Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1803:

    Hallo,
    Verflüssiger sollte ca. 3 ml auf 100L Maische gegeben werden. Ich habe 10 Liter-Fässer, müsste also 0,3ml zugeben. Das ist ziemlich schwer abzuschätzen... Ist es schlimm wenn etwas mehr zugegeben wird?
    Vor- / Nachteil?
    Danke,
    FRANK


    Frank, Bayern
    08.Nov.2004 17:49:19


      Nein, es ist nicht schlimm, wenn etwas mehr Verflüssiger in die Maische kommt.
      Tipp: verwenden Sie zum Dosieren eine Spritze (1-5 ml), bekommen Sie in jeder Apotheke.

    Eintrag Nr. 1802:

    Guten Tag!
    Ich habe 28 Liter Apfelmaische mit Turbohefe in 2 Gäreimern angesetzt. Die ersten 2 Tage arbeiteten die Gärröhrchen einwandfrei. Habe dann das 2. Drittel Zucker hinzugefügt und Alkoholgehalt (beide 9%) gemessen. Beim ersten Eimer blubberte das Gärröhrchen weiter, beim zweiten passierte nichts. Nach 3 Tagen habe ich das letzte Drittel Zucker hinzugefügt und den Alkoholgehalt gemessen, beide 16%. Jetzt blubbert es bei keinem Eimer mehr. Ist die Gärung abgeschlossen, oder kann ich alles verwerfen?
    Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.


    Gerhard Wolz, Nds.
    08.Nov.2004 16:36:03


      Es ist alles in Ordnung. Das Blubbern wird mit der Gärdauer immer schwächer und langsamer. Warten Sie, bis der Fruchtkuchen nach unten absinkt, dann ist die Gärung zu Ende.

    Eintrag Nr. 1801:

    Ich möchte zur Temperaturmessung am Kupferhut meiner Brennanlage (Kesselinhalt ca. 50Ltr.) ein
    Thermometer einsetzen. Kann ich dies bei Ihnen bestellen und wie wird es am Kupferhut befestigt (dampfdicht verschraubt oder angelötet)? Ist möglicherweise eine elektronische Messung geeignet?
    Vielen Dank für geeignete Hinweise!


    Eberhard Schlosser Hamburg, Deutschland
    08.Nov.2004 16:04:47


      Wir haben gläserne Stabthermometer (Meßbereich +10 bis +110°C, Werte sind 0,5°C genau ablesbar), es kostet 17,50 Euro. Wir befestigen diese mit einem Silikonstopfen mit Bohrung für das Thermometer. Am besten wäre also ein Stutzen für den Stopfen. Elektronische Thermometer mit dem selben Meßbereich sind auch geeignet.

    Eintrag Nr. 1800:

    Hallöchen!
    Zum 2.Mal ein seltsames Phänomen: beim Brennen von Apfel (gestern reiner Klarapfel) tritt zuerst Dampf! aus, der wegen der Kälte im Schuppen gut sichtbar war. Temperatur: ca 42°C, die Kühlung ist optimal. Es riecht nach Apfel*, dann nach Vorlauf. So weit, so gut.
    Doch es bleibt Dampf, fast Rauch. Und das bis zum Nachlauf. Ich habe, da ich mir nicht sicher bin, ob das genießbar ist, eine einfache Abtrennung ausgedacht: nach dem Kühler in ein 15erCu-Rohr mit einem Knie nach oben offen, da staut sich dieser Rauch am Alkohol und tritt oben aus dem Rohr, ohne in den Glasballon zu gelangen. Doch oben tritt nichts aus! Auch wenn man es direkt in den Glasballon läßt, dann sieht man drinnen diesen "Rauch", ohne daß er aus dem Gefäß je überquillt.
    Er ist nicht brennbar und offenbar in Alkohol löslich. Was ist das?
    (Die Destille ist nicht neu, schon aus dem Jahr 2002, oft gebraucht)

    * Aus einem Buch, das die Kellner in Wien zur Lehrabschlußprüfung erhielten: Calvados enthält Vorlauf! Ist das der Apfelgeruch?


