Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1683:

    Hallo liebe Brenn-Fachleute,
    ich möchte vermeiden, das demineralisierte Wasser aus dem Baumarkt zum verdünnen zu nehmen. Kann ich Brita-gefiltertes Wasser, von mir aus mehrfach durgelaufen, nehmen, bzw. kann ich den Nachlauf benutzen - er enthält ja immer mehr Wasser -, um den entstandenen Alkohol auf Trinkstärke herunter zu bringen?
    Ich möchte für den Anfang erst mal nur Rotwein in meiner 0,5 l Anlage brennen, um mit Anis (welche Mengen?) einen Ouzo zu machen.
    Viele Grüße
    vom Anfänger
    Rainer
    - der Fischesser -


    Rainer, D/NRW
    06.Okt.2004 08:25:34


      Beim Wasser ist nur wichtig, daß es nicht bzw. nur sehr gering kalkhältig ist. Wenn diese Filter dies bewirken bzw. Sie ohnehin kalkarmes Wasser haben, so können Sie dieses ohne weiteres verwenden. Kalksalze sind im Alkohol unlöslich und fallen daher aus (sieht aus wie Schneeflocken). Wenn Sie unsicher sind, ob das Wasser Ihrer Wahl sich zum Verdünnen eignet, verdünnen Sie vorerst nur eine kleine Probe und lassen diese mindestens 14 Tage stehen. Ist dann noch kein Niederschlag entstanden, können Sie das Wasser verwenden. Mit Nachlauf sollten Sie nicht verdünnen, das würde zu starken Qualitätseinbußen führen.
      Für 0,5 l Kesselinhalt reichen 10g Anis.

    Eintrag Nr. 1682:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich hätte da mal ein par Fragen:
    1./ Sie sagen ja immer man sollte die Maische wenn sie fertig (Fruchtkuchen abgesunken) ist noch mindestens ein Monat lagern.
    In der Diskussionsrunde wird einem davon abgeraten, warum?
    2./ In meinem Keller habe ich nicht mehr genug Platz für neue Maischen, daher würde ich die fertigen gerne mit Gärspund im freien lagern, was meinen Sie dazu? (Natürlich nur wenn es nicht gefriert)
    3./ Es wird auch immer wieder gegen Turbohefe geraten, warum? (Schnaps schmeckt nach Hefe usw.) Speziell der User Terras ist sehr dagegen.
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir eine brauchbare Antwort geben könnten, da ich bis jetzt alle meine Maischen mit Turbo hergestellt habe. Da es für mich das erste Jahr ist wo ich selber Maische hestelle, hoffe ich das ich mit der Turbo keinen Fehler gemacht habe.
    Danke für Ihre Antwort
    PS: Super HP weiter so!!!


    Andreas, Obstland
    05.Okt.2004 21:29:25


      ad 1: Ja, das Lagern der Maische ist richtig. In der Diskussionsrunde wird vieles behauptet...
      ad 2: Sie können fertige Maischen problemlos im Freien lagern, sollte es dennoch frieren, würde auch nichts passieren, sofern das Faß innen genug Platz hat, da ja die gefrorene Maische etwas mehr Volumen hat als die flüssige.
      ad 3: Wenn Sie mit Turbo gearbeitet haben, ergibt das einen hervorragenden Brand, Sie werden es am Ergebnis merken. Dass Hr. Terras anderer Meinung ist, wissen mittlerweile denke ich alle. Vielleicht sollte er selbst einmal einen Versuch starten. Aber lassen Sie sich von seinen Einträgen nicht verunsichern.
      Danke, wir bemühen uns!
      :-)

    Eintrag Nr. 1681:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
    Ich bin ein Neuling. Ich habe vor 7 Wochen ca. 6kg Brombeeren mit 750g Zucker und 1l Wasser eingemaischt und eine Backhefe zugegeben. Lagerung bei ca. 20°C. Nach 3 Tagen hat die Gärung aufgehört. Nachdem ich nun Ihr Buch gelesen habe wollte ich die Gärung mit einer Sherryhefe erneut starten und machte einen Gärstarter aus 0,5 l Apfelsaft(naturtrüb,ohne Konservierung), 1Esslöffel Traubenzucker und einer Reinzucht Sherryhefe. Als diese Mischung nach 3 Tagen bei 20°C schwach perlte und man etwas Hefebelag am Boden des Glasgefässes sehen konnte rührte ich es zur gleichwarmen Brombeermaische. Dazu gab ich noch 250g Zucker. Diese begann aber nicht zu gären. Warum? Was habe ich falsch gemacht?


