Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2714:

    Moin Herr Schmickl,
    Welchen Durchmesser und welche Länge muss das Steigrohr haben bei einem Kessel von 25 Liter. Bei meiner Destille hat das Steigrohr 22 mm Durchmesser.
    Mit freundlichen Grüßen
    FattyFinn


    FattyFinn, niedersachsen
    29.Nov.2006 17:49:48


      Im Sinne des Geschmacks am besten gar kein Steigrohr bzw. so kurz wie möglich. Durchmesser von 22 mm für 25 Liter sind OK.

    Eintrag Nr. 2713:

    Guten Abend an das Forum!
    Ein Fachfrage bitte: Kann man reife (!) Walnüsse auch noch zur Schnappserzeugung verwenden, z.B.: a) zermahlen und dann als Maische verwenden und dann brennen? oder b) die reifen Nüsse mit Trinkalkohol ansetzten?
    Hab im guten Buch von Dr. Schmickl leider nur Hinweis auf unreife Nüsse Rezept entdeckt. Wer kann hier bitte weiterhelfen, wie man aus reifen Walnüssen noch einen feinen Nußschnaps machen kann. Ansonsten, das Buch Schnapsbrennen ist sehr empfehlenswert und verständlich. Danke!


    RoWe, Wien
    29.Nov.2006 17:01:32


      a) ja, funktioniert, Sie sollten jedoch besonders viel Verflüssiger verwenden und auf jeden Fall den pH korrigieren
      b) prinzipiell ja, geschmacklich jedoch leider eher matt, besser wäre es, die grünen, noch unreifen Nüssen anzusetzen
      Rezept für reife Walnüsse im Buch: Stimmt nicht, siehe Seite 94 (Kapitel 5, "Rezepte für Maischen"), beim Punkt "Nuss" gibt es ein ausführliches Maischerezept für reife Nüsse.
      Danke!

    Eintrag Nr. 2712:

    Hallo,
    ich hätte mehrere Fragen:
    1. Was muss man machen damit kein Methanol beim brennen entsteht bzw. wie kann man es vom ethanol trennen?
    2. Ist es egal wenn man Kupferrohre benutzt? Weil eine Dachrinne aus Kupfer verfärbt sich ja auch und wenn kupfer mit wasser sauerstoff uns so zusammenkommt kann grünspan enstehen?
    Schon mal danke im Vorraus !
    Mfg Alex


    Alexander, BW
    29.Nov.2006 14:16:47


      ad 1) Eine sehr detaillierte und für Laien leicht verständliche Anleitung finden Sie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby".
      ad 2) Auch diesbezüglich gibt es viele Infos im Buch. Sehr entscheidend ist die Kupferqualität wie anfällig es für Grünspan ist. Hier gibt es eben solche Unterschiede wie z.B. bei Stahl.

    Eintrag Nr. 2711:

    Fortsetzung von Nr. 2699
    Das Rätseln geht weiter:
    Jedesmal, wenn es nicht mehr blubbert und ich Zucker hinzufüge, schäumt es auf und die Gärung geht nach der Zuckerauflösung weiter.
    Was ist da nur los???


    Klaus, NRW
    29.Nov.2006 09:37:18


      Der Zucker wird aufgefressen, bis der Alkoholgehalt giftig für die Hefe ist und sie dadurch abstirbt. Bei welchem Alkoholgehalt das passiert hängt von der Hefeart ab.
      Schäumen: das Gärgas CO2 ist in Form von Kohlensäure in der Maische gelöst. Es besteht ein metastabiler Zustand zwischen Kohlendioxid und Kohlensäure in Lösung. Sobald Sie schütteln schäumt es auch. Genau so wie bei Cola oder Limo: sobald Sie irgendetwas (egal was) darin auflösen und rühren/schütteln, schäumt's.
      Fazit: alles in Ordnung.

    Eintrag Nr. 2710:

    Hallo, ich bin seit neuem als hobybrenner tätig. Wäre daher sehr froh über ein par Infos. Wenn ich Zucker mit Backhefe vergäre kann dann Methanol entstehen?Wen ja, dann wie? Was für zucker verwenden sie (maltose,Traubenzucker?). Kann bei der vergärung von Kartoffeln auch Methanol entstehen? Wie? Ich habe leider ihr Buch nicht, daher wäre ich sehr froh über eine tolle Antwort.
    Danke schon im voraus.


