Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 1057:

    Hallo Dr. Schmickl!
    Ich produziere bereits Met und denke auch daran welchen zu brennen.
    Dazu habe ich einige Fragen an Sie:
    a.) Funktioiert der Brennvorgang genauso wie bei "herkömmlichem" Schnaps, oder muß beim Met auf Besonderheiten geachtet werden?
    b.) Welche Mengen dürfen lt. österreichischem Gesetz gebrannt werden, und wie hoch sind die Steuern?
    c.) Mit welcher mengenmässigen Ausbeute ist aus 100 Liter Met zu rechnen, und ab welcher Metmenge ist ein Brennvorgang wirtschaftlich?
    Danke im Voraus,
    mfg


    Rudi, NÖ
    24.Nov.2003 00:42:27


      ad 1: funktioniert genauso
      ad 2: Soviel ich weiß, braucht man für das Brennen von Met in Österreich eine Sondergenehmigung, da dies im Abfindungsbrennrecht nicht vorgesehen ist.
      Steuersätze f. Abfindungsbr.: bis 100 l A jhrl. Erzeugungsmenge 540 EUR/hl A, bis 200 l A 900 EUR/hl A. A=100%vol Alkohol.
      ad 3: Ausbeute hängt ausschließlich vom Alkoholgehalt im Met ab. 5%vol ergeben bei 100 Liter ca. 7-9 Liter Schnaps mit Trinkstärke. Die Wirtschaftlichkeit hängt von zu vielen Faktoren ab, um diesbezüglich eine ernsthafte Schätzung geben zu können.

    Eintrag Nr. 1056:

    Hallo Herr Schmickl,
    Ich wollte wissen, wie Methanol riecht. Kann man durch riechen überprüfen ob die Vorlaufabtrennung gelungen ist?


    Lumpi, Hessen
    23.Nov.2003 22:10:49


      Methanol riecht sehr ähnlich wie Ethanol, d.h. mit Riechen gelingt die Unterscheidung leider nicht wirklich. Vorlauf ist ein Substanzgemisch, in dem Methanol nicht unbedingt enthalten sind muß (hängt von Maischequalität ab). Allerdings ist Ethylacetat enthalten, welches stark nach Klebstoff riecht. Somit riecht Vorlauf nach UHU. Wenn der "Edelbrand" nach UHU riecht, müssen Sie noch einmal destillieren und diesmal den Vorlauf richtig abtrennen (das was beim Kühler heraus rinnt in kleine Gläser auffangen und der Reihe nach beschnüffeln).

    Eintrag Nr. 1055:

    Hallo Dr. Schmickl
    Je mehr ich erfahre desto besser erkenn ich dass ich sehr wenig weiss:-) Ich habe alle Einträge zum Thema Geistrohr gelesen und es entstanden einige Fragen.
    Soll man den Geistrohr so kurz machen wie möglich, oder ist es egal?
    Was für einen einfluss hat es auf den Qualität? Welche Kriterien muss man beachten?
    Ich habe eine ungefähr 30 l Anlage Geistrohrdurchmessser 28mm, länge noch ungewiss:))
    (Kühler 10mm durchmesser)
    Kann man als anbrennschutz Steine verwenden?
    Ich versuche mich mit den Fragen zurückzuhalten:-)
    Mit freundlichen Grüssen Spike


    Spike, Ungarn
    23.Nov.2003 19:17:47


      Geistrohrlänge ist egal, solange der Durchmesser groß genug ist, sodaß im Inneren beim Destillieren kein Überdruck entsteht. Aber STEIGrohr so kurz wie möglich, dies bringt dann das maximale Aroma und somit die beste Qualität. 28 mm für 30 l sind OK.
      Wenn die Steine das Anbrennen tatsächlich verhindern, können Sie diese durchaus verwenden.