    Ludwig, Bayern
    04.Okt.2004 17:56:40


      Haben Sie der Sherryhefe auch die Hefenährsalze zugegeben, ohne diese funktioniert es nicht.
      Oder im Gärstarter ist die Hefe wegen Zuckermangel bereits verhungert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass nach 3 Tagen und 20°C der Esslöffel Zucker und der Zuckergehalt vom Apfelsaft aufgebraucht sind.

    Eintrag Nr. 1680:

    Woher stammt der Name Federweißer, wie setzt er sich zu zusammen, würde mich interessieren.
    Vielen Dank.
    MfG
    Chania


    Chania, Unterfranken
    04.Okt.2004 14:51:01


      Seine naturtrübe Farbe erinnert an tausend wirbelnde Federchen im Glas, daher der Name.

    Eintrag Nr. 1679:

    hallo herr dr. schmickl,
    ich habe bereits mehrmals zuckerlösung mit turbohefe vergoren und gebrannt und für unterschiedliche zwecke verwendet. nun meine frage: ich habe z. zt. ca. 15 grad in meinem gärraum. funktioniert die turbohefe noch, oder kann ich andere reinzuchthefen "überreden" die arbeit aufzunehmen?


    peter, nds
    04.Okt.2004 09:18:17


      Bei 15°C funktioniert die Turbohefe noch, die Gärung ist sehr langsam. Allerdings wird es zu Startschwierigkeiten kommen, d.h. zu Beginn das Fass ins Warme stellen und wenn's dann gärt wieder in den Gärraum geben. Oder das Fass auf eine Styropor-Platte stellen (manchmal reicht das schon aus) oder bis es gärt auf ein Heizkissen (kleinste Stufe!) stellen. Oder das Fass in ein warmes Wasserbad stellen, oder mit ähnlichen Methoden erwärmen. Aber immer darauf achten, dass Temperatur der Maische nicht mehr als ca. 25°C beträgt. Bei noch tieferen Temperaturen wird die Gärung einfach zum Stillstand kommen. Es gibt Spezialhefen für sehr tiefe Temperaturen, allerdings sind diese nicht für den hochgradigen Einsatz geeignet.

    Eintrag Nr. 1678:

    Hallo Hr. Doktor!
    Ich habe nun in den letzten Wochen die verschiedensten Bücher und Literaturstellen gelesen. Alle zum Thema Schnapsbrennen. Mein Kompliment! Ihre Seite ist einfach die Beste, und auch ihr Buch hat mir sehr geholfen!
    Folgende Fragen sind aber offen geblieben:
    1. Lagerung der Maische? Hier habe ich wiedersprüchlies gefunden. Entweder sofort brennen, da sonst Aroma verloren geht oder etwa 2 Monate lagern, da durch eine "Veresterung" das Aroma intensiviert wird. Was ist nun richtig...bzw. nach ihren Erfahrungen am geeignesten.
    2. Eigenbau einer Destille! Steigrohr/Dom? Reicht es, wenn ich ein Rohr mit 5 cm Durchmesser als Geistrohr verwende und durch den Rohrbogen nur ein kurzes "Steigrohr" entsteht? Den Dom würde ich komplett weglassen (nur leicht gewölbter Deckel).
    Ich danke ihnen für ihre Hilfe! Und bitte machen sie weiter....
    Markus


    Markus, österreich
    03.Okt.2004 21:12:33


      Danke!
      :-)
      ad 1: 2 Monate lagern vor dem Brennen hat sich (nicht nur bei uns) als die beste Methode erwiesen. Durch's Stehenlassen geht kein Aroma verloren.
      ad 2: Ja, 5 cm müssen reichen, und ein sehr kurzes Steigrohr ist perfekt. Auch der Dom ist nicht notwendig.

    Eintrag Nr. 1677:

    Hallo H. Dr. Schmickl
    Ich möchte aus Pfirsichen Schnaps brennen.Sind
    zur Aromaverbesserung eingeweckte Pfirsiche(selbst gemacht,gleiche Sorte)im Aromakorb ge-
    eignet?
    Vielen Dank für evtl. Info


    Winand, Rheinland
    03.Okt.2004 17:56:16


      Pfirsiche haben ein sehr dezentes Aroma, bei der Geistmethode wird kaum Aroma mitkommen, ich würde diese einmaischen. Wenn Sie jedoch Pfirsichmaische brennen, spricht natürlich nichts gegen den Versuch, in den Aromakorb Pfirsichstücke zu geben. Wenn Sie auch einen Blindversuch machen (Maische brennen, aber ohne Fruchtstücke im Korb), können Sie feststellen, ob der Versuch tatsächlich Sinn macht.

    Eintrag Nr. 1676:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe einen Geist nach Rezept aus ihrem Buch gebrannt (Weihnachtsgeist: Apfelringe,Zimt,Geürznelken,Ingwer).
    Nachdem die Flasche mit dem Geist nun drei bis vier Tage mit einem Wattebausch verschlossen dastand, haben sich braune "Flocken" gebildet!!! Sie haben sich unten in der Flasche abgesetzt. Ein bisschen schwimmt aber auch oben auf.
    Ansonsten ist der Geist klar.
    Was kann das sein? Mein Bruder hat aus dieser Flasche mal einen Nipper genommen... Kann das der Grund sein?
    Eine andere Flasche des selben Destillates ist nicht betroffen...
    Kann ich evtl. durch Filtration den Geist noch retten?
    Danke für ihre Hilfe,
    FRANK


    Frank, Bayern
    02.Okt.2004 00:14:25


      Nein, Ihr Bruder ist nicht schuld.
      Es ist nichts schlimmes passiert, alles ist in Ordnung, bei Gewürznelken fällt nach ein paar Tagen immer ein braunes flockenartiges Gebilde aus, wenn man mit Korn o.ä. destilliert. Bei Wein passiert dies nicht, da der pH im Wein anders ist. Sie können filtrierern, dann ist auch die Optik wieder OK.

    Eintrag Nr. 1675:

    Danke für die Antwort
    Aber eine frage habe ich noch ,
    was ist besser ein Elektrokocher oder ein Gas brenner.
    Ein termometer habe ich, das bis 120°C geht ist das ausreichend ?


    Tikko, Duisburg
    01.Okt.2004 17:32:03


      Ein Gasbrenner, da Sie so die Energiezufuhr viel rascher regeln können. Ein Elektrokocher ist diesbezüglich leider sehr träge.

    Eintrag Nr. 1674:

    Hallo,
    in diesem Jahr gab es eine Mirabellenschwemme bei uns. Da am Schluss keiner mehr Mirabellen wollte, haben wir das Obst in ein Maischefass geworfen und lassen sie darin vergären. Es riecht in diesem Fass sehr gut. Zugesetzt haben wir allerdings gar nichts - keine Hefe, keinen Zucker. In anderen Zuschriften habe ich jedoch gelesen, dass immer Hefe und manchmal Zucker zugesetzt wurde. Wir möchten Schnaps aus dem Obst brennen lassen. Die Maische steht jetzt seit etwa 4 Wochen. Können wir überhaupt Schnaps daraus machen, auch wenn keine Hefe zugesetzt wurde? Ist noch etwas zu retten?
    Danke!


    Jutta Frenzel-Dettweiler, Saarland
    01.Okt.2004 15:29:52


      Ja, es ist sicherlich Alkohol entstanden, aber durch die fehlende (Reinzucht)Hefezugabe wird es auch eine Menge Fehlgärungen gegeben haben, d.h. beim Brennen müssen Sie den Vorlauf auf jeden Fall gut abtrennen.

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