Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 958:

    hallo herr dr. schmickl,
    ich bin etwas über meinen brennertrag enttäuscht.
    ich brenne bis 91grad, lasse mehrmals abkühlen und fahr wieder langsam hoch. mein destillat ist sehr hochprozentig aber zu wenig. kann es an meinem ca. 15 cm hohen steigrohr liegen? ich benutze einen multitopf.


    klaus, nrw
    28.Okt.2003 21:18:19


      Zwischendurch abkühlen und wieder hochfahren ist sinnlos. Sie sollten ohne Unterbrechung in einem durchbrennen. Am Steigrohr dürfte es nicht liegen, dafür ist es zu kurz. Wieviel %vol entspricht "sehr hochprozentig"? Wieviel %vol sind im Kessel?
      Bei 20%vol im Kessel hat der Edelbrand ca. 55%vol, die Menge ist ca. 1/4 des Kesselinhaltes. Ich vermute, daß Sie das Thermometer falsch eingebaut haben.

    Eintrag Nr. 957:

    Hallo! Ich habe mir über E-Bay ein maische fass besorgt, kriege dieses aber nicht 100% dicht, so dass der überdruck nich aus dem Gärspund entweicht sondern irgendwo im schraubverschluss (es können aber keine Fliegen oder ähnliches ran). Da ich jetzt nicht sehen kann wann der gärspund nicht mehr blubbert möchte ich ungefähr wissen wie lange Bananenmaische mit Turbohefe bei 19°C braucht bis sie fertig ist?
    Im vorraus vielen Dank


    Peter, NRW
    28.Okt.2003 20:30:55


      Ca. 3-4 Wochen.

    Eintrag Nr. 956:

    hallo,
    ich habe vor in einem 60l fass eine maische anzusetzen. Ist es möglich einen reinen obstsaft (aus frischen obst in einer saftpresse gewonnen) als maische anzusetzen anschliessend abzuziehen und zu brennen?
    vielen dank für antwort.
    mfg g.hattert


    guido hattert, hannover/deutschland
    28.Okt.2003 17:35:51


      Ja, natürlich ist dies möglich. Wenn allerdings das Fruchtfleisch und die Haut (beides zerkleinert) mitvergoren werden, wird das Aroma des Destillates viel intensiver und frucht-typischer.

    Eintrag Nr. 955:

    Hallo ich möchte gerne Scnaps brennen und wollte wissen wie dass mit dem Vor bzw. Nachlauf ist (habe gehört das die Gefahr besteht, wenn nicht richtig abgetrennt ist, zu erblinden oder gar zu sterben) Stimmt dass? Kann man Vor-/Nachlauf eindeutig vom Destillat trennen? Wie? Danke für die Antwort

    Johannes, Bayern
    28.Okt.2003 15:29:32


      So schlimm ist es mit dem Vorlauf auch nicht. Um zu erblinden oder gar zu sterben, was in Zeitungen öfters geschrieben wird, müssen Sie schon literweise Methanol oder Vorlauf konsumieren oder anderen Industriesprit. Bei der eigenen Maische, wenn sauber gearbeitet wird, entsteht Methanol und Vorlauf nur in geringsten Mengen, davor braucht man keine Angst zu haben. Ja, man kann beide auch gut abtrennen. Nachlauf ist übrigens gar nicht giftig, er schmeckt nur nicht gut.
      Zur Abtrennung verwenden Sie am besten ein Dampfthermometer, welches an der höchsten Stelle, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt eingebaut sein soll.
      Vorlauf: alles was herausrinnt, solange sich die Temperatur noch nicht stabilisiert hat.
      Nachlauf: alles über 91°C

    Eintrag Nr. 954:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    um Geschmacksverluste zu vermeiden muss langsam abgebrannt werden (schnelles Tropfen).
    Kann ich wenn eine reine Wasser-Zucker-Maische gebrannt wird schneller abbrennen (rinnen)? Oder habe ich dann irgendwelche Nachteile?
    Schönen Dank
    Stefan


    Stefan, Bayern
    28.Okt.2003 15:24:24


      Sie sollten auch bei einer Wasser-Zucker-Maische nicht schneller destillieren. Wir zu rasch gebrannt, dann bleibt keine Zeit, damit sich der Vorlauf und Nachlauf richtig abtrennen kann, d.h. die beiden Komponenten würden sich mit dem Edelbrand teilweise vermischen. Vorlauf ist meist keiner vorhanden, d.h. wenn es unbedingt schnell gehen muß, dann können Sie bis ca. 88°C rascher destillieren, dann aber wieder die normale Geschwindigkeit.

    Eintrag Nr. 953:

    Habe am Wochenende auf einem Markt einen besonderen Schnaps gesehen! Mir fällt aber der Name nicht mehr ein!! Kann mir jemand helfen? Irgendetwas mit U!!! wie Udola, oder Udolo!!!
    Bitte um eure Hilfe!!
    Mfg Michael


    Micahe Hufnagl, Vöcklabruck
    27.Okt.2003 20:19:01


      Habe leider keine Ahnung was Sie meinen. Versuchen Sie doch einmal Ihre Frage bei den Rezepten zu posten.

