Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1407:

    hallo herr dr. schmickl,
    ich habe folgende fragen:
    1. ich habe aufgrund zu geringer raumtemperaturen (keller ca. 15 grad) anstelle von turbohefe reinzuchthefe und nährsalz verwendet. mit welchen negativen einflüssen bezüglich des vorlaufes muß ich rechnen?
    2. warum enthält wein kein vorlauf?
    3. bei einem freund hat die apfelmaische schimmel gebildet. woran liegt das? muß er alles wegwerfen?
    Vielen dank für die mühe....


    bernd, nds
    10.Jun.2004 00:01:40


      ad 1: Dies hat keinen negativen Einfluß. die Gärung verläuft nur langsamer.
      ad 2: GEKAUFTER Wein enthält keinen Vorlauf. Sonst dürfte er auf Grund der Gesetzeslage nicht in den Handel gebracht werden (die Giftmischung, welche den Vorlauf bildet, ware dann ja im Wein drin). Bei Wein wird nur die Flüssigkeit vergoren, nicht die festen Bestandteile. Diese sind es, die Probleme verursachen.
      ad 3: Es wurde eventuell keine Hefe verwendet oder die fertige Maische mit geringem Alkoholgehalt zu lange stehen gelassen. Ohne spezielle "Mittelchen" werden Maischen erst ab ca. 16%vol länger als einige Wochen lagerbar. Ja, diese Maische ist auf jeden Fall zu verwerfen. Einerseites hat der Schimmel Gifte produziert und andererseit gibt es einen starken Geschmacksfehler.

    Eintrag Nr. 1406:

    Hallo Herr Schmickl,
    als Edelstahlfitting habe ich ein T-Stück in das drei Rohre geschraubt werden sollen. Ich glaube nicht das diese Verbindung gasdicht ist, weil jeder Klempner normalerweise Hanf oder Teflon benuzt.
    Wenn ich Kleben muß, mit was?
    MfG
    Regina


    Regina, Hier
    09.Jun.2004 16:11:57


      Vielleicht meinen wir nicht dasselbe. Ich kenne Edelstahlfittings nur im Zusammenhang mit dem Rohrleitungsbau für chemische (Industrie)anlagen, diese sind gasdicht, da beim Verschrauben eine Metalldichtung in die Verbindungsstelle gepreßt wird. Ist nicht dasselbe wie das was Klempner üblicherweise benutzen. Prüfen Sie auf Dichtheit, in dem Sie die Verbindung in Wasser tauchen und in das Rohr Pressluft pumpen (z.B. mit Fahrradpumpe). Wenn keine Luftbläschen entstehen, ist die Verbindung dicht.
      Verwenden Sie im Zweifelsfalle ein Teflonband statt eines Klebers.

    Eintrag Nr. 1405:

    Hallo,
    ich möchte mir einen Aromakob basteln.
    Hierzu zwei Fragen:
    Wie groß müssen die einzelnen Löcher (Bohrungen) sein und in welcher Höhe (Abstand zur Maische) sollte er angebracht werden.
    Danke
    Übrigens, eine ganz tolle Seite wo viel Liebe und Arbeit drin steckt.
    Martin


    Martin, Berlin
    09.Jun.2004 13:46:39


      Danke!
      Anbrennschutz beim Maische destillieren: Die Löcher müssen nur so groß sein, daß die Flüssigkeit der Maische abrinnen kann, d.h. 1-2 mm Bohrungen genügen. Abstand zum Kesselboden: 3 bis 5 cm.
      Aromakorb zur Geistherstellung: der Korb muß oberhalb des Flüssigkeitsniveaus sitzen
      Tip: verwenden Sie doch ein Metallnetz aus dem Baumarkt, mit Maschenweite ca. 1 mm, so eine Art Fliegengitter, nur aus Metall. Basteln Sie sich einen Halterungsring mit Füßchen dran, welcher genau in den Kessel paßt und umspannen dieses mit dem Netz.

