Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2177:

    Möchte mir Blutwurzellikör oder Schnaps selber machen. Habe mir schon Wurzeln besorgt. Vielleicht kann mir jemand ein oder mehrere möglichkeiten zum herstellen von Blutwurlikör oder Schnaps verraten.
    Für eure Bemühungen bedanke ich mich schon jetzt
    m.f.g.
    Walter Lux


    Lux Walter, Blutwurzellikör-Schnaps
    07.Jul.2005 15:32:45


      Sie können den Blutwurz am einfachsten in 50%vol Alkohol ansetzen und zumindest 2-3 Monate ziehen lassen. Soll es Likör werden, dann noch Zucker oder Honig und eventuell Milchprodukte (Sahne o.ä.) zugeben.

    Eintrag Nr. 2176:

    Hallo!
    Ich habe eine Whisky-Frage:
    Ist Whisky in einer Glasflasche ungeöffnet ewig haltbar? Die Falsche steht nun schon seit mind. 15 Jahren in einem Kasten so herum. Ist der Whisky noch genießbar?
    Danke!


    Manu, Salzburg
    06.Jul.2005 09:36:52


      Schnaps kann nicht "schlecht werden". Aber natürlich verdunstet im Lauf der Jahrzehnte durch den Verschluss (kein Verschluss ist absolut dicht) der Alkohol. D.h. wenn Sie zu lange warten, kann es sein, dass der Alkohol "verschwunden" ist, obwohl die Flasche nie geöffnet wurde.

    Eintrag Nr. 2175:

    Wieso empfehlen Sie zum Verdünnen eigentlich destilliertes Wasser und nicht Leitungswasser? Wenn ich jetzt (rein geschmacklich) das Leitungswasser mit dem destillierten Wasser aus dem Baumarkt vergleiche, dann schmeckt das Leitungswasser eigentlich viel besser.
    Danke im Voraus


    Richard, NÖ
    04.Jul.2005 12:19:29


      Leitungswasser enthält immer Mineralien, im wesentlichen Kalksalze. Salze und Mineralien sind in Alkohol unlöslich, es kann beim Verdünnen also zur "Schneeflocken"-Bildung im Schnaps kommen (tritt oft erst nach einigen Wochen auf). Weiches Wasser eignet sich natürlich sehr wohl zum Verdünnen. Im Zweifelsfall einfach ausprobieren.

    Eintrag Nr. 2174:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe eine theoretische Frage zum Gesamtzuckergehalt in Abhängigkeit von der gewünschten Alkoholkonzentration.
    Bei der Vergärung von 1000g Zucker entstehen 511g Alkohol. 1 Vol.-% Alkohol entspricht 7,9g Alkohol. Zur Erzeugung von 1 Vol.-% Alkohol in 1 Liter Wein/Schnaps benötigt man somit ca. 15,5g Zucker. In der Tabelle in Ihrem Buch entspricht 1 Vol.-% Alkohol ca. 19g Zucker. Ist meine Rechnung falsch bzw. wie kommt man zu den ca. 19g Zucker pro 1 Vol.-% Alkohol?
    Danke im Voraus


    Hans-Georg, Deutschland
    03.Jul.2005 19:33:36


      Dieser Zusammenhang wurde empirisch ermittelt. Es handelt sich dabei also um Praxis- und nicht um Rechenwerte.

    Eintrag Nr. 2173:

    Warum wird das Destillat bei Verdünnung mit destilliertem Wasser trübe??
    mfg
    Waldemar


    Waldemar, NRW
    03.Jul.2005 13:37:51


      Es können in wäßrigen Milieu schlecht lösliche Bestandteile des Destillates ausfallen, dies führt zu einer Trübung. Dies passiert oft bei Stein- und Kernobst und bei Zitrusfrüchten. Dieser Effekt ist normal und zeigt bei Zitrusfrüchten sogar an, dass viel ätherisches Öl enthalten ist (= viel Geschmack). Die Trübung kann mit den entsprechenden Filtern abfiltriert werden.

    Eintrag Nr. 2172:

    Grundsätzlich is es ja möglich, anstatt zu destillieren das Ganze unter 0° abzukühlen und das Eis zu entfernen. Gibt es dazu Infos?

    Schalautzer, Deutschland
    02.Jul.2005 15:09:30


      Siehe Menüpunkt "Diskussion", dort wurden diesbezüglich bereits Erfahrungen ausgetauscht (Suchfunktion benutzen).

