Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1214:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    wir haben oft über das wie der Herstellung auf dieser Seite geredet, mich würde einiges über die Trinkkultur bezüglich der verschiedenen Brände interessieren. Welche Trinktemperaturen sind für Obstbrände (Pflaume, Birne, Apfel, Limette günstig, welche Glasform sollte man wählen.
    Übrigens Ihr Limettenrezept mit Küchengerät (gemäß Ihres Buches) war ein richtiges Abenteuer (habe vorsichtshalber die ersten 20 ml verworfen, der Nachlauf war auch eindeutig geschmacklich festzustellen)
    Viele Grüße Klaus


    Klaus, Magdeburg
    08.Feb.2004 21:28:08


      Alle Brände sollten beim Genießen Raumtemperatur haben, keinesfalls darf ein Destillat kalt serviert werden, denn dann würde man absolut kein Aroma mehr schmecken. Billige Destillate werden absichtlich eisgekühlt serviert, dann merkt man nicht, was man trinkt.
      Die ideale Glasform sind tulpenförmige Schnapsgläser (die max. nur zu einem Viertel gefüllt werden), mit einem möglichst großen Raum für die Aromaentwicklung. Nur so kann man auch den Duft wahrnehmen. Auch Rotweingläser sind perfekt, natürlich nur eine Schnapsglasmenge einschenken. Hier entwickelt sich das Boukett am besten.
      Freut mich, daß das Abenteuer geglückt ist.
      :-)

    Eintrag Nr. 1213:

    Ich habe Vogelbeeren eingemaischt - Naturgärung, wie weiss ich wann die Gärung zu Ende ist und ich mit dem brennen beginnen kann, Danke

    Jesner Hias, Salzburg
    08.Feb.2004 20:34:15


      Gärungsende:
      - Gärspund blubbert nicht mehr
      - Fruchtkuchen sinkt nach unten ab
      - beim Umrühren schäumt es nicht mehr

    Eintrag Nr. 1212:

    Sehr geehrter Dr. Schmickl,
    gestern abend haben wir nach einem schönen Essen noch geschnapselt und es kam die Frage auf, seit wann alkoholische Getränke destilliert werden. Ich habe leichtsinnigerweise so dahingesagt, daß ich heute mal schnell nachschaue. Google führte mich nicht direkt weiter, allerdings auf dieses Seiten. Deren Durchsuchen nach Geschichte/Historie/Mittlelalter brachte aber auch nicht das gewünschte Ergebnis. Können Sie mir weiterhelfen, vielleicht einen Link nennen?
    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Sigmund Gassner


    Sigmund Gassner, D/Franken
    08.Feb.2004 13:31:40


      Der Alkohol wurde ca. vor 5000 Jahren "erfunden". Ganz genaue Daten gibt es diesbezüglich nicht. Belegt ist aber, daß die Ägypter schon über 28 Weinsorten hatten, sowie Bier. Schnaps wurde das erste mal in Indien gebrannt, ca. 800 v. Chr.

    Eintrag Nr. 1211:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
    Ihr Buch ist sehr informativ und interessant zu lesen. Leider ist die Größe der privaten Brennanlagen in Deutschland sehr begrenzt, aber wie sind die Bestimmungen auf der zollfreien Hochseeinsel Helgoland?
    Mit freunlichen Grüßen
    Heiner Janssen


    Heiner Janssen, Ostfriesische Halbinsel
    07.Feb.2004 20:49:31


      Keine Ahnung, am besten fragen Sie bei der dafür zuständigen Behörde nach. Die Beschränkung hat eigentlich nichts mit dem klassischen Zoll - also Import und Export - zu tun, daher vermute ich, daß auch bei Ihnen die gleichen Bestimmungen wie im Mutterland der Insel gelten.

