Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1663:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    mit welchem Gerät kann man den Alkoholgehalt bei Likör oder anderen Schnäpsen, die mit Zucker nach dem Brennen versetzt wurden, messen? Mit dem Aräometer ist es doch nur möglich, wenn kein Zuckerzusatz vorhanden ist oder?
    Vielen Dank für Ihre Antwort und vor allen Dingen für die Mühe, die Sie sich hier machen.
    Viele Grüße
    Kalle


    Kalle, D
    27.Sep.2004 15:44:13


      Hierfür gibt es leider kein einfaches Gerät, da der Zucker, wie Sie auch schreiben, die Alkoholmessung stört. Am besten eignet sich dafür noch ein Ebulliometer bzw. Ebullioskop (Bestimmung des Alkoholgehaltes über den Siedepunkt), aber leider ist so ein Gerät relativ teuer (ist im Fachhandel erhältlich). Oder man destilliert eine Probe vom Likör bis zur Trockene, d.h. bis im Glaskolben keine Flüssigkeit mehr enthalten ist. Das Destillat hat also dasselbe Volumen wie die Probe vor dem Destillieren. Destillate sind immer zuckerfrei (Zucker kann nicht in Dampfform übergehen), können also mit dem Aräometer gemessen werden. Auf diese Weise bestimmen auch viele Winzer den Alkoholgehalt von ihren Weinen. Schließlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, den Alkoholgehalt auf zehntel Prozent genau auf der Flasche zu vermerken.
      Danke!
      :-)

    Eintrag Nr. 1662:

    S.g. Hr. Dr. Schmickl
    Habe vor ca. 9 - 10 Monaten eine 2 l Destille erworben und ca. 20 Brennvorgänge zufriedenstellend abgewickelt. Jetzt allerdings vermute ich, daß bereits das Thermometer kaputt gegangen ist, sprich die Temperaturanzeigesäule ist unterbrochen und zwar ist im oberen Teil des Thermometers eine ca. 1/2 cm lange zweite Säule in einem Abstand von ca. 30 Gradeinheiten zur Hauptsäule. Thermometer ist nicht gebrochen und auch nicht gewaltsam geöffnet worden.
    1.) wie kommt es dazu
    2.) wie kann man so etwas in Zukunft vermeiden
    3.) Ist das in Garantie
    4.) kann ich bei Ihnen nur ein neues Thermometer bekommen
    5.) wieviel kostet es bei Ihnen.
    Danke und mfg
    Franz Josef


    Franz Josef, Oberösterreich
    27.Sep.2004 13:43:01


      Das kann durch starke Erschütterungen passieren. Folgender Versuch: geben Sie das Thermometer über Nacht in den Tiefkühler (-18°C), am nächsten Tag herausnehmen und SOFORT direkt in kochendes Wasser halten (einige Minuten). Danach wieder sehr rasch stark abkühlen (in Eis halten o.ä). Eventuell wiederholen. Danach ist das Thermometer zumeist wieder in Ordnung. Leider funktioniert diese Methode nicht immer, Garantie können wir daher dafür leider keine übernehmen, ein Thermometer kostet 17,50 Euro.

    Eintrag Nr. 1661:

    Hallo Herr Schmickl
    heute mal eine KURZE Frage:
    Die Gärung neigt sich dem Ende. Wie sollte ich die Fässer für die nächsten 6-8 Wochen verschließen? Ich habe die einfachen schwarzen Maischefässer, und habe in den Deckel ein Loch gebohrt, wo ich dann den Gummistopfen mit Gärspund reingedrückt habe. Reicht es den Gärspund mit Wasser zu füllen?
    Danke für Ihre Antwort im Vorraus
    Roland


    Roland, deutschland
    27.Sep.2004 12:50:21


      Ja, es reicht den Gärspund mit Wasser zu füllen. Sie können aber auch den Gärspund abnehmen und einen Stopfen auf das Faß geben. Wichtig ist nur eins: das Fass muss luftdicht verschlossen sein. Der Vorteil vom Gärspund: es ist kein Problem, wenn trotzdem noch ein wenig CO2 entsteht (weil die Gärung doch noch nicht ganz aus ist).

    Eintrag Nr. 1660:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    leider war Ihr Buch hier nicht erhältlich. Daher hab ich gestern abend allein 2 mal 25 L Apfelmaische angesetzt. Den pH habe ich mit Milchsäure auf 3 eingestellt und dann Reinzuchthefe und Hefenahrung zugesetzt. Zur pH-Einstellung hatt ich nur Lackmuspapier. Heute morgen hatte die Gärung immer noch nicht begonnen. Jetzt habe ich Angst, daß die Maische doch zu sauer geworden ist. Kann ich den pH mit Natron wieder absenken und nochmals Hefe zugeben, oder ist alles verdorben?
    Vielen Dank
    Holger


    Holger, Niedersachsen
    27.Sep.2004 07:41:48


      Das Buch ist nun wieder überall erhältlich. Lassen Sie der Hefe noch einen Tag Zeit, viele Hefearten brauchen etwas länger. In welcher Umgebungstemperatur steht das Faß? Es sollte mindestens ca. 17-19°C haben. Je kälter es ist, desto länger dauert der Start. Unter ca. 15°C sollte die Temperatur nicht sein. Natron würde ich nicht zugeben, die Hefe sollte auch so starten. Eventuell ins Warme stellen (ca. 20 bis 25°C) und sobald es kräftig gärt wieder zurück in den kühleren Raum geben.
      P.S.: Säuren senken den pH-Wert, Laugen und Basen bewirken eine pH-Wert-Erhöhung.

    Eintrag Nr. 1659:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe mir einen größeren Topf als meinen bisherigen Schnellkochtopf besorgt. Er ist schon etwas älter und innen beschichtet (ich glaube man nennt es emailliert oder so? So einen Art Keramik...). Jedenfalls ist der Topf fast wie neu, nur am Deckel gibt es eine Stelle, wo die Beschichtung scheinbar abgesprungen ist. An dieser Stelle hat sich Rost gebiltet. Ist dass schlimm bei der Destillation? Wenn ja, würde es reichen mit einem Lack drüber zu pinseln? Topf und Deckel kann ich doch mit einer Silikondichtung abdichten, oder? Ein Bekannter hat mich verunsichert (Weichmacher). Aber ist dass bei Silikon auch problematisch?
    Besten Danke,
    FRANK


    Frank, Bayern
    26.Sep.2004 22:31:16


      Ja, Rost ist keinesfalls gut. Mit einem Lack darüberzupinseln wird das Problem nicht lösen, denn die Alkoholdämpfe werden den Lack angreifen. Wenn diese Stelle jedoch nur klein ist, genügt es den Rost abzuschleifen. Silikondichtungen aus Laborsilikon sind in Ordnung, gibt es in Schläuchen und Matten im Laborfachhandel. Also NICHT Sanitärsilikon aus der Tube vom Baumarkt!
      Alternative: Dichtband für Wasserleitungen aus Teflon (PTFE), ist in jedem Baumarkt erhältlich, zusammendrehen und als Dichtung verwenden (siehe dazu auch zahlreiche Einträge in der Diskussion).

    Eintrag Nr. 1658:

    Hallo Herr Schmickl,
    gibt es Ihr Seminar auch in gebundener (geschriebener) Form?
    Udo


    udo, nalbach
    26.Sep.2004 15:46:47


      Im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" ist weitgehend der Seminarinhalt zusammengeschrieben. Außerdem sind noch ca. 90 Rezepte enthalten, die wir im Seminar aus zeitlichen Gründen nicht alle besprechen können.

    Eintrag Nr. 1657:

    Hallo Herr Schmickl,
    ich habe bislang meine hochprozentige Maische vergären lassen und anschließend einmal destilliert. Jetzt nervt meine Frau und erzählt mir etwas von Raubrand/Rohbrand usw. und ich soll jetzt doppelt brennen. Im Internet und veschiedenen Foren habe ich bislang unterschiedliche Darstellungen bekommen. Sie als Fachmann können mir sicherlich die richtige Antwort geben.
    Hoffentlich brauche ich keinen Kniefall vor meiner Frau vollziehen.
    Herbert


    Herbert, Oldenburg
    25.Sep.2004 00:26:30


      Vorschlag: machen Sie eine hochgradige Maische, die einfach gebrannt wird, und eine herkömmliche Maische, die doppelt gebrannt wird (also Roh- und Feinbrand). Dann lassen Sie Ihre Frau kosten, danach sollte sich die Frage nicht mehr stellen. Es bringt nämlich nichts über dieses Thema herum-zu-theoretisieren, ein einfacher Versuch mit Kostprobe sagt mehr als tausend Worte, außerdem kann man nur auf diese Weise tiefe Überzeugungen ändern.
      Doppelt gebrannt wird nur aus einem einzigen Grund: herkömmliche Maischen haben einen zu geringen Alkoholgehalt, als dass bei einem Durchgang bereits zumindest Trinkstärke (mehr als 43%vol) herauskommt. Daher muss in diesem Fall ein zweites mal destilliert werden. Professionelle (Abfindungs-)brenner arbeiten mit Anlagen, die mit Verstärkerkolonnen o.ä. ausgestattet sind, damit gelingt es in einem einzigen Arbeitsgang eine herkömmliche Maische "zweimal" (innerhalb der Anlage) zu brennen. Die meisten Brände, wo "doppelt gebrannt" auf der Flasche steht wurden mit so einer Anlage nur ein einziges mal destilliert. Insbesondere Qualitätsbrenner arbeiten mit solchen Anlagen, denn angeblich soll der Aromaverlust geringer ausfallen, wenn mit einer Verstärkerkolonne "doppelt" gebrannt wird.
      Jeder Destillationsvorgang bringt Aromaverlust, weil die Trennung entsprechend der Siedepunktsverteilung der einzelnen Komponenten erfolgt. Je öfter destilliert wird, desto schärfer diese Trennung. Und da Aromastoffe nicht den selben Siedepunkt wie Ethanol haben, werden diese irgendwann auch abgetrennt. Machen Sie doch auch hier wieder einen Versuch: destillieren Sie Ihre hochgradige Maische nicht einmal, sondern z.B. fünfmal hintereinander. Beim zweiten Brand ist schon ein Unterschied bemerkbar, der immer deutlicher wird, je öfter Sie destillieren.
      Fazit: Kniefall ist keiner notwendig, recht hat sie aber in Bezug auf herkömmliche Maischen. Da geht's nicht anders.

    Eintrag Nr. 1656:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe bei meinem Geistrohr jetzt ein digitales Thermometer eingebaut. Am höchsten Punkt vor dem Kühler, wie sie es erklärt haben. Meine Frage: Bzgl. Nachlaufumschaltung , woher stammt der Wert 91 C°. Können sie mir das Erläutern.
    Besten Dank und schöne Grüße
    aus dem Ländle


    Vonach Kurt, Vorarlberg
    24.Sep.2004 18:43:25


      Die Dampftemperatur entspricht immer einem bestimmten Alkoholgehalt im Kessel. Das ist ein physikalischer Zusammenhang, reines Wasser kocht bei 100°C, 96%vol Alkohol bei 78,5°C, ein Gemisch aus beiden irgendwo dazwischen. Je mehr Wasseranteil, desto höher die Dampftemperatur. Auf diesem Prinzip beruht auch das Ebulliometer bzw. Ebullioskop, mit diesem Messgerät wird der Alkoholgehalt von alk. Getränken (Bier, Wein usw.) aufgrund der Dampf- bzw. Siedetemperatur bestimmt. Es ist also nichts anderes, als eine "Umrechnung" des Alkoholgehaltes in die entsprechende Dampftemperatur. Bei Abfindungsbrennern wird meist der Alkoholgehalt vom Destillat gemessen, bei Unterschreitung eines gewissen Wertes (da hat jeder Brenner seine persönliche Grenze, in der Regel irgendwo zwischen 40 und 50%vol) beginnt dann der Nachlauf. 91°C sind diesbezüglich auf der sicheren Seite und wurden von uns durch (jahrelange) zahlreiche Versuche bestimmt.
      P.S.: steht auch alles im Buch.
      ;-)

    Eintrag Nr. 1655:

    hallo,
    ich habe Äpfel zu saft verarbeitet und 20 liter saft mit turbohefe und 3 kilo zucker angesetzt,
    meine frage? kann ich den most gleich nach der gärung destillieren oder erst noch ruhen lassen?


    ernie, Schleswig-holstein
    24.Sep.2004 17:52:08


      Lassen Sie den Most ca. 1-2 Monate ruhen, erst dann destillieren.

    Eintrag Nr. 1654:

    Hallo!
    Ich möchte Zwetschgenwasser machen, und habe ca. 200kg intakte Zwetschgen ohne Stengel und jegliche Zusätze in mehrere Fässer aufgeteilt. Die Lebensmittelfässer habe ich mit einem Deckel mit Gäraufsatz verschlossen. Die Zwetschgen wurden gut gehäckselt und durchmischt, es bildet sich bereits vergorene Flüssigkeit und die Kerne sinken auf den Boden ab. Kann ich die Zwetschgenmaische nach dem Brennen lassen als "Zwetschgenwasser" verkaufen?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort


    Sepp, Oberfranken
    24.Sep.2004 17:10:23


      Verkaufen dürfen Sie die Schnäpse, wenn Sie dazu die Erlaubnis vom Zoll haben (Brennrecht). Sind Sie jedoch nur Stoffbesitzer, so ist meines Wissens nach in Deutschland der Verkauf nicht erlaubt, also nur für den Eigenbedarf. Fragen Sie aber sicherheitshalber bei dem Lohnbrenner, wo Sie Ihre Maische abgeben werden, nochmal nach.

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    Helge Schmickl