Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 814:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    ein grosses Lob an Ihr neues Buch und diese äusserst interessante Seite!
    Wie ich aus verschiedenen Beiträgen dieses Forums entnehmen konnte, sind bestimmte Werte, z.B. bei ca. wieviel Grad der Edelbrand einer 12% Maische beginnt und welche Menge auf 43% verschnittener Edelbrand dabei herauskommen sollte, nur empirisch zu ermitteln.
    Deshalb meine folgende Bitte:
    Könnten Sie vielleicht hier einmal eine Tabelle veröffentlichen, aus der man diese Werte bei den verschiedenen Alkoholprozenten der Maische ersehen kann?
    So hätte man sofort noch einen guten Anhaltspunkt, ob die eigene Temperaturmessung und Vorgehensweise ungefähr in Ordnung ist.
    Viele Grüsse - Wachholger


    Wachholger, D
    14.Sep.2003 19:05:43


      Danke
      :-)
      Ja, das kein Problem, wir werden beim nächsten Ausbau der Seite diesen Punkt beachten.

    Eintrag Nr. 813:

    Hallo,
    Spaßeshalber habe ich mit dem Vinometer mal meinen Apfelwein vom letzten Jahr gemessen: 13%!!!
    Da der Apfelwein ohne Zucker und Hefezugabe "ausgebaut" wurde, dürfte er doch gar nicht so hoch kommen?! Kann es daran liegen, das die Kapilare des Vinometers verunreinigt ist, da ich es mit normalem Leitungswaser (kein Kalk, sehr geringer Härtewert) gereinigt habe? In welche Richtung verschiebt sich der Meßwert, wenn das Vinometer verunreinigt ist?
    mfg
    H.-H.
    PS: Habe den Apfelwein mal gebrannt und kam auf Werte kapp über 45%, daß würde ja paßen? oder?


    lohrjaeger, Spessart
    14.Sep.2003 01:01:10


      Mit Äpfeln können nicht 13%vol erreicht werden. Natürlich kann mit Leitungswasser das Vinometer verunreinigt werden, wohin sich der Meßwert verschiebt, das kann man nicht sagen, da es davon abhängt, wo die Verunreinigung sitzt. Wäre es auch möglich, daß Sie während der Messung Luftbläschen in der Kapillare hatten? Dann einfach unten ansaugen bis alles blasenfrei ist.
      Bezüglich Destillat: die 45%vol haben keine Aussage, es hängt immer davon ab, wie lange und mit welcher Anlage Sie destillieren. Wenn bei einer pot-still bei 91°C Destillationsende das Gesamtdestillat 45%vol hätte, würde dies für ca. 10%vol sprechen, halte ich aber nicht für möglich, da der natürliche Fruchtzuckergehalt von Äpfeln nur für ca. 5%vol ausreicht.

    Eintrag Nr. 812:

    Hallo zusammen,
    seid einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken mir eine kleine Destille für den Hausgebrauch zuzulegen. Ich habe mich eigentlich für eine Edelstahlanlage entschieden. Sie schreiben hier aber immer von Kupferanlagen.
    Jetzt zu meiner Frage, wo liegen die Vor- bzw. Nachteile einer Edelstahlanlage zu einer Kupferanlage.
    Vielen Dank für Ihre Antwort
    und die besten Grüße aus D
    sendet Kuno


    Kuno, Karlsruhe
    14.Sep.2003 00:19:14


      Sowohl Edelstahl als auch Kupfer sind optimal. Kupfer ist leichter zu bearbeiten und sieht optisch schön aus. Bezüglich Funktionalität sind aber beide vollkommen gleichwertig. Die katalytische Wirkung vom Kupfer ist viel zu gering als daß dies eine Rolle spielen würde (dies wird oft als Argument für den Gebrauch von Kupferanlagen benutzt). Bei Kupfer sollte man zusätzlich darauf achten, die Anlage nicht feucht wegzupacken, damit kein Grünspan entstehen kann.

    Eintrag Nr. 811:

    Hallo, Herr Schmickl,
    ich habe eine Frage bez. vom Ansatz mit Turbohefe.
    Auf einer anderen Page habe ich gelesen das man Maische die mit Turbohefe angesetzt wurde mehrere male filtern muß, da das Destilat ansonsten einen schlechten Geschmack bekommen soll (das Obst abpressen und nur die Flüssigkeit der Maische brennen) Stimmt das, bei Ansatz mit normaler Brennhefe habe ich das Obst immer mit den den Kessel gegeben.
    MfG
    Kasty


    Kasty, Kärnten
    13.Sep.2003 01:04:13


      Nein, das stimmt nicht. Wenn Sie mit der Turbo Obst vergären, so hat die Maische keinen Hefegeschmack. Leichten Hefegeschmack bekommen Sie nur, wenn Wasser-Zucker vergoren wird, da hier laut Herstelleranweisung der pH nicht eingestellt wird. Sie sollten das Obst keinesfalls abpressen, das ist absoluter Blödsinn was Sie da gelesen haben.

