Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3074:

    Unsere Anlage: hat 50 Liter Brennvolumen, ist ein Edelstahlbierfass und wird mit einem Gasbrenner 9,5 KWh beheizt. Der Kühler ist ebenfalls in einem 50 Liter Edelstahlbierfass integriert. (Eine fast ähnliche Anlage gibt es in der Bildergalerie, nur dass wir ein Thermometer am höchsten Punkt haben und unser "Verbindungsrohr" zum Kühler hat einen größeren Durchmesser)
    Wir haben Apfelwein als Basis für die Schnapsherstellung mit ca. 12,5%vol genutzt.
    Nachdem wir die ersten 9 Liter (63%vol im Mittel) gewonnen hatten (Dauer ca. 8,5 Stunden, Temperatur am höchsten Punkt ca. 86 Grad Celsius konstant), kam relativ plötzlich kein Destillat mehr aus dem Kühler (Messung ergab 53%vol). Wir stoppten den Brennvorgang und öffneten die Brennkammer um eine mögliche Schaumbildung zu prüfen (Temperatur war bei konstanter Brennerleistung (minimale Zufuhr) auf ca. 92 Grad Celsius gestiegen. Da sich kein Scham gebildet hatte und der Wein noch 5%vol aufwies entschlossen wir uns den Brennvorgang fortzusetzen. Bei einer Temperatur von ca. 96 Grad Celsius begann wieder Destillat aus dem Kühler zu laufen und wir haben noch 4 Liter Alkohol gewonnen. Bei einem Alkoholgehalt von ca. 30% beendeten wir den Brennvorgang und haben im Ergebnis ca. 13 Liter Alkohol mit 55%vol.
    Warum stoppte der Brennvorgang???
    Wir wollen einen Zweitbrand durchführen. Können wir die 13 Liter mit 37 Liter stillen Mineralwasser auffüllen um die 50 Liter Brennvolumen auszufüllen???
    Bzw. was ist beim Zweitbrand zu beachten???
    Vielen Dank.


    Thomas, Sachsen
    03.Mär.2008 14:32:38


      Soweit man das von der Ferne aus beurteilen kann, hat es aufgehört zu kochen, weil die Brennerleistung zu gering war. Genau genommen müsste die Brennerleistung während des Brennens fortlaufend ein klein wenig höher eingestellt werden, da durch die höhere Dampftemperatur (hängt vom Alkoholgehalt im Kessel ab, und dieser nimmt immer mehr ab, siehe Buch) auch die Wärmeabstrahlung der Anlage immer größer wird und dadurch mehr Brennerleistung notwendig ist, um das Ganze am kochen zu halten. Normalerweise ist dieser Effekt nicht bemerkbar (weil z.B. kleine Anlagen oder gut isoliert), aber manchmal, wie bei Ihnen, eben doch.
      Machen Sie auf keinen Fall einen zweiten Brand! Je öfter destilliert wird, desto mehr Aroma geht verloren. Doppelt brennen sollten Sie nur dann, wenn das Ergebnis des ersten Durchganges weniger als Schnapsstärke (also deutlich weniger als 39%vol) hat.
      Fazit: die 13 Liter mit 55%vol auf ca. 43%vol verdünnen und genießen!

    Eintrag Nr. 3073:

    Hallo!
    Ich könnte jetzt noch Trester aus einer Weinkellerei bekommen. Wie sollte der bis zum Brennen behandelt werden? Wann man da den Alkoholgehalt mit dem Vinometer messen?
    Vielen Dank


    Daniel, Masuren
    02.Mär.2008 15:59:34


      Bei Weißwein werden die Trauben noch vor der Gärung ausgepresst, der Pressrückstand nennt sich Trester. In diesem Fall ca. 1:1 mit Wasser aufschlämmen und gären lassen. Ist der Trester jedoch alkoholhältig, weil die Pressung erst nach der Gärung erfolgt ist (Rotweinherstellung), dann den Trester ca. 1:1 mit (am besten demselben) Wein auffüllen und brennen. In diesem Fall können Sie vom Trester auch den Alkoholgehalt mit einem Vinometer messen, dazu ca. 1-2 Esslöffel mit einem Kaffeefilter filtrieren, damit die Kapillare nicht verstopft.

    Eintrag Nr. 3072:

    Hallo
    Ich interssiere mich fürs Schnapsbrennen und möchte einmal selber welchen herstellen. welche obstbäume sind am ertragreichsten um so viel schnaps wie möglich herstellen zu können?
    mfg altenberger oliver


    Altenberger Oliver, salzburg
    01.Mär.2008 13:43:34


      Dafür benötigen Sie Früchte mit einem möglichst hohen Zuckergehalt. Dies sind z.B. Zwetschken (ist nicht dasselbe wie Pflaumen!) oder Weintrauben. Weitere Angaben anderer Früchte finden Sie im Buch.

