Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3084:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    ein großes Lob für ihr Buch und für den gelungenen Internetauftritt. Seit kurzen besitze ich eine Destille, bestehend aus 8L Edelstahltopf, angeschraubtem Steigrohr (d=28mm) und 30cm hoch sowie einen gut gekühlten Spiralkühler. Dichtungen alle aus Silikon. Mein erster Versuch war ein Brand aus einer Traubenmaische. Nach dem destillieren ist mir aber aufgefallen, dass das Destillat einen furchtbaren stechenden Geruch hatte, trotz guter Trennung von Vorlauf und Nachlauf, aber es war klar und nicht trüb. Danach habe ich meine eigene Apfelmaische hergestellt und gebrannt. Der Geruch war komischerweise der selbe, stechend und scharf und probeweise ungenießbar. Woran kann das liegen? Mildert sich der Geschmack nach dem Lagern für 3 Wochen mit Watte als Deckel stark ab, so dass man ihn trinken kann? Die Destille hatte ich natürlich vorher mit Zitronensäure und Weindestillat gesäubert und gründlich gespült, wie von Ihnen beschrieben! Danke im Voraus für die Hilfe.
    MfG, Peter K.


    Peter K., NRW, Paderborn
    02.Apr.2008 23:11:26


      Danke, wir bemühen uns! :-)
      So trivial es auch klingt: der scharfe Geschmack stammt entweder aus der Anlage oder aus der Maische. Normalerweise schmecken frische Destillate bereits hervorragend und werden beim Lagern immer besser. Wenn sie von Beginn an scharf schmecken, werden sie im Allgemeinen auch beim Lagern nicht mehr milder. Oft verstärkt sich der Fehlgeschmack sogar.
      Machen Sie doch folgenden Versuch, um zu testen, ob es an der Anlage liegen könnte: verdünnen Sie im Supermarkt gekauften Korn (nicht gerade den billigsten Fusel aus Osteuropa) auf Weinstärke (ca. 11-13%vol) und destillieren Sie dies. Wenn auch hier der beschriebene Fehlgeschmack auftritt, liegt's an der Anlage, ansonsten sollten Sie die Herstellung Ihrer Maischen überdenken.

    Eintrag Nr. 3083:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    habe Ihr Buch und bin mit Ihrer Seite ganz gut vertraut. Aber eine Frage hätte ich doch: Soll ich, wenn ich eine Flasche länger lager, die Flasche ab und zu mal öffnen, um frische Luft an den Schnaps zu lassen, oder soll die Flasche besser zu bleiben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Anton K.


    Anton, Hessen
    30.Mär.2008 14:36:27


      Ja, macht durchaus Sinn, am besten dabei schütteln. Denn erst durch den Luftkontakt kann der Schnaps reifen. Stattdessen oder zusätzlich empfiehlt es sich daher auch, frische Destillate einige Wochen in offene Flaschen (bzw. nur mit einem Wattebausch verschlossen) bei Kellertemperatur zu lagern, bevor diese verkorkt werden.

    Eintrag Nr. 3082:

    Hallo,
    mein Vater hat einen landwirtschaftlichen Betrieb und daher entsprechendes Brennrecht. Obst aus eigenem Bestand wurde bisher regelmäßig in einer Brennerei eines Nachbarortes gebrannt. Nun denken wir über die Anschaffung einer Anlage in der Größenordnung 30-50Liter Brennkessel nach. Dürfen wir eine solche Anlage kaufen, beziehen und betreiben? Gibt es dazu Auflagen bezüglich der Räumlichkeiten (gefliester Raum, Wasseranschluß etc.)? Darf der Maische Hefe zugegeben werden oder muss sie der Wildgärung überlassen werden? Dürfen bei Ansätzen (auch in Verbindung mit dem Obstkorb im Dampfraum) auch andere als selbst erzeugte Früchte verwendet werden? Wer kann mir diesbezüglich weiterhelfen?
    Gruß Mario Schmidt


