Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1481:

    Hallo Herr Dr. Schmickl!
    Ihnen und Frau Malle zunächst einmal ein großes Kompliment für das tolle Buch! Mein Vater und ich – seit Jahren begeisterte Hobbybrenner (Stoffbesitzer) – haben dadurch vieles dazugelernt. Vor allem wissen wir jetzt, was wir früher alles falsch gemacht haben. (Und das war eine ganze Menge!)
    Ich hätte eine Frage bezüglich der Herstellung einer Schlehenmaische an Sie. Bereits im letzten Herbst haben wir ca. 140 Liter Schlehen eingeschlagen und mittels Reinzuchthefe + Hefenahrung + Pektinase vergären lassen. Die Gärung dauerte (bei 18-20°C) ca. 2 Monate und trotz Wasserzusatz und der Pektinase, blieb die Maische recht zähflüssig. Es war uns folglich auch nicht möglich einen Großteil der Kerne herauszusieben. Dennoch war das Brennergebnis alles in allem erfolgreich und auf 42% verdünnt erhielten wir 12 ½ Liter ausgezeichneten Schlehenbrand.
    Diesen Herbst würden wir gerne wieder ein ähnliche Menge Schlehen einschlagen. Was müssen wir tun, um eine ähnlich zähflüssige Maische zu vermeiden? Kann es sein, dass der pH-Wert nicht i.O. war? Mit den Messstäbchen ist es aufgrund des roten Farbstoffanteils der Schlehen sehr schwierig den pH-Wert zu bestimmen. Ich hatte den Eindruck die Maische wäre eher zu sauer gewesen. Sollen wir diesmal lieber gleich Biogen-M dazugeben? Oder kann die Schlehenmaische dadurch übersäuern?
    Beste Grüße nach Österreich
    Claus


    Claus, Nordbaden (D)
    18.Jul.2004 12:26:23


      Danke!
      :-)
      Nein, der pH Wert hat nichts mit der Zähigkeit zu tun. Bei farbintensiven Maischen sollte dennoch Biogen zugegeben werden, ein Übersäuern kann bei Biogen nicht passieren. Bei Schlehen sollten Sie zumindest ein Viertel der Menge an Wasser zugeben, ist die Maische immer noch zu fest, den Verflüssiger höher dosieren oder die Marke (des Verflüssigers) wechseln. Je nach Hersteller ist der "Verflüssigungsgrad" unterschiedlich. Zum Beispiel haben wir mit dem von uns verwendeten Verflüssiger bei Schlehen dieses Problem nicht.
      P.S.: Bei Schlehen ist es nicht notwendig die Kerne auszusieben.

    Eintrag Nr. 1480:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    hätte noch eine weitere Frage die ich leider beim schreiben des vorherigen Beitrags vergessen hab. Hab gerade auf ebay eine Destille aus Kupfer gesehen. Allerdings ist diese ohne Thermometer. Wie soll man bei diesen Geräten die Temperatur kontrollieren bzw. ist das unbedingt nötig zum brennen? Oder kann man bei solchen Geräten ein Thermometer auch nachträglich anbauen?
    MFg Michael


    Michael, Deutschland
    16.Jul.2004 19:02:26


      Ja, das Destillieren mit einem Thermometer ist bei Kleingeräten unerläßlich, andernfalls werden Sie Vorlauf und Nachlauf nicht wirklich abtrennen können. Bezüglich Nachrüstmöglichkeiten usw. wenden Sie sich bitte direkt den Anbieter bei ebay.
      P.S.: Sie sollten diesbezüglich den Menüpunkt "Info zum Kesselkauf" (siehe links oben) beachten.

    Eintrag Nr. 1479:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    Ich hätte eine Frage zu dem Thema Methanol. Methanol entsteht ja meines wissens beim Destillieren nur, wenn ich zuvor beim maischen nicht sauber gearbeitet habe und später beim Destillieren z. B. Kerne oder Holzsplitter mit in der Maische sind. Entsteht Methanol auch wenn ich z. B. schon fertige Produkte wie z. B. Wein oder Apfelwein zum Destillieren nehme? Desweiteren hätte mich interessiert ob solche "mini-heim-Destillieranlagen" aus Glas wie sie bei ebay etc. angeboten etwas taugen, oder ob die nichts sind.
    MFG Michael


    Michael, Deutschland
    16.Jul.2004 17:25:14


      Methanol entsteht immer nur während der Vergärung und nicht durch das Erhitzen der Flüssigkeit. Wird fertiger Wein destilliert, so haben Sie bei Weinen, die für den Handel zugelassen sind, nicht mit Methanol zu rechnen. Bei selbst hergestellten Weinen hängt es wiederum von der Art der Einmaischung ab.
      Diese kleinen Glasdestillen eignen sich hervorragend zur Dekoration, zum Destillieren jedoch nicht wirklich.

