Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1207:

    Hallo Herr Schmickl
    Ich habe hier 2 sorten destilliertes Wasser aus dem Baumarkt. Die Bezeichnungen VDE 0510 und auf dem anderen VDE 0510-5. Das erstere ist für Haus und Hobby geeignet (ist sogar ein Fisch im Aquarium abgebildet), das andere enthält den Aufdruck: Kein Trinkwasser nicht für Laborzwecke geeignet. Frage: Besteht ein Qualitätsunterschied?
    Viele Grüsse aus
    dem Armen D-land ;-)


    Meisterkleister, Armes D
    05.Feb.2004 22:05:51


      Daß es kein Trinkwasser ist, ist OK. Nicht für Labor geeignet, auch OK. Weil das dest. Wasser für Labors wirklich destilliert wurde, das "destillierte" Wasser im Baumarkt aber nur entmineralisiert. Das reicht für das Verdünnen aber aus. Sie sollten beide Sorten verwenden können, leider kann ich mit den Bezeichnungen VDE... nichts anfangen. In Österreich haben wir auf den Kanistern im Baumarkt immer den Vermerk: für Bügeleisen, Autobatterien, usw.

    Eintrag Nr. 1206:

    Hallo Dr. Schmickl!
    Ich möchte gerne Bananen-Maische ansetzen und mit Turbohefe gären lassen. Kann ich Bananen verwenden, die bereits braun geworden sind, um mehr Süsse zu erzielen? Wie weiß ich, wieviel Zucker ich der Maische zugeben muß, und wann? Ist es richtig, den pH-Wert auf 3,5 einzustellen? Wieviel Wasser / Verflüssiger muß ich zugeben? Wenn die Gärung abgeschlossen ist, bleibt dann ein trüber Wein, oder klart er auch nach einiger Zeit auf?


    Michael, D
    05.Feb.2004 15:46:16


      Ja, Bananen - leicht braun - sind optimal und haben auch mehr Aroma. In Summe brauchen Sie 380g Zucker je Liter Maische. Ein Drittel zu Beginn, die anderen beiden nach jeweils 3-4 Tagen. pH auf 3,5 einstellen. Wasser können Sie 1:1 zugeben, Verflüssiger die 3 fache Menge als auf der Packung angegeben. Auch hier klärt sich die Maische ca. 2 Wochen nach Gärende.

    Eintrag Nr. 1205:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich bin mit dem Eigenbau einer kleinen Destille schon fast fertig. Als Kessel habe ich einen alten, innen verzinnten Kupfertopf verwendet.Nun habe ich aber in Eintrag 410 gelesen, dass man nur innen verzinnte Töpfe verwenden sollte die mit 97%Zinn beschichtet sind. Jetzt wollte ich wissen was für Auswirkungen kann es haben mit diesem Kessel zu brennen und wie kann ich feststellen ob das Zinn vielleicht doch lebensmittelecht ist und wenn nicht sollte ich es dann besser entfernen?
    Super HP
    Danke schon einmal im voraus!!!
    mfg Röhrich


    Röhrich, Obb
    03.Feb.2004 19:51:51


      Ist der Topf nicht lebensmittelecht, d.h. nicht 97% Zinn beschichtet, dann können sich Teile der Beschichtung lösen und auch in das Destillat mitkommen, was weniger gesund wäre. Wenn Sie sich nicht sicher sind, vielleicht sollten Sie dann besser einen anderen Topf verwenden, sonst wäre es schade um die Arbeit.
      Danke.
      :-)

    Eintrag Nr. 1204:

    Sehr geehrter Herr Schmickl,
    ich habe im Herbst Zwetschgenmaische angesetzt. Die Zwetschgen hatte ich grob zerdrückt, dabei sind wohl auch eine unbekannte Menge Steine zerstört worden. Auf Anweisung des Lohnbrenners habe ich die Maische bis Mitte Januar mit den Steinen stehen lassen. Dann wurde sie mit allen Steinen gebrannt. Nachdem ich jetzt in Ihrem Forum einiges über das Thema Blausäurebildung gelesen habe sind mir diesbezügliche Bedenken gekommen. Gibt es eine Möglichkeit festzustellen, ob und wie viel Blausäure in dem fertigen Zewetschgenbrand enthalten ist? Wenn nein, kann man den Schnaps überhaupt trinken ohne sich in Gefahr zu bringen? Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus. Ihr F. Bienenstich


    Bienenstich, Hessen
    03.Feb.2004 12:06:29


      Ja, es ist möglich die Substanzen nachzumessen, aber nur in speziell ausgerüsteten Labors (Lebensmittelprüfanstalt o.ä.). Einen einfachen Nachweis für Zuhause gibt es diesbezüglich leider nicht. Wurden sehr viele Steine zerstört? Wenn ja, sollten Sie den Schnaps verwerfen. Waren die Steine überwiegend ganz, dann ist es kein Problem wenn mit allen Steinen gebrannt wird, außer ein geschmacklicher Nachteil.

