Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3094:

    Servus miteinander.
    Ich wollte fragen ob jmd von euch weis was man als Schaumstop verwenden kann (Alternativ zu den fertigen Produkten). Ich habe schon mal etwas von Gelantine gehört, allerdings nichts genaues. Auch war in einer Doku über Schottischen Whiskey von normaler Seife die Rede. Die geben in einen 1000l Pot einfach ein paar Stücke Seife zu. Allerdings bekommt man heute eigentlich nirgentwo aromafreie Kernseife.
    Ich würde mich sehr um Tipps freuen, da ich vor habe Bananenbrand zu machen.
    mfg, Salvatore


    Salvatore, Bayern
    05.Mai.2008 12:42:22


      Mir ist nur die schaumverhindernde Wirkung von Silikonöl bekannt (in fertigen Produkten), die von Ihnen beschriebenen Methoden kenne ich leider nicht.

    Eintrag Nr. 3093:

    Ich möchte ca. 100Ltr. Zwetschgenmaische ansetzen. Als Destille verwende ich ihr DELUXE Gerät. Macht es Sinn, um einen gleichmäßig schmeckenden Schnaps zu erhalten, kleine Mengen (zu je ca. 10Ltr.) anzusetzen oder kann ich auch in einem 100Ltr. Gefäss die Maische ansetzen und dann nacheinander brennen? Wenn die 100Ltr.-Gefäss Lösung funktioniert, muss ich dann beim Brennen etwas beachten bzw. nachher alle Destillate zusammenschütten?

    D. G., deutschland
    04.Mai.2008 21:10:14


      Ja, Sie können alles in einem Gefäß einmaischen, portionsweise brennen und die Destillate anschließend vereinigen. Zu beachten ist dabei nichts besonderes.

    Eintrag Nr. 3092:

    Hallo Herr Dr. Schmickl, erstmal ein großes Lob für Ihr Buch und diese Seiten hier. Sie schreiben immer wieder, eine neue Anlage sollte vor dem ersten richtigen Brand mit geschwefeltem Wein gereinigt werden. Ich habe mir eine 40-Liter-Anlage gebaut und da ist mir der Wein einfach zu teuer. Der Kessel ist Edelstahl, der Rest aus Kupfer und hartverlötet. Nun wird bei uns der Wein mit Kaliumpyrosulfit geschwefelt. Kann ich denn diesen Stoff nicht auch 40 l Wasser zusetzen und damit einen Reinigungsdurchlauf machen? Wenn ja, wie viel müsste ich da zugeben? Zur Verfügung habe ich auch Essigsäure 80% oder Zitronensäure 50%. Eigentlich alles sehr kostengünstige Alternativen , wenn es denn funktioniert. Wozu können Sie mir raten und in welcher Konzentration jeweils? Besten Dank und „happy burning“ :-))

    M. S., Schwaben
    27.Apr.2008 22:26:02


      Danke! :-)
      Es geht ja nur darum, dass der Dampf schwach saure Eigenschaften hat und damit den Kühler besser reinigen kann. Es genügt in der Regel, wenn Sie sehr heiße Zitronensäurelösung (ja, 50% sind OK) einfüllen und anschließend mit heißem Wasser und Geschirrspülmittel gründlich nachspülen.

    Eintrag Nr. 3091:

    Im Buch steht auf S. 60 "Indirekt wird mit einem Dampfthermometer somit der Alkoholgehalt des Destillats ... gemessen, genau so als würde man dies nach dem Kühler mit einem Alkoholometer und entsprechender Vorrichtung tun, was bei industriellen Anlagen Standard ist."
    Ich habe eine Brennanlage geerbt, die genauso eine Vorrichtung am Kühler hat, dafuer aber kein Dampfthermometer am Kessel. Wie kann ich damit die Fraktionen trennen? Ist es z.B. zulässig anzunehmen, bis 70 vol% ist Vorlauf und ab 50 vol% Nachlauf?


    Thomas, Niederösterreich
    26.Apr.2008 21:10:28


      Vorlauf: Nein, das geht leider nicht so einfach, da der Alkoholgehalt des Vorlaufes nur vom Alkoholgehalt der Maische abhängt. Bereits geringste Unterschiede wirken sich so gravierend aus, dass mit dieser Methode nicht einmal ungefähr der Vorlauf richtig abgetrennt werden könnte. Daher sollten Sie, wie im Buch detailliert beschrieben, ein Brennprofil durchführen. Der Klebstoffgeruch ist wirklich unverkennbar. Wichtig: die so bestimmte Vorlaufmenge bleibt nur innerhalb eines Maischefasses gleich, sobald ein neues Maischefass geöffnet wird, muss auch der Vorlauf neu bestimmt werden.
      Nachlauf: Ja, das ist korrekt. Obwohl über den genauen Alkoholgehalt des Nachlaufbeginnes jeder Brenner seine eigene Meinung hat. Aber es ist richtig, dass der Nachlaufbeginn mittels am Kühler angeschlossenem Aräometer bestimmt werden kann.

