Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2977:

    Lagerung in Eichenfässer
    Hallo Hr.Schmickl und Forenleser,
    habe mir kürzlich 5l-Eichenfässer naturbelassen zugelegt und möchte nun meine gebrannten klaren Schnäpse (Vogelbeere und Birnenbrand) darin Lagern. Ist es sinnvoll oder sind Glasballons zur Lagerung von klaren Schnäpsen vorteilhafter? Wenn Lagerung in Eichenfässer, muß das Destillat vorher auf Trinkstärke reduziert werden oder erst nach Standzeit?
    Gruß Heinz


    Hammerl Heinz, Bayern
    01.Okt.2007 19:28:31


      Sofern, wie in Ihrem Fall, Fässer zur Verfügung stehen, ist es natürlich sinnvoll klare Brände darin zu lagern. Aber: Sie sollten beachten, dass dadurch eine z.T. erheblich Geschmacksveränderung auftritt. Die Kunst ist es nun, eine Harmonie zwischen dem ursprünglichen Frucht- und dem Fassgeschmack zu erreichen. Dazu am besten ca. ein- bis zweimal monatlich eine kleine Kostprobe nehmen. Wenn Ihrer Meinung nach der Geschmack opimal ist, sofort alles in Glasflaschen umfüllen.
      Bei Holzfässern immer unverdünnte Brände einfüllen, weil im Lauf der Jahre ein erheblicher Alkoholanteil verdunstet. Wenn Sie mehrere Fässer zur Verfügung haben, sollten Sie in zumindest einem vor dem Brand ca. ein bis zwei Jahre Rotwein lagern und damit das Fass für den Schnaps vorkonditionieren.

    Eintrag Nr. 2976:

    Hallo,
    ich habe Anfang September 07 eine Pfirsichmaische
    angesetzt. Die Maische habe ich mit einem Elektro-Mixer sehr fein gemacht. Nach kleinen Startschwierigkeiten ist sie dann angegangen.
    Nun habe ich das Problem das sich kein Fruchtkuchen mehr bildet, die Maische aber meiner Meinung nach zu "breiig" ist um Sie zu brennen. Soll ich Verflüssiger nachgeben?? Über eine Antwort würde ich mich freuen, wäre schade um die seltene Sorte Pfirsiche.
    Dank & Gruß
    Thomas


    Thomas, NRW
    01.Okt.2007 10:38:40


      Solange es noch gärt, ist es sinnvoll Verflüssiger zuzugeben. Abgesehen davon können mit ausreichendem Anbrennschutz auch breiige Maischen gebrannt werden.

    Eintrag Nr. 2975:

    Hallo beisammen,
    wie lange ist denn die Turbohefe ungeöffnet und im Kühlschrank haltbar?
    Grüße


    Rob, Bayern
    30.Sep.2007 15:56:43


      Das Haltbarkeitsdatum ist auf der Packung angegeben. Im Kühlschrank muss die Turbohefe, sofern ungeöffnet, nicht gelagert werden.

    Eintrag Nr. 2974:

    Ich habe gehört, dass die Zugabe von ein paar Bananen beim einmaischen den Brand später schön zart machen. Wer hat damit Erfahrung (Bananenmenge)? Wer weiß warum das so ist?
    Gruß
    ketscher


    ketscher, BW
    29.Sep.2007 22:45:37


      Das liegt am Bananengeschmack selbst. Dieser bewirkt, dass das Aroma ein wenig abgerundet und damit "weicher" wird. Selbstverständlich soll man die Bananen dabei nicht herausschmecken. Ein Viertel einer vollreifen (z.T. braunen) Banane je eineinhalb Liter Maische genügt vollauf, kann manchmal sogar schon zuviel sein. Die Bananen müssen nicht unbedingt mitgären, Sie können diese beim Brennen auch in den Aromakorb geben.
      So ähnlich, nur als Geschmacksverstärker, wirkt Ingwer: werden z.B. bei einem Himbeergeist zu den 200 g Himbeeren im Aromakorb (je 1,5 l Alkohol im Kessel) 1-2 g fein geschnittener, frischer Ingwer gegeben, schmeckt der Geist noch intensiver nach Himbeeren.
      P.S.: klarerweise werden Kenner, die auf möglichst reintönige, sortenreine Brände achten, diese Methode ablehnen bzw. herausschmecken, dass etwas nicht ganz so schmeckt wie es soll.

    Eintrag Nr. 2973:

    Hallo Herr Schmickl,
    wie sinnvoll halten Sie den Einsatz von Klärmitteln in einer ausgegorenen Maische?
    Ich gehöre zur "Turbohefe - einmal brennen" Fraktion. Um keinen Hefegeschmack im Destillat zu haben sollte die Maische ja ca. 4 Monate ruhen.
    Kann die Zeit bis zum destillieren ohne Hefegeschmack mit dem Einsatz von Klärmitteln verkürzt werden?
    Besten dank für Ihr gesamtes Engagement.
    Viele Grüße
    Hessi James


    Hessi James, Hessen
    29.Sep.2007 21:03:12


      Mit einer Obstmaische haben wir das einmal versucht, aber leider konnten wir keine Verbesserung feststellen. Das Ergebnis war geschmacklich eher "dünn", was sich durch den Umstand erklären läßt, dass nur noch die abgezogene (filtrierte) Flüssigkeit verarbeitet wurde.
      Es kann jedoch durchaus sein, dass die Verwendung von Klärmitteln bei reinen Wasser-Zucker-Maischen sinnvoll ist. Haben Sie in den Foren Diskussion bzw. Rezepte schon gesucht?

