Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2491:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe einen Apfelbrand auf Trinkstärke (40%) mit dest. Wasser eingestellt. Die dabei entstandene Trübung habe ich nach ca. 3 Wochen abgefiltert. Es ist ein leckerer, klarer Schnaps entstanden.
    Einen Schönheitsfehler hat er jedoch. Wenn eine Flasche, nicht ganz voll, bei Zimmertemperatur steht fängt der Schnaps an zu schwitzen und es beschlägt die Flasche im oberen, leeren Teil. Dies geht beim Schütteln wieder weg und auch der Schnaps bleibt klar. Kann man das irgendwie beseitigen?


    martin, xxx
    09.Apr.2006 08:18:21


      Nein, das ist normal.

    Eintrag Nr. 2490:

    Den 70%igen Schnaps habe ich mit doppelt destillierten Wasser auf 45% gemischt, welcher dann klar war. Wenn ich ihn in Liter Flaschen abfülle und ruhen lasse, ist er in ein paar Tagen wieder milchig trüb geworden. Ich gebe zb. 2 Liter Schnaps 70% in eine Flasche und füge langsam doppelt destilliertes Wasser zu und wird auch oft beim zusammenmischen schon drüb! Würden Sie mir bitte Ratschläge geben, damit mein Schnaps wieder klar wird. Und wie ich im vor hinein schon verhindern kann dass er nicht Trüb wird!!!!!

    walter stipsits, Steiermark
    07.Apr.2006 18:49:38


      Sehr oft läßt sich das nicht vermeiden und durchaus normal. Ursachen für Trübungen finden Sie im Buch bzw. in den Fachfragen (Suchfunktion benutzen!). Lassen Sie das Destillat 14 Tage stehen, danach lt. Beschreibung mit den "Faltenfiltern fein für Weine und Spirituosen" filtrieren.

    Eintrag Nr. 2489:

    Hallo, habe eine Frage. Habe mit Turbohefe Maische angesetzt laut Beschreibung im Buch und die Zuckerzugabe ausgerechnet, um 20°Vol% zu erhalten, es blubbert nicht mehr (nach ca. 1 Monat bei 22 Grad Celsius), doch mehr als 14 Vol.% geht leider nicht, was mache ich falsch??

    Dr.Z G, Österreich
    02.Apr.2006 19:26:46


      Schmeckt die Maische süß? Wenn ja: Dann war die Zuckerzugabe zu spät. Wenn nein: der gesamte Zucker wurde bereits vergoren, folglich wurde zu wenig zugegeben. Mit welchem Gerät messen Sie den Alkoholgehalt in der Maische? Sie brauchen hierfür ein Vinometer.

    Eintrag Nr. 2488:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe aus wilden Ebereschen mit Doppelkorn einen Likör angesetzt. Ich möchte wissen, wie man den Bittergeschmack weg bekommt. Bisher habe ich Edelebereschen genommen, da war das keine Frage.
    Mit freundlichen Grüßen
    Karl-Heinz


    Karl-Heinz, Deutschland
    01.Apr.2006 19:31:48


      Sie haben eventuell zulange angesetzt. Beim nächsten Mal regelmäßig kosten und bei Bedarf abfiltrieren. Wenn Sie den Ansatz destillieren, geht der bittere Geschmack weg.

    Eintrag Nr. 2487:

    Hallo Dr. Schmickl,
    können sie mir den Unterscheid zwischen Alkohol-, Vino-, und Aräometer erklären? Welches ist für welchen Zweck am geeignesten? Und bei welchen verfälscht Zucker das Messergebnis?
    Vielen Dank im Voraus!
    mfg Alex


    Alexander, Bayern
    28.Mär.2006 22:20:59


      Vinometer: misst den Alkoholgehalt in Weinen u.ä. (0-25%vol), in der Regel ist die Ungenauigkeit größer als der Einfluss von Zucker. Messung beruht auf die Kapillarwirkung.
      Aräometer: misst die Dichte von Flüssigkeiten. Alle gelösten Substanzen wie z.B. Zucker verändern die Dichte und damit sehr deutlich auch das Messergebnis
      Alkoholometer: Ist ein Aräometer zur Messung des Alkoholgehaltes im Destillat (20-96%vol), also von zuckerfreien Alkohol-Wasser-Mischungen

