Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 2054:

    Sg. Herr Dr. Schmickl!
    Danke für Ihre bisherigen Antworten auf meine Fragen.
    Auch von meiner Seite ein Lob an Ihre hp und das buch: beide sind ausgezeichnet gelungen und suchen nach seinesgleichen sowohl im web als auch auf dem Buchmarkt
    ich hätte weiters eine Frage:
    kann ich einfach mit einem Gewindeschneider in meinen Entsaftertopf ein Gewinde "bohren", in das ende des cu-rohres auch--> zusammenschrauben u´nd mit teflonband von oben abkleben oder direkt das gewinde verkleben
    danke im voraus


    Philipp Niederschick, OÖ,Austria
    02.Apr.2005 10:13:24


      Danke!!
      Ja, das können Sie machen. Ich würde wie beim Wasserleitungsbau vorgehen: Um das Gewinde des Cu-Rohres das Teflonband wickeln und das dann in das Gewinde vom Deckel drehen.

    Eintrag Nr. 2053:

    Hallo herr Dr. Schmickl
    Ich habe Süß- und Sauerkirschen gebrannt. Leider habe ich jedoch mit dem Abschalten zu lange gewartet. Das Ergebnis ist jetzt ungefähr 36% Alkoholgehalt. Meine Frage: Wie kannich den Alkoholgehalt wieder auf 40% steigern, ohne dass der Geschmack darunter leidet? Etwa mit Spiritus aus der Apotheke?


    Speidel Peter, Kurpfalz
    02.Apr.2005 01:30:03


      Spiritus ist "vergällter", also vom Gesetzgeber vergifteter, Alkohol. Damit sollten Sie Ihren Schnaps auf keinen Fall verdünnen. Am besten den Alkoholgehalt mit Weingeist aus der Apotheke anheben, aber das Aroma wird dennoch etwas darunter leiden bzw. wurde bereits durch die zulange Destillation negativ beeinflußt (Nachlauf). Oder noch einmal destillieren.

    Eintrag Nr. 2052:

    Hallo erst einmal,
    habe folgendes Problem:
    Wie kann ich die Maische am Besten erwärmen? Normalerweise kann man zwar den Kolben mit der Maische in ein Wasserbad stellen (ich verwende eine kleine Brennanlage; 2 Liter Kolbenvolumen!), jedoch ergeben sich nach längerer Brennzeit eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum! Außerdem muss ständig das verdampfte Wasser nachgefüllt werden, sodass es zu Temperaturschwankungen kommen kann!
    Silikonöle wären eine sehr teure Lösung, die ich versuche nicht anzustreben!
    Kann mir also jemand sagen, wie (also was ich in meinen Kochtopf einfülle) ich dieses Problem günstig lösen kann?


    Buddy, Norddeutschland
    31.Mär.2005 09:18:04


      Es muss ja nicht teures Silikonöl sein, da das Öl nicht so hoch erhitzt wird, genügt auch herkömmliches Speiseöl oder Motoröl. Allerdings müssen Sie bei Ölbädern sehr darauf achten, dass kein Wasser (nicht einmal ein Tropfen) in das Bad gelangt. Sonst spritzt es fürchterlich. Ein Sandbad geht natürlich auch.
      Alternative:
      Für einen Glaskolben verwenden Sie zum Erhitzen am besten einen Heizpilz bzw. Heizhaube oder einen Bunsenbrenner.
      Ein offenes Wasserbad bringt beim Schnapsbrennen nicht viel, da Sie ohne Überdruck niemals die Temperatur erreichen können, um bis zum Ende des Edelbrandes zu destillieren.

    Eintrag Nr. 2051:

    danke für Ihre auskunft
    hab noch ne frage: wie kann ich das Cu-rohr mit dem deckel ordentlich luftdicht verbinden? mit einem gewinde vielleicht? aber wie macht man das? bitte um Eklärung
    DANKE


    Philipp Niederschick, OÖ, Austria
    30.Mär.2005 13:35:06


      z.B. mit einem PTFE-Gewindedichtband (= Teflonband), wie es in jedem Baumarkt erhältlich ist.

