Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2163:

    Hallo zusammen
    ich habe zusammen mit einem freund 20 liter apfelwein gemacht. nun ist das problem, dass wir nicht wissen, wie man die hefe mit möglichst einfachen mitteln da wieder rausbekommt.
    MfG Sandro Hauri


    sandro hauri, schweiz/aargau
    24.Jun.2005 11:27:30


      Den vollkommen ausgegorenen Wein zumindest 2 bis 3 Monate stehen lassen, danach die Flüssigkeit abziehen.

    Eintrag Nr. 2162:

    Was eignet sich am besten zum Ansetzen von Nüssen
    (Nussschnaps bzw -likör); Weingeist, Ansatzkorn, Wodka?
    Wird der Alkoholgehalt vor oder nach dem Ansetzen auf den gewünschten Prozentsatz gemischt.
    Danke für die Beantwortung


    Martin, Niederösterreich
    23.Jun.2005 14:46:01


      Alle drei eignen sich, je geschmackloser desto besser, am geeignetsten ist also Weingeist. Setzen Sie in ca. 50%vol Alkohol an, ohne verdünnen destillieren, danach verdünnen.

    Eintrag Nr. 2161:

    ich möchte jetzt einen Nussernen ansetzen. Denke, dass mir da aber eher der Likör zusagt - zumindestens glaube ich, dass es immer ein Likör ist, den ich da getrunken habe :) Zwei Fragen:
    1) empfiehlt es sich fürs Ansetzen auf 53% zu verdünnen od. soll ich gleich mit 96% Weingeist ansetzen
    2) Auf wieviel % wird dann eigentlich ein Likör weiterverdünnt. Liege ich da mit ca. 25% richtig?


    Richard, NÖ
    23.Jun.2005 13:54:11


      ad 1: setzen Sie mit ca. 45-55%vol an, Sonst ist die Extraktion viel zu stark.
      ad 2: Ja, stimmt.

    Eintrag Nr. 2160:

    Gute Tag Herr Dr.Schmickl!
    Ich habe jetzt wie in Ihrem Buch beschrieben grüne Nüsse in 55% Alkohol eingelegt.Wenn ich diesen nach der angegebenen Ziehdauer brennen möchte (um den Bittergeschmack loszuwerden) muß ich diesen noch runterverdünnen oder wird er so gebrannt? Bis zu welcher Prozentzahl wird dann gebrannt? Vielen Dank für Ihre Hilfe!


    Meik Reimann, Brandenburg
    23.Jun.2005 06:57:31


      Nein, den Angesetzten vor dem Destillieren nicht verdünnen. Die Nüsse in den Aromakorb geben. Das gesamte Destillat ohne Nachlauf wird dann ca. 70-75%vol haben.

    Eintrag Nr. 2159:

    Hallo Herr Dr. Schmickl
    Wir bekommen von Bekannten aus Bosnien immer selbst gebrannten Slibowitz mitgebracht.
    Ich habe mich bei Ihm mal nach dem Rezept erkundigt und gefragt wie die Herstellung erfolgt.
    Er sagte nur, daß die Pflaumen in ein großes Faß kommen und vergoren werden. Keine Hilfsmittel wie Hefe oder ähnliches kommen zum Einsatz.
    Die Vorlaufabtrennung erfolgt über ein Wasserglas durch das das Destilat angeblich laufen soll. Nach einer Weile wird das Wasser ausgetauscht.
    Wissen sie etwas über dieses Prinzip der Vorlaufabtrennung?
    Handelt es sich bei dem Gärprozess um eine „wilde Gärung“?
    Oder hat unser Bekannter etwas gänzlich falsch verstanden?
    Mit freundlichen Grüßen
    Stephan


    Stephan Fittkau, Niedersachsen
    22.Jun.2005 13:39:31


      Ja, ich kenne diese Vorgehensweisen und Ihr Bekannter kann das durchaus richtig verstanden haben. Es handelt sich um eine wilde Gärung (wodurch Unmengen an Vorlauf entstehen) und diese Art der "Vorlaufabtrennung" ist nutzlos. Sie sollten auf solche Destillate verzichten. Nicht einmal zum Füße einreiben verwenden, weil die Gifte des Vorlaufes auch über die Haut aufgenommen werden. Wegen der Schärfe und des Essigstichs muß es eine Qual sein sowas zu Trinken, daher auch die Unsitte Schnäpse in einem Schluck hinunter zu kippen. Nach dem Motto: Nase zu und durch...