    Eintrag Nr. 1478:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    ich habe grüne Walnüsse geviertelt und dann in 50%igen Alk.eingelegt.Jetzt,nach 3 Wochen ist daraus eine schwarze Brühe entstanden. Kann das so richtig sein??
    Gruß nach AT
    e


    Sauerlandbrenner, D
    16.Jul.2004 09:18:10


      Ja, das ist vollkommen richtig so (genaugenommen ist es tief dunkelgrün). Lassen Sie alles zumindest 2 Monate ziehen, danach destillieren.

    Eintrag Nr. 1477:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    kann ich einer Kirschmaische die ohne Zugabe von Hefe bereits begonnen hat zu gären trotzdem Zucker hinzugeben? Wenn ja wieviel pro Liter Maische und in welchem zeitlichen Abstand?
    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Völker


    Uwe Völker, Deutschland
    15.Jul.2004 14:43:10


      Ja, können Sie. Insgesamt 75 g je Liter Maische, auf drei Portionen aufgeteilt. Eine zu Beginn und dann jeweils nach drei Tagen.

    Eintrag Nr. 1476:

    Habe vor 4 Wochen 100 liter Kirschen eingemaischt! Diese sind bereits vergoren ohne jegliche Zusätze. Nach Vinometer hat die Maische einen Alc-gehalt von 7,5%. Nun meine Frage:
    1.Wann kann ich die Maische zum Brennen bringen
    2.Reicht einmal brennen aus um auf einen Alc-Gehalt von 43 % zu kommen?
    Vielen Dank im Voraus
    Rene'


    rene, Leimen-D
    15.Jul.2004 08:08:57


      ad 1: Sobald die Maische oben klar wird (kein Fruchtkuchen mehr aufschwimmt) und somit keine Gärung mehr stattfindet, sollte diese sofort zum Brennen gebracht werden. Durch den geringen Alkoholgehalt kann die Maische schlecht werden!
      ad 2: Einmal genügt nicht, Sie müssen zweimal brennen, um auf über 40%vol zu kommen.

    Eintrag Nr. 1475:

    zu Eintrag 1468:
    Das Problem ist vor allem in der Rotweinproduktion bekannt. Es gibt die Möglichkeit, eine Probe über einen Aktivkohlefilter zu filtrieren, der den Farbstoff entfernt. Der Tipp vom Doc ist aber auch richtig. Die Säurezugabe hat zwei Funktionen. Zum einen verhindert sie Fehlgerärungen und Infektionen der Maische, zum anderen hilft sie, die Aromen besser zu extrahieren. Ansonsten mal im Diskussionsforum suchen.
    Gruß
    Terras


    Terras, Italia
    14.Jul.2004 22:30:15


      Danke für den Hinweis!

    Eintrag Nr. 1474:

    Hallo!
    Ich habe eine Frage zu Eintrag Nr. 1414.
    Ich habe in Wodka (Aldi) mit 36,5% Früchte eingelegt (TK-Früchte, Himbeeren, Brombeeren). Beim Destilieren fing es schon bei 40 Grad an zu tropfen und es roch zwar nicht nach Kleber aber irgendwie extrem scharf. Daher meine Frage - ist Vorlauf im Vertrauen auf den Hersteller wirklich auszuschließen? Wie sieht es mit Nachlauf aus? Ich stelle meine Destille treu bei 91 Grad ab, ist das bei Handelsspirituosen nötig oder könnte man mehr destillieren?
    Vielen Dank - Frank
    PS: Hier habe ich schon viel gelernt...nur noch nicht alles...trotzdem tolle Seite!


    Frank, Norden
    14.Jul.2004 21:53:24


      40°C sind absolut unmöglich, Sie messen die Temperatur falsch. Das kann am Thermometer liegen oder Sie messen an der falschen Stelle. Die korrekte Dampftemperatur kann nur am höchsten Punkt, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt, gemessen werden. Ja, bei gekauften Spirituosen können Sie Vorlauf ausschließen. Nachlauf haben Sie immer, da dieser durch das Erhitzen entsteht (und unabhängig vom Ausgangsprodukt ist), d.h die 91°C gelten immer.
      Danke!

    Eintrag Nr. 1473:

    Hallo Herr Dr.Schmickl.
    Eine kleine Frage:
    macht es sinn wenn ich Kirschen wild vergären lasse, also ohne Gärfix und dann noch Biogen M dazu gebe?
    wäre sehr dankbar für eine antwort


    Schurtanne, Schweiz
    14.Jul.2004 21:15:17


      Durch die Säurezugabe können Sie die Fehlgärungen zumindest ein wenig unterbinden.

    Eintrag Nr. 1472:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    ich wollte mal wissen ob man normalen saft aus der packung für eine maische hernehmen kann um dann z. b. orangen schnaps oder etwas anderes zu brennen???
    Danke im Voraus
    Tobias


    Tobi, Schnaps
    14.Jul.2004 20:58:01


      Ja, kann man, aber bezüglich Geschmack dürfen Sie das Destillat nicht mit dem aus einer Maische vergleichen.

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