Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1957:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    bezugnehmend auf Eintrag 1956: Mein Vonometer zeigt auch Werte an, die niemals stimmen können. Bei einem sauren Apfelmost, der kaum Alkohol hatte, zeigte das Vinometer 15% an. Wie kann man das Problem lösen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Hartmut


    Hartmut, BaWü
    24.Jan.2005 14:51:22


      Siehe Eintrag 1956, wenn die Werte dennoch falsch sind, so sollten Sie beim Hersteller bzw. Verkäufer reklamieren.

    Eintrag Nr. 1956:

    Das Vinometer wurde richtig verwendet. Tests mit einem Vinometer haben ergeben, daß offenbar nicht alle richtig funktionieren. Ergebnisse der Messungen: Die Maische lässt sich über 15% nicht messen (6 Messungen). Eine 20% Alkohollösung zeigt das Vinometer stets mit 15% an (4 Messungen). 37,5 % Alkohollösung zeigt das Vinometer stets mit 21 % an(4 Messungen). Andere im Forum und in den Fachfragen haben aber offenbar mit dem Vinometer schon Messungen in Maische bis 22% durchführen können. So muß es wohl an der Kapillare liegen. Offenbar ist diese Kapillarmessung so empfindlich, daß kleine Durchmesserschwankungen in der Herstellung der Kapillare die Messungen verfälschen. Ich glaube nicht, daß die Kapillaren vor dem Verkauf auf die exakte Messgenauigkeit geprüft werden. Am besten ist es wohl von einem anderen Hersteller eine neue Kapillare zu kaufen bzw. so oft eine zu kaufen, bis man eine erwischt, die wirklich funktioniert. Dann kann man auch die Messung der verschiedenen Kapillaren vergleichen.

    Nobby, Thürigen
    24.Jan.2005 10:53:27


      Ja, es werden leider oft nicht richtig funktionierende Vinometer angeboten. Es kommt aber auch darauf an, richtig zu messen:
      1. Ein Vinometer kann bis maximal 25%vol Alkohol messen
      2. Die Flüssigkeit muß vorher filtriert werden
      3. Es darf nicht einmal das kleinste Luftbläschen in der Kapillare sein
      4. Wenn Sie Werte miteinander vergleichen, so sollten die Flüssigkeiten die gleiche Temperatur haben

    Eintrag Nr. 1955:

    Hallo, Herr Dr. Schmickl!
    In Eintrag 1946 antworten Sie, um dem Destillat mehr Aroma zu verschaffen, sollten die Kerne mit eingemaischt werden(Kirsche).
    1) Warum ist es hier bezüglich Methanol unbedenklich, die Kerne zu vergären?
    2) Ist es generell unbedenklich, solange die Kerne/Steine unbeschädigt bleiben? Gerade bei Schlehen ist das Entsteinen sehr mühsam.
    3) Gestern ist mir die Maische beim brennen 'übergegangen'. Mein erster Gedanke war, vor dem Steigrohr ein Sieb zu installieren - wenn sich das jedoch zusetzt, knallt es wohl! Wäre für mich der Antischaumzusatz die Lösung? Mein Brennraum faßt 30L.
    4)Thermometerposition: Wie ist der 'höchste Punkt der Anlage' definiert? Ich habe oben auf das Steigrohr ein T-Stück glötet und dort mein Thermometer platziert, habe aber kein korrektes Ergebnis. In Ihrem Buch abgebildete Destillen haben das Thermometer am höchsten Punkt der Brennblase. Was ist nun richtig?
    Vielen Dank für Ihre Antwort..


    Thomas, Hannover
    24.Jan.2005 06:12:07


      ad 1: Kirschen enthalten keine Kerne wie z.B. Weintrauben, sondern Steine, die erzeugen kein Methanol.
      ad 2: Ja, solange die Steine ganz sind, ist es in Ordnung.
      ad 3: Nein, bauen Sie dieses Sieb nicht ein, es ist zu gefährlich. Verwenden Sie Antischaum (es genügen 2-3 Tropfen) und destillieren Sie langsamer. Oder haben Sie vielleicht den Kessel zu voll gefüllt? Bei 30 Liter Kessel zumindest ca. 10 cm frei lassen.
      ad 4: Das Thermometer ist dort anzubringen, wo der Dampf - noch ungekühlt - am höchsten Punkt in der Anlage durchströmt. Dies ist die Höhe der Unterkante vom Geistrohr welches zur Kühlung führt. Unsere Anlagen gehen nach der Brennblase nur noch abwärts zur Kühlung, wir liegen ca. 1-2 cm unter dem höchsten Punkt (=Unterkante Geistrohr). Grund: Sie sollten auch die Dampfströmung berücksichtigen. Es nutzt der höchste Punkt nichts, wenn dort der Dampf nicht vorbeiströmt, z.B. wie bei einem toten Winkel. Siehe auch Eintrag Nr. 1947.