    Tincturifax, Matzner Hügel
    08.Nov.2004 08:12:18


      Aus dem Kühler kann es nicht rauchen, außer im Kessel ist alles dermaßen stark angebrannt, daß es tatsächlich nur noch raucht, weil keine Flüssigkeit mehr da ist. Aber das hätten Sie sicher bemerkt. Daher kann es sich eigentlich nur um Dampf handeln, was wiederum bedeutet, dass die Kühlung viel zu schwach ist bzw. haben Sie bei einem Durchlaufkühler auch den Wasserhahn für das Kühlwasser aufgedreht?
      Geht Ihr Kühlerauslaß direkt in den Glasballon? Das Destillat sollte bitte unbedingt FREI abrinnen, sonst besteht die Gefahr, daß Sie eine vollkommen dichte Apparatur haben. Durch das Kochen im Inneren entsteht ein Überdruck der sich nicht mehr abbauen kann, was zur Folge hat, dass die gesamte Anlage explodiert!
      Nein, Vorlauf riecht eindeutig nach Klebstoff (UHU oder Pattex) nicht nach Apfel.

    Eintrag Nr. 1799:

    Hallo Hr. Schmickl,
    ich habe im Sommer drei Maischen mit Turbohefe angesetzt (Pflaume, Apfel, Brombeere).
    Jedoch zeigte eine Alkoholmessung mit dem Vinometer gegen Ende der Vergärung, dass der Alkoholgehalt nicht der vorausberechneten Menge entsprach. Die in Ihrem Buch genannten Gründe für eine Gärunterbrechung oder Gärverzögerung lagen nicht vor. Auch ein mehrfaches Filtern der Maische mit Kaffeefilterpapier vor der Messung brachte keine Ergebniskorrektur. Ich habe daraufhin mich über meine errechnete Zielzuckermenge hinweggesetzt, aus Sorge dass die Alkoholhefen zu früh verhungern würden. Ich habe dann mehr Zucker hineingegeben und die errechneten „400g Zucker plus Eigenfruchtzucker“ pro Liter überschritten. Eine Messung an gekauftem Wein zeigte jedoch ebenfalls zu wenig Alkohol an, was mich ein wenig am Messgerät (Vinometer) zweifeln lässt. Da ich von den Maischen jeweils einen Teil herausgefiltert habe, damit er in Gärballons als Fruchtwein sich weiter setzen kann, ist er natürlich zu Süß.
    Nun zu meinen Fragen:
    Haben Sie etwas ähnliches schon mal beobachtet, oder ist mir doch eine Messfehler unterlaufen?
    Kann ich irgendetwas zur Zuckereliminierung, oder Geschmacksneutralisierung tun? Evtl. mit Zitronensäure übertünchen?
    Viele Grüße
    Michael, Friesland


    Michael, Friesland
    07.Nov.2004 22:48:32


      Laut Ihrer Beschreibung lag anscheinend tatsächlich nur ein Meßfehler vor.
      Beachten Sie beim Vinometer folgende Fehlerquellen:
      - Die Kapillare muß BLASENFREi gefüllt werden
      - Die Flüssigkeit muß aus der Kapillare tropfen, dann erst das Vinometer umdrehen
      - Eine zu hohe Zuckerkonzentration verändert den Vinometerwert (allerdings wird dann MEHR angezeigt als tatsächlich vorhanden ist)
      Zum überdecken des süßen Geschmackes: Ja, das kann man leider nur noch "übertünchen" oder destillieren, weil Zucker fest ist und somit nicht verdampfen und ins Destillat gelangen kann. Zum Übertünchen ist Zitronensäure sicher eine gute Idee. Trotzdem sollten Sie dies vorerst nur mit einer kleinen Menge ausprobieren.

