Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1824:

    Hallo Herr Dr. Schmickl
    gerade habe ich mir mal wieder die Fotogalerie angeschaut.....nun um es kurz zu machen
    seit ca. 1,5 Jahren lese ich hier Ihre Foren und bin mehr als erstaunt was mancher sich so einfallen lässt. Mein Vorschlag:
    im oberen Teil der Seite Fotogalerie einen Hinweis anzubringen, der darauf hinweist, das nicht alle Materialien die auf dieser Seite gezeigt bzw. verarbeitet werden (die bestimmt auch Nachahmer finden) wirklich zum Alkoholdestillenbau geeignet bzw. gesundheitsschädlich sind. Vielleicht ein kleines Stichwortverzeichnis für die Suchenfunktion?
    viele Grüsse
    Nick


    Nick, Kärnten
    18.Nov.2004 00:34:14


      Ist gemacht, danke für den Hinweis.

    Eintrag Nr. 1823:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich benutze eine Destille bestehend aus einem 6l Dampfkochtopf, ein in den Deckel geschraubtes Geistrohr mit 24mm Durchmesser und 50mm Länge, daran seitlich ein Dampfrohr mit 15mm Durchmesser, ca. einen Meter lang. Ein größeres, um das Dampfrohr gelötetes Rohr wird zur Kühlung mit Wasser durchflossen. Gebrannt habe ich z.B. eine mit Turbohefe angesetzte Pflaumenmaische (5l, 18% Alkohol). Das Ergebnis war ein Brand mit 70% Alkohol (laut Ihrem Buch viel zu viel!) aber leider keinem Pflaumengeschmack. Ist an der Konstruktion irgendetwas falsch ?
    Für einen Tip wäre ich Ihnen dankbar.
    Viele Grüße,
    Rainer W.


    Rainer Windhorst, Deutschland / NRW
    17.Nov.2004 22:21:21


      Wenn ich Ihre Erklärung richtig verstehe, geht Ihr "Geistrohr" senkrecht nach oben, es handelt sich also um ein Steigrohr, dies würde das geschmacksarme Destillat und die hohe Alkoholkonzentration erklären. Die Grundlagen für dieses Phänomen sind im Buch erklärt, außerdem erhalten Sie weitere Infos, wenn Sie rechts oben als Suchbegriff "Rektifikation" eingeben.

    Eintrag Nr. 1822:

    Hallo Dr. Schmickl
    ich habe in nächster Zeit vor Äpfel einzumaischen.
    Hat es Auswirkungen auf den Fruchtwein, wenn ich zum einmaischen Biogen M verwende? Sollte man den Fruchtwein destillieren oder ist er auch so genießbar?
    Vielen Dank
    mfg erwin


    erwin, Tiefstes Oberbayern
    17.Nov.2004 21:03:10


      Fruchtwein ist direkt genießbar, Sie brauchen nicht zu destillieren. Biogen sollte immer zugefügt werden, wenn der pH zu hoch ist. Dadurch habe Sie eine reinere Gärung, was sich natürlich auch auf die Weinqualität auswirkt.

    Eintrag Nr. 1821:

    Würde ich es merken, wenn ich kein Lot für Wasserinstallation (Eintrag 161) verwendet hätte und sich Metalle lösen? Geschmack, Farbe, etc., oder würde ich mich einfach langsam ohne es zu merken vergiften?

    Frank, Bayern
    17.Nov.2004 13:32:33


      Geschmacklich ergibt sich kein nennenswerter Unterschied, es könnte sein, dass das Destillat eine blaue Farbe hat, aber zuverlässig ist dies auch nicht. Daher trifft der letzte von Ihnen genannte Punkt zu.

    Eintrag Nr. 1820:

    Hallo Dr. Schmickl,
    beim letzten Brennen (Pflaumenmaische) ist mir was angebrannt. Ich hatte zwar nen Anbrennschutz im Topf, es ist eben doch was durchgegangen.
    Bringt das Anbrennen einen schlechten Geschmack mit sich oder ist es einfach unerwünscht weil es ne sau Arbeit ist den Topf wieder sauber zu bekommen?
    Danke,
    FRANK


    Frank, Bayern
    17.Nov.2004 13:28:05


      Wenn es leicht anpackt, d.h. man kann es relativ gut mit einem Schwämmchen wieder reinigen, dann macht dies nichts. Brennt es allerdings fest an, sodaß der Bodensatz verkohlt und nur noch schwer aus dem Topf zu entfernen ist, dann hat man auch einen verbrannten Geschmack im Destillat. Insbesondere bei Pflaumen wundert mich das, diese Frucht ergibt eine nahezu vollständig flüssige Maische, fast wie Wein. Haben Sie vielleicht nicht genug Verflüssiger verwendet?

    Eintrag Nr. 1819:

    Mit welcher Temperatur wird gekaufter Wein gebrannt? Entsteht dabei auch Vor.- und Nachlauf sowie evtl. nicht trinkbares?

    A.Gnauk, Deutschland/Sachsen
    16.Nov.2004 16:13:13


      Auf Grund vom Alkoholgehalt beginnt Wein ca. bei 81-83°C zu tropfen, destilliert wird bis 91°C. Vorlauf nein, Nachlauf haben Sie immer. Wein ist geschwefelt, daher nach dem Destillieren schäumend Luft einmixen mit einem elektrischen Mixer.

    Eintrag Nr. 1818:

    Hallo Herr Schmickl
    bin dabei mir einen neuen Kühler und Geistrohr für meine Destillation zu bauen. Was spricht gegen das Weich- und für das Hartlöten ??
    cu


    disosian, lummerland
    16.Nov.2004 12:20:20


      Weichlot ist nicht resistent genug. Für weitere Infos können Sie "Silberlot" rechts oben als Suchbegriff eingeben.

    Eintrag Nr. 1817:

    zu Eintrag 1800: "Rauch bei Apfel"
    Sehr geehrter Herr Schmickl!
    Die Lösung ist einfach: da habe ich versehentlich Acryl statt Silikon zum Abdichten verwendet. Am nächsten Tag, nachdem ich geschrieben hatte, da habe ich die Bescherung im Kessel gesehen. Konnte den Kessel leider nicht früher öffnen. (heiß, spät, ...)
    Frage: Der "Rauch" aus dem Acryl ist offenbar Alkohol-löslich, ist Destillat wenigstens als "Nachlauf" verwendbar? Schmecken tuts nicht schlecht, aber ....


    tincturifax, Matzner Hügel
    16.Nov.2004 10:09:26


      Es freut mich, dass sich das Problem geklärt hat. Nein, ich würde das Destillat verwerfen.

    Eintrag Nr. 1816:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Ich darf mich mit einer Frage vertrauensvoll an Sie wenden. Ich habe einen alten Wein gebrannt. Es kann sein dass einige Flaschen "gealtelt" haben. Gebrochenen Wein habe ich ausgeschieden. Der Feinbrand wurde leider zu rasch gestartet - nach einer halben Stunde begann es zu rinnen - da ich mit diesem Kessel (Ölbad) das erste mal gabrannt habe. Der gesammte Feinbrand hat einen beißenden und ätzenden Geruch. Der Übergang Vorlauf - Edelbrand ist nicht feststellbar. Welchen Fehler habe ich gemacht, soll ich den Feinbrand einige Zeit lüften oder bleibt der Schnaps immer in diesem Zustand?
    Vielleicht können Sie mir eine Antwort geben. Einen Dank im vorraus für Ihre Bemühungen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
    Harald Allmer
    PS Bitte grüßen Sie Ihren Bruder Hellfried von mir. Ich habe ihn in Graz kennen gelernt und durfte auch Ihren Schnaps verkosten.


    Harald Allmer, Graz - Steiermark
    15.Nov.2004 18:36:58


      Ihr Wein war sicher geschwefelt, das ergibt dann diesen ätzenden Geruch (= schwefelige Säure). Zum Glück ist schwefelige Säure leicht flüchtig. Nehmen Sie daher einen elektrischen Mixer, Zauberstab o.ä. und mixen Sie ca. 1 bis 2 Minuten je Liter schäumend Luft ein, dann sollte das Aroma in Ordnung sein. Es muß tatsächlich schäumen, sonst ist der Vorgang sinnlos.
      Ich werde meinem Vater Helfried gerne Grüße ausrichten, danke.

    Eintrag Nr. 1815:

    Hallo Dr. Schmickl,
    ich habe am Wochenende einen Vanillegeist hergestellt von unglaublichem Aroma. Ähnlich wie beim Kaffegeist ist das Aroma sofort zu erkennen, vorausgesetzt man weiß wie echte Vanille riecht! Ich habe über 3 Jahre die vom Mark befreiten Vanilleschoten zum aromatisien in ein mit Zucker gefülltes Glas gegeben. So erhält man echten Vanillezucker. So hatte ich ungefähr 30 Vanilleschoten, die ich aus dem Zucker gefischt und in 8 Liter 18% vergorene Zuckermaische aufgesetz habe. Das Ergebnis waren 1900ml 65% Feinbrand, den ich auf 43% verdünnt habe. Ich weiß nicht ob Sie dies auch schon mal ausprobiert haben, wenn nicht, dann ist dies bestimmt einen Versuch wert. Nur wenn man die ganzen Schoten nur extra für den Geist kaufen will, dann ist dies ein sehr teures Vergnügen, bei rund 3€ für eine Vanilleschote.
    P.S. Übrigens kann man dem Weihnachtsgeist durch Vanillezugabe eine neue interessante Aromavariante geben.


    Pilliepallekarl, Kärnten
    15.Nov.2004 11:19:58


      Vielen Dank für den Hinweis, das ist sehr interessant! Wir hatten schon mehrere Versuche mit Geisten (geschmackloser Alkohol + Vanilleschoten im Aromakorb), zufriedenstellend war das Ergebnis jedoch leider nie. Haben Sie bezüglich Geisten schon Vanilleerfahrung? Sie schreiben, daß Sie dem Weihnachtsgeist Vanille zugeben, wie gehen Sie hier genau vor? Würde sicher auch viele Leser interessieren.

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