    Mario Schmidt, Deutschland, Bayern
    30.Mär.2008 13:01:38


      Da bereits ein Brennrecht vorliegt, dürfte die Anschaffung und der Betrieb einer eigenen Brennanlage aus rechtlicher Sicht kein Problem sein. Einzige Bedingung der Räumlichkeit: sie muss für die Beamten zugänglich sein, für eventuelle Kontrollen. Wasseranschluß, gefliester Raum usw. sind rechtlich nicht notwendig, erleichtern jedoch wesentlich die Arbeit mit der Anlage. Selbstverständlich darf (soll) der Maische Hefe zugegeben werden! In Österreich werden sogar von den Behörden selbst diesbezügliche Infozettel an Abfindungsbrenner ausgegeben, damit die hergestellten Brände auch genießbar sind. Für Abfindungsbrenner nicht erlaubt ist die Zugabe von "alkoholbildenden Substanzen" (also Zucker). Ob Sie auch nicht-eigenes Obst verarbeiten dürfen hängt vom jeweiligen Brennrecht ab, im Rahmen eines "kleinen" Abfindungsbrennrechtes ist dies nicht erlaubt.
      Infos diesbezüglich erhalten Sie dort, wo Sie auch Ihren Brennkessel und Ihre geplanten Brennvorgänge anmelden müssen: beim für Sie zuständigen Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung. Bei einem bestehenden Brennrecht sollte der Betreiber der Landwirtschaft das aber bereits wissen.

    Eintrag Nr. 3081:

    Guten Tag
    Zum grössten Teil aus Neugierde habe ich mir eine simple Brennanlage gebaut.
    - 5l Schnellkochtopf
    - Deckel einen Kupferwinkel und ca 1 m Kupferrohr 22mm leicht abfallend dazwischen einen Kühler eingebaut und los.
    Das Ergebnis hat mich doch sehr erstaunt. Aus einer Flasche Wein hab ich ca 0.2l Brand erzeugt mit über 40% (nicht gemessen.. ich kannte noch den Spruch aus der Schule: er brennt er brennt er hat über 40 Prozent)
    Meine Frage 1: Ich bin kein Schnapstrinker... Könnte man das Destillat bedenkenlos verkosten.
    Frage 2: Im Net steht etwas von Turbohefe 48h ... ist das realistisch und wäre ein Brand nach 48 h Gärzeit der Maische geniessbar
    VG
    Holger


    Holger, NRW
    27.Mär.2008 21:14:58


      Anmerkung: ob Schnaps brennt oder nicht hängt auch von der Temperatur ab. Wenn Sie einen Finger in 35%vol eintauchen und anschließend den Finger anzünden, brennt's auch. Auf's Ausblasen sollten Sie dabei nicht vergessen...
      ad 1) Ja, wenn der Wein sauber vergoren wurde. Dies ist bei Weinen, die im Handel erhältlich sind, in der Regel der Fall (sonst bekäme man schon vom Weintrinken Kopfweh).
      ad 2) Ja. Nur ist dieser dann nicht vollkommen geschmacksneutral, dazu müssten Sie das Destillat mit Aktivkohle behandeln.

    Eintrag Nr. 3080:

    Sehr geehrter Hr. Dr. Schmickl,
    dank Ihres guten Buches und der von Ihnen bezogenen Destille brenne ich nun schon seit ca. 5 Jahren recht erfolgreich Schnaps.
    Leider bin ich mit den Lieferanten, bei denen ich bis dato Hefe, Hefenährsalz und Biogen-M bezogen habe, nicht zufrieden. Können Sie mir einen guten Lieferanten empfehlen, welcher in Deutschland ansässig ist oder der nach Deutschland liefert.
    Vielen Dank
    Mit freundlichen Grüßen
    Roland W


    Roland W, thüringen
    25.Mär.2008 17:23:18


      Wir liefern auch nach Deutschland, siehe Menüpunkt "Bestellformular".

    Eintrag Nr. 3079:

    Frage an Experten: Lebe in Costa Rica und habe auf meinem Grundstueck sehr viele Mangobaeume! kann die Fruechte nicht verwerten und moechte sie auch nicht am Boden vergammeln lassen! Gibt es eine Moeglichkeit einen Schnaps daraus zu brennen? Wer kann mich dabei beraten?
    vielen Dank Federico


    Friedrich Veigl, Costa Rica / Guanacaste
    23.Mär.2008 16:28:43


      Im Endeffekt so behandeln wie jedes andere Steinobst auch. Ich würde die Früchte vor dem Einmaischen jedoch abschälen (wegen der bei Mangos oft harzigen Bestandteile). Am besten gehen Sie so vor wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beschrieben, also Reinzuchthefe, Verflüssiger (beim Mangos ca. die fünffache Menge als auf der Beschreibung angegeben), Säureschutz (Biogen M) und Gärspund verwenden.