    Eintrag Nr. 1210:

    Hallo zusammen,
    ich habe neulich eine Flasche Whiskey geschenkt bekommen. Dieser Whiskey wandert seit ca. 30 Jahren durch unsere Verwandtschaft. Ich weiß nicht wie er in dieser Zeit gelagert wurde. Ich gehe aber davon aus, dass er während dieser Zeit nicht immer kühl und dunkel gelagert wurde. Kann es sein, dass der Whiskey trotzdem in dieser Zeit noch besser geworden ist. Reift Hochprozentiges in der Flasche noch? Wird hochprozentiges milder, besser oder bekömmlicher, wenn man diesen nach dem Kauf noch ein paar Jährchen aufhebt und ihn erst dann trinkt?
    Danke für die Aufklärung!
    Georg


    Georg, Bayern
    07.Feb.2004 12:04:32


      Nein, Hochprozentiger reift in der Flasche nicht mehr. Sobald der Schnaps aus den Eichenfässern in Glasflaschen umgefüllt wird, bleibt es ziemlich unverändert. Die Temperatur, wenn kälter als ca. 20°C, spielt auch keine Rolle.
      ...zumindest wenn die Flasche voll ist und luftdicht verschlossen. Wenn die Flasche nur halb voll oder noch weniger gefüllt ist, raucht der Schnaps schlichtweg aus.
      Fazit: geöffnete Flaschen NICHT jahrelang lagern, sondern genießen. Es wäre schade drum.

    Eintrag Nr. 1209:

    Hallo Herr Schmickl,
    habe vor einigen Wochen eine Schlehenmaische gebrannt. Die Maische hat unter Zuckerzusatz eigentlich ganz normal gegärt. Die Messung mit dem Vinometer ergab nach Ende der Gärung ca. 15 Vol%. Die Schlehen wurde von Hand gequetscht, es wurde Verflüssiger zugesetzt, die Maische war zum Schluß trotzdem sehr dickflüssig, so daß die Kerne nicht abgetrennt werden konnten.
    Beim 1. Brand gab es prakt. keinen Vorlauf, aber auch erst ab ca. 91 °C nennenswertes Destillat.
    Beim 2. Brand verlief alles normal, d. h. Edelbrand ab ca. 78/80°C, Nachlauf ab 92°C.
    Wie ist das zu erklären, die Temperaturmessung war in beiden Fällen an der gleichen Stelle im Steigrohr u. hat sich bei anderen Bränden bewährt.
    Ergebnis: Ein milder Brand mit leichtem Schlehengeschmack, der aber nicht unbedingt nach Schlehe riecht. Bin gespannt ob Sie für dieses Phänomen eine Erklärung haben.
    Vielen Dank im voraus
    Ralf


    Ralf, Hasede/Deutschland
    06.Feb.2004 21:40:33


      Bei der richtigen Verflüssigerzugabe und gegen Ende der Gärung sollte die Maische überwiegend weinartig sein, der Fruchtkuchen sinkt nach unten ab, erst durch das Umrühren wird die Maische etwas fester, maximal aber wie Apfelmus. Bei 15%vol sollte bei einer pot-still das Destillat ca. bei 81-82°C zu tropfen beginnen. Eichen Sie Ihre Temperaturmessung mit Wasser, denn Ihr Wert ist viel zu hoch.
      Wenn Sie 15%vol Maische haben, dann brauchen Sie nicht zweifach zu destillieren. Denn jede Destillation kostet Aroma. Ein einmaliges Destillieren hätte genügt. Nach der ersten Destillation hatten Sie bereits ca. 53%vol, destillieren Sie diesen nochmals, dann ist es ganz normal, daß es viel früher zu tropfen beginnt, da nun der Alkoholgehalt höher ist. Denn: je höher der Alkoholgehalt in der Ausgangssubstanz, umso niederiger die Temperatur, bei der der erste Tropfen kommt.
      Tip: Lesen Sie sich das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durch, da ist dieser Sachverhalt sehr detailliert beschrieben (auch der Einfluß eines Steigrohres auf das Aroma und die Alkohol-Abtrennung, wann es notwendig ist zweimal zu brennen usw.), dies alles hier zu erklären würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Danach wird es sicher besser klappen.
      ;-)

    Eintrag Nr. 1208:

