Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1817:

    zu Eintrag 1800: "Rauch bei Apfel"
    Sehr geehrter Herr Schmickl!
    Die Lösung ist einfach: da habe ich versehentlich Acryl statt Silikon zum Abdichten verwendet. Am nächsten Tag, nachdem ich geschrieben hatte, da habe ich die Bescherung im Kessel gesehen. Konnte den Kessel leider nicht früher öffnen. (heiß, spät, ...)
    Frage: Der "Rauch" aus dem Acryl ist offenbar Alkohol-löslich, ist Destillat wenigstens als "Nachlauf" verwendbar? Schmecken tuts nicht schlecht, aber ....


    tincturifax, Matzner Hügel
    16.Nov.2004 10:09:26


      Es freut mich, dass sich das Problem geklärt hat. Nein, ich würde das Destillat verwerfen.

    Eintrag Nr. 1816:

    Sehr geehrter Herr Schmickl
    Ich darf mich mit einer Frage vertrauensvoll an Sie wenden. Ich habe einen alten Wein gebrannt. Es kann sein dass einige Flaschen "gealtelt" haben. Gebrochenen Wein habe ich ausgeschieden. Der Feinbrand wurde leider zu rasch gestartet - nach einer halben Stunde begann es zu rinnen - da ich mit diesem Kessel (Ölbad) das erste mal gabrannt habe. Der gesammte Feinbrand hat einen beißenden und ätzenden Geruch. Der Übergang Vorlauf - Edelbrand ist nicht feststellbar. Welchen Fehler habe ich gemacht, soll ich den Feinbrand einige Zeit lüften oder bleibt der Schnaps immer in diesem Zustand?
    Vielleicht können Sie mir eine Antwort geben. Einen Dank im vorraus für Ihre Bemühungen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
    Harald Allmer
    PS Bitte grüßen Sie Ihren Bruder Hellfried von mir. Ich habe ihn in Graz kennen gelernt und durfte auch Ihren Schnaps verkosten.


    Harald Allmer, Graz - Steiermark
    15.Nov.2004 18:36:58


      Ihr Wein war sicher geschwefelt, das ergibt dann diesen ätzenden Geruch (= schwefelige Säure). Zum Glück ist schwefelige Säure leicht flüchtig. Nehmen Sie daher einen elektrischen Mixer, Zauberstab o.ä. und mixen Sie ca. 1 bis 2 Minuten je Liter schäumend Luft ein, dann sollte das Aroma in Ordnung sein. Es muß tatsächlich schäumen, sonst ist der Vorgang sinnlos.
      Ich werde meinem Vater Helfried gerne Grüße ausrichten, danke.

    Eintrag Nr. 1815:

    Hallo Dr. Schmickl,
    ich habe am Wochenende einen Vanillegeist hergestellt von unglaublichem Aroma. Ähnlich wie beim Kaffegeist ist das Aroma sofort zu erkennen, vorausgesetzt man weiß wie echte Vanille riecht! Ich habe über 3 Jahre die vom Mark befreiten Vanilleschoten zum aromatisien in ein mit Zucker gefülltes Glas gegeben. So erhält man echten Vanillezucker. So hatte ich ungefähr 30 Vanilleschoten, die ich aus dem Zucker gefischt und in 8 Liter 18% vergorene Zuckermaische aufgesetz habe. Das Ergebnis waren 1900ml 65% Feinbrand, den ich auf 43% verdünnt habe. Ich weiß nicht ob Sie dies auch schon mal ausprobiert haben, wenn nicht, dann ist dies bestimmt einen Versuch wert. Nur wenn man die ganzen Schoten nur extra für den Geist kaufen will, dann ist dies ein sehr teures Vergnügen, bei rund 3€ für eine Vanilleschote.
    P.S. Übrigens kann man dem Weihnachtsgeist durch Vanillezugabe eine neue interessante Aromavariante geben.


    Pilliepallekarl, Kärnten
    15.Nov.2004 11:19:58


      Vielen Dank für den Hinweis, das ist sehr interessant! Wir hatten schon mehrere Versuche mit Geisten (geschmackloser Alkohol + Vanilleschoten im Aromakorb), zufriedenstellend war das Ergebnis jedoch leider nie. Haben Sie bezüglich Geisten schon Vanilleerfahrung? Sie schreiben, daß Sie dem Weihnachtsgeist Vanille zugeben, wie gehen Sie hier genau vor? Würde sicher auch viele Leser interessieren.