    Eintrag Nr. 1798:

    Guten Tag,
    Ich möchte gerne in den nächsten Tagen Zibärtle einmaischen! Sollte ich da irgendwas beachten??
    Jemand hat mir etwas von schwefelsäure und reinzuchthefe erzählt??
    MfG Philipp


    Philipp, Offenburg
    07.Nov.2004 19:12:14


      Geben Sie Reinzuchthefe zu, aber keine Schwefelsäure, verwenden Sie lieber organische Säuren, wie Zitronensäure, Milchsäure oder Fruchtsäurekonzentrat wie Biogen M. Und wenn Sie auf den Verflüssiger nicht vergessen, wird die Maische optimal.

    Eintrag Nr. 1797:

    Hallo Dr. Schmickl,
    in Ihren Buch schreiben Sie, dass man zur Herstellung eines Geistes oder eines Angesetzten 96%tigen Weingeist aus der Apotheke nehmen soll. In der Apotheke gibt es aber scheinbar zwei verschiedene Ausführungen, die auch preislich sehr unterschiedlich sind. Welches Produkt soll man jetzt kaufen?
    Gruss
    Udo


    udo, deutschland
    07.Nov.2004 15:40:49


      Beim Geist nicht vergessen, vor dem Brennen den Alkohol auf ca. Weinstärke (11-13%vol) zu verdünnen. Warum steht im Buch erklärt.
      In Österreich gibt's nur eine einzige Variante. Habe inzwischen schon gehört, dass dies in Deutschland nicht so ist, meines Wissens liegt der Unterschied im Alkoholgehalt und damit auch an der Alkoholsteuer.

    Eintrag Nr. 1796:

    Hallo Dr. Schmickl
    Vorerst besten Dank für das Buch es ist wirklich Toll.
    Ich habe Apfelmaische vor 3 Wochen angesetzt. Dieser habe ich lediglich Zucker beigegeben (200 g. auf 2 Kg. Frucht) Nun blubbert sie nicht mehr und das ganze schmeckt eher alkoholig-sauer. Auch hat sich die Sache nicht verflüssigt. Muss ich noch einmal Zucker hinzufügen um den Gärprozess wieder in Gang zu bringen oder ist dieser bereits abgeschlossen ? Alkoholgehalt bei 9% mit Vinometer. (Da mit Zucker angesetzt sicher zu hohe Angabe) Kann ich die Maische auch brennen wenn es nicht sehr flüssig ist?
    Danke für die Antwort und Grüsse aus dem Tessin.


    Enzo, Ticino
    07.Nov.2004 10:26:39


      :-)
      Die angegebene Zuckerzugabe mit Äpfeln führt zu ca. 10%vol Alkohol, den haben Sie auch erreicht. Ist die Gärung noch intakt, dann kann weiterer Zucker zugegeben werden. Dies macht aber nur Sinn, wenn Sie auch die passende Hefe verwendet haben. Wenn Sie zusammen mit der Hefe auch Verflüssiger zugeben wird die Maische nicht so fest.
      Sie können auch die festere Maische brennen, allerdings vorsichtig und langsam, damit nichts anbrennt.

    Eintrag Nr. 1795:

    Hallo; fogende Frage
    Nachdem ich Schnaps gebrannt habe, ihn gelagert habe anschliesend heruntergesetzt auf 42%; gefiltert und abgefüllt habe, stelle ich bei manchen Flaschen fest das kleine hellblaue Schneeflocken (ähnlich wie Watte ) sich gebildet haben. Woher?? Temperatur beim Filtern oder Verschnittwasser war nicht gut genug? Ich habe das Forum schon durchgesucht bin auch schon auf weiße Schneeflocken gestosen aber noch nie auf blaue. Danke für die Hilfe
    P.S. Forum ist einfach genial !!!


