Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1888:

    Hallo Herr Dr.Schmickl,
    ich glaube, daß ich aus meiner Sicht gesehen, auf einen Widerspruch gestoßen bin. In Nr. 410 u. 1205 erklären Sie, daß die Brennblase mit LEBENSMITTELECHTEM ZINNLOT 97% verzinnt sein darf. In Nr. 1805 erklären Sie auf die Anfrage, ob das Weichlötverfahren gesundheitsschädlich sei, daß nur im Hartlötverfahren verarbeitet werden darf. Nun ist aber Zinn 97% ein Weichlot und kann daher nur im Weichlötverfahren verarbeitet werden. Das Verfahren des Verzinnens ist dem des Weichlötens gleichzusetzen. Warum sollte der Destillierapparat nicht weich gelötet werden?


    Bernhard, Hamburg
    13.Dez.2004 08:16:30


      Vielen Dank für den Hinweis, siehe Eintrag Nr. 161.

    Eintrag Nr. 1887:

    Habe eine 15 liter Anlage (Eigenbau) Beim ersten Versuch habe ich 2,5 liter Edelbrand bekommen. Doch leider auch 2,5 liter Nachlauf. Ist das normal oder ist da mit meiner Anlage nicht in Ordnung? Was Kann ich ändern?

    Rote Nase, Hannover
    12.Dez.2004 22:11:44


      Das kann man so nicht sagen, dazu sollten Sie die Alkoholkonzentration vom Kesselinhalt vor dem Brennen und des gesamten Edelbrandes angeben.

    Eintrag Nr. 1886:

    Wenn ich mich in meinen Schnapskeller verkrieche, wie meine Frau immer so schön zu sagen pflegt der ca. 35m über NN liegt ist es dann in der Tat so, daß man ruhig bis 93 grad Celsius Dampftemperatur destillieren kann ohne Nachlauf in die Edelbrandfraktion zu bekommen? Zweite Frage: Meine "Anlage" bestehet im Großen und ganzen aus einem Einweckkessel und einem Maurereimer mit Kupferschlange zum Kühlen. wenn ich bei 92 Grad Celsius den Thermostat abschalte hört schlagartig das Destillat zu tropfen auf und tropft kurz nach Wiedereinschalten bei ca. 89 Grad weiter. Ist das mit dem Abschalten erlaubt oder bekommt man dadurch auch Nachlauf mit? Vielen Dank für Ihre Mühe!

    martin, niedersachsen
    10.Dez.2004 21:30:50


      Wie Sie richtig vermuten, ist die Dampftemperatur umgebungsdruckabhängig. 93°C sind wahrscheinlich jedoch auch bei NN zu hoch. Um den Nachlaufbeginn exakt zu bestimmen sollten Sie ab 91°C das Destillat in mehrere kleine Gläser sammeln (und dazu die von-bis Temp. notieren) und dann geschmacklich den Beginn bestimmen. Alternative: Den Alkoholgehalt vom gesamten Edelbrand messen: ca. 12%vol im Kessel ergeben ca. 50%vol, ca. 20%vol ergeben ca. 55-57%vol bei einer pot-still. Wenn Sie diesen Wert erreicht haben, entspricht die Temp.anzeige dem Nachlaufbeginn.
      Sie können die Destillation jederzeit unterbrechen, das ist kein Problem. Der erste Tropfen nach dem Wiedereinschalten hat genau den Alkoholgehalt wo Sie vorher aufgehört haben, somit entspricht dies auch der Dampftemperatur vor dem Abschalten. Da sich beim Aufheizen zu Beginn jedoch noch kein Temperatur-Gleichgewicht in der Anlage eingestellt hat, werden scheinbar geringere Temperaturen gemessen, nach ein paar Minuten haben Sie jedoch wieder den Wert von vorher erreicht. Nachlauf hat damit nichts zu tun.

    Eintrag Nr. 1885:

    Hallo Herr Dr. Schmickl!
    Ich möchte aus 10 l Bier einen Bierbrand herstellen. Ich möchte aber nur einmal brennen. Wegen dem Aromaverlust möchte ich die 10 l Bier mit 70% geschmacksneutralem Alokohol auf ca. 13-15% bringen und ich möchte auch Hopfen in den Aromakorb geben.
    Frage: Wieviel 70% Alkohol muss ich zu den 10 l Bier geben, um ca. 13-15% zu erhalten? Und wieviel Gramm Hopfen muss ich in den Aromakorb geben, um ein angenehmes Bieraroma zu erreichen? Ist mit Vorlauf zu rechnen? Und muss ich bis 92,5°C brennen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Peter aus Hessen


    Peter, Hessen
    10.Dez.2004 18:08:25


      2 Liter 70% Alkohol mit 10 Litern Bier ergibt ca. 14-15%vol Alkohol. Geben Sie ca. 500 g Hopfen dazu. Nein, kein Vorlauf. Sie müssen zumindest bis 92°C destillieren, trennen Sie aber ab 91°C in ein separates Gefäß, riechen Sie, ob das Destillat noch einen angenehmen Hopfenduft hat, wenn ja mit dem Rest vermischen.
      Sie sollten zu Vergleichszwecken zuerst einen Bierbrand ohne zusätzlichen Hopfen versuchen.

    Eintrag Nr. 1884:

    Hallo,
    Ich habe eine Frage bezüglich der Herstellung geschmacklosen Alkohols.
    1. In ihrem Buch auf Seite 104 beschreiben Sie die Herstellung einer geschmacklosen Maische. Nach diesem Rezept wird die gesamte Menge Zucker von Anfang an in Lösung gebracht. In einem anderen Kapitel wird jedoch empfohlen, den Zucker in mehreren Etappen zuzugeben. Wo liegt dabei der Unterschied?
    2. Sind in dem Säckchen Turbohefe (Alkotec48) alle Zusatzstoffe für eine richtige Gärung enthalten? Muss der pH-Wert kontrolliert oder korrigiert werden?
    Vielen Dank im Vorraus und viele Grüße aus Bayern!


    Sebastian, Bayern
    10.Dez.2004 17:49:15


      ad 1: Wenn Sie Früchte vermaischen, muß die Zuckerzugabe gedrittelt werden, sonst ist die Gärung zu schnell, was wegen der hohen CO2-Entwicklung je Zeiteinheit erhebliche Aromaverluste ergibt. Außerdem enthalten Früchte ja auch Zucker, dann könnte es sein, daß der Zuckergehalt zu hoch ist und die Hefen absterben.
      ad 2: Das sollten Sie den Verkäufer dieses Produktes fragen, unsere Turbo stammt von einem anderen Hersteller.

    Eintrag Nr. 1883:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    kann es sein, daß während der Destillation einer Getreidemaische neue, blumige Aromen entstehen, oder sind die im Destillat erkennbaren Aromen bereits in der Maische enthalten gewesen?
    Ich hoffe, Sie wissen Rat.
    Vielen Dank!
    P. Lehmberger


    Peter Lehmberger, Tirol
    09.Dez.2004 17:51:57


      Nein, was in der Maische nicht vorhanden ist, gibt es auch nicht im Destillat. Es kann nur sein, daß das blumige Aroma bereits vorhanden war, aber von anderen Aromen, die nicht so gut in das Destillat mitkommen, übertüncht wurde.

    Eintrag Nr. 1882:

    Sg. Hr. Dr. Schmickl!
    Wie lange ist fertiger, filtrierter Apfelwein in verschlossenen Flaschen bei kühler und dunkler Lagerung haltbar. Ich würde ungefähre Angaben für 6%igen und für 12%igen Apfelwein benötigen. Weiters wäre noch interessant ob es chemische Zusätze gibt, die den Geschmack und die Farbe des Apfelweines nicht verändern jedoch die Haltbarkeit verlängern.
    Vielen Dank, Mario


    Mario, Wien
    09.Dez.2004 17:22:49


      6% Wein: ca. 1 Jahr
      12% Wein: zumindest 1 Jahr
      Ja, es gibt Fixiermittel, z.B. Glucoseoxidase und Cellulase, um Weine haltbar zu machen.

    Eintrag Nr. 1881:

    Ich würde mir gerne eine Hobbydestille zulegen, habe dazu noch eine Frage: bei den Großanlange verwendet man immer Aräometer zur Abtrennung des Nachlaufes, bei Ihnen das Thermometer. Kann man mit dem Thermometer zu einem gleich guten Ergebnis kommen?

    Heimo Fischer, Stuttgart
    09.Dez.2004 17:01:15


      Ja, Sie kommen zu dem gleichen Ergebnis. Die Dampftemperatur ist umgekehrt proportional zum Alkoholgehalt, d.h. der Aräometermessung. Sie messen im Prinzip das Gleiche.

    Eintrag Nr. 1880:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe ca. 40 Ltr dampfentsafteten Kiwi-Saft. Kann ich den mit Ihrer Turbohefe vergären? Haben Sie vielleicht ein Rezept? Ich habe hier im Fragenkatalog nichts passendes gefunden. Muss ich sonst etwas beachten? Über Ihre Hilfe wäre ich sehr dankbar.
    Übrigens Ihr Buch und die homepage sind echt Klasse. Auch mit der Lieferung hat es Super geklappt.
    MfG
    Wolfgang


    Wolfgang Middecke, Deutschland Köln/Bonn
    09.Dez.2004 10:11:05


      Danke!
      Ja, Sie können mit der Turbo vergären (wie im beigelegten Zettel beschrieben). Achten Sie auf eine langsame Vergärung (Temp. ca. 16 bis max. 19°C), den pH sollten Sie unbedingt korrigieren.

    Eintrag Nr. 1879:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe heuer sehr viel Schlehdorn und möchte einen Schnaps herstellen. Habe sowas noch nie gemacht und bitte um genaue Anleitung von a - z.
    Im Voraus besten Dank.
    mfg
    J. Raßhofer


    Josefine Raßhofer, Deutschland/Bayern
    09.Dez.2004 10:01:00


      Schlehdorn können Sie ausgezeichnet ansetzen: nehmen Sie 45%vol geschmacklosen Alkohol und lassen Sie die Schlehen 2 Monate darin ziehen, fertig. Sie können die Früchte jedoch auch einmaischen, eine detaillierte Anleitung dafür würde den Rahmen des Forums sprengen, ist jedoch in unserem Buch sehr detailliert und einfach beschrieben.

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