    Eintrag Nr. 1054:

    Hallo Dr. Schmickl,
    Sie hatten mir in einer Fachfrage für ein Steigrohr eines 10L Kessel eine Länge von 1,5m und einen Durchmesser von 28mm genannt und ich sollte es komplett mit Füllkörpern füllen. Das füllen ist natürlich kein Problem, der Durchmesser auch nicht, da ich Edelstahl fast zum Nulltarif bekomme.Aber die Länge ist mit irgendwie komisch. Bei einer Steigrohrlänge von 150cm, Kesselhöhe 30cm, Gasbrenner 15cm und Thermometer 25cm aus dem Rohr herausragend komme ich auf eine Gesamthöhe von 2Meter20. Das ist fast Raumhöhe. In den Fachfragen habe ich gelesen das Rohrlängen zwischen 70 und 100cm verwendet werden. Habe ich da etwas falsch verstanden? Und ist bei einer 30L Anlage ein Rohr von 50mm Durchmesser und 100cm Länge ideal??
    Danke für Ihre Mühe.
    Mit Freude (Manchmal mit Schmunzeln und Verwunderung, da einige Fragen wohl 20ig mal gestellt wurden siehe 1051) werde ich weiter lesen und vieleicht fragen.


    Guido, Norddeutschland
    22.Nov.2003 13:41:56


      1,5 m ist für eine Rektifikation schon in Ordnung. Natürlich können Sie das Rohr nach belieben kürzer machen, aber bedenken Sie, je kürzer das Rohr, umso uneffektiver. Füllkörper erhöhen wiederum die Effektivität einer Kolonne, d.h. mit Füllkörpern ersparen Sie sich Höhe. Ja, D = 50mm und L = 1 m geht auch.
      Anmerkung: im allgemeinen stehen Rektifikationsanlagen auch in Labors (und erstrecken sich oft über mehrere Stockwerke), nicht in Privathäusern.
      ;-)

    Eintrag Nr. 1053:

    Hallo Dr. Schmickl
    Letztes Jahr habe ich Zwetschgenmaische angesetzt. Im Prinzip habe ich nichts weiter gemacht als die Zwetschgen in ein Fass zu schmeißen. Ich habe weder Gärungshefe noch Verflüssiger zugesetzt. Hat alles gut funktioniert.
    Dieses Jahr habe ich vor 3 Wochen ca. 100 l Quitten-Maische und weitere 100 l Apfel-Quitten-Maische angesetzt. Da die Früchte sehr trocken waren habe ich mit dem Bauern bei dem ich die Früchte gehäckselt habe bereits beim Befüllen der Fässer einige liter Wasser zugegeben. Im Verlauf der letzten drei wochen habe ich zusätzlich noch Wasser nachgegossen, auf Anraten des Bauern. Leider habe ich nicht darauf geachtet wieviel Wasser es insgesamt war aber bisher habe ich bestimmt noch keine 30 % erreicht.
    Hefe habe ich nicht zugesetzt, da ich dachte, die Gärung würde von selbst starten, was bei den Zwetschgen letztes Jahr auch gut funktioniert hat.
    Zur Zeit blubbert es auch schon in den Fässern aber die Maische ist immer noch sehr fest.
    Nun lese ich in Ihrem Forum dass Verflüssiger und Hefe zugestzt werden sollen. Kann ich das noch machen oder ist es dafür schon zu spät? Und wie sieht es aus mit zusätzlicher Zugabe von Zucker?


    Peter Seyller, Franken
    22.Nov.2003 12:00:43


      Nein, geben Sie keine Hefe mehr zu, bei Ihnen haben sich bereits die Wildhefen durchgesetzt. Sie müssen eben mit (viel) Vorlauf rechnen. Die Maische wird in der Regel erst nach 2-3 Wochen Gärung dünnflüssiger (bei weniger als 19°C). Verflüssiger könnten Sie noch hinzugeben (gerade bei Quitten sinnvoll, sonst könnte die Maische fest werden). Zucker könnten Sie zugeben, aber nur sehr wenig (< 50 g/l), denn mehr verkraften die Wildhefen nicht.