    Eintrag Nr. 2050:

    Hallo,
    Zuerst einmal ein ganz dickes Lob zu Ihre Homepage und zu dem Buch.
    Wenn man das Buch und die Fachfragen genau durchliest sind fast keine Fragen mehr offen.
    Meine Brennerfahrungen mit 6l Schnellkochtopf, fast kein Steigrohr, 20 cm Geistrohr ergab folgende Resultate.
    Birnenmaische mit Turbo bei ca.18 Grad vergoren ergab 20-22% vol. Zuckermenge für 20% in drei Happen zugegeben, zuvor ph eingestellt, Verflüssiger hinzugefügt und sehr sehr sauber gearbeitet.
    Nach 4 Monaten 5 Liter Maische gebrannt, Aufheizzeit ca. 40 min. erste Tropfen kamen dann
    bei 80 Grad, Vorlauf konnte ich nicht riechen dennoch 50 Tropfen verworfen.
    Bis 91 Grad gebrannt (ca. 3 Stunden) ergab
    1340 ml Brand mit 58 %vol. denke das passt so.
    Ähnliche Ergebnisse ergaben auch ein Mirabellenbrad und ein Zwetschgenbrand.
    Schwieriger war die Quittenmaische (Konsistenz erinnerte an Apfelbrei trotz 3 facher Menge an Verflüssiger), werde nächstes Jahr doch 1/3 Wasser der Maische zusetzen müssen.
    Zum Schluss hätte ich noch eine Frage:
    Macht es Sinn eine grössere Menge Maische mit Turbo und entsprechendem Zucker auf 20%vol. zu vergären und kurz vor dem Brennen(Abfindungsbrennerei) mit Wasser zu verdünnen.
    Grund, oft kommt es vor daß ich nicht die 120 l Maische zusammenbekomme um einen ganzen
    Brand anzumelden, aber 70 l sind für zuhause auch zuviel. So könnte man mit entsprechender Zuckerzugabe die Maische auf 120 l bringen, ohne dass der Abfindungsbrenner einen für verrückt erklärt wenn man mit 20% iger Maische ankommt. Hätte sicher auch geschmackliche Vorteile durch das Lagern und vergären mit der Turbo denke ich.
    Vielen Dank
    Achim (Deutschland)


    achim, Baden Würtemberg
    28.Mär.2005 10:29:16


      Danke!
      Ihre Angaben sind vollkommen in Ordnung, sowohl bei der Maische als auch beim Brennen. Insbesondere die Vorlaufmenge und der Alkoholgehalt der Edelbrandfraktion, was wieder darauf hinweist, dass die Maische perfekt war.
      Ja, bei Quitten sollten Sie immer etwas Wasser zugeben oder die Quitten vorher kochen.
      Es ist nicht zu empfehlen die hochgradige Maische vor dem Destillieren mit Wasser zu verdünnen, da dadurch leider auch der Geschmack vom Destillat gestreckt wird. Ihr Problem ist jedoch nachvollziehbar, daher: was Sie nicht selbst verarbeiten können, verdünnen. Aber nicht weiter als bis ca. 11-12%vol, da es bei mehr als ca. 10,5%vol nicht mehr notwendig ist zweimal zu brennen, um zumindest Schnapsstärke im Edelbrand zu erreichen. Beim Brennen sollten Sie am besten dabei sein und auf folgende Punkte achten:
      - nur EINMAL brennen, Aromaverluste wären zwangsläufig die Folge
      - der Vorlauf soll NICHT pauschal abgetrennt werden, sondern nach dem Geruch. Weil Ihre Maische im Gegensatz zu den sonst üblichen Maischen (fast) keinen Vorlauf enthält, würden Sie damit das Herzstück vom ganzen Edelbrand wegschütten. Wie Sie sicher wissen, werden die unterschiedlichen Aromastoffe, die schlußendlich das Boukett vom Brand ausmachen, auch bei unterschiedlichen Dampftemperaturen übertragen. Wenn also ein Teil fehlt (in diesem Fall der wichtigste), wird der Geschmack auch nicht optimal sein.
      - Nachlaufabtrennung: so lange destillieren, bis die GESAMTE Edelbrandfraktion ca. 50-51%vol hat (nicht der augenblickliche Alkoholgehalt, direkt hinter dem Kühler gemessen) bzw. bis 91°C, wenn ein Dampfthermometer vorhanden ist und auch physikalisch richtig eingebaut wurde (an der höchsten Stelle vom ungekühlten Dampf, also auf der Höhe der Geistrohrunterkante). Wird zu früh mit der Nachlaufabtrennung begonnen, ergibt sich im Destillat eine merkbare Schärfe (weil auch hier wiederum gewisse Aromastoffe fehlen).
      - Im Sinne des maximalen Aromaübertrages dürfen KEINE Verstärkerkolonnen, Glockenböden o.ä. verwendet werden. Bei einer professionellen Anlage können diese Anlagenteile weggeschalten werden.
      Ich glaube das waren jetzt die wesentlichsten Dinge auf die Sie achten sollten...

