Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2210:

    Sehr geehrter Herr Schmickl!
    Da ich mich doch als Neuling einstufe hätte ich zwei Fragen an sie.
    1.) Ich setzte verschiedenste Schnäpse an (Honig-, Zirben- und Nussschnaps) mit 38% Alkohol. Nun wollte ich vor dem Abfüllen, meine Schnäpse mit einem Alkoholmeter die Prozente überprüfen, was aber nicht funktionierte. In einem Posting fand ich dann eine Erklärung von ihnen, das Aufgrund des Zuckergehaltes der Alkoholmeter nicht richtig anzeigen kann. Nun meine Frage - mit was kann ich bei einen Angesetzten Schnaps die Alkoholstärke feststellen? (z.b. weil ich den Schnaps noch verdünnen wollte)
    2.) Ich würde mich gerne zu ihrem angebotenen Schnapsbrennseminar für Hobbybrenner/innen anmelden, welche Vorkenntnisse sind den hier erforderlich - bringt es auch etwas als Laie sprich Anfänger teilzunehmen, oder wäre das Thema dann zu hoch für mich?
    Ich bedankemich im voraus und möchte ihnen auf diesem Wege für ihre tolle HP gratulieren und verbleibe mit vorzüglichen Grüßen
    R. SCHROTT


    Roland SCHROTT, St. Veit - Kärnten - Österreich
    31.Jul.2005 13:50:23


      Danke :-)
      ad 1: erste Möglichkeit: Verdünnen Sie ca. 10 ml des Schnapses 1:1 mit Wasser und messen Sie mit einem Vinometer. Dieses Messgerät gibt den Alkoholgehalt zwar nicht so genau wie ein Alkoholometer an, aber dafür stört der Zucker nicht so sehr. Zweite Möglichkeit: Mit einem Ebulliometer messen. Hier wird der Alkoholgehalt über den Siedepunkt bestimmt. Auch hier stört der Zucker so gut wie gar nicht. Dritte Variante: In einer kleinen Destillationsanlage eine Probe bis zur Trockene überdestillieren. Destillate sind immer vollkommen zuckerfrei, daher kann danach der Alkoholgehalt mit einem Alkoholometer sehr genau bestimmt werden.
      ad 2: Ja, auch als Laie ist das Seminar sinnvoll. Da vorallem der theoretische Teil sehr kompakt gebracht wird, ist es von Vorteil, wenn Sie vor dem Seminar zumindest das Buch durchlesen. Dann hat man einfach mehr davon und merkt sich viel mehr.

    Eintrag Nr. 2209:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe Ihr Buch mit großen Interesse gelesen und finde es sehr gut.
    Sie schreiben, dass ich Nüsse in 55 vol% Alkohol einlegen, und anschließend nocheinmal destillieren soll.
    Soll ich den Aufgesetzten vor oder nach dem Destillieren verdünnen? Auf wieviel vol% sollte die Trinkstärke eingestellt werden?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Gruß Martin


    Martin, -
    31.Jul.2005 10:01:02


      Verdünnen Sie den Angesetzten erst nach dem Destillieren. Trinkstärke entspricht ca. 40-45%vol.

    Eintrag Nr. 2208:

    Guten Tag Herr Dr. Schmickl
    Wenn ich 30 Liter Flüssigzucker (hat den gleichen Zuchergehalt wie 30kg Zucker ist aber schwerer)
    z.B. in ein 100Liter Faß gebe, welchen Zuckergehalt g/Liter erhalte ich dann?
    300g/liter? 230g/Liter? oder ganz was anderes?
    -Danke-


    snaff, schwaben
    30.Jul.2005 15:36:27


      Wenn 30 Liter Flüssigzucker gleich viel Zucker enthalten wie 30 kg "normaler" Zucker, ergibt das in einem 100 Liter Fass 300 g / Liter.

    Eintrag Nr. 2207:

    wie setzt man maische an? gibt es ein grundrezept. ist es dasselbe bei stein- und kernobst. wie lange dauert so etwas. gibt es ein nachschlagewerk für anfänger?

    signoresoul, bayern
    30.Jul.2005 13:46:50


      Ja, gibt es. Alle Ihre Fragen werden im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr detailliert und für Laien leicht verständlich beantwortet.

    Eintrag Nr. 2206:

    hallo, da ich schon öfter gelesen habe, das wein/maische die mit einem Gärspund gegärt wurden bzw. gekaufter wein keinen oder minimalen Vorlauf haben? und wenn, ist dort die temperatur anders (wann der Vorlauf beginnt endet)?
    Gruß
    Max Groth


    Max Groth, no
    28.Jul.2005 00:39:28


      Gekaufter Weißwein hat keinen Vorlauf, gekaufter Rotwein könnte geringe Mengen Vorlauf enthalten. Selbstgemachter Wein / Maische nur mit einem Gärspund schützt NICHT vor Vorlauf. Es gehört neben der sauberen Verarbeitung auch noch die richtige pH-Einstellung und vorallem Reinzuchthefe dazu.
      Bei welcher Temperatur der Vorlauf endet hängt ausschließlich vom Alkoholgehalt im Kessel ab.