    Eintrag Nr. 1052:

    Hallo Dr. Schmickl
    Danke für die schnelle Antwort auf meine letzte Frage.
    Ich habe einen Birnenschnaps von einem Freund von mir gekostet. Im Geruch hat er etwas acetonartiges und beim Abgang etwas stechendes am gaumen. Er hat mir erzählt dass er seinen Schnaps seit dem Brennen im Plastikkanister lagert (seit 4 Monaten). Bei den Fachfragen habe ich schon gelesen das man das nicht darf, ist das der Grund für die unangenehme Töne des schnapses oder was anderes???
    Was kann man jetzt noch machen? Lüften?
    Mit freundlichen Grüssen Spike


    Spike, Ungarn
    21.Nov.2003 18:16:42


      Richtig, ein Destillat niemals in Kunststoff lagern. Dies kann einerseits für den Geschmack verantwortlich sein. Weiters deutet Ihre Beschreibung auch auf Vorlauf hin, der nicht richtig abgetrennt wurde.
      Jetzt kann man nur nochmals destillieren, alles andere hilft nichts.

    Eintrag Nr. 1051:

    Moin Moin,
    ist es möglich, dass wenn man Wein destilliert auch Methanol ensteht? Und ist die Menge tödlich bzw. Gefährlich?
    Gruß
    Hans Dieter


    Hans Dieter, Germany
    21.Nov.2003 17:36:36


      Methanol entsteht nicht durch's kochen (destillieren), sondern bereits während der Vergärung. D.h. enthält der Wein Methanol, findet sich dieser auch im Destillat. Für den Handel zugelassene Weine enthalten selbstverständlich kein Methanol in beachtenswerte Mengen, sonst wäre der Wein schließlich vergiftet.

    Eintrag Nr. 1050:

    Hallo Dr. Schmickl,
    habe Ihr Buch gelesen es ist sehr gut gelungen. Ich habe aber noch ein paar Fragen zum Bau einer Anlage, muss ich das Kupferrohr hart oder kann es auch weich gelötet werden. Wo bekomme ich Turbohefe, Gärfix (Bioläden)?
    Mit freundlichen Grüßen
    Jack


    Jack, Norden
    21.Nov.2003 08:13:32


      Danke!
      :-)
      Alle Stellen, die mit dem Alkohol in Verbindung kommen: dasselbe wie für Wasserleitungsbau.
      Wenn Sie auf dieser Seite rechts oben ein paar Suchbegriffe zum Thema eingeben, bekommen Sie viele interessante Infos. Auch in der Diskussion gibt's dazu viele Einträge.
      Auf dieser Seite im linken oberen Eck gibt es ein Menü. Einer der Menüpunkte lautet "Produktliste"...

    Eintrag Nr. 1049:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ich habe mit einem Bekannten gestern meine Brennanlage fertiggestellt und habe nun, nachdem wir die erste Flasche Wein destilliert haben einige Fragen:
    1. Wir haben die Anlage überhaupt nicht sauber gemacht. Wir haben zuerst ein bisschen Wasser in den Kessel und haben das gekocht. Auf dem Destillat war dann auch so ne Art Fettschicht (bzw. Bläschen auf der Oberfläche) zu sehen. Aber ansonsten war die Flüssigkeit klar.
    Dann haben wir den Wein destilliert und das Destillat war völlig klar, ohne jegliche Verunreinigung. Muss ich die Anlage trotzdem, wie Sie schreiben, mit Spülmittel und Aceton auswaschen?
    2. Das Thermometer ist ca. 6 cm über dem Ausgang zum Geistrohr angebracht. Bei der Wasserdestillation kam schon bei ca. 90° das Destillat geflossen. Das Thermometer zeigte dann nach einiger Zeit 95°. Höher ist die Temperatur aber nie gestiegen. Heißt das, dass ich von allen Temperaturangaben so um die 5° abziehen muss?
    3. Alles was zwischen 80° und 90° an Destillat fließt, fange ich als Edelbrand auf.
    Ist es nun wichtig, dass die Temperatur immer konstant gehalten wird? Bei meinem Herd ist Stufe 1 nämlich schon so hoch, dass die Temperatur meiner Meinung nach zu schnell ansteigt. Also habe ich bei der Weindestillation immer etwas aufgeheizt (bis ca. 89°), dann wieder bis ca. 80° abkühlen lassen, dann wieder aufgeheizt, etc. Ist das in Ordnung?
    4. Kann ich den Nachlauf auch ohne Temperaturanzeige abtrennen: Ich wechsle alle paar Milliliter das Gefäß und wenn das Destillat dann anfängt fad zu riechen, weiß ich: Aha, Edelbrand Ende?
    Vielen Dank, für Ihre Bemühung,
    KILIAN