    Eintrag Nr. 1404:

    Hallo Herr Doktor
    Muß man unbedingt Hefe in die Maische geben?
    im voraus vielen Dank


    Ramo, baden
    09.Jun.2004 13:26:05


      Wegen der im Obst vorhandenen Wildhefen gären Obstmaischen auch ohne Zugabe von Reinzuchthefe. Allerdings haben "Wildgärungen" sehr viele Nachteile, wie z.B. Fehlgärungen, die im günstigen Fall "nur" Unmengen Vorlauf bilden, oder die Gärung kann leicht kippen, in so einem Fall ist die gesamte Maische zu verwerfen, die Alkoholresistenz der Wildhefen ist sehr gering, usw.
      Fazit: Um was Gutes zu erzeugen braucht es Reinzuchthefe.

    Eintrag Nr. 1403:

    zu Eintrag 1396:

    Der Doc antwortete: "Nur bei Pkt. 5 stimme ich nicht zu. Der Aromaverlust ist nicht durch die Kochzeit bedingt, sondern durch die Kolonne selbst. Die Kolonne wirkt wie viele pot-stills hintereinander, d.h. Sie brennen den Schnaps z.B. 20 Mal. Dabei werden die Aromastoffe vom Lösemittel (Ethanol) abgetrennt."

    Ich möchte dazu bemerken, dass dann auch gerade die Aromastoffe z.B. 20 mal gekocht wurden, was ihnen nicht so gut bekommt! Sicherlich ist die Abtrennung auch entscheidend, beide Faktoren spielen eine Rolle.
    Ich habe nur einen erwähnt.

    Wenn man das Temperaturgefälle innerhalb einer Destille, Doppelmanteldestillen mal ausgenommen, analysiert, hat man am Boden Temperaturen von weit über 100°C, selbst bei langsamem Aufheizen. Beim Maischebrennen in einer Reflux entsteht dann der Effekt des x-maligen Kochens. Mit der effektiven Destillierzeit hat das nicht einmal viel zu tun, obwohl diese selbstverständlich länger sein muss aufgrund des Kondensationseffektes innerhalb der Kolonne.

    Sorry für die Ergänzung. :)

    Gruß
    terras


    Terras, Italia
    08.Jun.2004 20:39:24


      Danke für die ausführliche Erklärung, natürlich haben Sie recht. Es ist oft schwer in wenigen Worten komplexe Themen wie dieses so zu erklären, daß es jeder versteht, zugleich aber kein relevanter Punkt ausgelassen wird.
      ;-)

    Eintrag Nr. 1402:

    Ich habe gestern versucht einen Rohbrand aus wein gerzustellen, was jedoch leider nicht funktioniert hat....
    Ich habe folgendes Problem:
    Es kommt anstatt eines Rohbrandes nur eine schlecht riechende, wässrige Flüssigkeit heraus (wenn überhaupt dann nur wenig alkohol)
    Ich verwende eine spanische Destille....
    Beim ersten mal hatt es übrigens funktioniert und ich habe hochprozentiges erhalten. Dann wurde jedoch die Gaskartusche des Brenners leer und ich musste den Brennvorgang abbrechen. Ich habe dann einen Tag später den Wein einfach wieder zum Kochen gebracht und erneut destilliert. (ich habe ihn gar nicht erst aus der destille genommen) Dann kam noch ca. ein halbes Trinkglas Rohbrand und dannach das wässrige Zeug.
    Ich würde mich sehr über Hilfe und Verbesserungsvorschläge freuhen....
    MFG
    l'heure verte


    l'heure verte, Tirol
    06.Jun.2004 12:21:51


      Wenn Sie destillieren, wird die Alkoholkonzentration im Kessel mit der Zeit immer geringer, d.h. zu Beginn der Destillation kommt höherprozentiger Alkohol als gegen Ende der Destillation. Nachdem am ersten Tag der hochprozentige Anteil bereits entfernt wurde, haben Sie am nächsten Tag nur noch den wäßrigen Anteil, also den Nachlauf, abgetrennt. Das stimmt schon so.