    Eintrag Nr. 3090:

    Wieso wird mein Destilat milchig?
    Weis jemand Rat?


    Hans, ch
    14.Apr.2008 19:08:52


      Das kann unterschiedlichste Ursachen haben. Eine detaillierte Beschreibung finden Sie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby". Bei Trübungen von Obstbränden empfiehlt es sich den Brand zu verdünnen, bei Kellertemperatur ca. 2 Wochen stehen zu lassen und anschließend mit zwei ineinander gesteckten Faltenfiltern "fein" (siehe Menüpunkt "Produktliste") zu filtrieren.

    Eintrag Nr. 3089:

    Hallo zusammen!
    hab ne frage: beim brennen von weisswein entsteht da Metanol? und ist das giftig?
    Ich möchte einen Weisswein (sehr billig) destillieren. Danach werde ich ihn dann mit verschiedenen Getränken vermischen und konsumieren. Nun meine Frage: Kann ich mich drauf verlassen, dass mein Destillat methanolfrei ist?
    Danke euch und noch einen angenehmen Tag.


    benitob, Schweiz
    14.Apr.2008 17:08:23


      Nein, Methanol entsteht nicht durch's kochen. Damit Methanol in den Schnaps gelangt müsste er bereits im Wein enthalten sein. Ja, Methanol ist giftig. Wenn also der Wein Methanol enthält (was in der Regel nicht der Fall ist), befindet sich auch im Destillat Methanol, sonst nicht.

    Eintrag Nr. 3088:

    Liebe Brenngemeinde!
    Das Destillat aus meiner Classic kommt stoßweise aus dem Ausfluss, das heißt, es rinnt nicht. Was kann falsch sein. Ich habe darüber schon irgendwo gelesen, kann die Beiträge leider nicht mehr finden.
    Vielen Dank für die Hilfe.
    Brennneuling


    Brennneuling, SBG
    13.Apr.2008 09:12:28


      Die Kühlspirale sollte fallend, ohne Dellen, angebracht sein, sodass innerhalb des Kühlrohres das Destillat immer frei abrinnen kann. In einer Delle sammelt sich das Destillat und wird dann, wie von Ihnen beschrieben, stoßweise herausgedrückt. Kontrollieren Sie daher Ihre Kühlspirale dahingehend und biegen diese mit der Hand wieder so zurecht (geht bei der Classic ohne Kraftaufwand), dass die Spirale nirgendwo ansteigt.

    Eintrag Nr. 3087:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    hier meine Frage: Warum soll man zur Herstellung von Haselnussgeist den Grundalkohol zum Brennen auf 10-12%vol verdünnen, während man den Haselnuss-Ansatz unverdünnt (43%vol ?) brennt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Achim


    Achim, BRD
    08.Apr.2008 16:42:33


      Wie im Buch beschrieben: bei der Geistherstellung wird geschmackloser Alkohol verwendet, dessen Dampf die Aromastoffe der Früchte/Kräuter aufnimmt. Nach relativ kurzer Zeit sind diese jedoch ausgelaugt. Wie bei der Wasserdampfdestillation zur Gewinnung ätherischer Öle, auch hier scheiden sich die Öle vorallem zu Beginn der Destillation ab. Daher macht es keinen Sinn hochprozentigen Alkohol zu verwenden, welcher die Destillationsdauer unnötigerweise verlängern würde. Es besteht eher die Gefahr, dass die Pflanzenteile zerkochen und damit einen unangenehmen Geschmack erzeugen.
      Beim Angesetzten wurden während der Lagerung bereits ein Großteil der Aromastoffe extrahiert, befinden sich also in Lösung. Daher macht es hier wiederum Sinn den Ansatz unverdünnt zu destillieren. Hier würde eine Verdünnung VOR dem Brennen den Geschmack vom Destillat strecken. Werden Destillate verdünnt, nimmt der Geschmack NICHT ab. Leider wird oft fälschlicherweise angenommen, dass dies der Fall sei.

    Eintrag Nr. 3086:

    letztes Jahr habe ich das 1. Mal Kirschmaische destilliert - mehrere Fässer - 200 l waren gut. 1 Fass sauer. Aus Neugierde habe ich auch dieses destilliert und bekam "Essig" als Ergebnis. Danach habe ich wieder gute Maische gebrannt und mein Destillat war grün/blau. Der Kupferkessel hatte einen grünen Belag. Ich versuchte meine Brennanlage zu reinigen. Erst sanft mit Tuch und feinem Sand, dann Stahlwolle ect. zum Schluß sogar mit Bohrmaschine und Schleifscheibe. Einen Teil konnte ich entfernen; danach mit Soda speziell für das Steigrohr,und zum Schluß 1 Kessel Wasser verdampfen lassen und war der Meinung, jetzt müßten alle Rückstände entfernt sein. Dieses Jahr habe ich erneut 1 Kessel Kirschmaische gebrannt und der 1. Brand war schon grün/blau. Wie kann ich meine Brennanlage reinigen? Ist sie total ruiniert? Im Internet habe ich nach Kupferverbindungen gesucht: Kupfer und Essigsäure (ich nehme an, meine saure Maische) verbindet sich und bildet einen grünlichen Belag. In Alkohol wäre das wieder löslich. Entweder ist das Ergebnis jetzt Kupferacetat oder Kupfersulfat. Beides ist gesundheitsschädlich. Kann ich meinen Kirschschnaps durch irgendeinen chemischen Zusatz wieder filtern? Ich bin für jeden Tipp mehr als dankbar.
    Ihre
    Brigitte Krahl


