Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1321:

    In Siebenbürgen dichtet man zusammensteckbare Kupferkessel mit einfachem Mehlkleister, d.h. Mehl mit Wasser zu einen dicken Brei verrührt, ab.
    Ist garantiert frei von Schadstoffen, muß nur immer neu gemacht werden.


    Peter, RO
    08.Apr.2004 19:00:08


      Danke für den Hinweis. Diese Methode scheint international bekannt zu sein. Sowohl in Südamerika wie auch in Südostasien werden Selbstbauanlagen damit abgedichtet.

    Eintrag Nr. 1320:

    Hallo!
    Ich hätte mal wieder (ist ja hier Standard :-) eine kleine Frage zum Brennrecht in Deutschland: Wenn ich mir bei Ihnen eine Destille (größer als 2 Liter, müssen Sie ja glaube ich dem Zoll melden, oder?) bestelle und aber nur vorhabe Geiste zu brennen, bekomme ich ja "üblicherweise" ein Recht hierfür, wie Sie mal geschrieben haben. Wie läuft das Ganze denn dann ab? Kommt dann der Zoll abundzu mal vorbei um mich zu kontrollieren?
    Grüße Markus


    Markus, Oberpfalz, Deutschland
    08.Apr.2004 15:14:27


      Wenn Sie für Deutschland Destillen über 0,5 Liter Kesselinhalt bestellen, so müssen Sie diese innerhalb einer Woche nach dem Erhalt selbst beim Zoll in Deutschland melden. Wir machen eine Zollmeldung, wenn Sie Anlagen über 2 Liter für die Alkoholherstellung bei uns erwerben (in Ö sind Anlagen über 2 Liter meldepflichtig). Sie brauchen dann ein Brennrecht, egal ob Maische oder Geist gebrannt wird. Allerdings gibt es bezüglich der Geistherstellung in D öfters Kulanzlösungen, da müssen Sie aber mit Ihrem zuständigen Zollamt reden. Ja, es kann vorkommen, daß nach einer Zollmeldung der Zoll auch zur Kontrolle vorbeikommt.

    Eintrag Nr. 1319:

    Tag, Hr. Schmickl
    Verbesserungsvorschlag:
    Besteht die Möglichkeit, daß Sie in einer Art „Kopfzeile“ am besten (Dick,Fett und Rot) darauf hinweisen die Suchfunktionen vor Fragestellung zu nutzen.
    Am besten in allen Foren, dann sollte es eigentlich nicht mehr zu Mißverständnissen (wie Fachfrage Nr. 1314) kommen.
    gruß, klemptner


    Klemptner, Hinterland
    08.Apr.2004 12:20:19


      Danke für den Tip, hab's soeben reingestellt.
      ;-)

    Eintrag Nr. 1318:

    Zu Eintrag Nr. 1313:
    :In beiden Büchern befinden sich Tabellen mit den ungefähren Zuckerwerten:
    :Schnapsbrennen als Hobby: S.87
    :Handbuch für Schnapsbrenner: S.54
    Die Tabelle im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" auf Seite 87 gibt die Fruchtmenge für 70 Liter Fruchtbrei an, so stehts nun mal da. Das "Handbuch für Schnapsbrenner" auf Seite 54 erstmal die Befüllung eines Gärröhrchens mit Wasser oder Sulfidlösung (!!???) und unten die erreichbaren Alkoholgrade von 8 Früchten.
    Ich schätze mal, Sie haben meine Frage nicht verstanden, verehrter Herr Doktor.
    Bananen enthalten beispielsweise ca. 15-20 g Zucker/100g im ausgereiften Zustand. Kann man das nicht mal zu anderen Früchten als Tabelle aufstellen? Bei einigen kann ich gern behilflich sein. :)
    Zu Eintrag Nr. 1317:
    Ich sehe den Eierlikör schon als verbrannten Kohlenstoff im Apparat kleben.
    Das Seminar am Wochenende muss ja lustig gewesen sein. ;)
    Aber klar doch, alles rein in den Topf! *grins*