    Eintrag Nr. 2972:

    Hallo
    kann man eigentlich davon ausgehen, das alles vor 78,5°C Vorlauf und nicht zu verwenden ist?


    Peter, OÖ
    26.Sep.2007 15:44:36


      Ja. Allerdings dürfen Sie die Trägheit des Thermometers nicht vergessen. Je nach Thermometerart dauert es einige Minuten, bis die Temperatur genau angezeigt wird (wie bei einem Fieberthermometer, auch elektronische Modelle brauchen einige Zeit zum Messen).
      Daher sollten Sie nicht auf die tatsächlich angezeigte Temperatur achten, sondern auf den Temperaturanstieg. Das Destillat so lange in kleinen Fraktionen (bei 5 Literanlagen oder kleiner in Schnapsgläschen) getrennt auffangen, bis die Temperatur konstant bleibt (in Wirklickeit: bis mit freiem Auge nicht mehr erkennbar ist, dass sie nur noch sehr langsam ansteigt). Wenn Sie den Temperaturbereich jedes Gläschens aufnotiert haben und dann sich der Reihe nach durch"schnüffeln", sollte die korrekte Vorlaufabtrennung kein Problem mehr darstellen. Anmerkung: je sauberer die Maische, desto weniger Vorlauf. Z.B. enthalten hochgradige Maischen mit Säureschutz (Biogen M) keinen nachweisbaren Vorlauf mehr. Trotzdem schadet es nicht, ca. 30 Tropfen je 1,5 Liter Kesselinhalt abzutrennen.

    Eintrag Nr. 2971:

    Hallo Dr. Helge Schmickl und alle Forenleser.
    Erstmal : Super Internetseite, sehr informativ.
    Nur ein kleiner Erfahrungsbericht bzgl. Anbrennschutz. Für unsere letzten Zwetschgenbrände in einem Emaille-Eikocher haben wir als Anbrennschutz 2 Stück runde Alu Grillpfannen benutzt (vom Supermarkt fürs Steakbraten...) verdeht und auf Größe gestutz.
    Funktioniert einwandfrei und es brennt nichts an.
    Schöne Grüße aus *****
    Schnapsnase


    Schnapsnase, Deutschland
    26.Sep.2007 10:43:44


      Danke, das freut uns!
      :-)
      Vielen Dank für diesen sehr nützlichen Tipp!

    Eintrag Nr. 2970:

    Hallo!!
    Ich habe eine Frage bezüglich einer Äpfelmaische! wir haben wor ca 1 1/2 Wochen Äpfel eingemaischt und wollen jetzt wieder Äpfel einmaischen, da damals das Fass nicht voll (ca. 1/2 voll) geworden ist, will ich fragen ob es ein problem ist, noch etwas dazuzumaischen??
    Besten dank!
    josef


    Josef Greiderer, Tirol/Österreich
    26.Sep.2007 09:55:15


      Ja das geht, solange die Gärung nicht beendet ist, kann frischer Obstbrei zugegeben werden.

    Eintrag Nr. 2969:

    Hallo
    wer kann mir sagen wie ich den Alkoholgehalt (%) im Likör rausfinde? Ein Vinometer habe ich finde es aber sehr ungenau und es geht nur bis 25%. Vermute mein Kräuterlikör liegt darüber. Ein Alkoholometer hab ich ebenfalls funktioniert aber leider bei Likören ja nicht.
    Für jeden hilfreichen Tip bin ich dankbar.
    Mfg
    Nici


    Nici, NRW
    26.Sep.2007 08:45:32


      Wenn Sie den Likör selbst hergestellt haben, wissen Sie wieviel Alkohol und mit welcher Konzentration Sie ihn zugegeben haben. Daraus und dem Gesamtvolumen lässt sich Alkoholgehalt errechnen.
      Sollte dies nicht möglich sein, bleibt nur eines: in einer Probedestille (mit z.B. 0,5 Liter Kesselvolumen) den Likör zur Gänze überdestillieren und den Alkoholgehalt vom Destillat mit einem Aräometer (exakt) bestimmen. Dies ist die einzig zuverlässige Methode, weil nur Destillate vollkommen zuckerfrei und ohne gelöste sonstige Feststoffe sind.

    Eintrag Nr. 2968:

    Fruchtkuchen, warum dehnt er sich aus und steigt immer höher? Wo doch die Gase entweichen können, was diese auch tun. Nach dem Rühren sackt alles wieder zusammen. Gibt es dafür eine physikalische Erklärung?
    Vielen Dank im Namen aller Betroffenen.


    Klaus, NRW
    24.Sep.2007 15:02:43


      Ja, das sind die vielen kleinen CO2-Gasblasen, die sich im Fruchtkuchen verfangen. Beim Umrühren können sie wieder entweichen und somit sackt alles zusammen.

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