Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2294:

    Hallo Dr. Schmickl
    Super Page, hoffe sie können mir helfen. Haben Zwetschken eingemaischt und stark aufgezuckert. (389gr/L)Wollten volle Ausbeute. Haben jedoch keine Turbohefe oder ähnliches dazugegeben. Anfängerfehler!! Am Anfang hatte es den Anschein als ob alles in Ordnung wäre. Bläschen, Geruch, Geschmack alles in Ordnung. Jetzt nach ca. 5 Wochen tut sich nichts mehr und die Maische ist noch immer süß. Vinometer Messung funktioniert nicht. Maische ist aber sicher noch nicht fertig vergoren. Was kann ich jetzt noch tun? Kann man überhaupt noch was retten?
    Danke im voraus.
    mfg Günter


    Eicher Günter, Oberösterreich
    15.Sep.2005 06:54:07


      Sie sollten das Gärende abwarten und dann Brennen. Es ist ganz normal, dass die Gärung immer langsamer wird.

    Eintrag Nr. 2293:

    Kann ich einen Weinballon (Glasballon) als destille verwenden?

    Kunibert, BRD
    14.Sep.2005 22:13:41


      Prinzipiell natürlich schon, allerdings nur dann, wenn Sie das Ganze sehr sehr langsam aufheizen. In der Praxis ist die Bruchgefahr jedoch einfach zu groß. Durch das dicke Glas entstehen so große innere Spannungen beim Aufheizen, dass es nicht gelingen wird den Ballon inkl. Inhalt aufzuheizen, ohne dass der Boden weggesprengt wird.

    Eintrag Nr. 2292:

    Hallo Herr Dr. Schmickl und alle Brennerfreunde. Seitca. 1.1/2Jahren lese ich nun eure Super Seiten. Ich habe sehr viel bei euch gelernt. Im vorigen Jahr habe ich mal einen Pflaumenschnaps gebrannt. Mit einer selbstgebauten Destille aus Einem Edelstahlkochtopf. Das Steigrohr und Geistrohr sind ebenfals aus Edelstahl. Da das Ergebnis meine Freunde überraschte bat mich ein Freund Seine Kirschmaische zu brennen. Er sagte mir die steht schon zwei Jahre. Aus ca. 5Liter Maische erhielten wir 0,8l 57% Destillat. Nach ca. 6wöchiger Lagerung war das Ergebnis Super. Ohne Euch hätte das bestimmt nicht so geklappt. Bei mir Gären schon wieder 30 Liter Pflaumen. Macht weiter so. Ich werde mich sicher öfters melden. Noch ein Hinweis: mit einem Campingkocher(aus DDR Produkt.) lässt sich die Temperatur Super regeln.

    Brennermanne, Sachsen
    14.Sep.2005 21:05:06


      Danke!
      Sie meinen wohl die Tropfgeschwindigkeit vom Destillat, die Sie regeln können. Dampftemperatur kann man nicht regeln, da diese nur vom Alkoholgehalt im Kessel abhängt und der verringert sich ja laufend.

    Eintrag Nr. 2291:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    habe vom letzten Jahr noch Mirabellenmaische (lt. Vinometer ca. 21Vol.%) übrig, die heilen Kerne sind noch in der Maische, der Geruch ist wunderbar "mandelig". Kann diese Maische noch verwendet werden oder sind durch die Kerne bereits giftige Substanzen in die Maische entwichen? Vielen Dank für Ihre Info. Gruß jr


    Jotterr, Ostwestfalen
    14.Sep.2005 12:30:31


      Wenn die Kerne ganz sind, kann die Maische verwendet werden, da in diesem Fall kein Cyanid oder Blausäure nachweisbar ist. Auch nicht nach Jahren und bei hochgradiger Maische.

    Eintrag Nr. 2290:

    Hallo Herr Doktor,
    ich habe von russischen Arbeitskollegen Tipps bekommen, wie man reinen Alkohol noch reiner bekommt.
    a) Zugabe der Membrane, die zwischen den beiden Hälften einer Walnuss sitzt, zum Destillat;
    b) Zugabe einer geringen Menge von Kaliumpermanganat zum Destillat.
    zu a), das ist wohl so eine Art Fassersatz? Zu b), das klingt mir gefährlich, da Kaliumpermanganat eigentlich giftig ist?
    Können Sie hierzu etwas sagen?
    Gruss
    Nuni


    Nuni, Jerusalem
    14.Sep.2005 09:31:47


      Ja, Sie sollten von beiden Methoden eher die Finger lassen.

    Eintrag Nr. 2289:

    Hallo,
    wir haben seit kurzem einen Garten mit zwei Birnenbäumen. Jetzt möchten wir die Birnen gerne zu Maische verarbeiten und brennen lassen. In Zukunft würden wir dann gerne auch selbst brennen. Zunächst aber einmal möchte ich wissen, wie ich die Maische richtig ansetze. Was muss ich tun - ich bin wirklich Laie. Scheuen Sie sich deshalb bitte nicht auch Dinge zu nennen, die Sie eigentlich als bekannt voraussetzen würden. Ich danke schon jetzt für die Hilfe.
    Hans-Jörg


    Hans-Jörg Lange, Baden-Württemberg / Deutschland
    13.Sep.2005 13:05:56


      Dies kann man leider nicht in ein, zwei Sätzen erklären. Im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" (siehe unter "Bücher") ist dies sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben.