    Pepe, Argentina
    08.Apr.2004 01:04:42


      Ein wenig Mitarbeit kann man doch voraussetzen, oder?
      Im Handbuch für Schnapsbrenner finden Sie den erzielbaren Alkoholgehalt von Früchten auf S. 31. Ich habe mich hier an der Seite geirrt, sorry. Ich gehe davon aus, daß auf Grund dieser Angaben Sie sich selbst den Zuckergehalt berechnen können (z.B. Menüpunkt "Zucker Alkohol Rechner" siehe links). Abgesehen davon ist die Umrechnungstabelle Alkohol-Zucker in beiden Büchern sowieso angegeben. Das gleiche gilt für das Handbuch für Schnapsbrenner. Daß sich in diesem Buch auf S. 54 mehr befindet als der von Ihnen gewünschte Alkoholgehalt diverser Früchte, naja, das haben Seiten in Büchern meistens so an sich.
      Bezüglich des Verständisses zu Ihrer Frage: es war mir möglich, Ihrer Frage zu folgen, keine Sorge. Andernfalls wäre es wohl kaum möglich gewesen, den Zucker Alkohol Rechner zu entwickeln und umzusetzen.
      Bezüglich Eierlikör: ich gehe davon aus, daß beim Brennen von Likör ein effektiver Anbrennschutz (z.B. Doppelmantelkessel) verwendet und/oder sehr vorsichtig erwärmt wird, auf dieses Problem wurde hier schon UNZÄHLIGE male hingewiesen! Wir können nicht JEDESMAL eine in die tiefe gehende Abhandlung zu jedem Eintrag schreiben, insbesondere, wenn das bereits x-mal erklärt wurde. Sowas wird mit der Zeit fad.
      Ja, das Seminar war lustig. Allerdings wie Sie das meinen, liegen Sie falsch. So ein Publikum wie von Ihnen angesprochen, ist bei unseren Seminaren nicht anwesend.
      P.S.:
      Wenn Ihnen der Zuckergehalt nicht heimischer Obstsorten bekannt ist, wäre das sicher für viele Leser dieser homepage interessant. Es wäre durchaus sinnvoll, wenn Sie diese Werte in die Rezepte stellen würden, statt hier vage darauf hinzudeuten, daß Sie etwas wissen, was im Buch nicht erwähnt wurde.
      Vielen Dank im Voraus für diese Angaben!

    Eintrag Nr. 1317:

    Ich habe mehrere (geschenkte) Liköre in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die ich nicht mag. Kann ich die einfach alle zusammengeben und brennen?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe,
    Maria


    Maria, Schweiz
    06.Apr.2004 20:05:50


      Aber klar doch, alles rein in den Topf! Das Ergebnis sollten Sie dann mit A-Kohle behandeln, ca. 2 Monate ziehen lassen und dann nochmals destillieren, um es geschmacklos zu machen. Es kann aber natürlich sein, daß Ihnen die Mischung auch so schmeckt.
      ;-)
      Vorlauf gibt's keinen, weil man davon ausgehen kann, daß bei den Likören vorlauffreier Alkohol verwendet wurde.

    Eintrag Nr. 1316:

    Ich möchte Papaya einmaischen, sollte ich besser die Kerne entfernen (pfeffriger Geschmack, enthalten Enzym zur Proteinzersetzung) oder kann ich sie mit vergären?
    Vielen Dank im Voraus,
    Paco


    Paco, Spanien
    06.Apr.2004 13:44:11


      Generell werden die Papaya ohne Kerne eingemaischt, eben wegen des Kerngeschmackes. Machen Sie aber auch einen kleinen Versuch mit Kernen (auf Vorlauf achten!). Über einen kurzen Bericht würden sich sicher viele Leser freuen.
      P.S.: Papayas, die hier bei uns in Österreich in Supermärkten erhältlich sind, kann man bezüglich Geschmack vergessen. Nur große, voll ausgereifte Früchte machen Sinn, aber die gibt's nur vor Ort...

    Eintrag Nr. 1315:

    Wie oft soll ich eine Fruchtmaische umrühren, bzw. muß man den Fruchtkuchen hineindrücken. Meine Bedenken sind, daß dabei zuviel Sauerstoff in die Maische kommt.
    Mein Holunderschnaps hat einen brennenden, scharfen Beigeschmack. Überhaupt habe ich einige Schnäpse die nach kurzer Lagerung sehr mild schmeckern und andere wiederum schmecken auch nach einem Jahr Lagerung noch scharf, Woran könnte das liegen. Ich behandle meiner Meinung nach alle Maischen gleich.
    Danke für die Antworten im Voraus.