    Eintrag Nr. 1203:

    Hab mir neulich vom Bauer Zwetschgenschnaps gekauft, möchte jetzt aber wissen ob da Methanol enthalten ist wie kann ich das am besten rausbekommen?

    Sandor, Regensburg
    03.Feb.2004 08:57:43


      Sie meinen sicher ob Vorlauf enthalten ist (Vorlauf und Methanol ist nicht dasselbe), bei Zwetschken besteht nämlich kaum die Gefahr, daß der Methanol-Gehalt den gesetzlichen Grenzwert überschreitet. Machen Sie einen Vorlaufabtrennungs-Test (siehe linkes Menü, "Produktliste"), dann ist alles klar.

    Eintrag Nr. 1202:

    hallo hr. dr. schmickl,
    ich hatte schon mal in ihrem forum meine frage gestellt, aber leider habe ich dort keine antwort erhalten, schätze mal das sich damit einfach niemand auskennt!
    folgendes, ich habe vor mich evtl. selbständig zu machen mit einer kleinen "brennerei" ... seit einigen jahren brenne ich privat zuhause "geiste" (gin, anis, usw.) und würde das gerne auch kommerziell machen ... wissen sie wie die rechtslage in deutschland aussieht? ... brauche ich dafür auch ein brennrecht (dann kann ich die ganze sache gleich vergessen) oder langt es wenn ich meine anlage beim zoll anmelde usw. schließlich stelle ich ja keinen alk. her, sondern ich "veredle" doch nur schon versteuert gekauften alk. ... leider konnte ich im internet diesbezüglich keinerlei infos finden und bei den öffentlichen stellen wollte ich auch nicht gleich vorstellig werden.
    vielen dank schon mal im voraus für die antwort!!!
    mfg
    peter


    Peter, Deutschland
    02.Feb.2004 16:43:45


      Ja, man braucht auch hierfür ein Brennrecht. Die Herstellung von Geisten fällt unter den Begriff "Alkoholreinigung", man muß dann zwar keine Alkoholsteuer mehr zahlen, da man mit bereits versteuertem Alkohol arbeitet, aber ein Brennrecht ist die Voraussetzung dafür. Dennoch würde ich beim, für Ihren Bezirk zuständigen, Zollamt direkt einmal anfragen, vielleicht stoßen Sie ja auf Verständnis. Außerdem gibt es gerade in Deutschland sehr große regionale Unterschiede in Bezug auf Abfindungsbrennrechte usw. Im Norden ist es meines Wissens so gut wie unmöglich ein neues Abfindungsbrennrecht zu bekommen, im Süden wird einem Antrag auf Neuanmeldung öfters stattgegeben. Kurzum: beim Zoll nachfragen.

    Eintrag Nr. 1201:

    hallo hr. dr. schmickl!
    ich hab vor ein paar wochen orangen angesetzt. bei den orangen hab ich die schale mit einen erdäpfelschähler heruntergeschnitten und dann in 45%igen wodka gegeben. jetzt hab ich gehört man muß unbehandelte orangen nehmen. wo bekommt man solche orangen? - ich hab im supermarkt normale orangen gekauft. muß ich bei meinen orangen gesundheitliche bedenken haben? ich möchte meinen angesetzten auch so belassen - also nicht brennen!
    danke für die beantwortung
    lg norbert


    norbert, nö
    02.Feb.2004 11:15:50


      Gerade zu dieser Jahreszeit gibt es sowohl Zitronen als auch Orangen die unbehandelt sind. Unbehandelte Zitronen sind in jedem Supermarkt erhältlich, bei Orangen müssen Sie sich in Bio-Läden umschauen. Die "normalen" Orangen sind leider gespritzt und gewachst. Das (nicht natürliche) Wachs löst sich im Alkohol auf. Da auf dem Etikett immer vermerkt ist: "Schale nicht zum Verzehr geeignet", ist anzunehmen, daß auch der Alkohol, in dem diese Chemikalie gelöst ist, "nicht zum Verzehr geeignet" ist.
      Zur Not könnten Sie vor dem Schälen die Orangen mit einem Scheuerschwämmchen, Spülmittel und heißem Wasser gründlich abwaschen, an sich sollte das Wachs dadurch weg sein. Gegen Spritzmittel hilft diese Methode leider nicht.