    Eintrag Nr. 2486:

    hallo,
    habe mit großen interesse einige ihrer seiten gelesen und hätte eine frage zu der reinheit von alkoholen.
    sehr guter vodka wird ja aufwendig mehrfach gefiltert, kältegereinigt, mehrfachdestilliert, langsam destilliert und was weiss ich..:)
    dadurch soll dieser ja extrem rein sein und am wenigsten kopfschmerzen verursachen.
    wie ist den ein "normaler" weingeist oder ein selbdestilliertes produkt im vergleich zu erstklassigen vodka?
    kann man mit simpler aktivkohle, vielleicht mehrfacher destillation und filterung ein ebenbürtiges oder noch besseres produkt zustande bringen?
    schon mal vielen dank..
    mit freundlichen grüßen
    schmidt


    schmidt, bayern
    27.Mär.2006 18:28:18


      Stimmt, ein Qualitätskriterium bei Wodka ist die Geschmacklosigkeit und Reinheit des enthaltenen Alkohols. "Normaler" Weingeist aus der Apotheke ist nichts anderes als verdünnter, chemisch reiner Ethanol (= Trinkalkohol), diese Reinheit erreicht Wodka in der Regel nicht. Bei einem selbst hergestelltem Produkt hängt es von der Arbeitsweise ab, ob man davon Kopfweh bekommt oder nicht. Ja, es ist mit einem vernünftigen Aufwand möglich, ein (viel) besseres Produkt selbst herzustellen.

    Eintrag Nr. 2485:

    hallo dr.schmickl
    habe eine frage diesbezüglich eines schnellkochtopfes als destille. macht es sinn,das überdruckventil des topfes im deckel zuversetzen(ca.2-3cm), da der ursprüngliche sitz des überdruckventiles nun das steigrohr einnimmt? dies sollte eigentlich nur der zusätzlichen sicherheit dienen. wäre das nützlich oder überflüssig? grüsse aus nrw. klaus


    klaus, nrw
    26.Mär.2006 13:59:37


      Ein Überdruckventil ist überflüssig, Sie müssen sowieso immer drucklos arbeiten. Wenn die Anlage beim Destillatausgang nicht verschlossen ist und nichts überkocht (merkt man sofort an der Färbung vom Destillat) kann nichts passieren. Natürlich können Sie es auch einbauen, schaden tut's nicht.

    Eintrag Nr. 2484:

    Zu meiner Fachfrage unter Nr. 2428

    Nur zur Info: Nach nunmehr knapp 3 Monaten Lagerzeit ist der anfänglich bittere Geschmack in meinem Zwetschgenbrand nicht mehr feststellbar. Ich bin froh, dass ich das Destillat nicht sofort verworfen habe. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
    Schöne Grüße
    norbert


    norbert, Bayern
    24.Mär.2006 10:43:31


      Danke für die Info!

    Eintrag Nr. 2483:

    Hallo Herr Dr.Schmickl
    Wie ist es mit dem Befüllen der Destillie beim doppelt brennen, da man nur einen geringen Anteil als Destilat aus der maische erhält, der nur den Boden der Destille bedecken wird? wie wird dabei eine Rektifikation verhindert und wie sieht es mit den Temperaturen aus?


    Kevin, nrw
    22.Mär.2006 19:11:28


      Auch beim zweiten Brand ist der Kessel zumindest zur Hälfte zu füllen. Sie müssen daher mehrere Rohbrände zusammengeben (natürlich nur von der gleichen Maische).

    Eintrag Nr. 2482:

    zu Eintrag 2481:

    hallo dr.schmickl
    natürlich kocht wasser bei ca.100 grad. was ich eigentlich meinte war, das wenn ich nur wasser in der destille habe, das wasser laut meines digitalthermometer schon bei 88 grad die ersten tropfen zeigt. (also kocht es in der destille schon,oder?) habe das thermometer in einen topf mit kochendem wasser gehalten, und hatte laut anzeige 99.8 grad. das thermometer sitzt glaube ich am richtigen platz. ich hatte übrigens keinen 12%alc., sondern einen mit turbohefe erzeugten geschmacklosen alc.mit ca.20% in der destille. 62% hatte der edelbrand, und der "nachlauf"noch 40%.kann das denn sein? grüsse aus nrw klaus


    klaus, nrw
    20.Mär.2006 16:38:46


      Ja, stimmt: wenn beim Kühler etwas heraus tropft, muss Dampf entstanden sein. Damit Dampf entstehen kann, muss das Wasser kochen. Aber der Siedepunkt von Wasser liegt nicht bei 88°C, sondern, wie Sie auch schreiben, bei ca. 100°C. Fazit: die Ihre Temperaturmessung ergibt Unsinn! Wahrscheinlich messen Sie nicht dort wo der Dampf vorbeiströmt, sondern irgendwo an einer kühleren Stelle.
      Bei einem Alkoholgehalt von 20%vol im Kessel (vor dem Brennen) ergeben sich ca. 55-57%vol in der gesamten Edelbrandfraktion.

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