    Eintrag Nr. 3078:

    Sehr geehrter Herr Schmickl.
    Ich habe im Februar Zwetschken gebrannt. Die Früchte wurden in 100 l Fässer gemaischt und in einem Obstkeller gelagert. Die, ohne Zusatz, vergorene Maische sah ganz normal aus. Beim Rauhbrand fiel mir schon auf, daß dieser sehr säuerlich schmeckte. Erst dann kostete ich die Maische die ebenfalls dieses saure hatte. Das war bei meinen vorigen Bränden nie so. Alkoholausbeute war normal. Beim Feinbrand verging das leider nicht. Er schmeckt eigenartig säuerlich, obwohl im Nachgeschmack wieder interessant und nicht wirklich unangenehm. Aber die Säure stört. Haben Sie dafür eine Erklärung? Früchte? Gärung? Der Keller? Kann man da was verbessern/retten? Nochmals brennen?
    Vielen Dank für die Antwort im voraus, Blasl Georg.


    Blasl Georg, Ennstal
    21.Mär.2008 22:59:12


      Ja, leider ist es mancherorts auch heute immer noch üblich Obstbrände aus wild vergorenen Maischen herzustellen. Wie Sie ja selbst bemerkt haben, ist das Ergebnis eigentlich ein Zufallsprodukt verschiedenster Mikroorganismen, die den Obstbrei zersetzen. Manchmal tritt die alkoholische Gärung wegen der Wildhefen ein, oft verschimmelt oder verfault jedoch das Ganze. Solche Brände haben daher auch immer einen für Wildgärungen typischen, in der Regel stark auftretenden, Fehlgeschmack der an Komposthaufen, Essig, faulendes Fallobst o.ä. erinnert.
      Eigentlich ist es am sinnvollsten alles zu entsorgen. Sie könnten jedoch versuchen den Brand mit Aktivkohle zu behandeln, sodass Sie daraus zumindest geschmacksneutralen Alkohol gewinnen. Ich fürchte jedoch, dass auch mit dieser Methode der Fehlgeschmack nicht entfernt werden kann. Bevor Sie in der nächsten Saison wieder mit dem Einmaischen beginnen, sollten Sie sich unbedingt das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durchlesen.

    Eintrag Nr. 3077:

    Wie lange muss die kühlschlange prozentual zur größe meines kessels sein?
    danke


    kleidorfer michael, Oberbayern
    18.Mär.2008 11:35:46


      Das hängt von sehr vielen Parametern ab, wie z.B. Dampfdurchflußmenge, Rohrdurchmesser, Kühlwassertemperatur, kontinuierlicher oder stationärer Kühlwasserbetrieb, Kühlertyp usw. Im Buch sind die gängigsten Kühlertypen für professionelle Schnapsbrennanlagen beschrieben. In der 'Fotogalerie' (siehe Menü links oben) finden Sie viele Bespiele von Kühlern bei Selbstbauanlagen.

    Eintrag Nr. 3076:

    Hallo,
    habe eine 20 L Anlage mit 8m langer Kupfer- Kühlschlange. Ich habe große Probleme die Schlange reinigen zu können. Kann ich Salzsäure zur Reinigung einfüllen oder gibt es dabei Nachteile. Bedingt durch die Länge der Schlange kann ich nichts zur Reinigung durchziehen oder durchblasen. Brauche mal einen richtigen Tipp.
    Danke Elias


    elias, Sachsen
    13.Mär.2008 21:41:06


      (Konzentrierte) Salzsäure ist zwar die moschus-brutalus Methode, geht aber prinzipiell. Wichtig: nur kurz einwirken lassen, sonst löst sich die ganze Schlange auf. weiters: danach mit sehr viel heißem Wasser nachspülen, und eventuell auch Geschirrspülmittel verwenden, damit nichts von der Säure zurückbleibt und sich dadurch kein Grünspan bilden kann. Alternative: eine möglichst heiße Zitronensäure-Lösung (ca. 50 g je Liter), und danach ebenfalls gründlich nachspülen.

    Eintrag Nr. 3075:

    meine Frage, wenn ich Rhabarber vergäre, event. maische- oder saftgärung, und dann brennen will, muß ich dann auch wie bei der weinherstellung die im wein gesundheitsschädlich wirkende oxalsäure ausfällen, oder hat selbige keinen einfluß auf das destillat. für die beantwortung meiner frage bedanke ich mich im vorraus,
    mit freundlichem gruß


    lau, norddeutschland
    08.Mär.2008 02:02:08


      Da Oxalsäure fest ist und der Siedepunkt (eigentlich Zersetzung) bei ca. 150°C liegt, kann diese nicht mitdestilliert werden und bleibt im Kessel zurück. Das Destillat ist somit Oxalsäure-frei.

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl