Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3024:

    Hallo!

    Ich habe 20 Liter 12%ige Maische aus Zucker hergestellt und aus dieser dann mit einer Pottstill ca. 9 Liter 40%igen Raubrand gebrannt. Beim Feinbrand hatte ich enorme Probleme beim Abtrennen des Vorlaufes. Mit wieviel ml Vorlauf muß ich denn ca. rechnen? Wenn ich gewartet hätte bis die Dampftemperatur am obersten Punkt des Steigrohres 80-81°C erreicht hätte, wären ca. 2 Liter!!!! Vorlauf entstanden. Das kann doch nicht sein, oder?


    volker, sachsen
    04.Dez.2007 20:13:36


      Stimmt, kann nicht sein. Deswegen sollten Sie den Vorlauf auch nicht unterhalb einer bestimmten Temperatur abtrennen, sondern nur solange der Temperaturanstieg deutlich erkennbar noch sehr schnell ist (genauso wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr genau beschrieben). Wenn Sie sauber eingemaischt und Hefe, Säureschutz usw. verwendet haben, ist der Vorlauf sehr gering, bei Ihrer Menge ca. ein halbes Schnapsglas voll.
      Vorlauf riecht nach Klebstoff. D.h. wenn das Destillat nicht nach Klebstoff riecht, ist's kein Vorlauf (ist ebenfalls im Buch sehr detailliert beschrieben).

    Eintrag Nr. 3023:

    Hallo
    habe pflaumen eingemaischt dann gebrand, geschmack und geruch gut hat 45% jetzt nach 6 wochen stehen bilden sich weiße flocken (so ähnlich) habe alles schon einmal durch ein kaffefilter gekippt und es war weg dann bildet es sich wieder, was könnte dies sein, kann man dies noch trinken?
    mfg karsten


    Karsten, Deutschland
    04.Dez.2007 18:30:44


      "Flocken" deuten auf Kalkablagerungen hin, denn die im Leitunsgwasser gelösten Kalksalze sind in Alkohol nicht lösbar. Ihre Beobahctung stimmt, es wird, wenn zu Kurz nach dem Verdünnen filtriert, immer wieder ausflocken. Daher:
      - Schnaps verdünnen
      - einige Wochen bei Kellertemperatur stehen lassen
      - mit einem Faltenfilter "fein" (siehe Produktliste) filtrieren, da ein Kaffeefilter meistens doch zu grob ist

    Eintrag Nr. 3022:

    Wie viele Wochen oder Monate ist Turbohefe denn haltbar?

    K.Kress, Hessen
    28.Nov.2007 17:39:28


      Original verschlossen laut Ablaufdatum, meist Jahre. Geöffnet, ohnen Luftzutritt (wichtig: es darf keine Luftfeuchtigkeit eindringen können), ein halbes Jahr bis ein Jahr.

    Eintrag Nr. 3021:

    Hallo,
    wieviel Alkoholgehalt sollten Kirschwasser, Williams Christ Birnen, Obstler und Mirabellenschnaps haben für die optimale Trinkstärke?
    Grüsse
    Hug


    Hug, Saarland
    28.Nov.2007 12:50:59


      Hängt im Endeffekt von Ihrem persönlichen Geschmack ab, sollte jedoch zwischen ca. 40 und 45%vol liegen.

    Eintrag Nr. 3020:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    bei der Herstellung von Geist ist die Aromaübertragung ja wesentlich schwächer, als beim Brennen einer Maische. Kann ich den Aromaträger im Aromakorb unter einer Rückflussdestille extrahieren, oder verkoche ich dabei das Aroma? Wenn ja, dann also nur einfach über die normale Destille destillieren?
    Vielen Dank im voraus.
    Mit freundlichem Gruss
    Hein Schluck


    Hein Schluck, Norden
    22.Nov.2007 19:08:53


      So schwach ist beim Geist der Übertrag auch wieder nicht, allerdings funktioniert dieses Prinzip nicht bei allen Früchten. Bei Kräutern und Gewürzen ist dieses Verfahren vollkommen ausreichend.
      Wenn Sie unter einer Rückflusskolonne einen Aromakorb geben, wird das nur wenig Sinn machen, da die Kolonne oberhalb des Korbes einen Großteil der Aromastoffe ja wieder abtrennt.