    Eintrag Nr. 1954:

    Hallo Herr Schmickl
    Frage zu Eintrag 1917 und 1918. Sie sagen wenn der Kühler zu lang ist kann ein Überdruck entstehen. Folglich änder sich doch dann die Temperaturen bezüglich Nachlauf oder? Ist das schlimm? Mein Kühlrohr ist 12 Meter lang und hat ein Durchmesser von 15 mm Zulang? Ich habe an meinem Edelstahlkesser ganz oben eine Öffnung zum Maische einfüllen. Ganz nahe daneben hab ich ein Rohrstutzen angeschweißt mit 3cm Durchmesser. Der Stutzen ist 5 cm lang und oben hab ich ein T-Stück angeschraubt (auf dem Bauch liegend). Rechts geht´s zum Küchler ca 50cm mit einem 28er Kupferrohr und lings ist das Thermometer eingesetzt. Also am höchsten punkt. Fragen ist an der Bauweise was falsch?


    Martin, augsburg
    22.Jan.2005 22:06:23


      Ja, richtig, ist ein Kühler zu lang, entsteht beim Kochen ein Überdruck, dies erzeugt höhere Dampftemperaturen in der Anlage, was für die empfindlichen Aromastoffe nicht gerade vorteilhaft ist. Ja, die Temperatur können Sie beim Ablesen korrigieren. Ob Ihr Kühler überdimensioniert ist hängt vom Kesselvolumen ab. Bis ca. 20 l Kessel ist dies eindeutig zu lang. Die Bauweise ist OK. Achten Sie darauf, dass sich der Temperaturmeßpunkt an der Unterkante vom T-Stück, also auf der Höhe Unterkante-Geistrohr befindet. Dies ist der höchste Punkt, den der ungekühlte Dampf erreicht, d.h. nur dort entspricht die gemessene Temperatur dem Alkoholgehalt vom Destillat.

    Eintrag Nr. 1953:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
    Frage: kann man, wenn man kein fertiges Gemisch aus Hefe und Nährsalzen hat, einfach Teile einer Multi-Vitamin Tablette zur Maische (z.B. mit Backhefe) geben, darin sind ja auch Vitamine und Mineralien enthalten?
    Gratulation zur tollen Seite und alles Gute.


    Sebastian, München
    22.Jan.2005 17:45:47


      Nein, so einfach ist das leider nicht. Die Nährsalze sind speziell auf die Hefe und die verwendeten Früchte abgestimmt. Die Zusammensetzung ist eher mit einem Dünger als mit einer Multi-Vitamin-Tablette zu vergleichen.
      Danke!

    Eintrag Nr. 1952:

    Guten Tag Herr Schmickl
    Ich habe mir mit Hilfe Ihres Buches eine 20 bis 50 Liter Anlage gebaut (komplett Edelstahl) auch die ersten Mirabellen und Äpfel aus Maische gebrannt geschmacklich gleich nach dem brennen sehr Aromareich. Jedoch nach einer gewissen Lagerzeit (in Glasflaschen unverdünnt) verliert sich das Aroma was habe falsch gemacht? Desweitern habe ich bei den Mirabellen in manchen Flaschen eine Eintrübung und an der Flaschenwand (bei allen) einen Ölfilm was ist das?
    Ps : Das ist die Beste Website die ich bisher gesehen habe !!!!


    Jens, Thüringen
    21.Jan.2005 12:29:03


      Die Eintrübung kommt bei vielen Obstsorten vor, das ist kein Grund zur Besorgnis. Im Schnaps selbst geht Aroma (wenn vorher vorhanden) an sich nicht mehr verloren, es kann jedoch sein, dass man es durch den dünnen Flaschenhals nicht mehr riecht. Nehmen Sie eine Probe des Destillates und sprudeln Sie diese mit einem Mixer oder Milchaufschäumer kurz durch. Ist das Aroma wieder da? Wenn ja, dann hat alles seine Ordnung.
      Danke!

    Eintrag Nr. 1951:

    Hallo an Alle,
    Ich habe in einem Glaskolben trockene Rieslinghefe gefunden. Das hat mich überhaupt erst auf die Idee zum Selberbrennen gebracht. Bin bisher nur gutbelesener Theoretiker.
    Meine Fragen:
    1) Kann ich die Rieslinghefe brauchen um Maische anzusetzen und wenn ja, wie muß ich die Hefe vorbehandeln.
    2) Läßt sich damit jeder Ansatz vergären (Obst etc.) oder lediglich Trauben?
    3) Kann ich ohne großen Aufwand die Hefe selbst züchten, um nicht ständig neue kaufen zu müssen?
    Vielen Dank für die vielen guten Tipps in diesem Forum. GENIAL!!!