    Eintrag Nr. 2288:

    Hallo Hr. Dr. Schmickl
    Wie kann ich den pH-Wert einer Brennmaische, welche durch einen Fehler meinerseits zu stark angesäuert wurde, wieder anheben. Der Wert liegt bei pH 2,0. Die Gärung funktioniert nicht Richtig. Eine Anhebung auf 3,0 wäre ja Wichtig.
    Aber wie?


    PeterGrabher, Vorarlberg - Austria
    13.Sep.2005 07:41:52


      Durch Zugabe von geruchs- und geschmacksneutralen basischen Substanzen. Z.B. Alkaselzer oder Kalk (ist in der entsprechenden Reinheit sehr schwer zu bekommen).

    Eintrag Nr. 2287:

    Grüß Gott!
    Ich werd aus meiner Anlage (Nr. 82 in der Galerie) nicht schlau. Es handelt sich um die Temperaturen. Ich habe heute einen Geist gemacht. 4 Liter Alkohol mit 11%. Ich habe sehr langsam aufgeheizt. Die Temperatur ist elends lange bis auf 78° gestiegen. Da hat es dann auch zu tropfen begonnen. Ab 78° ist die Temperatur dann sehr rasch auf 91° gestiegen. Während diesem Anstieg sind nur etwa 20ml Geist herausgekommen. Danach ist die Temperatur extrem langsam weitergestiegen, bei gleich schnellem Tropfen wie während des schnellen Anstiegs von 78-91°. Um die laut Buch zu erwartende Alkoholmenge zu bekommen, muss ich mindestens bis 95° weiterdestillieren. Man kann also sagen, bei 91° geht´s erst richtig los. Das Ergebnis bis 95° waren 475ml mit 55%, also rund 0,6l mit 43%. Das komische ist aber, dass bei kochendem Wasser das Thermometer 98-99° anzeigt, und das auf gut 200m Seehöhe. Also kann das Thermometer nicht so falsch gehen. Was läuft hier falsch? Kann es sein, dass es eine Eigenheit genau dieser Destille (#82) ist?
    Mit Bitte um Rat grüßt
    Harry.


    Harry, Nö
    12.Sep.2005 20:54:52


      Der Punkt, an dem Sie die Temperatur messen ist zu tief, das Thermometer selbst funktioniert korrekt. Im Unterschied zu Wasser wird die Dampftemperatur immer heißer, je tiefer Sie messen. D.h. wenn Wasser kocht, hat der Dampf überall ca. 98°C, egal wo Sie messen. Bei einer Alkohol-Wasser-Mischung entspricht nur die höchste Stelle, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt, dem Alkoholgehalt im Destillat. Je tiefer im Dampfraum, desto höher der Wasseranteil, folglich desto heißer die Dampftemperatur. Da Sie zu hohe Temperaturen messen, sitzt die Messstelle zu tief. Einige cm Höhenunterschied machen sich bereits bemerkbar. Bei 4 Liter 11%vol im Kessel sollten Sie ca. 720 ml mit ca. 50%vol als Ergebnis erhalten.
      P.S.: Sie sollten nicht langsam aufheizen, sondern langsam destillieren (schnell tropfen, so wie Sie's auch gemacht haben).

    Eintrag Nr. 2286:

    Halle Herr Doktor!
    Habe eine normale Marillenmaische (6%) bereits gebrannt, Raubrand - Vorlauf abgetrennt- traumhafter Geschmack. Habe noch eine Turbo-Marillenmaische mit 20%. Kann ich den Raubrand gemeinsam mit der Turbomaische brennnen oder ist ein getrenntes Brennen besser.
    Danke


    Herbert Strasser, oö
    12.Sep.2005 19:18:34


      Besser ist es getrennt zu Brennen, vorallem weil Sie dann auch den Qualitätsunterschied erkennen können.

    Eintrag Nr. 2285:

    Hallo Dr. Schmickl
    Ist es Möglich daß eine Bananenmaische (25 kg Bananen,25lt. Wasser,4,3 kg Zucker,Turbo laut Buch, Biogen M und Verflüssiger) nach 4 Tagen schon 11 Vol.% (Vinometer) hat ?
    In ihrem ausgezeichnetem und für den Laien leicht verständlichen Buch steht daß man den pH-Wert sofort einstellen muß.
    Auf der Biogenpackung steht erst nach 1 - 4 Tagen. Daher meine Frage: Welche Methode ist die Richtige ?
    Mit bestem Dank im Voraus
    STEINER


    Steiner, Ö.
    12.Sep.2005 09:46:42


      Ja, dieser Messwert ist schon möglich, gerade zu Beginn der Gärung enthält die Maische noch eine erhebliche Zuckermenge, d.h. die Vinometermessung kann durchaus ca. 2%vol zu viel anzeigen. Im Sinne des Aromas ist es besser langsam zu gären, also Umgebungstemperatur max. 20°C.
      Stellen Sie den pH immer sofort ein, andernfalls kommt es leider sehr oft zu einem Gärstopp (die Hefen mögen es nicht, wenn das Milieu radikal geändert wird).

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