Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2531:

    Guten Tag
    Wir betreiben eine Rektifiziersäule und destillieren Sprit um, der von Pflanzenextraktionen stammt. Wir erreichen minimal 90 G%, leider hat es Verunreinigungen von Acetaldehyd (25 ppm statt 10 ppm). Es ist eine kontinuierliche Kolonne, Vorlauf abtrennen geht nicht. Wie kann das Acetaldehyd trotzdem entfernt werden (Neutralisation, Aktivkohle, Adsorberharz, Katalysator oder ?)
    Vielen Dank im voraus für eine gute Idee.


    brunner, Schweiz
    07.Jul.2006 18:14:06


      Doch, das funktioniert: wenn Sie beim kontinuierlichen Betrieb den Ethanol nicht ganz oben, am Kopf der Kolonne, abnehmen (wie beim Batch-Betrieb), sondern im oberen Drittel bzw. Viertel. Im Kopf kann dann der Vorlauf (Acetaldehyd, Ethylacetat etc.) abgenommen werden. In einer Erdöl-Raffinerie bei der Auftrennung von Rohöl geschieht auch nichts anderes, hier werden sogar viel mehr Bestandteile je nach Kolonnenhöhe abgetrennt (Bitumen, Heizöl schwer, Diesel, Benzin usw.).

    Eintrag Nr. 2530:

    Hallo Herr Dr. Schmickl!
    1. Ich hörte, Saccharose zerfällt in normalen Wasser bei pH 7 bereits zu 40% in Fruct-und Glucose! Stimmt dies? Und wie kann ich (evtl. durch Zusatz von Zitronensäure?!) den Saccharosezerfall (falls man diese Erscheinung so nennen kann) auf ein möglichst hohes Maß fördern?
    2. Kann ich als Amylasequelle für z.B. Kartoffelschnaps(Wodka)u.a. stärkehaltigen Ausgangsstoffe auch gekauften, reinen Malzkaffee nutzen oder wurde dieser so bearbeitet, dass er für solche Zwecke unbrauchbar ist?
    Vielen Dank Herr Dr. Schmickl!


    Joseph, Sachsen, Zwickau
    03.Jul.2006 13:35:08


      ad 1: Ja, das stimmt. Wie alles in der Chemie gibt es auch für diese Reaktion ein Gleichgewicht (welches z.T. pH-Wert abhängig ist), d.h. es sind immer alle drei Substanzen zugleich vorhanden. Wenn das Produkt auf der rechten Seite der Reaktionsgleichung "weggenommen" wird, also z.B. der Fructose-Abbau bei der Gärung, entsteht wegen dem Reaktionsgleichgewicht solange neue Fructose bis keine Ausgangssubstanz von der linken Seite der Reaktionsgleichung (also Saccharose) mehr vorhanden ist. Somit ist irgendwann die gesamte Saccharose zerfallen.
      ad 2: Ja, das stimmt leider. Sie können nur aktiven Malz oder direkt das Enzym Amylase verwenden.

    Eintrag Nr. 2529:

    Hallo Herr Schmickl,
    voller Euphorie haben wir nach dem Kurs bei Ihnen auf dem Markt Äpfel ( u.a. Boskop ) gekauft und mit Turbohefe eingemaischt.
    Nachdem die Gärung beendet war konnten wir es nicht abwarten und einen Probebrannt gemacht. Die Maische schmeckte sehr gut doch leider war das Brennergebnis enttäuschend.
    Trotz der bei Ihnen gelernten Verdünnung auf 40 und 43% mit Schaumschläger was der Obstler nur scharf und ganz ohne Aroma. Obwohl der Brannt nicht gelagert wurde hatten wir zumindest die Hoffnung ein wenig Obstgeschmack zu haben. Kann der Fehler darin liegen dass wir die Maische nicht 3-4 Monate haben ruhen lassen? Das sich dadurch die Armomastoffe erst entfalten können?

    Nun möchten wir Kirschen ansetzten. Sie haben im Forum geschrieben das Kirschen bei einer Temperatur von 16°-19° vergären sollen, in der Beschreibung der Turbohefe steht das die optimale Temperatur bei 19-23 Grad liegt. Wäre es dann hier eher angebracht normale ( Sherry, Portwein o.ä. ) Hefe zu verwenden damit das Aroma erhalten bleibt??

    Ich Danke für die Hilfe
    Thomas R.


    Thomas, Deutschland
    03.Jul.2006 11:48:55


      Wie Sie im Seminar gelernt haben, hängt es sehr stark von der Apfelsorte ab, ob der Brand aromatisch wird oder nicht. Z.B. ist das Ergebnis von grünen Äpfeln nur geschmacklos, genau so wie Sie es auch beschreiben. Ja, es wäre besser gewesen, hätten Sie nach Gärende zumindest ca. 4 Monate gewartet bevor Sie brennen. Es hat schon seinen Grund, warum wir im Vortrag mehrmals darauf hingewiesen haben. Weiters könnte eine zu hohe Raumtemperatur beim Gären der Grund dafür sein. Ideal ist bis ca. 19°C.
      Das stimmt nicht! In der Beschreibung der Turbohefe steht in Zeile 5 bis 6: "... während der Gärung immer 16-19°C betragen." (dies steht unter der fetten Überschrift "wenn Sie mit Früchten arbeiten"). Nur die Beschreibung für geschmacklosen Alkohol geht von 19-23°C aus. Die Hefesorte entscheidet nicht über Aroma oder Schärfe.

