Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2950:

    hallo!!
    Und zwar hab vor zwei wochen Wasser-Zucker Maische angesetzt. Hab dafür Turbohefe von euch benutzt, die schon 1 Jahr abgelaufen war. Aber sie gärt trotzdem wie normale Turbo Hefe. Wie lange kann ich denn Hefe nach ablaufes des MHD noch benutzen???
    Muss ich nicht ein bisschen Mehl in die Zucker-Wasser Maische reinstreuen (Trübstoffe), damit die Hefepilze Fläche zum wachsen haben ????


    Francesco Cota, Deutschland BW
    04.Sep.2007 23:38:24


      Wenn die Gärung bereits nach wenigen Stunden bis maximal am nächsten Tag gestartet ist, war alles in Ordnung, trotz Ablaufdatum. Wie lange Turbo nach Ablauf haltbar ist, ist mir nicht bekannt. Nein, Mehl ist nicht notwendig, da die Turbohefe speziell dafür gedacht ist, reine Zucker-Wasser-Lösungen zu vergären.

    Eintrag Nr. 2949:

    hallo herr dr. schmickl, wie kann man feststellen, ob die zugegebene hefe die gärung ausgelöst hat, oder doch eventuell eine wildgärung stattfindet ? meine turbohefe war schon einige zeit abgelaufen und eventuell falsch gelagert. die gärung begann unüblicherweise erst nach 4 tagen (ca. 18 grad).

    bernd, bremen
    04.Sep.2007 22:23:41


      In diesem Fall waren andere Hefen als die Turbohefe dafür verantwortlich. Turbohefe beginnt nach maximal 12 Stunden zu gären (meistens innerhalb von 4-5 Stunden).

    Eintrag Nr. 2948:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    lässt sich in der vergorenen Maische noch die Beigabe von Kristallzucker=Saccharose(?) nachweisen?
    Falls ja, lässt sich diese Nachweismöglichkeit dadurch umgehen, dass bspw. statt des Kristallzuckers Fructose zur Alkoholsteigerung beigegeben wird? Sie dürfte dem in natürlichen Früchten enthaltenen Fruchtzucker am nächsten sein?
    Danke für Ihre Antwort.
    Gruß,
    Horst Kurt


    Horst Kurt Müller, Bay. Oberland
    04.Sep.2007 21:37:03


      Ja, läßt sich nachweisen, weil Zucker nie vollkommen restlos aufgebraucht wird (dasselbe gilt für Fruchtzucker). Allerdings bringt es auch nichts Fructose zu verwenden, weil dann der Alkoholgehalt der Maische (viel) höher ist, als vom natürlichen Fruchtzuckergehalt der Früchte möglich wäre.

    Eintrag Nr. 2947:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
    ist es sinnvoll die beim Nußangesetzten anfallenden alkoholgetränkten Reste zwecks Alkoholrückgewinnung zu destillieren ?


    zauberlehrling, stixneusiedl, Nö
    04.Sep.2007 09:45:55


      Ja, das macht durchaus Sinn. Oder, wenn Sie den Angesetzten destillieren (um einen klaren Nußschnaps zu erhalten), die Nüsse in den Aromakorb geben.

    Eintrag Nr. 2946:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
    seit geraumer zeit studiere ich ihr buch das ich von einem Freund, bei seinem letzten besuch geschenkt bekommen habe.
    Nun habe ich mir eine kleine Anlage bebaut, Kessel aus Edelstahl und der Rest ist alles Copper, alles mit Silberlot (weich) das mir ein befreundeter plumber empfohlen hat, da es kein Blei enthält und Silber-hartlot sehr sehr teuer ist. (Wäre das in ihren Augen ein Problehm?).
    Die erste Reinigung mit Zitronensäure ist auch kein Problem, einen test mit wein könnte ich auch durchführen ist aber nicht billig da es hier keinen billig-wein gibt hier ist jeder alcohol teuer.
    nun zu meiner frage; ich habe noch Schwefel Pulver, kann ich das nicht in Wasser auflösen (1g auf 10L Wasser) und den ersten durchlauf damit machen??
    und wie ist es wenn ich meine Anlage gleich in einem Wasserbad lagere und nicht trockne es bildet sich ja auch kein Grünspan in meiner Wasserleitung die wir im Haus haben.
    auf eine Antwort würde ich mich freuen.
    Gruß aus Ca


    Cool Dad, Canada
    02.Sep.2007 04:08:33


      Nein, gegen das verwendete Lot spricht nichts. Statt Wein können Sie zum Reinigen auch Essig destillieren. Sie müssen die Anlage nicht in Wasser lagern um Grünspan zu verhindern, es genügt wenn diese trocken und unverschlossen aufgestellt wird, sodass überall Luft dazu kann und keine Restfeuchtigkeit eingeschlossen ist.

    Eintrag Nr. 2945:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    habe mehr oder weniger erfolgreich versucht, eine Wasser-Zucker-Maische zu brennen.
    Dabei trat folgendes Problem (Phänomen?) auf:
    Beim Brennen - jeweils 3l Maische, im Aromakorb ca. 300g frische Birnen in Scheiben geschnitten. Ergebnis: 1. Versuch 645ml zu 65%, 2. Versuch ähnlich.
    3. Versuch: 600ml zu 60%!!!
    Was habe ich beim 3. Versuch falsch gemacht??
    Ist es möglich, dass ich eventuell zu schnell gebrannt habe- nicht die nötige Geduld hatte?? Oder haben Sie eine vernünftige Erklärung aus der Ferne für diese doch relativ große Abweichung von den ersten beiden Versuchen??
    MfG
    Roland


    Roland aus dem Norden, Norddeutschland
    01.Sep.2007 17:31:47


      Ja, das ist durchaus denkbar. Eine weitere Erklärung wäre, dass beim letzten Versuch eventuell mehr Birnen verwendet oder diese besser zerkleinert wurden, wodurch mehr Fruchtwasser in die Maische gelangt ist, wodurch sich der Alkoholgehalt im Kessel verringert hat.

    Eintrag Nr. 2944:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
    ich habe mir bei Ihnen ein Meßset zur Bestimmung des Alkoholgehaltes gekauft. Nach dem Studium der Gebrauchsanleitung an einem selbst angesetzten mit Johannisbeeren 32Vol% ausprobiert, mit dem Effekt, dass das Aräometer 0Vol% anzeigt. Die Wirkung bei Testpersonen zeigt hier aber andere Ergebnisse. Bei einer Vergleichsmessung mit käuflich erworbenen Kornschnaps zeigt das Gerät +-0,5Vol% den Wert an, der auf dem Etikett abgeduckt ist (Funktionsprobe bestanden).
    Kann es sein, dass durch die Farbstoffeinlagerung (tiefrot der Johannisbeeren) die Dichte in Richtung 1,0 kg/l geht?
    mit freundlichen Grüßen
    da Bäda


    Bäda, BY
    31.Aug.2007 10:47:15


      Ihre Vermutung ist schon richtig, bei einem Angesetzten werden alle möglichen Substanzen aus den Früchten herausgelöst. Aber dies sind nicht nur Farbstoffe (sind für die Dichte nicht relevant), sondern auch andere Substanzen wie z.B. Geschmacksstoffe (sonst wäre ein Angesetzter geschmacklos) oder (Frucht)zucker. Insbesondere der Zucker verändert die Dichte (und damit das Messergebnis) sehr stark.

    Eintrag Nr. 2943:

    Frage zur Positionierung des Aromakorbs:
    Wenn der Kessel (70 Liter, 45 cm hoch) mit Maische befüllt wird, in welcher Höhe, vom Kesselboden aus gemessen, soll dann der Aromakorb sitzen?
    Besten Dank für eine schnelle Antwort!
    rk


    Beulerich, Süddeutschland
    30.Aug.2007 13:20:37


      Wenn Sie frische (oder gefrorene) Früchte/Kräuter zugeben möchten, dann oberhalb der Maischeoberfläche, also im Dampfraum. Wenn Sie ihn als Anbrennschutz verwenden möchten, dann ca. 3 - 5 cm oberhalb des Kesselbodens.

    Eintrag Nr. 2942:

    Ich habe Zucker mit Turbohefe gären lassen. Nach Ende der Gärung habe ich die Hefe 2 Tage absitzen lassen und nun angefangen zu destillieren.
    Was ich nun feststelle ist, dass das Destillat ziemlich stinkt, nachdem auch schon das Gärgut einen gewissen Geruch nach Lösungsmittel hatte.
    Wenn man den pH-Wert des destillierten Alkohols prüft, hat er 8,5. Ich meine der müsste doch neutral sein. Nach Zugabe von etwas Kaliumhydroxid und dest. Wasser zum Destillar riecht es etwas nach Ammoniak.
    Was kann den da passiert sein?


    Edi, Deutschland
    29.Aug.2007 15:43:06


      Wenn schon die Maische nach Lösemittel riecht, sind leider Fehlgärungen aufgetreten und damit unerwünschte Nebenprodukte entstanden.
      Wenn das Destillat bereits alkalisch ist und Sie nochmals Lauge zugeben, wird das Ganze noch schlimmer. Am besten alles wegschütten und eine neue Gärung starten. Aber diesmal so vorgehen wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beschrieben, sonst werden wieder Fehlgärungen auftreten.

    Eintrag Nr. 2941:

    Guten Tag
    Ich habe eine Frage betreffend dem Vorlauf. Wie kann ich feststellen, wann der Vorlauf zu Ende ist und der reine Alkohol aus dem Destillator fliest?


    J., CH
    29.Aug.2007 08:05:20


      Am Geruch: Vorlauf riecht nach Klebstoff (UHU bzw. Pattex). Am besten das Destillat zu Beginn der Destillation nicht in ein einzelnes großes Gefäß, sondern in mehrere kleine Gläschen auffangen, und jedes Einzelne beschnuppern. Sobald der Klebstoffgeruch verschwunden ist, beginnt der Mittellauf. Um den Geruch besser zu erkennen empfiehlt es sich die Riechproben ca. 1:1 mit Wasser zu verdünnen, sonst sticht's in der Nase wegen dem hohen Alkoholgehalt. Sehr detaillierte Beschreibungen diesbezüglich und noch andere Abtrennungsmethoden finden Sie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby".

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