    Kevin, Thurgau
    28.Nov.2006 20:52:33


      Backhefe ist für die reine Zuckervergärung ungeeignet, optimal wäre Turbohefe. Methanol entsteht bei Zuckervergärung nicht. Es wird "normaler" Kristallzucker (Saccharose) verwendet. Entscheidend für die Qualität ist jedoch nicht die Zuckerart, sondern die Hefeart. Bei Stärkevergärung aus Kartoffeln kann Methanol entstehen, als Abbauprodukt bei der Gärung. Ich würde Ihnen das Buch sehr empfehlen, da steht das alles sehr genau erklärt drin...

    Eintrag Nr. 2709:

    Sehr geehrte Frau Malle,
    sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich habe in diesem wie im letzen Jahr Traubenkirschen und Schlehen eingemaischt. Da es bei beiden Früchten sehr viel Arbeit ist diese zu entsteinen, werden die Steine mitgebrannt. Die Steine können nicht beschädigt worden sein, da ich Früchte mit der Hand zerquetsche. Der Brand schmeckt nach einem Jahr Lagerung sehr nach Mandeln (Blausäure). Meine Frage lautet: ist der Blausäurenanteil in diesen Destilaten besonders hoch, und hat Licht und Wärme während der Lagerung der Destillate Einfluß auf die Entstehung bzw. Vermehrung von Blausäure? Vielen dank für Ihre viele
    Mühe mit uns Amateuren!!!


    Al Blindo, NNW
    27.Nov.2006 22:48:34


      Die von Ihnen beschriebene Vorgehensweise und der Geschmack sind vollkommen in Ordnung. Insbesondere Schlehen haben eine relativ intensive Bittermandelnote.
      Wir haben einmal einen Cyanid/Blausäure-Test mit unseren Steinobstbränden und Maischen gemacht (wir achten penibel darauf, dass keine Steine zerstört werden): der Gehalt war dermaßen gering, dass kein Cyanid nachgewiesen werden konnte. So als würde man reines Wasser messen.

    Eintrag Nr. 2708:

    Hallo,
    bräuchte dringend einen Tip wie ich Honig zu einer Maische ansetzen kann, oder wie man aus Honig überhaupt einen Schnaps herstellen kann


    Michael, Südlich
    27.Nov.2006 22:10:57


      Eine sehr detaillierte und für Laien leicht verständliche Anleitung finden Sie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby".

    Eintrag Nr. 2707:

    Ist bei "FAULE EIER"-Maische noch 'was zu retten?
    Brombeeren mit Zucker versüßt --> noch keine Gärung --> aber Schwefelwasserstoff
    WOHER?


    Klaus, NRW
    27.Nov.2006 12:17:19


      Kommt während der ersten Tage öfters vor, wenn die Wildhefen von den Reinzuchthefen gekillt werden. Ist also an sich ein Zeichen, dass alles in Ordnung ist und die Reinzuchthefe die "Oberhand" gewinnt. Dieser Geruch sollte aber nach 2-3 Tagen wieder verschwinden.

    Eintrag Nr. 2706:

    Brombeerkerne + Methanol?
    Über 'Brombeeren' und 'Methanol' konnte ich mich in den Foren schon ausreichend informieren. Aber in der Kombination "Brombeeren - Methanol" würde ich nicht fündig. Die Kerne von Brombeeren bringen Bitterkeit. Sind die Kerne auch 'holzig' und somit Methanolproduzenten? Der Anteil von Kernen ist enorm. Ich glaube, das ist auch allgemein interessant.


    Klaus, NRW
    27.Nov.2006 10:33:32


      Stimmt, die Kerne erzeugen eine bittere Note im Brand. Bezüglich Methanol besteht jedoch keine Gefahr, solange Sie nicht die Brombeeren mit Hochdruck auspressen und nur den Pressrückstand verwenden.

    Eintrag Nr. 2705:

    Ich würde gerne aus Äpfeln maische machen. Erst muss ich sie ja zerkleinern und den Saft heraus pressen. Muss ich dann bei dem gärproßess noch Hefe oder Zucker dazu geben? Wenn ja wenn ich 2 Liter maische habe? Und was für Hefe?

    Florian Fassbender, RP
    26.Nov.2006 21:49:16


      Auspressen müssen Sie die Äpfel überhaupt nicht, sonst gibt's Geschmacksverluste, aber zu Mus zerkleinern. Zutaten: Hefe (Turbo oder Gärfix), Biogen M und Verflüssiger. Gärspund nicht vergessen! Bei Turbo kommt während des Gärverlaufes noch Zucker dazu. Die Mengenangaben und eine sehr detaillierte und für Laien leicht verständliche Anleitung finden Sie im Buch.

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    Helge Schmickl