ist, dass die (unzerstörten) Steine (Kerne) mitgebrannt werden, diese sind bei Kirschen für einen Großteil des Aromas verantwortlich. Wenn möglich zusätzliche Steine in den Aromakorb geben.

    Eintrag Nr. 3238:

    Hallo!
    Ich habe verstanden, daß in Deutschland nur Destillen bis 0,5 L Fassungsvermögen erlaubt sind. Mit diesen darf man aber brennen wie viel man will?
    Wie groß ist denn die Ausbeute etwa bei einer Füllung der Anlage? Interessant wäre auch die Brennzeit für eine Füllung.
    Gruß, Achim


    Achim, Deutschland, Rheinland-Pfalz
    03.Jul.2009 17:22:46


      Erlaubt sind auch größere Anlagen, jedoch ist dazu ein entsprechendes Brennrecht notwendig. Ja, mit 0,5 Liter Anlagen dürfen Sie so oft brennen wie Sie möchten, sofern dies nicht gewerblich geschieht.
      Ausbeute hängt vom Alkoholgehalt der Kesselfüllung ab: Angesetzter (hat ca. 40-50%vol) ergibt nach Verdünnung in etwa wieder dieselbe Menge wie im Kessel, Hochgradige Maische ergibt nach Verdünnung ca. 1/3 der Kesselfüllung, Geiste (ca. 10-13%vol im Kessel) ergeben ca. 20% der Kesselfüllung.
      Brennzeit inkl. Aufheizzeit ca. 20-30 min.

    Eintrag Nr. 3237:

    Hallo Herr Schmickl,
    obwohl ich per Zufall das Glück hatte schon zweimal den Brennkurs besucht habe, bin ich mit dem Ergebnis meiner Brände nicht zufrieden. Die Randparameter wie Herstellung der Maische, Gärung der Maische und letztendlich der Brand sind sehr gut.
    Was mir am Schnaps trotz Verdünnungsmethode und Lagerung leider fehlt ist der typische Fruchtgeschmack.
    Und das führe ich nun auf das Ausgangsmaterial sprich das Obst zurück.
    Daher lautet meine Frage ob ich damit richtig liegen kann und wie das Obst für einen Birnen und Pflaumenbrand sein sollte.
    Neben Sorten die man auch im Westen Deutschlands bekommt interessiert mich
    wie reif die Früchte sein sollten,
    ob man am Fruchtgeschmack schon was festmachen kann,
    sollte das frische Obst schon sehr fruchtig, süß/sauer schmecken,
    ist Turbohefe hierfür die richtige Wahl ist.
    Vielen Dank und mit freundlichem Gruß
    Thomas aus dem Westen


    Thomas, NRW
    03.Jul.2009 12:59:36


      ad 1) "Vollreif" ist am besten. Am Baum sollten beispielsweise die Zwetschken so reif sein, dass sie bereits schrumpelig geworden sind. Daher empfiehlt es sich nicht, Obst z.B. im Supermarkt zu kaufen, weil in diesem Fall das Obst unreif geerntet wird und während der Lagerung nachreift. Deswegen fehlt einem Brand aus so einem Obst der Geschmack.
      ad 2) Daumenregel: je süßer das Obst schmeckt, desto mehr Aroma/Geschmack ist im Brand zu erwarten, Brände aus sauren Obstsorten (z.B. rote Johannisbeeren) sind eher geschmacksarm.
      ad 3) Ja, wie im Buch detailliert beschrieben.

    Eintrag Nr. 3236:

    Hallo Herr Dr. Schmickl
    Hätte mal zwei Fragen zu Biogen-M.
    1. Wie lange ist die ungeöffnete Flasche haltbar, bzw. gibt es überhaupt ein Verfalldatum?
    2. Wie lange ist es nach dem ersten Öffnen noch haltbar?
    Vielen Dank für Ihre Mühe


    Hollerbär, daheim
    03.Jul.2009 11:27:07


      In beiden Fällen unbegrenzt, sofern im Fall 2 die Flasche wieder verschlossen wurde.

    Eintrag Nr. 3235:

    Hallo Herr Schmickl
    Möchte mir gerne eine Maische ansetzen habe jedoch ein Problem mit meinen Früchten da ich nicht genau weiß wie sie verarbeitet werden.
    Bei meinen Früchten handelt es sich wahrscheinlich um gelbe Kirschpflaumen die jedoch eine säuerliche Schale haben und einen relativ hohen Pektingehalt haben.
    Habe mir letztes Jahr ein paar Liter Wodka mit den Früchten angesetzt ca 5 Wochen stehen lassen doch leider war das Ergebnis ein sehr bitterer angesetzter der mir eigentlich gar nicht mundet.
    Nun meine Fragen.
    Macht es Sinn den Angesetzten zu brennen?
    Von welchem Zuckergehalt darf man bei den Früchten ausgehen?
    Wenn ich mir eine Maische mit den Früchten ansetze und anschliesend brenne habe ich dann die Bitterstoffe auch in meinem Schnaps?
    Habe ihr Buch bereits mehrmals gelesen komme aber auf keine Lösung für meine Probleme
    Grüße Hans-Jürgen


    Hans-Jürgen, Grenzgebiet
    02.Jul.2009 21:22:50


      ad 1) Ja, macht Sinn. Das ist der Vorteil wenn ein Angesetzter destilliert wird: die Bitterstoffe gelangen nicht ins Destillat.
      ad 2) Gemäß Ihrer Beschreibung könnte der Zuckergehalt in etwa dem von Haferschlehen (Ziebarten) oder Quitten entsprechen, d.h. nach der alkoholischen Gärung wird der Alkoholgehalt bei ca. 2-4%vol liegen.
      ad 3) Nein, siehe ad 1)

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