Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2810:

    Hallo Leute!
    Bin gestern erst auf diese Seite gestossen und muss schon sagen echt interessant was man da alles nachlesen kann.
    Aber nun zu meiner Frage: Kann mir jemand sagen wann man den Brand auf Trinkstärke einstellt?
    Sofort nach dem Brennen oder wie lange und wie soll ich meinen Brand lagern.


    Andy, Bayern
    06.Mär.2007 16:46:13


      Darüber gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Nach unserer Erfahrung ist es am sinnvollsten sofort nach dem Brennen zu verdünnen, außer der Schnaps wird in einem Holzfass gelagert, dann erst nach der Lagerung verdünnen.
      Nach dem Verdünnen ca. 3-4 Wochen lang in offene Glasflaschen aufbewahren (bei ca. 18°C), erst danach luftdicht verschließen.

    Eintrag Nr. 2809:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    kann jetzt noch ein paar Kisten alten Boskop bekommen. Ist natürlich vom letzten Jahr. Kann man aus diesen alten Äpfeln eine gute Maische herstellen? Wenn Ja, muß man sie schälen oder anders behandeln als frisches Obst.
    Gruß Herbert


    Hebert, NRW Deutschland
    06.Mär.2007 12:12:53


      Ja, natürlich können Sie diese einmaischen, es ist nichts anderes als bei frischem Obst zu beachten.

    Eintrag Nr. 2808:

    Hallo Herr Schmickl.
    Bin gerade von dem Seminar zurückgekehrt und kaum daheim sind schon wieder neue Fragen aufgetaucht :)
    1. Ich hab letztes Jahr im Sommer eine Zuckermaische angesetzt wie im Buch beschrieben 8kg Zucker + 8L Wasser vermischen und auf 25L auffüllen und dann Turbohefe dazu. Das ganze im Flur gären lassen. Dabei ist mir aufgefallen das es leicht nach Apfel gerochen hat. Auch das fertige Ergebnis riecht leicht nach Apfel, zumindest bilde ich mir das ein, und ist leicht trüb. Beim einmaischen hab ich sauber gearbeitet und das ganze auch mit Gärröhrchen dicht verschlossen. Meinen sie das die Maische in Ordnung ist oder ist das ganze schon etwas seltsam?
    2. Wenn ich 2L Schnaps in einem 5L-Glasballon abfülle muss ich mir dann Sorgen machen wegen den 3L Luft in dem Ballon? Sollte ich dann lieber was kleineres aber dafür passendes nehmen?
    Gruß Alex


    Alexander, Bayern
    26.Feb.2007 16:37:39


      ad 1: Soweit uns bekannt, ist bei Turbohefe Apfelgeruch noch nie aufgetreten. Vielleicht hat das etwas mit dem Gärfass zu tun und ist dies auch der Grund für die Trübung vom Brand. Vor vielen Jahren haben wir einmal einen Kanister verwendet, wo vorher Spülmittel drin war. Trotz der vorherigen Behandlung mit diversen Chemikalien hatte der Brand einen Veilchenduft...
      ad 2: Nein, das ist OK. Ist hinsichtlich der Alterung sogar günstig.

    Eintrag Nr. 2807:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    in Ihrem Buch schreiben Sie, dass man zur Herstellung von geschmacklosem Alkohol auch trockenen Weißwein verwenden kann. Nun meine Fragen:
    1.Geht dies auch mit Rotwein--trocken, lieblich,etc.?
    2. Kann man evtl.auch "alte " Weinmixgetränke ,Sekt etc. verwenden, die nur ca. 6/7% Alk. haben?
    Mit freundlichen Grüßen aus dem Norden Deutschlands
    Roland


    Roland aus dem Norden, MV
    26.Feb.2007 15:13:03


      Dies gilt mit der Einschränkung, dass der Wein möglichst wenig Eigengeschmack hat. Also keine Barrik-Weine o.ä. Nicht vergessen beim Verdünnen vom Destillat mit einem elektrischen Mixer die schwefelige Säure auszumixen.
      ad 1: Ja, aber bei Rotwein ist Vorlauf möglich. Lieblich oder gar süß ist nicht optimal, weil solche Weine nicht vollständig ausgegoren sind und deswegen einen niedrigeren Alkoholgehalt haben als trockene Weine.
      ad 2: Nein, das wäre für einen Geist zu wenig Alkohol. Um zumindest Schnapsstärke zu erreichen wenn nicht doppelt gebrannt wird, sollte bei einer pot-still der Alkoholgehalt über 10%vol liegen.

    Eintrag Nr. 2806:

    Ich habe einen Ouzo aus 3 l Nachlauf gebrannt. Der Nachlauf wurde mit Kohle gereinigt und auf 13% verdünnt. Der erste Tropfen kam bei 70 Grad. 635 ml wurden bis 91 Grad gewonnen bei 53,5%. Der Nachlauf von 91 - 93,5 Grad weitergebrannt. Hier habe ich 735 ml erhalten. Das Verhältnis ist doch nicht richtig. Hab ich was verkehrt gemacht?

    Kurt Meyer, Kärnten
    25.Feb.2007 14:50:59


      Sie sollten im Edelbrand insgesamt auf ca. 50% kommen, d.h. die Destillation wurde zu früh beendet.