    Eintrag Nr. 1814:

    Hallo,
    bitte geben Sie mir als Laie Tips für die Herstellung einer Quitten-Maische als Grundlage zum Schnapsbrennen:
    Ich habe ein Fass mit 110l und eines mit 60l geraspelten Quitten zu jeweils 4/5 gefüllt. Beim grossen Fass habe ich etwa 12l Wasser mit Gärhefe zugegeben, beim kleinen 5l mit Gärhefe. Nach zwei Wochen scheint sich die Gärung schon zu verlangsamen. Die Maische macht einen trockenen Eindruck, Flüssigkeit scheint fast nicht vorhanden zu sein. Die Raumtemperatur beträgt ca. 15 Grad. Was kann ich noch tun um eine gute Basis zum Brennen zu erhalten, oder ist schon alles verloren?
    Vielen Dank im voraus,
    Gruß,
    F. Münch


    Muench, Stuttgart
    14.Nov.2004 18:29:10


      Sie sollten bei Quittenmaische eventuell mehr Wasser zugeben (max. ein Drittel der Fruchtbreimenge), und unbedingt (!) Verflüssiger, ca. die doppelte bis dreifache Menge als normal. Sonst könnte Ihre Maische gelieren, also vollständig fest werden. Die Raumtemperatur sollte ca. 17-19°C betragen, sonst wird die Vergärung zu langsam. Verloren ist noch nichts, vielleicht können Sie diese Punkte noch berücksichtigen.

    Eintrag Nr. 1813:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    der Methanolgehalt ist doch unter anderem auch vom Pektingehalt der Frucht abhängig. Ich habe gelesen das man mit diversen Gerbstoffpräparaten (z.B. Tannin, Sumach, Valonea, Eichen- bzw. Kastanienholzextrakt) den Methanolgehalt wesentlich senken kann. Wissen sie speziell über "Valonea" genaueres?
    2. Frage: Vor dem filtrieren stelle ich das Destilat immer kalt. (0 - 5 C°) Seitdem habe ich keine evt. Nachtrübungen mehr. Ist die Temperatur in Ordnung, oder muß ich evt. mit Aromaverlusten rechnen?
    Schöne Grüße


    Kurt Vonach, Vorarlberg
    14.Nov.2004 18:21:30


      ad 1: Valonea kenne ich nicht, wenden Sie sich diesbezüglich am besten an den Anbieter.
      ad 2: Nein, Sie müssen mit keinen Aromaverlusten rechnen, das ist schon so in Ordnung.

    Eintrag Nr. 1812:

    Hallo Dr. Schmickl,
    zum Eintrag 1797:
    Der Unterschied besteht, nachdem ich mich schlau gemacht habe, in der Anwendung. Der teuere Alkohol ist zur Einnahme gedacht, der billigere darf nur äusserlich angewendet werden. Welcher ist also jetzt der, den man verwenden soll.
    Zudem habe ich noch 3 Fragen zu Ihrer Destille:
    1. Wozu benötigt man die beiden mitgelieferten Stopfen?
    2. Wie kann man das Geistrohr und die Kühlschlange innen reinigen? Gibt es hierzu einen speziellen "Flaschenputzer"?
    3. Um einen Anisschnaps herzustellen empfehlen sie "Anis ganz" aufgrund der besseren Qualität. Bei dem mitgelieferten Aromakorb fällt dies allerdings durch die Öffnungen durch. Wie kann man das verhindern?
    Gruss
    Udo


    udo, deutschland
    14.Nov.2004 15:13:36


      Fragen Sie nach, ob der billige Alkohol vergällt (vergiftet) ist, dann wäre dies nämlich Spiritus und nur zum Putzen oder als Brennstoff gedacht. In diesem Fall können Sie dann nur den teuren Alkohol verwenden.
      ad 1: Bei der Classic verwenden Sie die Stopfen für den Zu- und Ablauf des Kühlwassers, bei der Deluxe liegen die Stopfen bei um eventuell den Ablaufschlauch verschließen zu können.
      ad 2: Wenn Ihnen beim Brennen nichts übergeht, genügt es, die Kühlschlange und das Geistrohr mit Wasser zu spülen. Hat sich aber ein Feststoff abgesetzt, dann können Sie für das Geistrohr einen Flaschenputzer verwenden, beim Kühlrohr verwenden Sie einen langen Draht, unten kommt dann eine Pfeifenputzer dran und wird durch das Rohr gezogen. Oder Sie legen den Deckel und den Kühler in ein Zitronensäurebad.
      ad 3: Ich weiß, bei jedem Seminar wird immer wieder auch Anisgeist gemacht. Von den Körnern fällt allerdings nur ein sehr geringer Teil durch, das macht nichts.