    Kilian, Deutschland/Bayern
    20.Nov.2003 21:04:27


      ad 1: Ja, vorallem bei Selbstbauanlagen IMMER zuerst mit Spülmittel reinigen, dann nochmals mit Wein destillieren. Aceton ist nicht unbedingt notwendig, wenn dann schon alles sauber ist.
      ad 2: Ja, mit Einschränkungen richtig.
      ad 3: Nein, die Temperatur können Sie niemals konstant halten, das ist physikalisch unmöglich!!! Anscheinend kennen Sie unser Buch noch nicht, da ist das ganze Prinzip sehr ausführlich in einfachen Worten beschrieben, würde ich Ihnen daher dringend empfehlen! Während der Destillation steigt die Dampftemperatur immer langsam an, weil Sie ja dauernd Destillat wegnehmen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit die Dampftemperatur konstant zu halten: Den Schnaps, der hinten herausrinnt sofort wieder in den Kessel zurückschütten (macht aber klarerweise wenig Sinn). Aufheizen, Abkühlen usw.: Machen Sie das auf keinen Fall! Erstens bringt es nichts, zweitens wird dadurch die Brenndauer solange, daß Ihnen zuviel vom Aroma zerkocht und drittens kann sich in der Anlage kein Gleichgewicht einstellen, d.h. alle Temperaturen die Sie ablesen, sind falsch. Bei Ihnen beginnt der Nachlauf wegen der Temperaturkorrektur bei 85-86°C.
      ad 4: Prinzipiell ja, meist ist es aber so, wenn man noch nicht genug Brennerfahrung hat, daß bereits ein Teil des Nachlaufes mitkommt. Noch viel öfter passiert es, daß zu früh gestoppt wird, wodurch wiederum Aromen fehlen. Machen Sie es mit dem Thermometer, ist viel einfacher.

    Eintrag Nr. 1048:

    Hallo Dr. Schmickl !
    Zum brennen von geschmacklosem Alkohol gehe ich wie folgt vor:
    Um nicht ewig zu warten erhitze ich die Zuckermaische vor dem Brennen im Kochtopf auf ca. 60°C. Den Kupferkessel der Destille habe ich derweil zum Vorheizen mit heißem Wasser gefüllt.
    Dann fülle ich die Zuckermaische in den Kessel, baue die Anlage zusammen und fange sofort mit voller Brennerleistung ( Gasbrenner ) und voll geöffneter Luftschraube an zu brennen.
    Wenn die ersten Tropfen kommen verwerfe ich ca. 1/2 Schnapsglas zur Sicherheit.
    Dann kümmere ich mich eigentlich wenig um den Brennvorgang. Den Brenner lasse ich ständig mit voller Leistung durchlaufen.
    Bei 91°C stoppe ich den Vorgang.
    Die Ausbeute bei 5L Kesselfüllung ergibt ca. 1,4 L Alkohol mit ca. 60%vol. Der Brennvorgang dauert ca. 3 Std.
    Sollte ich an der Vorgehensweite etwas ändern ? Brenne ich zu "brutal" ?


    Michael, D
    19.Nov.2003 23:47:12


      Klingt perfekt.
      Verlauf: OK, Ausbeute: OK, Alkoholgehalt: OK, Brennzeit: OK

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    Helge Schmickl