    Eintrag Nr. 1200:

    Servus miteinand',
    zuersteinmal ein großes Kompliment an die Webseite.
    Wenn Maische destilliert wird, wird der verbleibende (alkohohlreduzierte) Rest an die Schweine verfüttert.
    Wie sieht es eigentlich mit Wein aus? Ist der verbleibende Teil noch irgendwie sinnvoll zu gebrauchen oder haben sich durch's Kochen unverträgliche Substanzen gebildet, so dass nur die Natur was damit anfangen kann?
    Einen sakrischen Dank schon im voraus.


    Oliver, Böhmerwald
    02.Feb.2004 10:35:04


      Danke.
      :-)
      Ja, so ist es. Es bilden sich zwar keine unverträglichen Substanzen, das Ganze is aber derart ausgekocht, daß der Rückstand im Kessel nur noch zu verwerfen ist.

    Eintrag Nr. 1199:

    In der Produktbeschreibung Ihrer Anlagen gibt es mit Sicherheit einige "Druckfehler" bezüglich der erzeugbaren Mengen hochprozentigen Alkohols pro Durchlauf.
    Wie soll ich mit der 5 l-Classic bis zu 4 l hochprozentigen Alkohol erzeugen, den ich dann noch auf Trinkstärke herunterverdünnen soll, wenn ich den Kessel sowieso nicht mit mehr als 4 l füllen kann? Selbst 1,5 l sind bei bei hochgradigen Maischen kaum zu schaffen.


    Rauchfangkehrer, CH
    01.Feb.2004 20:29:41


      Es ist kein Druckfehler: wenn Sie einen Angesetzten destillieren, so hat dieser vor dem Brennen ca. 45-50%vol. Destillieren Sie 4 Liter davon, so haben Sie nach dem Brennen ca. 2,5 l ca. 70%vol, verdünnt erhalten Sie wieder ca. 4 Liter mit 43%vol Alkohol.

    Eintrag Nr. 1198:

    Hallo Herr Schmickl!
    Ich habe eine Kupferdestille von Ihnen gekauft. Folgendes ist beim letzten Brand passiert. Die Anlage stand längere Zeit unbenutzt, dann habe ich selbstgemachten Pflaumenwein gebrannt und das Destillat hatte eine sichtbare blau/grün Färbung. Da der Kessel und der "Deckel" absolut in Ordnung waren, nehme ich an, dass sich Kupferoxyd in der Kühlschlange gebildet hat. Meine Fragen: Das Destillat ist wahrscheinlich toxisch? Wie kann ich verhindern, dass sich erneut Grünspan ansetzt? Kann es noch eine andere Ursache geben?
    Vielen Dank - und viele Grüsse nach Österreich


    Frank, Köln
    01.Feb.2004 17:38:59


      Alles spricht für Grünspan, verwerfen Sie das Destillat. Sie müssen die Kühlung sehr gut mit Zitronensäure reinigen: etwas Zitronensäure in einen Eimer mit warmen Wasser auflösen, den Kühler darin eintauchen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Dann mit einer dünnen Bürste oder einem Draht mit einem dünnen Stoffteil daran, gut die Spirale durchreinigen. Danach mit Aceton die Schlange reinigen, zum Schluß gut mit Wasser (und Geschirrspülmittel, danach mit reinem Wasser) gründlich spülen. Dann zuerst einen Destillationsvorgang mit Wein machen und das Destillat verwerfen.
      Zur Vermeidung von Grünspan: die Anlage niemals verschlossen wegräumen. Legen Sie den Deckel verkehrt auf den Kessel, so ist die ganze Anlage offen und gut durchlüftet. Auch nicht in feuchten Räumen lagern. Vor dem Wegräumen gut trocknen und niemals Kühlwasser in der Anlage lassen oder im Kessel. Dann entsteht kein Grünspan.

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