    Brigitte Krahl, Italien
    08.Apr.2008 15:43:34


      Anlage reinigen: am besten mit sehr heißer Zitronensäurelösung (ca. 50 g je Liter) bzw. tatsächlich mit konz. Salzsäure (nur KURZ einwirken lassen, sonst löst sich ganze Anlage auf) und in beiden Fällen sehr gründlich mit viel heißem Wasser mit Geschirrspülmittel auswaschen, sodass keine Säurereste zurückbleiben.
      Kirschschnaps: nochmals destillieren, aber mit einer sauberen Anlage.

    Eintrag Nr. 3085:

    Hallo lieber Dr. Schmickl,
    zunächst vielen Dank für dieses tolle Forum und Ihr Buch. Ich habe damit schon sehr viele tolle Ergebnisse erzielt.
    Allerdings habe ich eine Frage, die weder hier im Forum, noch in den Fachfragen und auch nicht im Buch beschrieben ist: Und zwar betrifft es die Verwendung von Aktivkohle. Im Buch steht, ca. 1 Esslöffel auf 5 Liter (Nachlauf) um diesen zu reinigen. So weit so gut. Nun habe ich aber gehört, dass man die Aktivkohle vor der ersten Verwendung "aktivieren" muss. Dies soll durch auskochen mit heissem Wasser (bis zu 4 mal) geschehen, da die Kohle ansonsten ihre Wirksamkeit nicht entfaltet.
    Es soll noch eine Methode geben (Leistungssteigerung um 150 %) in dem man den o.a. Vorgang macht, die Kohle dann aber über Nacht im 4. Wasser stehen lässt, am nächsten tag das Wasser abgiesst und den Vorgang nochmals wiederholt.
    Sagen Sie, ist da was dran? Und wenn ja, funktioniert das wirklich besser? Ich habe nämlich festgestellt, dass wenn ich meinen Nachlauf, z.B. von einem Pflaumenbrand, ganz normal wie im Buch beschrieben mit der Aktivkohle versetze, auch nach einigen Wochen immer noch dieser "Pflaumengeruch" vorhanden ist. Und der soll doch normalerweise von der Aktivkohle absorbiert werden, oder?
    Ich danke Ihnen jetzt schon für Ihre Bemühungen und freue mich auf eine Antwort.
    Lieben Gruß aus S-H
    Michael


    Nordbrenner, SH
    04.Apr.2008 09:47:31


      Danke, das freut uns! :-)
      Ja, stimmt, Aktivkohle kann (re)aktiviert werden, wenn die adsorptiven Zentren, welche die Aromastoffe binden sollen, großteils bereits "belegt" sind. Allerdings ist mir nur bekannt, dass man in diesem Fall die A-Kohle ausheizen kann (bei maximal ca. 110°C). Trotzdem nimmt die Aufnahmefähigkeit immer mehr ab, d.h. endlos kann Aktivkohle nicht verwendet werden.
      Die Wasser-auskoch-Methode lese ich zum ersten Mal, daher kann ich darüber auch keine sinnvolle Aussage treffen. Am besten probieren Sie's also selbst aus, ein kurzer Erfahrungsbericht würde sicher viele Leser hier interessieren.
      Ihre Beobachtung mit dem Geruch stimmt ebenfalls, gewisse Aromastoffe werden nur schlecht von der Aktivkohle gebunden.
      Eine viel bessere Reinigung gelingt durch's sogenannte "Säulen": dazu ein Rohr (Länge: ca 0,5-1 m, Durchmesser: ca 2-5 cm) vertikal aufstellen, unten mit z.B. Fliegengitter (damit Kohle nicht durchfällt) sowie einen Stoppel mit Schlauchstück/Quetschhahn verschließen und mit Aktivkohle auffüllen. Dann den zu reinigenden Alkohol oben langsam eingießen und über den Quetschhahn den Durchfluss so einstellen, dass es mehr oder weniger langsam heraustropft. Die Kohle sollte beim Einfüllen bereits nass (mit Alkohol getränkt) sein, damit keine Luftblasen eingeschlossen werden, wenn der zu reinigende Alkohol zugegeben wird. Dieses Verfahren ist im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" ebenfalls kurz beschrieben.

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