    Eintrag Nr. 2205:

    Guten Tag Herr Schmickl!
    In Ihrem (sehr interessanten) Buch empfehlen sie die Verdünnung auf ca. 43% gleich nach dem Destilliervorgang durchzuführen. Weiters empfehlen sie, den bereits verdünnten Alkohol mind. zwei bis drei Wochen an der Luft (Flasche mit Watte verschlossen) stehen zu lassen. Nun meine Frage: Hat der Schnaps dann überhaupt noch 43% bzw. wäre es nicht besser, die Verdünnung nach dieser Stehzeit durchzuführen, da erst dann eine Einstellung auf die exakte Trinkstärke von 43% möglich erscheint?
    Meine zweite Frage bezieht sich auf ihre Angebote an Brennanlagen: Was macht den um ca. 80 Euro höheren Preis für die Destille de luxe im Vergleich zur Brennanlage Classic aus und stimmt es, dass Brennkesseln mit mit einem halbkugelförmigen Boden auf Grund der besseren Thermik besser sind? Danke im Voraus für Ihre Antwort.


    Martin Planko, Österreich
    27.Jul.2005 21:32:28


      Sie sollten den verdünnten Schnaps auf alle Fälle im Kühlen (Kellertemperatur) stehen lassen, ansonsten würde natürlich Alkohol verdunsten. Wir verdünnen vor der Ruhephase, da danach auch die oft entstehenden Trübungen abfiltriert werden können (sonst kommt es zu Nachtrübungen).
      Die Deluxe ist teurer, da das Gerüst größer und daher auch stabiler gefertigt ist als bei der Anlage Classic, weiters werden auf Grund des 7,8 Liter Kessels besonders feste Materialen verwendet. Dass ein halbrunder Kesselboden besser sein soll als ein flacher ist uns bisher noch nicht aufgefallen.

    Eintrag Nr. 2204:

    Hallo H. Schmickl,
    Ich habe eine frage zur Himbeergeist / Nussschnaps / Angesetzten Herstellung welche Früchte oder Kräuter lasst man unter Sonnen einwirkung ziehen und welche besser im dunklen Keller ?
    Gruss
    Michael Dietz


    Michael Dietz, DE
    26.Jul.2005 17:27:29


      Wir lassen Angesetzte generell im Dunklen ziehen. Wenn allerdings ab und zu die Sonne drauf scheint, schadet es auch nicht.

    Eintrag Nr. 2203:

    Hallo Hr. Schmickl!
    1.Wenn ich zB. Marillenmaische, wie in Ihrem Buch beschr., mit 10% Steine im Anbrennschutz brenne
    und zusätzlich noch Früchte in den Aromakorb geben möchte, dann bräuchte ich doch 2 Aromakörbe
    (1x Anbrennschutz u. 1x Aromakorb)od. gibt es da eine andere Technik die mir nicht bekannt ist?
    2.Bei welchen Maischen ist es besonders empfehlenswert zwecks Aromaverstärkung Früchte in den Aromakorb zu geben, und bei welchen eher weniger?
    Bedanke mich im voraus und verbleibe mit
    freundlichen Grüßen
    Binder Wolfgang


    Binder Wolfgang, NÖ, 2353
    26.Jul.2005 15:28:09


      ad 1: Brennen Sie Marillen nicht mit den Kernen, Sie sollten diese bereits auch ohne Kerne einmaischen, anderfalls haben Sie einen starken Marzipangeschmack, der das Marillenaroma übertüncht. Nein, Sie brauchen nicht zwei Körbe. Verwenden sie den Aromakorb, also mit den Füßchen. Gießen Sie die Maische darüber, die Flüssigkeit fließt durch, oben können zusätzliche Früchte dazugegeben werden.
      ad 2: Zusätzliche Früchte sind nur bei Maischen sinnvoll, die eher geschmackarm sind, wie z.B. Äpfel. Gut funktioniert die Methode z.B. mit Himbeeren, Bananen; weniger gut mit Zwetschken, Birnen.

    Eintrag Nr. 2202:

    Hallo,
    habe im herbst vor verschiedene Maischen zu machen. Das problem ist nur das ich diese nach dem Gären nicht ein paar monate im kleinen Faß liegen lassen kann. Mache immer so um die 5-10 ltr. Ist es ein proplem die nach dem Gären in z.B. 1,5 ltr Colaflaschen oder so umzufüllen und darin zu lagern?


    Frettchen, Mosel
    26.Jul.2005 13:45:49


      Wenn der Hals nicht zu eng ist, spricht nichts dagegen.

    Eintrag Nr. 2201:

    Hallo Herr Dr. Schmickl
    Ist der Einsatz von Aktivkohle einmalig oder kann sie öffter eingesetzt werden und wie wird sie eingesetzt?
    Ich bin noch ziemlich neu auf dem Gebiet und würde mich über Ihre Hilfe freuen.


    Wolle, NRW
    26.Jul.2005 12:37:42


      Aktivkohle benötigt man, um Alkohol geschmacklos zu machen, z.B. bei Nachlauf oder misslungenen Versuchen. Theoretisch kann Kohle mehrmals verwendet werden, dafür müßte man sie aber vor dem nächsten Gebrauch ausheizen bei ca. 110°C. Die Aufnahmefähigkeit nimmt bei jedem Ausheizvorgang immer mehr ab.

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