Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2543:

    1.) Ich will eine 100 Liter Anlage mit Edelstahltopf-V2a bauen. Wie lang muss das Geisrohr und der Kühler sein und mit welchem Durchmesser.
    2.) Mit wie viel Ltr. Maische maximal darf ich eine solche Anlage befüllen.
    Meinen herzlichen Dank für Ihre Antworten schon mal vorab.


    Erwin, NRW
    23.Jul.2006 21:18:31


      ad 1: Geistrohr so kurz wie möglich, so dick wie möglich, Kühler ca. 8 Meter, ca. 2-3 cm Durchmesser.
      ad 2: Ca. 10 cm frei lassen, damit nichts überkocht/schäumt

    Eintrag Nr. 2542:

    Hallo zusammen,
    wie lange kann meine Kirschmaische (ca. 6% Alkohol) aufbewahren? Der Gährprozess ist abgeschlossen. Die Maische (ca. 15 Lister) lagert in einem 30 Liter Kunststofffass bei derzeit ca. 20 Grad Temperatur.
    Vielen Dank für Ihre Antwort,
    Frank.


    afam, Österreich
    23.Jul.2006 10:22:24


      Sobald wie möglich brennen, maximal innerhalb der nächsten 1 bis 2 Monate, bis dahin so kühl wie möglich lagern. Bei einem so geringen Alkoholgehalt kann die Maische relativ leicht verderben.

    Eintrag Nr. 2541:

    Hallo Herr Doktor!
    Mal wieder eine Frage zur Brenndauer.Ich habe eine 60l Brennblase (Kupfer)die mit ca 40l Maische gefüllt ist. Wie lange sollte die Aufheizphase dauern? Gibt es Richtwerte( ZB 2grad pro Minute)Wie lange dauert der ganze Brennvorgang? (Maische ca 18vol%)
    Ich habe vor meine gesamte Mirabellenernte einzufriehren und im Herbst einzumaischen, wegen der hohen Temperaturen im Sommer, oder sollte ich sie lieber frisch verarbeiten? Könnte man generell alle Sommerfrüchte ins Kühlhaus bringen um sie später einzumaischen?
    Grüsse Deti
    PS: Tolle Website


    deti, nds
    23.Jul.2006 09:18:12


      Aufheizphase hängt von der Heizquelle ab, aber ca. 2-3 Stunden, Brenndauer ca. 4-5 Stunden. Sie können das Obst auch einfrieren und dann verarbeiten, kein Problem. Auch Kühlhaus ist eine Möglichkeit.

    Eintrag Nr. 2540:

    Hallo, ich möchte einen Geist aus geschmacklosem Alhohol herstellen. Habe eine 20% Maische aus Zucker Turbohefe und Wasser hergestellt. Kann ich die Maische wenn ich sie auf ca. 10-12% verdünnt habe direkt Brennen und durch Früchte im Aromakorb destillieren? Oder muss man die Maische erst Destillieren wenn um event. den Hefegeschmack weg zu bekommen.
    Gruß Markus...


    Markus Rabe, Deutschland Siegen
    22.Jul.2006 16:04:57


      Sie können die Maische direkt verwenden. Sollte eventuell Hefegeschmack auftreten, dann die Maische einige Monate (>4) stehen lassen vor dem Brennen.

    Eintrag Nr. 2539:

    Grüss Gott!
    Bin begeisterter Hobbybrenner und habe folgende Frage:
    Ich habe ca.150 kg kalifornisch Dörrpflaumen bekommen, und würde diese gerne einmaischen. Jedoch wurden diese Pflaumen mit KALIUMSORBAT konserviert. Was kann ich unternehmen um diese Früchte trotzdem einzumaischen.
    mfg Heinz


    heinz, obersteiermark
    21.Jul.2006 12:19:55


      Das wird leider schwierig, weil dies auch die Hefe-Gärung verhindert. Vielleicht funktioniert es aber, wenn Sie die Pflaumen ca. einen Tag in warmes Wasser einweichen (das Wasser anschließend verwerfen) und einen Gärstartetr ansetzen statt die Hefe direkt zuzugeben.