    Christian, Bayern
    07.Nov.2004 10:13:25


      Ja, das kann durchaus vom Wasser stammen, wenn Sie kein entmineralisiertes Wasser verwendet haben (wird in Super- und Baumärkten verwirrenderweise als "destilliertes Wasser" angeboten). Jede Art von Salz (z.B. gelöste Mineralien oder Kalksalze im Leitungswasser) ist in Alkohol sehr schlecht löslich, das bildet dann die Schneeflocken. Haben Sie das Destillat nach dem Verdünnen und vor dem Filtern 2 Wochen stehen lassen? Andernfalls kommt es zu Nachtrübungen.
      Blaue Flocken sind nicht gut. Wenn Sie das verwendete Wasser als Grund ausschließen können, handelt es sich ziemlich sicher um Metallverbindungen in Ihrem Destillat. Giftig! In diesem Fall sollten Sie das Destillat verwerfen.
      Danke!

    Eintrag Nr. 1794:

    Hallo Dr. Schmickl,
    ich habe schon öfter gelesen, das man Aktivkohle reaktivieren kann. Wie wird das gemacht und kann mann das beliebig mit der gleichen Kohle wiederholen??
    Zu den letzten Fragen bezüglich der Temperatur, habe ich für mich ein Vorgehen ausprobiert von dem ich denke das dies auch auf unterschiedliche Höhenlagen zu übertragen ist, obwohl ich auf Meereshöhe wohne. Ich heize meine Meische zügig bis ca. 65 Grad auf steigere dann möglichst langsam (ich benutze einen 2kw Gasbrenner für einen 10L kessel selbst gebaut aus einem VA Rohr 220mm Durchmesser 10mm Wandung) bis ca. 78 Grad und gebe dann wieder volle pulle. ich trenne dann immer solange ab bis die Temperatur auf meinem Digitalthermometer das natürlich ganz oben angebracht ist praktisch stehen bleibt, (bei ca. 10 Liter ist das sehr deutlich zu erkennen, da hält sich die Temp. ne ganze weile) ab dann nehme ich das leckere Zeug. Ich richte mich hierbei nicht nach der Temp. auf dem Thermometer sondern warte wirklich auf den "stillstand" und rechne dann 10 Grad zu der Temp. auf dem Thermometer beim stillstand gezeigten Temp. hinzu um den Nachlauf abzutrennen. Den Zeitpunk des stillstand nehme ich als 81 Grad an.
    Sollte eigentlich so hinhauen, siehe auch Dampfthemperatur Diagramm Seite 71 habe so schon leckere Ergebnisse erziehlt. Ist nur immer schade das die Ergebnisse erst so richtig nach einem Jahr schmecken.
    Gruß an alle, denn dieses Forum gibt vor allem denen die viel lesen eine unmenge an Infos
    Besonderen dank an den "Erbauer" für die unermütliche Fortführung.
    PS: Nicht aufgeben in den ersten 2 Jahren geht halt doch einiges schief.
    Danke Guido Norddeutschland


    Guido, Norddeutschland
    06.Nov.2004 19:22:02


      Aktivkohle kann man reaktivieren indem sie ausgeheizt wird. Z.B. kann man sie ein paar Stunden bei ca. 120°C ins Backrohr geben. Nicht zu heiß, Aktivkohle ist brennbar. Im Labor geschieht das Ausheizen mit einem Heizschrank, bei dem sich die Temperatur sehr genau regeln läßt, meist wird die Kohle über Nacht im Schrank belassen. Dieselbe Aktivität wie vorher kann man aber leider nicht mehr erreichen, außerdem nimmt sie mit jedem Ausheizvorgang immer mehr ab.
      Bezüglich Stillstand und 10 Grad dazuzählen: wenn Ihre Maischen unterschiedliche Alkoholgehalte haben, dann ist diese Methode nicht immer sinnvoll, denn der Stillstand hängt immer vom jeweiligen Alkoholgehalt im Kessel ab. Haben Sie z.B. einmal eine Maische mit geringem Alkoholgehalt, d.h. spätem Stillstand, dann können Sie mit dieser Methode leicht in den Nachlauf kommen.
      Danke!

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    Design und Implementierung:
    Helge Schmickl