    Spellfire, Deutschland
    20.Jan.2005 15:28:42


      ad 1: Sie können mit Weinhefe auch anderes Obst vergären, obwohl Weinhefe nicht optimal für Maische zum Schnapsbrennen ist. Trockenhefe muß nicht vorbehandelt werden, allerdings kann ich nicht sagen, in welchem Zustand sich Ihre Hefe befindet.
      ad 2: Ja, auch anderes Obst kann vergoren werden.
      ad 3: Hefe kann nur mit relativ großem Aufwand unter sterilen Bedingungen gezüchtet werden.
      Danke!
      :-)

    Eintrag Nr. 1950:

    Herr Dr. Schmickl, ich habe das Loch in dem Deckel meines Tourbotopfes, welches für das Überdruckventil vorgesehen ist, mit einer verzinkten Unterlegscheibe und Schraube verschlossen.Ca ein 2 € -Stück gross. Beim Destillieren ist der Zink abgetragen und nun sind Rostflocken im Destillat. Schraube und Scheibe sind auf der Topfinnenseite nur noch rostig. Das werde ich nun ändern. Muss ich das gewonnene Destillat wegen des abgetragenen Zinks und der Rostflocken verwerfen, oder repariere ich den Schaden durch Filtern und Überdestillieren.
    Vielen Dank für ihre Antwort. Gruss aus Norddeutschland, Wuerb


    wuerb, Norddeutschland
    19.Jan.2005 22:28:14


      Sie sollten das Destillat verwerfen. Zwar können gelöste Metallsalze nicht verdampfen (z.B. bei einer zweiten Destillation), aber sicher ist sicher.

    Eintrag Nr. 1949:

    Moin moin!!
    Ich habe vor mir in näherer Zukunft eine Destille zu bauen und habe ein paar allgemeine Fragen zum Brennen und zum Bau der Destille.
    1. Muß die Destille aus Kupfer oder Glas sein. ich habe vor diese aus Nierosta zu bauen. Ist das möglich oder kommt es zu einer Geschmachsverfälschung.
    2. Ich habe vor hauptsächlich "Geiste" zu brennen. Ich bin mir nur noch nicht ganz darüber im klaren wie das funktioniert. Legt man die Früchte einfach in Alkohol ein und brennt dann nach einiger Zeit?
    3. Wozu ist der Aromakorb genau da?
    4. Gibt es beim Brennen von Geisten eigentlich einen Vorlauf? Man benutzt doch gekauften Alkohol. Darin sollten doch keine Fuselalkohole vorhanden sein. Oder fast keine.....
    5. Sollte man den Alkohol worin die Früchte eingelegt waren vor dem Brennen verdünnen (beispielsweise von 40% Vodka) runter auf 10-12%
    6. Gibt es einen einfacheren Weg Methanol nachzuweisen. Im Labor haben wir Methanol als Borsäuretrimethylester nachgewiesen.


    Jens, Papenburg (Ostfriesland)
    19.Jan.2005 19:07:10


      ad 1: Alle drei Materialien sind möglich.
      ad 2: Bei Geisten kommt geschmackloser Alkohol in den Kessel, im Dampfraum befinden sich die frischen, getrockneten oder tiefgefrorenen Kräuter/Früchte. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen nicht im Alkohol ausgekocht werden, sonst kommt es zu Geschmacksbeeinträchtigungen.
      ad 3: Um die Früchte im Dampfraum zu halten.
      ad 4: Das hängt vom verwendeten Alkohol ab. Bei gekauften Korn und gekauftem Weißwein haben Sie keinen Vorlauf.
      ad 5: Alkohol für die Geistherstellung sollte mit (Leitungs)wasser auf 12%vol verdünnt werden, sonst dauert die Destillation zu lange, die Pflanzen sind dann bereits ausgelaugt.
      ad 6: Ein einfacher Test ist mir nicht bekannt, weil bei allen einfachen Tests der Ethanol stört.

    Eintrag Nr. 1948:

    Hallo, ich bin absouluter Anfänger kann mir jemand erklären wie eine Destille genau aufgebaut ist? Welche Gefahren treten beim Schnapsbrennen auf? Ich bitte höfflichst um eine umgehende antwort! Ich bedanke mich herzlichst im voraus! Danke!

    Klaus, Nordrhein-Westfalen
    19.Jan.2005 18:39:21


      Diese Fragen sind zu allgemein und umfangreich, um sie hier zu beantworten. Ich kann Ihnen das Buch Schnapsbrennen als Hobby (Menü links) diesbezüglich empfehlen.

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