Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1991:

    Hallo, schön, daß es noch mehr von meiner Sorte gibt. Habe Orangenschnaps destiliert. Der Geschmack und das Aroma ist hervorragend. Da er aber zu konzentriert war habe ich ihn mit dem letzten weniger scharfen destillierten Wasser gemischt. Dieses destillierte Wasser war auch klar. Nachdem der Schnaps verdünnt war, begann er milchig zu werden.Ich weiß nicht warum. Ich würde ihn jetzt nochmals brennen, aber dann habe ich das gleiche Problem, er ist zu stark. Wie kann ich ihn verdünnen, damit er klar bleibt und warum ist er milchig geworden? Danke für Ihre rasche Antwort und eine schöne Woche noch aus Augsburg

    hans klein, Augsburg/Bayern
    13.Feb.2005 14:37:17


      Der Schnaps wurde durch die Wasserzugabe trüb, da sich die ätherischen Öle der Orangen nur sehr schlecht in Wasser lösen. Die Trübung ist aber in Ordnung, Zitrusschnäpse sollten auch trüb sein. Möchten Sie einen klaren Schnaps erhalten, dann sollten Sie das Destillat nach dem Verdünnen ca. 14 Tage stehen lassen und mit Faltenfiltern (mehrmals) filtrieren.

    Eintrag Nr. 1990:

    Hallo Herr Schmickl!!
    Ich stehe am Anfang einer Maischebereitung. Jetzt entsteht ja bei der Reaktion zu Ethanol eine Menge Kohlendioxid. In meiner Wohnung in der ich das Maischefass stehen hab sind eigentlich immer um die 20°C. Ist die Menge an CO2 so groß das Gefahr besteht daran zu ersticken??? Oder sind die anfallende Mengen in der Luft so gering das, das Maischefass dort stehen bleiben kann.
    Die Wohnung wird eigentlich eher selten gelüftet da sonst der Wärmeverlust zu groß ist. Soll heißen im Winter is es schweine kalt. Ich hätte es ja gern selbst ausgerechnet aber ich weiß nicht wieviel mol sich pro Tag zu 22.4 Liter CO2 umsetzten.


    Frank Thorax, Baden-Württemberg
    13.Feb.2005 00:52:27


      Wenn Sie ein Faß mit 30 Litern stehen haben, so ist das kein Problem. Haben Sie allerdings mehrere Fässer im Wohraum, dann sollte gelüftet werden.

    Eintrag Nr. 1989:

    Hallo!
    Wenn ich geschmacklosen Alkohol hergestellt habe, kann ich dann nicht gleich wenn ich diesen brenne etwas in den Aromakorb geben? Oder ist das mitgerissene Aroma im Vergleich zum Geist zu schwach? Noch etwas: Wie mischt sich Wasser mit Alkohol? Wenn ich 25l Maische habe und die wegen der Größe des Kessels nicht auf einmal brennen kann, ist es egal ob die Maische durchgerührt ist wenn ich Teile entnehme (oder ist z.B. im Vergleich zu unten oben mehr Wasser als Alkohol, ähnlich einer Emulsion oder einer nicht perfekten Mischung) UND zum Abschluß: Kann Zuckermaische anbrennen? Wenn ja, wie verhindere ich das? Anbrennschutz bringt ja bei der flüssigen Plürre nichts. Danke für Ihre Antworten!