    Eintrag Nr. 2528:

    Hall Herr Dr. Schmickl,
    ich habe mal wieder 2 Fragen:

    Felsenbirnen - haben Sie Erfahrung, lohnt sich die Arbeit. Ich meine ist das Ergebnis die mühselige Pflückerei wert. Soll man evtl mit Aromakorb arbeiten?

    Kirschen:
    Meine Kirschen haben alle kleine weisse Würmer.
    Gibt es einen Trick, wie man die raus bekommt, oder soll ich für ein Destillat die Würmer einfach in der Maische lassen - nach dem Motto: Bis zum Kühler von meiner Destille kommen die eh nicht.
    Ich möchte heuer die Kirschen ungern "wegschmeissen"!

    Danke!!
    Gerhard aus Bayern


    gerhard, Bayern
    01.Jul.2006 17:47:48


      Angesetzte Felsenbirnen, die anschließend destilliert wurden, schmecken gut. Als Maische habe ich sie noch nicht gemacht. Zuerst vielleicht nur einen kleinen Ansatz als Versuch machen, ob Ihnen der Geschmack überhaupt zusagt.
      Würmer in Kirschen: da sie in der Maische obenauf schwimmen, kann man diese auch abschöpfen, ist aber nicht unbedingt notwendig.

    Eintrag Nr. 2527:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    in Eintrag 2525 sagen Sie, 50 kg Kirschen ergeben ca. 2l 45%igen Schnaps. Meine Rechnung: 50 kg = netto 45l Maische (ohne Kerne) mit min. 5% Alkohol = min. 2,25 l rA. Davon ziehe ich 20% für Vor und Nachlauf ab, bleiben 1,8l rA. Auf 45% herabgesetzt ergibt das 4l Schnaps.
    Wie sieht Ihre Rechnung aus?


    Alois, Süden
    01.Jul.2006 10:40:58


      War nur ein Test, ob dies hier überhaupt noch jemand liest! Nein, Blödsinn, ich habe vergessen rechnerisch zu verdünnen, die 4 Liter sind korrekt. Jedenfalls danke für's nachrechnen.

    Eintrag Nr. 2526:

    guten tag
    ich habe ca 30 lt holunderblüten nach ihrem rezept angesetzt und es blubbert schon ganz schön!
    meine frage an sie, soll ich die blüten aus der fertigen maisch vor dem brennen entfernen oder macht es sinn diese mitzubrennen?
    für ihre antwort danke ich ihnen jetzt schon
    mfg


    libertin, CH
    01.Jul.2006 08:59:49


      Die Blüten dabeilassen und mitbrennen.

    Eintrag Nr. 2525:

    Guten Tag,
    ich habe dieses Jahr sehr viel Kirschen und möchte nun Schnaps brennen lassen. Mit was für einem Schnapsertrag kann ich nach dem Brennen rechnen, wenn ich ca.50 kg Kirschenmaische zum Brennen gebe?
    Vielen Dank


    Engelbert King, Somogy
    26.Jun.2006 13:53:34


      Grob geschätzt etwa 2 Liter Schnaps (berechnet auf 45%vol).

    Eintrag Nr. 2524:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
    Gerade bin ich beim Zusammenbau des Kühlers für meinen Brennkessel, werde demnächst ein Aräometer bei Ihnen bestellen. Bitte teilen Sie mir die Maße (Länge und Durchmesser) mit, damit ich die Vorlage richtig dimensionieren kann.
    Besten Dank im Voraus
    helmut


    helmut, wien
    25.Jun.2006 16:47:03


      Länge ca. 30 cm, Durchmesser von ca. 0,7 cm bis ca. 1,5 cm.

    Eintrag Nr. 2523:

    Hallo
    Ich habe mir kürzlich eine distille gebaut und mit ihr erfolgreich einen weinbrand hergestellt. Für die herstellung hab ich einen liter rotwein benutzt. Das endprodukt ist auch brennbar nur ich traue mich jetzt nicht meinen schnaps zu probieren wegen den gefahren von Methylalkohol leider finde ich auch nirgends eine vernünftige antwort auf meine frage.... Die Frage: Ist es möglich das beim destilieren von Rotwein methylalkohol entsteht oder kann ich meine produktion gefahrlos trinken?
    Vielen dank
    Gruß Benny


    Benny, Oberschwaben
    18.Jun.2006 15:13:41


      Bitte benutzen Sie die Suchfunktion (Eingabefeld oben rechts) oder lesen Sie das Buch "Schnapsbrennen als Hobby", da steht das alles drin...
      Zum X-ten mal: Aus nix wird nix. Methanol entsteht nicht beim Kochen, sondern beim Gären. Wenn also der verwendete Rotwein wegen zu hohem Methanolgehalt ungenießbar war, dann wird es auch der Schnaps sein. Ansonsten gibt es diesbezüglich kein Problem. Was jedoch Probleme verursachen könnten, sind Vorlauf (ist nicht dasselbe wie Methanol) und/oder schwefelige Säure. Für nähere Infos nutzen Sie bitte die Suchfunktion oder lesen Sie das Buch.

    Eintrag Nr. 2522:

    Guten Tag Herr Dr. Schmickl
    Der Nachlauf beginnt ja normalerweise bei 91°C.
    Meine Frage: Ist diese Temperatur auch bei einer Höhe von 1100 m.ü.M noch gültig, oder beginnt der Nachlauf schon bei einer niedrigen Temperatur?
    Mit bestem Dank und einem herzlichen Gruss ins schöne Östereich
    Bruno


    Bruno, Schweiz
    17.Jun.2006 18:07:53


      Hier können Sie statt der 91°C bereits bei 90°C mit dem Nachlauf beginnen.

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