    Hallo Dr. Schmickl,
    ich bin im begriff mir zwei Brennanlagen zu bauen, eine Reflux mit einem 50l Kessel (edelstahltopf) und wollte als steigrohr ein 54 mm kupferrohr verwenden, ich glaube das passt? Als zweite wollte ich eine pot-destille bauen aus einen 20l edelstahltopf, und wollte ein 28 mm Steigrohr verwenden, meine frage is ob das nicht ein bischen gross ist oder ob das geht?
    In der reflux wollte ich einen einsatz in das steigrohr einbauen, ich wollte edelstahlmuttern verwenden(v2a) das steigrohr hätte die höhe von 90 cm und so 70 cm einsatz wollte ich machen. gibts da irgendwelche bedenken?
    vielen dank


    locomecanico, bayern
    06.Feb.2004 08:46:27


      54 mm Steigrohr ist OK. Auch die Höhe und die Einbauten sind OK. 28mm Steigrohr für 20 Liter ist auch in Ordnung, es macht nichts, wenn es breiter ist. Aber warum ein Steigrohr bei einer pot still?

    Eintrag Nr. 1207:

    Hallo Herr Schmickl
    Ich habe hier 2 sorten destilliertes Wasser aus dem Baumarkt. Die Bezeichnungen VDE 0510 und auf dem anderen VDE 0510-5. Das erstere ist für Haus und Hobby geeignet (ist sogar ein Fisch im Aquarium abgebildet), das andere enthält den Aufdruck: Kein Trinkwasser nicht für Laborzwecke geeignet. Frage: Besteht ein Qualitätsunterschied?
    Viele Grüsse aus
    dem Armen D-land ;-)


    Meisterkleister, Armes D
    05.Feb.2004 22:05:51


      Daß es kein Trinkwasser ist, ist OK. Nicht für Labor geeignet, auch OK. Weil das dest. Wasser für Labors wirklich destilliert wurde, das "destillierte" Wasser im Baumarkt aber nur entmineralisiert. Das reicht für das Verdünnen aber aus. Sie sollten beide Sorten verwenden können, leider kann ich mit den Bezeichnungen VDE... nichts anfangen. In Österreich haben wir auf den Kanistern im Baumarkt immer den Vermerk: für Bügeleisen, Autobatterien, usw.

    Eintrag Nr. 1206:

    Hallo Dr. Schmickl!
    Ich möchte gerne Bananen-Maische ansetzen und mit Turbohefe gären lassen. Kann ich Bananen verwenden, die bereits braun geworden sind, um mehr Süsse zu erzielen? Wie weiß ich, wieviel Zucker ich der Maische zugeben muß, und wann? Ist es richtig, den pH-Wert auf 3,5 einzustellen? Wieviel Wasser / Verflüssiger muß ich zugeben? Wenn die Gärung abgeschlossen ist, bleibt dann ein trüber Wein, oder klart er auch nach einiger Zeit auf?


    Michael, D
    05.Feb.2004 15:46:16


      Ja, Bananen - leicht braun - sind optimal und haben auch mehr Aroma. In Summe brauchen Sie 380g Zucker je Liter Maische. Ein Drittel zu Beginn, die anderen beiden nach jeweils 3-4 Tagen. pH auf 3,5 einstellen. Wasser können Sie 1:1 zugeben, Verflüssiger die 3 fache Menge als auf der Packung angegeben. Auch hier klärt sich die Maische ca. 2 Wochen nach Gärende.

    Eintrag Nr. 1205:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich bin mit dem Eigenbau einer kleinen Destille schon fast fertig. Als Kessel habe ich einen alten, innen verzinnten Kupfertopf verwendet.Nun habe ich aber in Eintrag 410 gelesen, dass man nur innen verzinnte Töpfe verwenden sollte die mit 97%Zinn beschichtet sind. Jetzt wollte ich wissen was für Auswirkungen kann es haben mit diesem Kessel zu brennen und wie kann ich feststellen ob das Zinn vielleicht doch lebensmittelecht ist und wenn nicht sollte ich es dann besser entfernen?
    Super HP
    Danke schon einmal im voraus!!!
    mfg Röhrich


    Röhrich, Obb
    03.Feb.2004 19:51:51


      Ist der Topf nicht lebensmittelecht, d.h. nicht 97% Zinn beschichtet, dann können sich Teile der Beschichtung lösen und auch in das Destillat mitkommen, was weniger gesund wäre. Wenn Sie sich nicht sicher sind, vielleicht sollten Sie dann besser einen anderen Topf verwenden, sonst wäre es schade um die Arbeit.
      Danke.
      :-)

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    Helge Schmickl