    Eintrag Nr. 952:

    Hallo!
    Kann ich in einem Fass, 50 l, blau mit orangem Deckel in dem Lebensmittel transportiert wurden dazu benutzen, Maische anzusetzen???? Mir wurde davon abgeraten, weil in dem Kunststoff ein Weichmacher enthalten sein soll, der dann auf den Geschmack des Alkohols übergeht!!
    Gruss der Anfänger


    Anfänger, D
    27.Okt.2003 16:42:39


      Die Extraktionskraft vom Alkohol hängt vom Alkoholgehalt ab. D.h. Maischen können Sie ohne weiteres in einem lebensmittelechten Kunststoffbehälter ansetzen, da beeinflußt das Faß (noch) nicht den Geschmack.
      Wenn Sie hingegen "Hochprozentigen", also Schnaps mit mindestens Trinkstärke, in Kunststoffgefäßen lagern, haben Sie vollkommen recht, daher sollten Schnäpse immer nur in Glas- oder Stahlgefäßen gelagert werden.

    Eintrag Nr. 951:

    Hallo,
    habe mit viel Begeisterung Ihr Buch gelesen und Zwetschgen angesetzt. Die Maische hat 20%Vol, ergibt aber aus ca. 4 L. Maische nur ca. 800 ml Edelbrand. Im Gegensatz zu den Angaben im Buch, wo von ca. 1300 - 1500 ml die Rede ist, woran liegt`s?
    Viele Grüße
    Thommes


    Thommes, D
    27.Okt.2003 15:48:14


      Unsere Angaben beziehen sich auf 43%vol. Wenn die 800 ml unverdünnt sind, würde es also passen. Ansonsten würde es bedeuten, daß Sie eindeutig zuviel Vor-/Nachlauf abtrennen. Das merken Sie auch am Alkoholgehalt des unverdünnten Destillates: bei 20%vol im Kessel hat die gesamte Edelbrandfraktion ca. 53-56%vol. Je früher Sie mit dem Nachlauf beginnen, desto höher ist der Alkoholgehalt im Destillat.

    Eintrag Nr. 950:

    Hallo,
    Frage 1:
    kann ich einer, ohne Hefe- und Zuckerzugabe. weitgehend fertig vergorenen Maische nochmal einen Turbostarter und Zucker zugeben? Falls ja, wie wirkt sich das auf den Vorlauf (erste Gärung mit wilder Hefe), den Geschmack und den Ertrag aus.
    Frage 2:
    5 Liter mit 58% angesetzte Haselnüße fingen beim Brennen schon bei 75° an zu laufen. Bis 81° waren schon ca. 500ml erreicht! Vorlauf sollte es doch keinen geben?!
    Bei Turbomaische, welche ich in der Anlage brenne, paßt Alles.
    mfg
    H.-H.


    lohrjaeger, spessart
    26.Okt.2003 19:34:38


      ad 1: Ja, Sie können problemlos nochmals mit einem Turbohefe-Gärstarter vergären. Wenn mit der bereits vorhandenen Wildgärung Vorlauf entstanden ist, dann baut sich dieser während der neuen Gärung nicht mehr ab, daran ändert sich nichts, er nimmt aber auch nicht zu. Geschmacklich (eventueller Essigstich o.ä.) wird sich nichts ändern, außer daß Sie mehr Alkohol haben. Wenn Sie die richtige Zuckermenge beachten, können Sie mit 20%vol in der Maische rechnen, wodurch die Fruchtaromen besser extrahiert werden.
      ad 2: Da 58%vol Alkohol schon viel früher als 20%vol (Maische mit Turbohefe) zu kochen beginnt, kommen die ersten Tropfen früher. Da sich gerade zu Beginn der Destillation, bei niedrigen Temperaturen, meist noch nicht das Gleichgewicht in der Anlage eingestellt hat, kommen die ersten Tropfen scheinbar früher, obwohl es kein Vorlauf ist.

    Eintrag Nr. 949:

    Moin, Herr Dr. Schmickl, mein abgezogener Johannisbeerwein, 16%, steht noch im Ballon. Da er immer noch einmal "bluppte", habe ich ihn noch nicht abgefüllt. Als Gärspund habe ich einen "Schweineschwanz-Gärspund" verwendet. Dieser blubbt nun rückwärts. Es geht also Luft in den Ballon hinein. Unterdruck? Ich denke, die Gärung ist nun zumindest abgeschlossen. Was halten Sie davon?
    Danke. Gruss Würb.


    Würb, Norddeutschland
    26.Okt.2003 19:08:02


      Ja, Sie haben im Faß einen Unterdruck, dadurch wird die Luft angesaugt. Dies tritt z.B. auf, wenn das Faß kälter als die Umgebung ist und im Inneren kein CO2 mehr entsteht. Ja, dies spricht dafür, daß die Gärung beendet ist, insbesondere, wenn die feinen Schwebeteilchen zu Boden gesunken sind.

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