    Eintrag Nr. 2171:

    Guten Tag, Herr Dr. Schmickl,
    Ihre Seite ist einfach Spitze. Viele Anregungen und Hinweise konnte ich Ihren Antworten schon entnehmen. Meine Frage heute: Macht es Sinn, weißen Spargel, den es zur Zeit bei uns in rauhen Mengen sehr preiswert gibt, mit dem Zauberstab zu pyrieren und zusammen mit 380 Gramm Zucker je Liter, Verflüssiger (wie viel?) und Biogen M zu einer Maische anzusetzen? Dass der Spargel weitestgehend geschält und sauber ist, versteht sich von selbst. Wie groß ist die Gefahr der Bildung von Methanol, wenn manche Spargelstangen "holzig" sind? Können Sie bezüglich der Verarbeitung von Spargel einen Tipp geben?
    Vielen Dank und Viele weitere interessante Fragen
    wünscht
    Volker


    Volker, Deutschland
    30.Jun.2005 19:05:27


      Danke!
      Selbstverständlich funktioniert das. Verwenden Sie ca. ein Drittel Wasser und ca. 15-20 ml Verflüssiger auf 100 Liter, Biogen M wie sonst auch zugeben. Die holzigen Anteile können zur Vorlaufbildung führen, d.h. bei der Destillation die Vorlaufabtrennung beachten.

    Eintrag Nr. 2170:

    Kann ich zur herstellung von Weizenkorn auch handelsübliches weizenmehl benutzen? Habe es mit geschroteten Braumalz (Weizen) + Amynlase versucht, hat aber nicht funktioniert. Die Gährung kam nicht richtig in gange und nach 10 tagen hat es irgendwie faulig gerochen. Hab die Maische dann weggeschüttet. Hätte auch gern ein erfolgreiches Maischerzept oder Erfahrungsbericht von Kornmaische.
    Danke!


    micha W, D
    29.Jun.2005 17:35:04


      Ja, die Gärung funktioniert auch mit Mehl. Sie müssen sich bei Stärkevergärungen immer genau an die Temperaturen halten, und keinesfalls die Hefe zu früh zugeben, wenn die Maische noch zu warm ist. Rezepte finden Sie unter "Rezepte", siehe z.B. Eintrag "Kornbrand im Infusionsverfahren" vom 23.11.2003. Nutzen Sie die Suchfunktion um weitere Rezepte zu finden.

    Eintrag Nr. 2169:

    Hallo zusammen,
    Ich lese bei ihren Einträgen öffers, daß Maische (egal welche) mit Zucker aufgebessert wird, Damit eine höhere Alkoholkonzentration entsteht.
    Mich würde interessieren wie viel Zucker pro 100 L maische zugegeben werden kann ohne das das Aroma des Destilates leidet. Ich denke je mehr Schnaps aus einem Brand herauskommt, dest weniger Aroma. Ist das Richtig.
    2. Frage wie schaut ein Aromakorb aus. Wie groß ist er und wo ist er befestigt. Kann er nachträglich eingebaut werden.
    Danke im Voraus


    Gerald, Burgenland/Österreich
    28.Jun.2005 12:32:36


      Anscheinend kennen Sie das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" noch nicht, da ist das alles sehr ausführlich beschrieben.
      Es ist gerade das Gegenteil der Fall: der Zucker wird beim Gären in Alkohol umgewandelt. Je höher die Alkoholkonzentration, desto höher die Extraktionskraft, desto mehr Aromastoffe gehen in Lösung und desto mehr können folgedessen auch in das Destillat gelangen. Außerdem müssen hochgradige Maischen nicht zweimal gebrannt werden, man erspart sich also die Aromaverluste durch den zweiten Brenndurchgang. Je geringer der Alkoholgehalt in der Maische, desto mehr Aroma/Geschmack bleibt beim Destillieren im Kessel zurück. Fazit: hochgradige Maischen bringen mehr Ausbeute UND mehr Aroma. Turbohefe kann 380 g Zucker je Liter Maische in Alkohol umwandeln.
      Ein Aromakorb ist eine Art Metallsieb und sollte immer dem Anlagendurchmesser entsprechen. Es wird nicht befestigt sondern in den Kessel gestellt (siehe Abbildungen bei den Produktbeschreibungen).

    Eintrag Nr. 2168:

    Hallo,
    ich bin immer noch am rätseln, ob ich die 2ltr Classic richtig "eingestellt" habe. Wenn ich im Supermarkt gekauften Wein destilliere, dann beginnt es bei ca. 77-78 Grad zu tropfen. Wenn ich nur Wasser destilliere, dann beginnt es bei ca. 92-93Grad zu tropfen. Das Thermometer lasse ich nach Beschreibung 2.5cm aus dem Stopfen rausschauen. Montiert schaut dann nur die rote Flüssigkeitskugel in die Destille. Wenn ich das Thermometer in kochendes Wasser halte, habe ich ca. 98 Grad (ca. 220m Seehöhe)
    Kann das beim Wein doch eine geringe Menge Vorlauf sein? Ist die Temperatur beim Wasser "destillieren" nicht viel zu niedrig?
    Danke im Voraus


    Richard, NÖ
    28.Jun.2005 08:09:50


      98°C Thermometer sind ok. 92-93°C zu Beginn sind auch OK, danach sollte es aber auf ca. 97-98°C ansteigen. Die Anlage braucht immer ein paar Minuten - ebenso das Thermometer - bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat. Das gleiche gilt auch für die 77-78°C. Gekaufter Weißwein hat keinen Vorlauf.

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