    Eintrag Nr. 810:

    Grüß Gott Herr Doktor,
    Ich finde Ihre Homepage absolut hervorragend und besuchenswert.
    Meine Frage: Ich habe schwarzen Holler eingemaischt, ca. 60l Früchte, 20 l Wasser und 4 kg Zucker. Zuerst hat die Maische (mit Gärspund) super geblubbert, jetzt nach ca 10 tagen hat sie aufgehört zu gären (der Fruchtkuchen schwimmt noch oben). Was soll ich tun? Wie bringe ich sie nochmal zum Gären?
    Vielen Dank im Voraus
    Paddy


    Paddy, NÖ
    12.Sep.2003 22:19:17


      Danke!
      Nach 3-4 Wochen ist mit sicherheit der Fruchtzucker und der zugegebene Zucker bereits aufgebraucht. Die Hefen haben nichts mehr zu fressen und sterben langsam ab. Wenn der Kuchen noch obenauf schwimmt, so ist die Gärung noch nicht ganz zu Ende, in einigen Tagen wird sich auch dieser unten absetzen. Wenn Sie die Maische weiter hochgären möchten, so müssen Sie einen Gärstarter machen.

    Eintrag Nr. 809:

    hallo herr dr. schmickl,
    sie schreiben "mittelfristig werden sie 0,5 liter anlagen anbieten". ab wann kann man denn damit rechnen?


    klaus, Kärnten
    12.Sep.2003 18:36:20


      Ich hoffe, daß wir ca. in einem halben Jahr soweit sind.

    Eintrag Nr. 808:

    Moin nach Kärnten,
    es treibt mich eine Frage um:
    Nachdem ich nun ein Acidometer erworben habe, stelle ich beim Lesen der Bedienungsanleitung fest, dass ich damit den Säuregehalt in Gramm pro Liter bzw. was dasselbe ist, in Gewichtsprozenten feststellen kann. Diese Angaben brauche ich auch bei der Fruchtweinbereitung, um ein optimales Säure/Zucker-Verhältnis herzustellen. Aber um den optimalen pH-Wert für die Brennmaische zu bestimmen, taugt das Teil nicht - oder? Kann man die Werte umrechnen?
    Im übrigen habe ich heute ca. 7,5 Liter Apfelsaft aus unserem Fallobst abgepresst. Übrig blieben rund 6-7 kg Trester (heißt das Grusch so?). Zum Wegwerfen zu schade dachte ich und habe es in ein Gärgefäß getan, mit Wasser auf 13 Liter aufgefüllt, damit man es wieder rühren kann, mit 2 kg Zucker gut durchmischt und mit Turbohefe zum Gären gebracht. Es zischt schon ein Bisschen und wenn es weniger wird, sollen weitere 2 kg Zucker folgen. Dass sich daraus dann kein Apfelbrand machen lässt, ist mir klar. Aber ich denke, einen schönen Apfelgeist sollte es schon geben, wenn ich beim Destillieren ein paar schön reife Äpfel in den Geistkorb schnitzle (Also wenn ich es durch den destilator haue).
    Oder ist die Idee nicht so gut??


    Horst, Brennerland
    11.Sep.2003 22:03:35


      Der Säuregehalt ist nicht dasselbe wie der pH-wert, richtig. Der Säuregehalt wird mittels Titration bestimmt und meistens als Gramm Weinsäure pro Liter (entspricht näherungsweise Promille, da ein Liter ungefährt ein kg wiegt) angegeben. Der pH-wert ist der (absolute) 10-er Logarithmus der H30+ Konzentration (in mol/l). Daher ist auch keine Umrechnung möglich, da es sich um völlig unterschiedliche Angaben handelt. Bei der Titration werden nicht alle Säuren erfaßt, der pH Wert gibt jedoch alle "freien" Säuren in Summe an.
      Bei WEIN (also NICHT Apfel-Most) entsprechen 7,6 g/l UNGEFÄHR 3,4 pH.
      Ja, es heißt Trester. Ja natürlich. