Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2651:

    Hallo Herr Doktor Schmickl,
    gären natürlich vergärende Maischen weniger als "beschleunigte"?
    Meine natürlich gärende Maische blubbert so fröhlich locker dahin ( bei geöffnetem Gärfass erkennbar ). Im Gärspund ist keine Bläschenbildung erkennbar! Kann dies an einem recht langsamen, natürlichen Gärprozess liegen?
    Habe die Maische (ca. 220l vor 9 Tagen angesetzt) bisher mit 2x10kg Zucker vermischt. Der PH Wert liegt bei 3,5; Temp. bei 18°C; alles andere wie Süße, Fruchkuchen ist in bester Ordnung.
    Dummerweise kann ich noch nicht den Alkoholgehlt mittels Vinometer messen...
    Die besten Grüße
    Stranzi


    Stranzi, NRW
    23.Okt.2006 20:54:11


      Eine Hefezugabe führt nicht zu einer Gärbeschleunigung, die Geschwindigkeit hängt von der Temperatur ab. Scheint alles in Ordnung zu sein.

    Eintrag Nr. 2650:

    Hallo
    Ich habe Maische aus Weinbeeren angesetzt. Habe noch 50 Liter Apfelschnaps, den ich zur Maische beimischen will, um einen Obstler zu erhalten. Nun meine Frage. Soll ich den Schnaps gleich zur Maische hinzufügen? Oder soll ich warten, bis die Maische vergoren ist?
    Gruß Matthias


    matthias, kaiserslautern
    22.Okt.2006 14:13:50


      Warten Sie, bis die Maische fertig ist, sonst gärt Sie ja nicht mehr.

    Eintrag Nr. 2649:

    Hallo,
    bei meiner Destille (Pott-Still 8 Liter, 3M Schlangenkühler, kurzes Steigrohr ca.10cm, Thermometer an der höhsten Stelle) beginnt es erst bei 88 Grad zu Tropfen. Vorher passiert nichts. Ich habe es mit schnellem und langsamen aufheizen versucht. Das Ergebnid bleibt immer gleich. Bei 8 Liter Fassungsvermögen fülle ich immer 6 Liter ein. Dann steigt die Temperatur von 88 - 95 Grad sehr langsam. Die Maische (Pfirsich) hat 11 Vol%. Der Brand von 88-95 Grad ca.62% Ab 95 Grad sinkt der Alcoholgehalt auf unter 50% (bei 88Grad hat er 75%). Wieso funktioniert bei mir die Temperaturmethode nicht? Ich würde gern den Edelbrand bei 80-91 Grad auffangen. (Wenn ich bei 91 Grad abbrechen würde hätte ich ja nur ein Paar Tropfen) Nach 95Grad fange ich dann den Nachlauf auf, hat aber noch 40-50%. Trenne ich den Nachlauf zu Früh ab? Kann man den Nachlauf auch dem Alcoholgehalt abtrennen? zB. wenn er nur noch 20% hat? Ich hatte bei 6 Liter Maische 0,8 Liter mit 62%.
    Danke


    Nase, Rhein-Main
    22.Okt.2006 11:31:20


      Ja, Sie trennen den Nachlauf zu früh ab, bei 11% Maische sollte das Destillat ca. 50% vol erreichen. Warum die Temperaturmessung richtig funktioniert kann viele Ursachen haben. Aber Anhand dieser Angaben können Sie Ihr Thermometer "eichen".

    Eintrag Nr. 2648:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    vor fünf Wochen habe ich 2 Fässer mit Williamsbirnen eingemaischt. Sauber gearbeitet, Hefe zugefügt, Gärrohr etc. Da ich kein Biogen M hatte keinen PH wert eingestellt. Ein Fass roch nach 4 Tagen leicht nach faulen Eiern, ansonsten waren sie nicht auffällig. Nach ca. 2 Wochen trat in beiden Fässern ein Klebergeruch auf und sie riechen sehr sauer. (Ich meine nicht nach Essig) Mittlerweile setzt sich am Fruchtkuchen ein weisser Belag ab. Haben sie eine Erklärung dafür? Viele Grüße Jürgen


    Jürgen, Taunus
    22.Okt.2006 10:29:25


      Der weiße Belag dürfte "Kahmhefe" sein (eine Art Schimmel, nicht vorteilhaft), der saure Geruch spricht für eine Fehlgärung (Ethylacetat). Ein guter Brand kann daraus nicht mehr hergestellt werden. Schade! Beim Brennen auf die richtige Vorlaufabtrennung achten! Beim nächsten Mal sollten Sie wie im Buch beschrieben vorgehen.