    Eintrag Nr. 2158:

    Guten Tag,
    angeregt durch ihr hervorragendes Buch habe ich nun auch meine ersten Versuche in der Schnapsbrennerei gewagt. Dabei ist mir in meiner Eigenbaudestille mit ca. 10 cm Steigrohr ein recht wohlschmeckender Klarer gelungen, der (vor dem Verdünnen) etwa 70% Alkoholgehalt hat (aus Zuckerwasser und Turbohefe).
    Jetzt hab ich zweimal versucht, einen Apfel-Geist zu erzeugen. Auf 12 % verdünnt, 3 Liter in die Destille und in den Aromakorb Apfelspalten aus 3 großen Äpfeln. Das Ergebnis war zweimal ernüchternd :
    Der Geist kratzt im Hals, schmeckt kaum nach Apfel und ist für mein Empfinden schlicht ungenießbar.
    Aufgefallen ist mir, daß beim Destillieren erst ab ca. 88°C Dampftemperatur Flüssigkeit aus dem Kühler tropft. Mit der Turbomaische beginnts bei ca. 82°C. Die Ausbeute bis 91° ist recht gering.
    Mein Verdacht :
    1)Die Äpfel sind aus dem Supermarkt, eventuell gegen Fäulnis behandelt, das Mittel kratzt im Hals. Ich hatte die Schale jeweils drangelassen.
    2) Die Fruchtsäure löst irgendwas aus der Anlage, das der Alkohol nicht lösen kann.
    Kann ich damit richtig liegen ?
    Danke für die Hilfe
    Pjotr


    pjotr, Erzgebirge
    22.Jun.2005 13:18:20


      Durch das 10 cm hohe Steigrohr verlieren Sie auf alle Fälle Aroma, jedoch hängt es auch sehr stark von der verwendeten Apfelsorte ab (auf keinen Fall die grünen, sauren Äpfel verwenden, am besten sind mehlige Äpfel). In der Regel geben Äpfel aus dem Supermarkt nicht besonders viel Geschmack ab. Wenn Sie die Maische auf 12%vol verdünnt haben, dann sind 88°C viel zu hoch, es sollte ca. bei 82-83°C beginnen, daher haben Sie auch eine so geringe Ausbeute bis 91°C.
      Das Destillat aus der Turbomaische war gut, der daraus gebrannte Geist aber nicht: machen Sie doch noch einen Versuch mit doppelt so vielen Äpfeln, und diesmal nicht auf 12%vol verdünnen. Dann wissen Sie, ob Punkt 1 oder 2 zutrifft.

    Eintrag Nr. 2157:

    Ich habe 15 Liter geschmacksneutralen Alkohol mit 60 % und möchte Ouzo herstellen. Anis ist gerade geliefert worden. Wieviel nehm ich? Habe es letztes Jahr mit Ihrer Destille ganz gut hinbekommen, aber die Notizen verlegt :(( Danke im voraus.

    Siegfried Michaelis, Deutschland
    21.Jun.2005 16:58:18


      Verdünnen Sie den 60%vol auf ca. 13%vol: Sie brauchen 54 Liter Wasser dafür (siehe Alkoholrechner). Arbeiten Sie mit kleineren Mengen, entsprechend umrechnen. Anismenge: 30 g Anis je 1,5 Liter Alkohol.

    Eintrag Nr. 2156:

    Hallo,
    wieviel Marillen (kg) benötigt man erfahrungsgemäß für 10 Liter Maische?
    Danke


    Richard, NÖ
    20.Jun.2005 16:35:23


      Etwas mehr als 10 kg

    Eintrag Nr. 2155:

    ich bitte sie mir kurz und bündig den unterschied
    zwichen SCHNAPS und BRAND zu erklären wenn es
    überhaupt einen gibt.
    m.f.g.
    Günther Huber


    Huber Günther, o.ö
    18.Jun.2005 16:58:59


      Schnaps ist der Trivialbegriff für Spirituose.
      Brand ist, mit einigen Ausnahmen, ein Destillat aus Fruchtmaische.

    Eintrag Nr. 2154:

    Herr Dr.Schmickl,
    habe meine erste Maische mit Holunderblüten angesetzt (15l). 1:1 (vielleicht ein bisschen zuviel Wasser) und habe Verflüssiger ((1) is bestimmt nicht nötig?) Kitzinger-Nährsalze (10g) und Kitzinger-SherryHefe (10ml) sowie Zucker (1,6kg) zugegeben. Dies ist vier Tage her und viel passiert m.E. nicht. Es schäumt minimal (im Gärgefäß sind ca. 10 Blasen) - es riecht sehr bissig und der Gärspund zeigt gar keine Reaktion. Die Umgebungstemp. beträgt ca.20°C. (2) Wie lange dauert es bis zum Anfang der Gährung oder gärt es schon? (3) Sind die Mengen richtig? (4) Theoretisch müsste ich in 3 Tagen Zucker zugeben, ja oder nein?
    Meine Erwartungen sind hoch, nach dem Lesen Ihres Buches!
    Vielen Dank im Voraus und Grüße aus dem wilden Osten.


    Frank, Dresden
    18.Jun.2005 13:29:34


      ad 1: Verflüssiger brauchen Sie hierbei nicht.
      ad 2: Der "bissige" Geruch könnte bereits CO2 sein, was auf eine Gärung hinweist. Sie haben leider vergessen den pH richtig einzustellen, rechnen Sie also mit Vorlauf. Ja, Ihre Beobachtung stimmt, manche Hefen haben mit der Verarbeitung von Saccharose (das ist der "normale" Zucker) Probleme, Sie hätten besser die Turbo verwenden sollen.
      ad 3: Ja
      ad 4: Ja

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