    Ulla, Borkum
    12.Feb.2005 23:08:51


      Ja, Sie können die Wasser-Zucker-Maische gleich zur Geistherstellung verdünnen. Haben Sie 20%vol Alkohol in der Maische, so sollten Sie diese vorher auf ca. 12%vol mit Leitungswasser verdünnen, dann in den Kessel damit und in den Korb Gewürze, Früchte o.ä. Die Verdünnung hängt mit der Aromaverteilung während der Destillation zusammen: üblicherweise werden für Geiste Gewürze verwendet, die i.d.R. ätherische Öle enthalten (das ergibt dann das Aroma). Ätherische Öle kommen allerdings nur zu Beginn der Destillation heraus, wenn zu lange destilliert wird, hat das daher keinen Sinn bzw. ergibt sogar einen leicht zerkochten Geschmack. Daher 12%vol, da die Destillation um so länger dauert, je höher der Alkoholgehalt im Kessel ist.
      Wasser und Alkohol haben keine Mischungslücke, sie vermischen sich daher immer komplett, sie brauchen somit vorher nicht umrzurühren. Zuckermaische kann nicht anbrennen, da kein Feststoff enthalten ist. Ausnahme: Sie haben jede Menge unvergorenen festen Restzucker.

    Eintrag Nr. 1988:

    Eine Frage:
    Sie geben in Ihrem Buch als Rezept für geschmacklosen Alkohol 25 l Wasser und 8 kg Zucker + ein Paket Turbohefe an. Auf der Packung der von mir benutzten Turbohefe steht "20% vol. in 7 Tagen". Benutzt man aber den Rechner auf Ihrer Seite und gibt 320g ein (8000g : 25l), so wird ein Alkoholgehalt von 16.42 %vol. berechnet. Bedeutet das, dass man, wenn man im Vergleich zu Ihrem Rezept noch mehr Zucker zugibt, noch eine bessere Ausbeute erreichen kann? Ich ging davon aus, dass Ihr Rezept die optimale Ausbeute bietet - oder ist die Aufschrift auf der Hefe übertriebene Werbung?
    PS: Das Buch ist klasse.


    CF, D
    12.Feb.2005 21:37:18


      Auf der Packung befinden sich die Herstellerdaten, im Buch finden Sie Erfahrungswerte. Richtig, je mehr Zucker, desto höher die Alkoholausbeute, wobei die Turbo allerdings bei ca. 23-25%vol ihre Grenze hat, dann wirkt der Alkohol für die Hefe toxisch (bei anderen Hefen ist dies bei einem geringeren Alk.gehalt der Fall). Die 8kg auf 25 Litern führen bei unserer Hefe immer zu 19-20%vol Alkohol.
      Danke!

    Eintrag Nr. 1987:

    Hallo Dr. Schmickl,
    wann wird es denn voraussichtlich den 0,5 l Kessel für die Brennanlage Vetro geben?
    Beste Grüße
    Jens


    Jens, Deutschland
    12.Feb.2005 12:52:36


      Ich hoffe, daß unser Lieferant - nach zahlreichen Versprechungen - doch endlich im April soweit sein wird.

    Eintrag Nr. 1986:

    Hallo,
    ich habe gestern 2,5L gekauften Wein destilliert und ca. 200 ml Edelbrand mit 60 % erhalten.
    Destilliert wurde von 83 -91°C, etwa 30 Minuten lang. Das Thermometer habe ich justiert bei kochendem Wasser auf 98 °C. Es hat dann auch bei 83°C angefangen zu tropfen und bei 91°C roch es nach nasser Pappe. Mir kommt die Destillierdauer zu lang vor und die Ausbeute zu gering. Auf 43% verdünnt gerade mal 300ml.
    Mit welcher Ausbeute kann ich bei meiner 18% igen Maische rechnen ? Ich habe vor 2,5L in einem 5L Topf zu brennen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan


    Stefan, BW
    12.Feb.2005 09:46:34


      Die Destillationsdauer war sehr kurz, für 2,5 Liter wäre ca. 1 Stunde in Ordnung. Es soll lediglich schnell tropfen, nicht rinnen. Bei 2,5 Litern 18%vol Maische erhalten Sie ca. 0,75 Liter ca. 52%vol Edelbrand.