    Eintrag Nr. 2538:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    vielen Dank zunächst für Ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby". Es ist sehr interessant und lehrreich geschrieben. Auch diese Internetseite mit den vielen Foren, Diskussionen und der Galerie finde ich sehr gelungen. Ich bin absoluter Neuling auf dem Gebiet des Schnaps brennens, werde mich aber schon in Kürze probeweise an die Arbeit machen. Ich hoffe, dass dieses Forum noch lange besteht und weiterhin viele interessante Beiträge hereinkommen.
    Viele Grüße
    mihebo


    Michael, Norden
    20.Jul.2006 18:22:19


      Danke! Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 2537:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich weiß zwar, dass dieses Thema schon oft hier angesprochen wurde, aber ich finde darüber widersprüchliche Ansichten: Thema Verarbeitung Steinobst, egal ob zu Saft, Wein, Likör, Schnaps oder Schnaps. Sie sagen, dass man Steinobst (hier muss natürlich noch zwischen Saft, Wein, Likör, Schnaps und Geist unterschieden werden) bedenkenlos mit Steinen verarbeiten kann und es erst bedenklich wird, wenn die Steine zerstört werden. Dann wiederum lese ich, dass grundsätzlich die Steine, insbesondere bei der Herstellung von Schnaps, Geist und Likör, entfernt werden sollen.
    Ich bin ja Ihrer Ansicht, dass Getränke aus Steinobst, egal ob alkoholische oder nichtalkoholische, dieses typische Steinaroma haben müssen, ja, dass es geradezu ein Charakteristikum dieser Getränke ist, aber ist das dann auch wirklich gesundheitlich unbedenklich? Und läßt sich denn der Cyanid-Gehalt mittels der im Handel erhältlichen Teststreifen verläßlich bestimmen?
    Viele Grüße
    Wolfgang


    Wolfgang, Oberfranken
    18.Jul.2006 12:45:39


      Wir haben unsere Steinobst-Destillate mit Quantofix-Test "Cyanid" sowie dem nass-analytischen Test Cyan-EC analysiert. Es war in keinem einzigen Fall Cyanid bzw. Blausäure nachweisbar. Wahrscheinlich weil wir darauf achten, dass die Steine nicht zerstört werden beim Einmaischen.

    Eintrag Nr. 2536:

    Hallo Herr Schmickl,
    nach Studium Ihres Buches, habe ich trotzdem einige Fragen. Vor einigen Tagen haben wir 20kg Aprikosen/Marillen bekommen, wobei diese zum wesentlichen Teil noch nicht so reif waren wie gewünscht. Die reifen Früchte wurde schon vor 2 Tagen ohne Hefezusatz eingemaischt und eine Wildgärung hat begonnen. Die restlichen Früchte sind nun z.T. in der Sonne nachgereift und der Fruchtbrei wurde mit Wasser und Verflüssiger (AnitGel) vorbereitet.
    1) Nach Lesen der Beiträge im Forum, ist nun mein Entschluss die Maische mit der Wildgärung zu verwerfen und nicht mit dem heutigen Fruchtbrei zu mischen. Richtig?
    2) Ist es korrekt, den Verflüssiger laut Packungshinweis 8 Stunden wirken zu lassen und dann erst den pH-Wert einzustellen. Anschließend wollen wir Reinzuchthefe und Traubenzucker zugeben, oder kann auch alles zeitgleich erfolgen?
    3) Sie empfehlen die Maische regelmäßig umzurühren und zu verkosten damit der Zuckeranteil für die Gärung stimmt. Mein "Gärpartner" ist jedoch der Meinung keine Luft an die Maische zu lassen und das Gärfass nur zu schwenken. Verkosten und spätere Zuckerzugabe (Verflüssiger) wäre so nicht möglich. Inwieweit schadet der Sauerstoff?
    Vielen Dank
    ut