    Eintrag Nr. 2805:

    Grüss Gott aus Lima,
    ich hätte wieder einmal eine Frage: Ich habe mir vor kurzem eine Osmosis-Anlage in meinem Haus einbauen lassen (osmosis inversa). Eignet sich dieses Wasser (98% rein) um Schnaps zu verdünnen?
    Mit bestem Dank im Voraus für die geschätzte Antwort
    Dietmar Schöbitz


    Dietmar Schöbitz, Lima, Peru
    25.Feb.2007 01:38:22


      Ja, das Wasser können Sie verwenden.

    Eintrag Nr. 2804:

    Guten morgen!
    Was muß ich machen wenn der pH-Wert zu niedrig ist? Was muß ich bzw. was kann ich zusetzten?
    Danke
    mfg Einfalt


    Einfalt, Niederösterreich
    24.Feb.2007 08:23:32


      Natürliche Fruchtmaischen haben keinen zu niedrigen pH, vermutlich haben Sie bereits zuviel Säure zugesetzt. Durch Zugabe von z.B. lebensmittelechtem Kalk können Sie den pH wieder anheben.

    Eintrag Nr. 2803:

    Sehr geehrter Herr Schmickl!
    Nachdem ich nun Ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby" als mein Eigen nennen darf, hätte ich nun einige fragen an Sie: ad S.143: Wie kann ich eine "Brennanlage" wie Sie in Guanaja mit Küchenutensilien herstellen? Wie würde ein Bestellvorgang einer Deluxe 7,8l vonstatten gehen, wenn ich diese in Südamerika benötigen würde (es fällt mir ja wohl einmal die öUSt weg). Weiters würde mich interessieren, was ich alles mit diesem Angebot machen kann, dh welche zusätzlichen Gerätschaften würde ich noch benötigen?
    Beste Grüße in meine Heimat
    Michael


    Mag. Michael Asanger, Südamerika
    23.Feb.2007 20:30:56


      Brennanlage Guanaja: aus zollrechtlichen Gründen (Alkoholmonopol) dürfen wir die Beschreibung nicht angeben. Ähnliche Anlagen finden Sie in der Fotogalerie: Anlage 13, 64, 69 und 90
      Bezüglich einer eventuellen Bestellung bitten wir Sie per e-Mail mit uns Kontakt aufzunehmen.

    Eintrag Nr. 2802:

    Hallo Herr Schmickl!
    Bringt es Vorteile, wenn ich die Kartoffeln vor dem einmaischen in die Gefriertruhe lege? Wieviel kg Kartoffel brauche ich, und brauche ich noch Amylase für ca. 30l Maische?


    juno, S
    23.Feb.2007 11:04:05


      Damit Kartoffeln überhaupt vergoren werden können, muss die Stärke vorher in Zucker umgewandelt werden. Bei der "Gefriertruhen-Methode" wird zumindest ein (geringer) Teil der Stärke in Zucker abgebaut. Viel besser und effektiver ist es jedoch, stattdessen das Enzym Amylase zu verwenden, da die Umwandlung in diesem Fall nahezu vollständig erfolgt. Da es für den Stärkeabbau verschiedenste Produkte gibt, kann hier keine pauschale Angabe gemacht werden. Befolgen Sie daher am besten die Anleitungen auf dem Beipackzettel.

    Eintrag Nr. 2801:

    Guten Tag Herr Schmickl
    Ich habe wie in Ihrem Buch beschrieben eine Zuckermaische (20ltr.mit 6,4kg Zucker) u. eine Schlehenmaische (10ltr.) vor ca.2 Wochen angesetzt. Bei beiden Maischen habe ich Zucker (und bei der Schlehe Verflüssiger) zugegeben, den pH-Wert mit Biogen-M eingestellt und die richtige Menge Turbohefe zugegeben. Gärtemperatur 22°C. Die Zuckermenge bei der Schlehenmaische habe ich am ersten, am dritten und am sechsten Tag zugegeben. In der ersten Woche haben beide Maischen sehr stark gegärt (Blubbern am Gärspund). In der zweiten Woche war die Gärung beendet. Die Schlehenmaische hat einen Alkoholgehalt von 14% u. die Zuckermaische von 11%. Der Fruchtkuchen der Schlehenmaische schwimmt auch noch oben und es schäumt beim aufschütteln noch stark. Beide Maischen hätten doch nach Ihren Angaben einen Alkoholgehalt von min.20% erreichen müssen. Was habe ich verkehrt gemacht und was kann ich noch machen um noch auf 20% zu kommen? (Gärstarter und Zuckerzugabe?)


    Stefan, Niedersachsen
    22.Feb.2007 17:24:07


      Im Buch steht auch, dass die Gärung im Lauf der Zeit immer langsamer wird. Sie ist daher erst zu Ende, wenn es beim Umrühren nicht mehr schäumt, der Fruchtkuchen zu Boden gesunken ist und kein stechender Geruch (Kohlensäure) mehr auftritt. Wie ebenfalls beschrieben, dauert die vollständige Gärung je nach Temperatur zumindest ca. 4-6 Wochen. Sie sollten schon noch Geduld haben!

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