    Eintrag Nr. 2647:

    Guten Tag,
    Wir haben Ihr Buch leider erst gelesen, nachdem wir ca. 15 Liter Mirabellenmaische angesetzt hatten (mit Gärspund). Wir hatten die Früchte inklusive der Kerne mit dem Kartoffelstampfer zerdrückt, so daß es ein ziemlich fester Brei mit zum Teil ganzen Früchten blieb. Es hat völlig ohne Zugabe sofort angefangen zu blubbern. Nach einer Woche (als wir das Buch hatten), haben wir Zucker mit 1 Liter Wasser zugegeben, aber keine Hefe oder Antigel mehr. Der pH-Wert war immer im richtigen Bereich.
    Nach ca. 5 Wochen und 3 Kg Zucker war an einem Morgen plötzlich der Fruchtkuchen abgesunken.
    Die Messung der Flüssigkeit mit dem Vinometer ergab 15%Vol. Wir haben auch den Brei probiert, er schmeckt sehr lecker und sehr alkoholhaltig.
    Nun haben wir den Ballon kühl und dunkel gestellt und einfach den Gärspund drauf gelassen.
    Seit 1 Woche ist nun oben ein etwa 5 mm hoher Bereich, der sehr dunkelbraun und ziemlich flüssig wirkt. Ist das in Ordnung so? Setzt sich jetzt der ganze Brei unten ab? Besteht so die Gefahr, daß es noch verdirbt?
    Wir würden uns über eine Antwort sehr freuen.
    Außerdem die Frage: Gibt es weitere Seminartermine zum Thema Schnapsbrennen?
    Danke für eine Info.
    Mit freundlichen Grüßen
    Christine Hofmann


    Christine Hofmann, DE
    21.Okt.2006 20:35:50


      Ja, das ist in Ordnung so, die Braunfärbung ist ok. Sie sollten bald brennen. Aktuelle Termine finden Sie unter "Seminar" (siehe Menü links oben).

    Eintrag Nr. 2646:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    Großes Lob für diese Website.Habe sehr viele interessante Beiträge gelesen und inzwischen das Praxisbuch gelesen.
    Nun habe ich jedoch noch ein paar Fragen:
    1.Habe eine Maische aus Äpfel,Birnen und Zwetschen hergestellt.Hätte ich besser nur eine Sorte genonmmen ?
    2.Die Maische ( 50 Ltr.) gährt seit ca. 2 Wochen unter Zugabe
    von Reinhefe,Hefenährsalz,Antigeliermittel und Zucker im Keller bei 18 Grad.Habe Sauerkraut-ähnliche Streifen gerieben.Ist der Fruchtkuchen so ok.oder hätte ich besser einen Brei gerieben?
    3.Soll ich mit Kolonne (Füllkörper o. Boden)
    oder lieber 2x mit kurzem Steigrohr brennen?
    4. Wie soll der Brand nach der Dest. gelagert/behandelt werden?


    Obstler, NRW
    21.Okt.2006 13:13:34


      Danke, freut uns!
      ad 1: Ja, wäre besser gewesen. So haben Sie einen Obstler.
      ad 2: Ist OK.
      ad 3: Am besten einmal mit kurzem Steigrohr brennen. Wenn zweimal notwendig: Verstärkung so gering wie möglich halten (also so wenig wie möglich Böden bzw. kurzes Steigrohr), so einstellen, dass gerade Trinkstärke herauskommt.
      ad 4: Zwei Wochen in offene Flaschen (Watte als "Stöpsel" verwenden) lagern, dann dicht verschliesen.

    Eintrag Nr. 2645:

    Hallo Herr Schmickl, seit einiger Zeit arbeite ich mit Ihrer Kleinbrennanlage "Classic".
    einige Sachen sind mir auch gut gelungen. Nun moechte ich mich mit Kraeterschnaeppsen versuchen, sowie Bonekamp. ectr.
    Kann mir jemand mit Rezepturen und Anwendung weiterhelfen ?
    Der Baer


    Reinhard Lueck, Nordamerika
    20.Okt.2006 22:55:14


      Rezepte finden Sie im Buch und in Forum "Rezepte".