    ut, Deutschland
    16.Jul.2006 12:49:59


      ad 1: Ja.
      ad 2: Normalerweise sollte alles gleichzeitig zugegeben werden, allerdings weiß ich nicht, welches Produkt Sie verwenden. Traubenzucker ist nicht notwendig! Saccharose, also "normaler" Kristallzucker, geht genauso.
      ad 3: Ihr "Gärpartner" hat nicht bedacht, dass das Gärgas CO2 (Kohlendioxid) schwerer ist als Luft. D.h. solange es gärt können Sie das Fass mit ruhigem Gewissen öffnen und umrühren. Sobald Sie das Fass wieder verschließen wird die Luft vom CO2 aus dem Fass herausgedrängt. Sie sollten auf jeden Fall etwa ein bis zwei mal pro Woche umrühren, weil sonst ein großer Teil vom Fruchtbrei nicht oder nur teilweise vergoren wird. Resulat: Erhebliche Geschmackseinbußen und Ausbeuteverluste. Sobald es aufgehört hat zu gären nicht mehr umrühren bzw. das Fass nicht mehr öffnen. Wenn der Alkoholgehalt gering ist (<15%vol) kann durch ein Übermaß an Sauerstoff die Essiggärung auftreten.

      Insbesondere bei Aprikosen auf die Raumtemperatur beim Gären achten: nicht über 19°C. Je wärmer es ist, desto geschmackloser wird der Brand. Da Sie hochgradig vergären, sollten Sie die Maische nach Gärende ca. 4 Monate stehen lassen, bevor Sie brennen.

    Eintrag Nr. 2535:

    Ich bin totaler Neueinsteiger beim Schmapsbrennen. Ich habe mir das Buch "Schnaps brennen als Hobby" gekauft, je mehr ich darin lese, um so mehr interessiert mich diese Matherie.
    Wir haben eine Himbeeranlage (ca. 1000-1400kg Himbeeren pro Saison)
    Wir machen ca. 400lt Sirup, (kalt gepresst und auf 80 Grad erhitzt).
    Der Rest der ausgepressten Himbeeren, (ziemlich trocken und fest) , möchte ich zum Brennen verwenden.
    Die erste Frage die ich habe, ist ob überhaupt noch etwas brennbares enthalten ist, das zweite Problem ist, daß ich diese Himbeeren jeden Tag nach der Ernte presse und die Ernte etwa einen Monat dauert.
    Setze ich gleich die Maische an mit Hefe, Zucker usw. oder erst sobald ich die Ernte beendet habe?


    Stefan, Südtirol
    16.Jul.2006 11:16:34


      Ja, dies ist möglich, es handelt sich hierbei um eine Art Himbeertresterbrand. Die Maische müssen Sie sofort ansetzen, sonst verfault der Trester. Ja, mit Turbohefe wie sonst auch einmaischen, auf den Säureschutz (Biogen M) und Verflüssiger nicht vergessen!

    Eintrag Nr. 2534:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    erstmal herzlichen Dank, dass Sie sich mit so großer Hingabe diesem Thema widmen und so vielen Leuten helfen. Ich hoffe Sie können auch mir einen Rat geben. Ich habe einige Liter Hollundersirup im Keller stehen und bin leider der einzige in meiner Familie der diesen auch trinkt. Nun ist meine Befürchtung, dass er schlecht werden könnte da es einfach zu viel für eine Person ist. Kann ich aus dem Sirup eine Maische machen wenn ja wie und kann ich das Ergebnis auch ohne zu destillieren trinken oder ist das auf alle Fälle notwendig? Ich hoffe Sie können mir meine Fragen beantworten!
    Ihr Buch ist einfach super ich konnte gar nicht aufhören zu lesen! Herzlichen Dank und liebe Grüße aus Bayern nach Kärnten
    Claudius


    Claudius H, Bayern
    10.Jul.2006 15:12:49


      Danke!
      Sie können den Sirup mit Turbohefe vergären (vorher den Sirup mit Wasser verdünnen, bis zu einem Zuckergehalt von ca. 380 g/l), den daraus entstandenen Wein kann man trinken.

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl