Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1694:

    Hallo,
    meine Zwetschgenmaische ist nun fertig (kein Fruchtfleisch mehr vorhanden und es schäumt auch nicht mehr bzw. blubbert). Bei der Geschmacksprobe der Maische habe ich ein sehr guten Geschmack festgestellt.Daraufhin habe ich destilliert, schön langsam mit zusätzlichen Früchten im Aromakorb und auch den Vorlauf abgetrennt. Danach habe ich den Schnaps auf 40% verdünnt und durch einen Faltenfilter gegeben.Anschließend habe ich ihn gekostet und festgestellt das er wenig nach Zwetschgen schmeckt.
    Was habe ich falsch gemacht?
    Zu der Maische habe ich auch noch eine Frage:
    Kann die Maische noch etwas stehen bleiben oder sollte man sie zügig destillieren? Wirkt sich das auf den Geschmack aus.
    Mit freundlichem Gruß
    Maxe


    Maxe, Hannover
    09.Okt.2004 15:42:58


      Folgende Punkte können zu geringem Geschmack führen:
      - unreife Früchte
      - zu rasche Vergärung (wegen zu hoher Temperatur beim Gären)
      - zuviel Wasser in der Maische
      Hat die Maische weniger als 10%vol, dann sollte Sie sie in den nächsten 3-4 Wochen verarbeiten, hat die Maische mehr als 16%vol, dann können Sie diese auch in ein paar Monaten brennen.

    Eintrag Nr. 1693:

    Habe im jahr 2000 eine alte schnapsbrennerei erworben und ein Teil zum Wohnen ausgebaut. Der Verkäufer sagtedamals, das die Brennrechte noch auf dem Haus liegen, wie kann ich erfahren wo die Brennrechte jetzt sind?? Danke

    Jens, sachsen Anhalt
    09.Okt.2004 12:40:11


      Direkt bei Ihrem Zollamt anfragen, die müssen diesbezüglich Bescheid wissen.

    Eintrag Nr. 1692:

    Hallo nochmal,
    eine weitere Frage.
    als Kühlanlagenbauer habe ich überlegt meine Maischefässer in eine Wanne zu setzen in der ich temperiertes Wasser zirkulieren lassen. Ich denke mal das es interessant wäre erst mit ca. 24°C zu beginnen und nach ein paar Tagen auf 18°C langsam abzusenken. Was halten Sie davon ?
    vielen Dank und Grüße


    Frank, Essen
    09.Okt.2004 09:16:25


      Die Idee ist gut, nur sollten Sie nicht mit 24°C beginnen, das ist zu warm. Dadurch ist gerade zu Beginn die Gärung extrem rasch, was Aroma kostet.

    Eintrag Nr. 1691:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    kann man bei der Verwndung von Turbohefe den Verflüssiger auch 2-3 Tage später hinzufügen
    weil ich erst wieder welchen besorgen muß und ich Angst habe das mein Obst bis dahin gammelt ?
    Dank für Ihre Hilfe.
    Frank


    Frank, Essen
    08.Okt.2004 20:47:38


      Ja, auch 2-3 Tage später können Sie Verflüssiger zugeben.

    Eintrag Nr. 1690:

    Ich habe 30l Mirabellenmaische vor ca. 2 Monaten angesetzt. Mittlerweile ist kein Fruchtfleisch mehr vorhanden und die Flüssigkeit ist dunkel und trüb. Der Alkoholgehalt liegt bei 23%.
    Ist die Vergährung jetzt abgeschlossen und kann ich das jetzt destillieren?
    Vielen Dank im voraus für die Antwort.
    P. Wittfoth


    Peter Wittfoth, Bremen / Deutschland
    08.Okt.2004 14:17:20


      Ja, die Vergärung ist beendet und Sie können destillieren. Eine weitere Lagerung von ca. 1-2 Monaten kommt aber dem Aromar noch zugute.

    Eintrag Nr. 1689:

    Hallo H. Dr.Schmickl,
    was ist der Unterschied zwischen Geist und Schnaps?


    Tausch I., stuttgart-vaihingen
    08.Okt.2004 10:09:16


      Schnaps ist ein trivialer Begriff für Spirituosen. Geist wird aus geschmacklosem Alkohol und Früchten bzw. Kräutern im Dampfraum hergestellt.

    Eintrag Nr. 1688:

    Hallo, Herr Schmickl!
    Habe gerade gehört, dass auf dem spanischen Festland ein hervorragender Orangenwein aus zentrifugiertem frischem O-saft hergestellt wird, allerdings angeblich mit einer speziellen Hefe. haben Sie dazu eine Idee oder soll ich's mal mit einer Weissweinhefe versuchen?
    Wie immer mit freundlichen Grüssen,
    Sabine
    P.S. ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die auch auf's Brennen kommen;)


    Sabine, Kanarische Inseln
    08.Okt.2004 09:30:30


      Möchten Sie danach den Orangenwein brennen oder soll es Wein werden? Wenn Wein gewünscht ist, dann können Sie Weinhefe verwenden, andernfalls sollten Sie schon normale Hefe für Maischen verwenden.

    Eintrag Nr. 1687:

    Sehr geehrter Hr Schmickl!
    1. Ich habe bei meiner Anlage ein Problem, welches auch schon in Eintrag Nr.1306 beschrieben wurde. Obwohl mein Thermometer am richtigen Punkt montiert ist, tropft erst ab ca 87°C das erste Destilat heraus und ich kann dann bis etwa 92°C brennen. Sie haben geschrieben daß die Anlage wohl etwas länger braucht um ins Gleichgewicht zu kommen. Was heißt das genau und wie kann ich etwas dagegen tun? Ich kann mir nur vorstellen, daß es mit meinem Schlangenkühler zusammenhägt, diesen habe ich aus einem Kupferrohr mit etwa 4m Länge(Meine Anlage faßt ca.4 Liter) und 8mm Innendurchmesser gebogen.
    2. Vor Kurzem habe ich bei Freunden einen "Kerngeist" probieren dürfen-sehr lecker! Hier dienten angeblich die Kerne von Kirschen und oder Zwetschgen im Aromakorb zur Geistherstellung. Wissen Sie mehr über ein solches Rezept?
    Vielen Dank im Vorraus


    Andreas, Bayern
    06.Okt.2004 21:09:29


      ad 1: Daß die Anlage länger braucht, um in das Gleichgewicht zu kommen, bedeutet: wenn z.B. das Thermometer von einem zu langen Metallstutzen umgeben ist, so zeigt das Thermometer zu Beginn der Destillation noch nicht die richtige Temperatur, da der Stutzen wie ein Kühlfinger wirkt. Erst nach einer gewissen Zeit hat sich auch der Stutzen so weit erhitzt, daß bezüglich Temperatur die Anlage im Gleichgewicht ist und die richtige Temperatur anzeigt. Am Kühler wird es ziemlich sicher nicht liegen. Destillieren Sie Wasser, es sollte bei ca. 96-98°C kochen. Nehmen Sie diesen Wert als Eichwert und korrigieren Sie zukünftig Ihre Thermometerablesung damit.
      ad 2: Stimmt, teilweise wird Kirschwasser nur aus Kernen hergestellt, allerdings werden die Kerne hierbei im Alkohol angesetzt. Daß es auch als Geist funktioniert, war mir bisher nicht bekannt.

    Eintrag Nr. 1686:

    hallo dr. schmickl,
    eine letzte(?) frage zum verdünnen: kann man auch "stilles mineralwasser" mit niedrigem Kalkgehalt (z.b. Frankenmarkter: 37,13 mg/l Calcium) verwenden? wäre das schon "weiches" wasser, oder gibt es noch andere kriterien als mg/l Ca?


    philipp, nö
    06.Okt.2004 19:49:09


      Weiches Wasser hat 4-7°dH (1°d sind 10 mg /l), d.h. das Wasser ist schon weich. Sie können es zum Verdünnen verwenden. Sicherheitshalber empfiehlt es sich trotzdem, den unter Eintrag Nr. 1685 beschriebenen Versuch zu machen.

    Eintrag Nr. 1685:

    Hi erstmal
    Also ich hab ein 10 liter zwetschgen maische
    seit einiger zeit dasthehen und wollte sie nun brennen. Jetzt stellt sich aber die frage wieviel
    liter ich nach dem brennen wegschütten muss wegen dem methanolanteil. Ausserdem wollte ich wissen wie ich dass methanol am besten vom rest
    trenne.
    wenn ihr wollt addet mich im ICQ 242362029
    danke schonmal im vorraus


    Martin, Metahnol anteil`?
    06.Okt.2004 15:27:59


      Wie hoch ihr Methanolanteil ist, kann man auf Grund der Maischemenge nicht pauschal sagen. Das hängt sehr stark von Ihrer Arbeitsweise ab. Ferner hat man im Vorlauf nicht nur Methanol, das abzutrennen ist. Um den Vorlauf korrekt abzutrennen sollten Sie auf der Anlage ein Thermometer einbauen und zusätzlich den ersten Teil des Destillates in kleinen Gläschchen abtrennen. Vorlauf riecht sehr stark nach Klebstoff. Sollte viel Methanol in Ihrer Maische vorhanden sein, dann hat man leider das Problem, daß dieses sich über das gesamte Destillat zieht und sich destillativ nicht sauber abtrennen läßt.

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