    Eintrag Nr. 1811:

    Moin nach Österreich!
    Heute haben wir zum ersten Mal unsere selbstgebaute Destille bestehend aus einem Schnellkochtopf und einem Kupfer-Liebigkühler in Betrieb genommen. Der erste Test in dem wir erst einmal nur Wasser destiliert haben war aber äußerst deprimierent denn das Destillat hatte einen penetranten Gummi- geruch und Geschmack. Dieser kommt eindeutig von der grauen Fissler Gummidichtung im Topfdeckel. Jetzt frage ich mich, wenn man in diesen Töpfen Eintopf kocht, wird dann der Gummigeschmack lediglich von dem Suppenaroma überlagert? Wie kann man das Gummiaroma verhindern oder kennen Sie Alternativen zum Abdichten des Schnellkochtopfes?
    Vielen Dank im Vorraus


    Fabian, Niedersachsen
    13.Nov.2004 18:06:02


      Sie meinen doch bei Eintopf ein Essen ohne Alkohol. Nur Alkoholdampf löst aus den Gummidichtungen diese Stoffe heraus, bei Wasserdestillation darf dieses Probelm eigentlich nicht auftreten, da würde ich beim Verkäufer nachfragen.
      Zum Abdichten können Sie auch ein Teflonband (Gewindedichtband aus dem Baumarkt) oder einen der Länge nach aufgeschnittenen Silikonschlauch verwenden.

    Eintrag Nr. 1810:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    unsere Destillate, Quitte, Mirabelle, Weichseln werden nach dem Verdünnen mit dest. Wasser auf Trinkstärke, ca.42%, mit der Zeit trüb. Dies scheint eine Temperaturfrage zu sein. Beim Erwärmen auf 30 °C verschwindet die Trübe wieder. Was ist der Grund für die Trübe? Bitte ruhig physikalisch-chemische Erklärung.
    Danke


    Reinhold, Süd- Deutschland
    12.Nov.2004 08:07:56


      Es ist ganz normal, daß diese Destillate trüb werden. Es hat damit zu tun, daß aus den Kernen und Steinen Stoffe mit in das Destillat kommen, die in verdünntem Alkohol schlecht löslich sind. Das ist allerdings nur ein optisches Problem. Erwärmen Sie das Destillat bzw. geben Sie hochprozentigen Alkohol hinzu, dann lösen sie sich wieder und die Trübung verschwindet.
      Abhilfe: lassen Sie das Destillat nach dem Verdünnen ca. 2 Wochen bei Zimmertemperatur stehen, danach mit den Faltenfiltern "fein für Spirituosen" filtrieren.

    Eintrag Nr. 1809:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    habe meine Maische (Wasser/Zucker/Turbohefe) destilliert und bekomme immer einen Alkohol mit spritigem Geruch. Habe diese HP durchforstet und alle Empfehlungen beherzigt. Der Geruch ist zunächst verschwunden, doch wenn ich den Alkohol umrühre ist er wieder da. Habe ich beim Destillieren etwas falsch gemacht? Wie lange sollte ich den Alkohol stehen lassen, bis der Geruch verschwunden ist?
    Gruß
    Manfred


    Manfred, Bremen
    11.Nov.2004 23:36:52


      Lassen Sie den Alkohol 14 Tage nur mit einem Filter o.ä. verschlossen stehen, mixen Sie vorher ein/zwei Minuten je Liter kräftig Luft ein (es muss schäumen), z.B. mit einem elektr. Mixer, Zauberstab o.ä. Sollte dies nicht helfen, wird auch eine weitere Lagerung nicht wirklich was ändern. Könnte es sein, daß Sie den spritigen Geruch mit dem normalen Alkoholgeruch verwechseln? Machen Sie einen Vergleich mit Weingeist aus der Apotheke. Wenn nein, dann dürfte es zu Fehlgärungen gekommen sein.

    Eintrag Nr. 1808:

    Guten Tag Dr. Schmickl,
    nochmals zu dem Thema Zibartenmaische:
    Ich habe am Montag ca.4500l zibarten eingemaischt, habe überhaupt nichts dran gemacht sprich Schwefelsäure etc!! So, jetzt ist dies eine sehr dicke maische mit wenig saft. Kann dies auch schlecht umrühren! Was kann ich tun?? Verflüssiger?? Menge??
    Bitte einfach erklären, bin noch Anfänger und kein Profi ;-)
    Mit freundlichen Grüßen
    Sauer


    Philipp, Offenburg
    11.Nov.2004 20:27:17


      Gärt die Maische bereits? Wenn ja, dann geben Sie zumindest noch Verflüssiger zu, 3 ml auf 100 Liter (dies ist die Dosierung für unser Produkt). Gärt es noch nicht, dann unbedingt Hefe zugeben, es wäre schade, wenn Sie bei dieser Fruchtmenge einen Essigstich und damit ein minderwertiges Destillat bekommen.

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