    Eintrag Nr. 2049:

    Hallo Herr Dr.Schmickl
    Ich habe mal eine Frage: Wie lange und wo kann ich ein angefangenes Päckchen Turbohefe lagern? Oder nimmt die Leistung der Hefe zu schnell ab?


    Sebastian Beining, NRW
    27.Mär.2005 17:21:22


      Das Päckchen im Kühlschrank lagern, funktioniert nach einem Jahr noch immer problemlos. Wichtig ist, dass keine Luftfeuchtigkeit dazu kommt.

    Eintrag Nr. 2048:

    Hallo, ich habe schon seit mehreren Stunden mit der suchfunktion zu tun, komme aber nicht zu einem ergebnis.
    Ich will mir eine Destille mit einem Topf und Kupferrohren bauen. Nur weis ich nicht genau wie.
    1. Wie muss ich Kupfer löten, Weich mit Silberlot oder Hart?
    2. Kann ich nicht in das Kupferrohr ein Gewinde schneiden und in den Deckel(vom Topf) ein kleines Loch, wo dann das Kupferrohr mit dem Gewinde, dann mit kraftaufwand, hinein geschraubt wird oder man schraubt auch in denn Deckel ein Gewinde.
    Gruß


    Max, d
    27.Mär.2005 14:23:44


      ad 1: hart löten. Für nähere Infos nutzen Sie bitte die Suchfunktion, auch in der Diskussion, z.B. "löten" als Suchbegriff eingeben.
      ad 2: Ja, Sie können auch den Deckel und das Rohr mittels Gewinde verbinden, allerdings muß dieses dampfdicht sein, d.h. eine Dichtung werden Sie hierfür schon benötigen.

    Eintrag Nr. 2047:

    hallo, zusammen
    habe das buch schon gelesen
    zum selberbaun steht geschriebn dass man einen entsafter verwenden kann, der soll laut ihrer beschreibung dichtungsring und klemme zum schließen haben
    hab mir kürzlich den von oma geholt. es ist aber so ein altes teil das aus 3 teilen mit auslaufhahn besteht und keine dichtung hat
    haben sie erfahrung mit solchen töpfen und deren umbau
    danke dr. scmickl
    ps der topf ist ein sagenannter dampfentsafter
    sollte diser nicht zutreffen könnten sie mir bitte eine andere umbauvariante schicken
    DANKE


    Philipp Niederschick, OÖ, Austria
    26.Mär.2005 12:06:34


      Ja, Sie können diesen Topf verwenden, wenn er luftdicht verschlossen werden kann.

    Eintrag Nr. 2046:

    Hallo Herr Dr.Schmickl
    Haben Sie schon mal etwas von Allackerbeeren gehört, kann man daraus einen Schnaps brennen ?Wenn ja wie muss ich die Beeren einmaischen oder macht man daraus besser einen Geist oder einen angesetzten ? Vielen danke.
    Gruß R2D2


    R2D2, Rheingau
    25.Mär.2005 15:07:24


      Tut mir leid, diese Beeren sind mir nicht bekannt. Generell eignen sich Beeren ausgezeichnet zum Ansetzen, einmaischen ist auch möglich. Ob geschmacklich auch ein Geist sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Sorte ab, z.B. hat Himbeergeist ein sehr intensives Aroma, Johannisbeeren leider nicht so sehr. Da ein Geist sehr schnell, ohne monatelanger Wartezeit, und mit geringen Mengen hergestellt werden kann, können Sie das sofort ausprobieren: ca. 200g Früchte im Dampf von 1,5 Liter geschmacklosem Alkohol mit ca. 11-13%vol.

    Eintrag Nr. 2045:

    Hallo zusammen,
    habe das Buch "Schnaps Brennen als Hobby" jetzt fast auswendig gelernt,aber nirgendwo steht, wann es mit der Gährung los geht. Habe so denke ich, alles nach vorschrift gemacht und warte nun, dass es entlich los geht mit dem "Blubbern"
    Wer kann mir sagen, nach wieviel Tagen es anfängt zu Gähren.
    Danke schon mal im vorraus.


    Kewelboy, Schlaraffenland
    25.Mär.2005 13:43:05


      Die Gärung startet nach 12-48 Stunden, je nach verwendeter Hefe und Umgebungstemperatur.

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