    Eintrag Nr. 3071:

    Hallo,
    erstmal ein großes lob für diese HP, Ihr Buch und voralem für die sehr nette freundlichkeit bei ihnen. Wir haben einen sehr guten eindruck von ihnen bekommen und können mit ruhigem gewissen sagen "hier kann man blind vertrauen".
    Aber nun zu meiner frage, ich bin ja nun glücklicher besitzer einer deluxe, habe sie natürlich gleich mal ausprobiert (ein sehr schönes handgefrertigtes stück, ohne macken oder sonst ein mangel), habe 5 L Weiswein aus einer Flasche gleich mal destilliert und siehe da genau bei 81° fing es doch an zu tropfen, also kein vorlauf, weiter gemacht bis 91°, dann den nachlauf extra aufgefangen. Ich habe ca 550 ml Mittellauf zu 55%Vol herrausbekommen, ist das OK?
    Ach ja, der wein hatte 10%Vol.
    ein farbenfroher gruß
    klecksi


    klecksi, Niedersachsen
    27.Feb.2008 09:09:44


      Danke, freut uns!
      Ja, Ihr Ergebnis ist in Ordnung. Wahrscheinlich war der Kessel nur teilweise befüllt, durch den dadurch großen Dampfraum im Dom/Kessel erklärt sich der ein wenig überhöhte Alkoholgehalt, stellt aber kein Problem dar.

    Eintrag Nr. 3070:

    Moin Fachleute
    Habe soeben meinen ersten Reinigungs oder auch Testbrand mit 9,5% haltigen Weißwein gemacht. Habe vorher schon mal mit Wasser einen Durchlauf gestartet bis auf 100 grad, Thermometer blieb auch so bei 98grad stehen. Jetzt mit Wein fing das Kondensat erst bei 90 grad an zu laufen.Thermometer sitzt ganz oben im Bogen übergang Steigrohr/Geistrohr. Kondensat hatte auch einen Alkoholgehalt von 47%, aber das mit der Temperatur macht mich stutzig, wo doch normalerweise bei ca.80 Grad der Edelbrand fliessen soll. Kann mir einer Tipps geben.Bedanke mich schonim voraus.
    Der Mühlenbrenner


    Uden, Jürgen, Norddeutschland
    21.Feb.2008 11:04:26


      Das Thermometer hat keinen Messfehler, wie der Versuch mit Wasserdampf gezeigt hat. Da bei einer Alkoholdestillation, im Gegensatz zu Wasser, die Dampftemperatur nicht überall in der Anlage gleich ist, kann der Fehler nur daran liegen, dass Sie am falschen Punkt messen. Dies muss der höchste Punkt sein, an dem der ungekühlte Dampf noch hinkommt, dies ist noch im Steigrohr, auf der Höhe der Unterkante des Geistrohres.

    Eintrag Nr. 3069:

    Grüß Gott,
    ich habe ein 5l.eichenfass, es war neu. habe es mit rotwein gefüllt und es wurde undicht. nach anfragen in weinhandlungen habe ich das faß mit lebensmittelparafin ausgeschlagen. es wurde dicht, aber nach leeren des faßes und neuer befüllung ist es an einigen stellen wieder undicht.
    meine große bitte, was kann ich tun??
    mit besten empfehlungen
    jens kühn


    Jens Kühn, Salzburg
    17.Feb.2008 17:39:53


      Vielleicht hilft auch folgendes: das ganze Fass in einen großen Behälter mit Wasser geben und mit etwas beschweren, sodass sich das Fass zur Gänze unter Wasser befindet. Und einige Wochen warten. Es könnte sein, dass durch's Aufquellen des Holzes das Fass wieder dicht wird. Wenn Sie darin Schnaps lagern möchten, auf keinen Fall Parafin verwenden, dieses wird vom hohen Alkoholgehalt aufgelöst.

    Eintrag Nr. 3068:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    nachdem ich einen hervorragenden Birnenbrand erstellt habe, ist mir beim Verdünnen des Alkohols leider der Brand milchig geworden.
    Habe zum Verdünnen auch destilliertes Wasser verwendet. Was habe ich falsch gemacht. Zur Info., es war kein Nachlauf dabei.
    Grüße Mane


    Mane, Bayern
    17.Feb.2008 17:06:58


      Ist an sich ein positives Zeichen, bedeutet sehr intensives Aroma. Zum Filtrieren den verdünnten Schnaps einige Wochen bei Kellertempertaur lagern, dann mit zwei ineinander gesteckten Faltenfiltern "fein" (siehe Produktliste) filtrieren. Dies ist übrigens im Buch ebenfalls beschrieben.