    Eintrag Nr. 2644:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    nach dem Studium und befolgen Ihres Buches stehen nun stolze 8 liter Apfelmaische und drei Liter Hollundermaische aus dem Garten(hochprozentig)
    mit ausgerechnet und erreichten 20% Vol in der Küche; die Gährung ist abgeschlossen (Gährspund bewegt sich nicht mehr; seit zwei wochen)
    Ich rühre immer noch 1-2 die Woche, jedoch ist die Maische immer noch breiig. (Trotz verflüssigerzugabe bei Beginn).
    Laut Ihrem Buch soll die Maische eh noch zwei Monate stehen bleiben.
    Wird sie von sich aus noch flüssiger ? Oder kann/soll ich nach abschluß der Gährung noch Verflüssiger zugeben ?
    Oder vor dem Brennen Abseien ?
    Vielen dank vorab für Ihre Nachricht !
    Es grüßt ein Exilbayer aus Köln


    OH, Köln
    20.Okt.2006 21:31:56


      Apfelmaische und Hollungermaische werden eigentlich immer sehr flüssig, vielleicht hatten Sie das falsche Verflüssigerprodukt. Während es gärt könnte es noch ein wenig flüssiger werden. Nein, nach der Gärung keinen Verflüssiger mehr zugeben. Sollte die Maische anbrennen, müßten Sie diese abfiltrieren bzw. einen Anbrennschutz verwenden.

    Eintrag Nr. 2643:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    schon oft haben Sie mir geholfen,ich glaube auch mit meinen Fragen jetzt bin ich bei Ihnen richtig. Habe 20 Liter Wein gemacht. Sehr sauer, aber trinkbar. Ein Rest von ca. 4 Litern stand jetzt 10 Tage in einem Plastikbehälter. Obendrauf ist nun eine weiße Masse entstanden. Sieht nicht schön aus. Was kann das sein? Meine zweite Frage bezieht sich auf einen Busch in meinem Garten. Hängen sehr harte und grüne Früchte wie Apfel daran. Soll ein Zierapfel sein. Blüht immer herrlich rot im Frühjahr. Kann das eine Quittenart sein, bzw. ist das was zum Einmeischen?
    Danke im Voraus und schöne Grüße aus dem Bergischen Land.
    Gregor Mombauer


    Gregor Mombauer, Bergisches Land
    20.Okt.2006 12:13:21


      ad 1) Ich vermute, das ist dasselbe wie die sogenannte Kahmhefe. Allerdings ist dies in Wirklichkeit keine Hefe, sondern so eine Art Schimmel.
      ad 2) Nein, Quitten sind das nicht. Sie können jedoch trotzdem versuchen, die Früchte einzumaischen (vorher sicherstellen, dass es sich nicht ev. um giftige Zierfrüchte handelt).

    Eintrag Nr. 2642:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe mal eine Frage bzgl. einmaischen von Birnen (evtl. anderen Fruchtsorten):
    Ich habe am vergangenden Samstag 150kg Birnen eingemaischt. Leider habe ich bisher noch keine Hefe (Turbohefe) sowie andere notwendige Zutaten zur Verfügung!
    Das Maischfass (bisher nur mit Birnen und Wasser)steht an einem recht kühlen Ort.
    Wie ich Ihrem Buch entnehme, kann man keine Reinzuchthefen bei bereits gärenden Maischen einsetzen!
    Was kann man machen, um doch noch eine recht hochprozentige Maische zu erhalten? Kann man es nach ca. 1 Woche noch riskieren, Turbohefe etc.einzusetzen? Oder sollte ich die Maische bereits zuckern und es der Wildhefe überlassen?
    Für einen guten und schnellen Rat wäre ich sehr dankbar :-))
    Gruß aus dem Bergischen
    Stranzi


    Stranzi, Oberbergischer Kreis
    16.Okt.2006 21:07:30


      Sie können nachträglich z.B. Turbohefe mittels Grästarter zugeben. Allerdings werden Sie wegen der bereits eingesetzten Wildgärung eine erhebliche Menge Vorlauf haben.

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