    Eintrag Nr. 1401:

    Hallo Herr Schmickl,
    jetzt kann ich endlich mitreden, habe nämlich mit Begeisterung Ihr Buch gelesen.
    Nun zur Frage, Sie haben doch sicherlich schon etwas über die sogenannte "Plastikbrennanlage" gehört. Hier wird der Akohol bei einer Temperatur von 45 - 50 Grad (Zuckermaische) erzeugt. Meines Wissens (aus Ihrem Buch) kondensiert der Trinkalkohol (Ethanol) doch erst bei 78 Grad.
    Was wird denn nun bei der o.g. Anlage eigentlich erzeugt?
    Danke
    Klaus


    Klaus, Niedersachsen
    05.Jun.2004 17:04:32


      Freut mich!
      In der "amazing still" verdunstet der Alkohol nur, deswegen dauert ein Durchgang auch mehrere Tage. Er wird nicht verdampft, dazu müßte der Alkohol kochen, dies tritt bei reinem Ethanol erst bei 78°C auf (reines Wasser: 100°C). Bei der Anlage wird also auch Alkohol erzeugt, aber eben nur durch Verdunstung. Prinzipiell funktioniert die "amazing still" zwar auch bei Fruchtmaischen, aber leider kommen da nicht alle Aromastoffe im gleichen Maß wie beim Kochen mit, der Geschmack ist also anders als bei einem "normalen" Brand. Beispiel Holunderblüten/Zitrus-Maische: bei der Verdunstungsmethode fehlt der Zitrusgeschmack im Destillat.
      P.S.: "kondensieren" ist genau das Gegenteil: der Dampf wird wieder flüssig

    Eintrag Nr. 1400:

    Sg Fam. Schmickl!
    Schnaps brennen, ja das ist zur Zeit ein großes Thema bei meinem Mann.
    Mein Mann interessiert sich dafür Schnaps, für den Eigengebrauch, selbst zu brennen. Aus gegebenen Anlass, bevorstehender Geburtstag erlaube ich mir die Frage "was" ist wichtig beim Brennen. Könnten Sie mir vielleicht ein paar Tipps geben worauf ich beim Ankauf achten muß bzw. welche Größe (Kessel) für einen Anfänger geeignet ist.
    Mit besten Dank im voraus für Ihre Hilfestellung verbleibe ich
    m f G
    Martina Ertl


    Martina ERTL, Wien
    03.Jun.2004 17:14:47


      Was beim Ankauf einer Anlage zu beachten ist, finden Sie links im Menü unter "Info zum Kesselkauf". Für den Hausgebrauch genügt eine Kesselgröße von 2 Liter vollkommen.

    Eintrag Nr. 1399:

    Lieber Herr Schmickl,
    hoffentlich war's schön im Urlaub - und so ganz ohne Fachfragen ;)
    Könnten Sie mir bitte sagen, bei welchen Temperaturen ich den Verflüssiger lagern muss.
    Vielen Dank,
    Sabine


    Sabine, Kanarische Inseln
    02.Jun.2004 18:59:57


      Tja, etwas hat mir schon gefehlt.
      ;-)
      Raumtemperatur (um die 20°C) ist OK. Ich lese gerade "Kanarische Inseln": stellen Sie das Fläschchen sicherheitshalber in den Kühlschrank.

    Eintrag Nr. 1398:

    Herr Schmickl,
    habe leider nur Edelstahl-Gewindefittings. kann man die ineinanderschrauben und verkleben? wenn ja mit Was?
    Danke Regina


    Regina, Hier
    01.Jun.2004 17:14:44


      Normalerweise sind Fittings gasdicht wenn Sie sie verschrauben, Sie brauchen also nicht zu Kleben.

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