    Gerald Lichtscheidl, Burgenland Österreich
    04.Apr.2004 15:37:05


      Während die Maische heftig gärt, sollten Sie zumindest alle 3-4 Tage einmal umrühren (im Fruchtkuchen sitzt alles notwendige: Fruchtzucker, Aromen, Nahrung für Hefe...). Wird anschließend das Faß geschlossen, so füllt es sich in Kürze wieder mit dem Gärgas und dieses verdängt die Luft (CO2 ist schwerer als Luft). Auch bei langsamer Gärung ist es zumindest einmal wöchentlich ratsam, bis der Fruchtkuchen zu Boden gesunken ist (also bis zum Ende der Gärung).
      Schärfe kann verschiedenste Gründe haben, liegt jedoch zumeist an einer fehlerhaften Vorlauf- und/oder Nachlaufabtrennung. Mit Ihrer Beobachtung bestätigen Sie eine "Daumenregel" diesbezüglich: "gute" Schnäpse sind mehr oder weniger von Beginn an mild und werden beim Lagern immer besser, "schlechte" hingegen bleiben scharf, auch eine jahrelange Lagerung ändert daran nichts.
      Unsere persönliche Beobachtung: Brände aus "naturbelassenen" Maischen aus Obst mit sehr geringem Zuckergehalt (z.B. Vogel- oder Holunderbeeren) sind in der Regel sehr scharf in Vergleich zu den hochgradigen Varianten der gleichen Obstsorte.

    Eintrag Nr. 1314:

    Hallo Hr Dr SCHMICKL!
    Ich habe mir ihr Buch (Schnapsbrennen als Hobby) gekauft und beabsichtige eine Schnapsbrennanlage zu bauen. Eine Art Kessel mit ca 50 Liter Inhalt habe ich bereits. Meine Frage ist, ob ich den Deckel mit handelsüblichen Silikon abdichten kann und ob das Silikon diese Temperatur aushält oder ob es sich zersetzt.
    Weiters würde ich gern wissen, ob es möglich ist das Geistrohr nicht wie in ihrem Buch konisch anzufertigen. Ich habe vor zuerst ein Kupferrohr mit einem Durchmesser von ca 6 cm zu nehmen. Nach ca 25 cm ein Kupferrohr mit ca 4 cm anzulöten usw bis ich auf einen dünnen Durchmesser bin.
    Meine weitere Frage ist, wie lange die Kühlschlange für einen Kessel mit ca 50 Liter Inhalt sein muß.
    Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Chris aus Österreich


    Chris, Österreich
    01.Apr.2004 16:47:16


      Silikon: diesbezüglich gibt es fachlich sehr kompetente Einträge in der Diskussion unter "Silikon und kein Ende?". Ich habe hier vorher geschrieben, daß temp.stabiles Sanitärsilikon auch geht und wurde dafür sogleich rüde zurechtgewiesen. Trotzdem dank an diese sehr aufmerksamen Leser. Fazit: nehmen Sie ein zusammengedrehtes Teflonband.
      Das Geistrohr muß nicht konisch sein, nur (wesentlich) breiter als die Kühlschlange. 2 m für die Kühlung sind auf alle Fälle ausreichend.
      Gutes Gelingen!

    Eintrag Nr. 1313:

    Hallo Herr Dr.,
    Sie schreiben immer, dass man bei Turbohefe eine Gesamtzuckermenge von ca. 380 g/Liter Maische haben sollte. Woher weiß ich, wieviel Zuckergehalt die Früchte haben, die ich einmaische? In Ihren Büchern (ich besitze alle) habe ich keine Angaben dazu gefunden. Könnte man nicht eine Tabelle mit ca.-Werten erstellen? Vielen Dank für Ihre Antwort!!
    Gruß aus Argentina


    Pepe, Argentina
    31.Mär.2004 18:18:45


      In beiden Büchern befinden sich Tabellen mit den ungefähren Zuckerwerten:
      Schnapsbrennen als Hobby: S.87
      Handbuch für Schnapsbrenner: S.54

    Eintrag Nr. 1312:

    Hallo!
    Ich bin relativer Neuling und hab Angst vor dem Vorlauf. Wie gefährlich ist er wirklich? Könnt ihr mir ein Mittel sagen, um festzustellen, wann er vorbei ist?


    Quoyer, DE
    31.Mär.2004 17:56:47


      Reiner Vorlauf ist giftig.
      Sie können das unverdünnte Destillat oder den fertigen Schnaps mit dem Vorlauftest (siehe Produktliste) prüfen, damit ist anhand der Färbung auch für Laien sehr deutlich sichtbar, ob Vorlauf vorhanden ist.

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