    Eintrag Nr. 3019:

    Hallo
    Ich möchte 25 L süßen Apfelwein mit ca. 10 % Alkohol so aufspritten, so daß der Apfelwein 20 % hat. Ich habe hochprozentigen Alkohol -80% und mehr. Mein mathematisches Kleinhirn sagt mir, daß ich dazu die Cramersche Regel benötige, um auszurechnen, wieviel 80prozentigen Schnaps ich in den Wein kippen muß. Leider ist mir die Formel entfallen. Ich kann mir das zwar auf eine andere Art ausrechnen, die ist mir aber zu umständlich. Ich bitte um Hilfe und mathematischen Beistand.
    hans vom baerbeli


    baerbeli, NRW
    21.Nov.2007 13:17:21


      25 l (10%vol) vermischt mit 4.17 l (80%vol), ergibt 29.17 l (20%vol). Geht meiner Meinung nach nur iterativ (macht eh' der Computer), bin aber kein Mathe-Genie, lasse mich gern eines besseren belehren.

    Eintrag Nr. 3018:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,

    Nachtrag zum Eintrag 3016:
    Ich habe es getan!
    Ich habe meine 18%ige Mirabellenmaische so lange destilliert, bis ich im Gesamtdestillat 54% hatte! Die Ausbeute lag bei ca. 3070 ml aus 12 l Maische. Das Thermometer zeigte (nach einigen Verstellungen in der Höhe) zum Schluß 92 Grad. Ich bot meiner Frau das unverdünnte Destillat zum Probieren an. Ihr Urteil: "So einen aromareichen Schnaps hätte sie noch nicht getrunken", und das kurz nach dem destillieren. Wie muss das Aroma nach ein paar Wochen sein? Ich ärgere mich jetzt natürlich, dass ich bei meinen anderen Destillaten zu früh aufgehört habe.
    Vielen Dank noch einmal für Ihre guten Tipps!


    Hobbybrenner, Deutschland
    18.Nov.2007 14:42:52


      Wohl bekomm's! Das freut mich natürlich! Insbesondere, da ich den Eintrag 3016 beantwortet habe, ohne diesen hier vorher gelesen zu haben. Weiterhin gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 3017:

    sg hr dr schmickl !
    Meine Fragen wären. Wenn ich Kriecherl brenne, ist die Qualität besser wenn sie entkernt sind? und womit entkerne ich sie am besten und leichtesten?
    Mfg P kölbl


    peter kölbl, nö
    14.Nov.2007 13:27:36


      Kriecherl (Zieberl, Zibarte, Haferschlehe) keinesfalls entkernen, aber unbedingt beim Einmaischen darauf achten, dass die Kerne nicht zerstört werden.

    Eintrag Nr. 3016:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe eine Frage zum Alkoholgehalt in dem Gesamt-Destillat: Ich habe eine Mirabellenmaische mit 18 Vol.%, somit sollte nach Ihren Angaben im Buch das Gesamt-Destillat ca. 52 Vol.% haben. Aus 12 l Maische habe ich 2,2 l Destillat mit 65 Vol.% erhalten. Ich habe so lange destilliert, bis das Destillat fade schmeckte und trübe wurde (Nachlauf?). Das Thermometer zeigte dann ca. 92 Grad an. Wie ist es möglich, auf ca. 52% im Destillat zu kommen, ohne in den Nachlauf zu destillieren?
    Vielen Dank für eine Antwort.


    Hobbybrenner, Deutschland
    13.Nov.2007 22:41:35


      Wie bereits öfters beschrieben schmeckt Nachlauf nicht nur fad sondern eindeutig anders (unangenehm). Dass Steinobstmaischen geringfügig milchig trüb werden können ist (wie ebenfalls schon öfters beschrieben) durchaus normal, ist ein Zeichen für die Geschmacksintensität, spricht also für Ihre Maische. Fazit: Sie messen die Temperatur nicht an der richtigen Stelle oder das Thermometer zeigt etwas falsches an. Destillieren Sie ruhig bis ca. 53-55%vol, denn auch die Aromen, die im späten Mittellauf übertragen werden, sind für das Bukett vom Brand wichtig (auch wenn sie für sich genommen "fad" schmecken), sonst schmeckt der Brand "kantig", "unrund", fast scharf.

    Eintrag Nr. 3015:

    Ein Phänomen:
    Der Gärprozess ist so gut wie am Ende. Nun kommts: das Wasser im Gärspung (AUSSEN) ist niedriger als der von INNEN! -> also Gegendruck.
    Wie erklärt sich das? Liegt das am Wetter-Luftdruck? Ist etwas besonderes zu beachten?
    Danke für eine Erklärung.
    MfG Klaus


    Klaus, NRW
    10.Nov.2007 20:34:13


      Jedenfalls ist die Gärung mit Sicherheit beendet. Ich weiß nicht, ob das mit dem Wetter von Ihnen ernst gemeint war, aber das stimmt tatsächlich. Es ist ja kaum anzunehmen, dass es im Fass kälter geworden ist als außen, wodurch sich innen die Luft zusammenziehen könnte. Hatten Sie in letzter Zeit schlechtes Wetter und jetzt ist's wieder schön geworden?

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