    Eintrag Nr. 3067:

    Hallo Herr Schmickl
    Habe Heuer meinen esten Schnaps gebrannt mit einer brennerrei von Ihnen; ging ganz gut. Aber irgendwas ist komisch bei mir, und zwar hat die maische 23% und der edelbrand geht erst bei 84 grad los. Habe so gut wie keinen vorlauf, und der fertige edelbrand hat einen alkoholgehalt von 75-77%. Von der qualität des auf trinkstärke (43%)Verdünnten schnapses kann man nichts schlechtes sagen, im gegenteil! Aber müsste der edelbrand nicht bei 81 Grad losgehen, bis 91Grad? (und wenn maische stärker ist noch früher?) Und Warum ist der Alkohol gehalt so hoch (75-77%)? Ist das eh normal, oder passt was nicht?


    p.d., Steyr-Land
    08.Feb.2008 09:01:28


      Nein, 75-77%vol sind viel zu hoch. Sie sollten daher weiter brennen bis im gesamten Mittellauf der Alkoholgehalt ca. 57-59%vol beträgt (bei ca. 23%vol im Kessel). Eventuell haben Sie das Thermometer nicht richtig montiert bzw. es zeigt etwas falsches an. Geben Sie dieses zur Überprüfung ca. 10 min lang in kochendes Wasser. Wenn nicht 98°C angezeigt werden, melden Sie sich bitte bei uns per e-Mail zwecks Umtausch.

    Eintrag Nr. 3066:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    plane gerade eine Eigenbauanlage für aromatische Brände. Habe Sie so geplant:
    - 15l Alu Topf mit Edelstahlhelm
    - geflanschtes Steigrohr d=22mm, l=100mm
    - Thermometer oben am Steigrohr, so daß an der Unterkante des Übergangs zum Geistrohr gemessen wird.
    - Geistrohr mit d=15mm, l=300mm leicht fallend
    - Liebigkühler 15/22mm Gegenlauf mit l= 1000mm leicht fallend.
    - Rohre aus CU, alle Verbindungen die mit Brand in Kontakt kommen mit Silberlot hartgelötet, am Kühler evtl. weichgelötet.
    Sind die Abmessungen/Dimensionierungen i.O? Sollte das Geistrohr einen anderen Durchmesser als das Kühlrohr im Liebigkühler haben?
    Haben Sie sonst Anregungen oder Verbesserungen für mich, bin für alle Hinweise dankbar.
    Besten Dank Ihnen schon mal und ein riesiges Lob an Ihre Seite - Top informativ und kompetent- Weiter so.
    Gruß
    Christian


    Christian, Bayern
    06.Feb.2008 21:57:36


      Ja, Ihre Angaben sind OK. Wenn konstruktionsbedingt möglich, würde ich die Höhe des Steigrohres allerdings so weit wie möglich verkürzen, sonst könnten die in Fachfrage Nr. 3064 beschriebenen Effekte auftreten.
      Danke, wir werden uns bemühen!

    Eintrag Nr. 3065:

    Hallo,
    wieder ein Lob zu ihrem sehr verständlichen und sehr interessanten Buch.
    Konnte aber keine Antwort auf meine Fragen finden: Sollte man hochqualitative Schnäpse hochprozentig lagern, und erst vor Verwendung auf Trinkstärke einstellen. Macht es Sinn den Korken zusätzlich mit Wachs zu versiegeln? Sollten die Lagergebinde fast voll sein?
    Schöne Grüsse aus der Steiermark
    Heinz


    Heinz Altreiter, Steiermark
    04.Feb.2008 18:15:09


      Ebenfalls danke! :-)
      Diesbezüglich gehen die Meinungen weit auseinander. Unsere Erfahrung geht in die Richtung, dass sobald als möglich nach dem Brennvorgang auf Trinkstärke verdünnt werden sollte, wenn das Destillat anschließend in z.B. in Glasflaschen bzw. -ballons gelagert wird. Bei Holzfässern selbstverständlich unverdünnt lagern.
      Nein, Korken nicht mit Wachs versiegeln, weil durch die winzigen Undichtheiten der Schnaps noch "atmen" kann und im Lauf der Jahre dadurch noch an Qualität gewinnt. Geschieht die Lagerung bei Kellertemperatur, nimmt dadurch der Alkoholgehalt nicht ab. Wenn die Gefäße nicht fast voll sind, sozusagen mit "Luftpolster", wird dieser Effekt noch verstärkt.

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