    Eintrag Nr. 1985:

    Rückfrage zu Eintrag 1977
    Hallo
    Also die 15 Liter waren Maische, kein Destilat. Und Sie meinen das wäre schnell??? Was wäre Ihrer Meinung denn eine "richtige" Zeit?
    Letztes Jahr hatte ich mit Ihnen telefoniert, da sagten Sie ich solle in Bezug auf den Alkoholgehalt "weiter runter" destillieren. Wie schon gesagt: Bei 91° hatte ich immer noch 40%, und im Gesamtdestillat 63-64%. Wo sollte ich jetzt aufhören, bei Temperatur 91° oder bei Gesamtalkoholgehalt ca 50% bzw. wenn an der Kühlschlange das Destilat nur noch ca 30% hat?
    Ich spreche hier von Mirabelle,Birne und Zwetschgen.
    Vielen Dank nochmal für Ihre Antwort
    Roland


    Roland, Deutschland
    11.Feb.2005 21:39:23


      Für 15 Liter Maische sind 6-8 Stunden eine "normale" Zeit.
      Wenn Sie 16-18% Maische haben, so sollte als Ergebnis die gesamte Edelbrandfraktion ca. 52%vol haben, dies entspricht wiederum 91°C. Priorität haben allerdings die 52%vol.

    Eintrag Nr. 1984:

    Hallo,... letztens las ich, das man auch gereinigte Kieselsteine als Anbrennschutz in die Destille legen kann. Funktioniert das auch?

    P. Wolff, NRW
    10.Feb.2005 14:19:13


      Lese ich zum ersten mal, aber ein Versuch ist es sicher wert.

    Eintrag Nr. 1983:

    Hallo
    Sorry Herr Schmickl für den folgenden Beitrag, der sich auf die Anfrage 1976 bezieht. Ich möchte mich nicht in Ihre Antworten einmischen, aber hier eine kurze Anmerkung: Die Brennereien, die ich kenne, bieten es an, einen Termin zum Brennen auszumachen, bei dem man dann selbst während dem Brennvorgang dabei sein kann und dann auch wirklich die Maische gebrannt wird, die man vorbeibringt.
    Gruß Roland


    Roland, Deutschland
    08.Feb.2005 17:24:07


      Danke für den Hinweis. Leider gibt es nicht immer so vorbildliche Lohnbrenner wie Sie sie kennen. Da dies nicht gesetzlich geregelt ist, hängt es vom Brennmeister ab, ob zuschauen vom Stoffbesitzer erwünscht ist.

    Eintrag Nr. 1982:

    Hallo Dr. Schmickl,
    es gibt so viele nützliche Infos auf Ihrer Seite und in Ihrem Buch, dass es wirklich sehr hilfreich für die Praxis ist - danke. Hier ein Problem, dass ich in diesem großen Archiv nicht finden konnte... Mein Edelbrand (Pflaume, aber auch Birne) ist unmittelbar nach dem Brand klar- Nach 24-42 Stunden verfärbt er sich gelb-bräunlich. Was könnte die Ursache sein? Ich koche sehr langsam und nach der Empfehlung im Buch habe ich auch ein Thermometer eingebaut. Kessel ist aus Kupfer, Deckel auch, Kühlung aus Edelstahl. Ein paar Stellen sind hartgelötet und einige Schraubverbindungen in der Kühlanlage rosten äußerlich, daher vermutlich auch innen - ich denke sie sind aus Stahl. Nach manchen Bränden, wenn sie lange stehen, klärt sich der Brand nach 2-3 Monaten. Dann fällt es gelb-bräunlich aus. Können Sie helfen?


    Dirk, Niedersachsen
    07.Feb.2005 15:57:42


      Danke!
      Destillate aus Obstmaischen sind ausnahmslos immer farblos. Eventuelle Trübungen sind weiß. Nicht wirklich wie Milch, man merkt aber, daß das Destillat einen leichten "Stich" hat. Die gelblich bräunliche Verfärbung kann daher leider nur aus Ihrer Anlage stammen (da Sie schreiben, es ist nichts übergekocht), was bedeuten würde, dass das Destillat zu verwerfen ist. Reinigen Sie Ihre Anlage gründlich, entfernen Sie rostende Teile bevor Sie erneut destillieren.

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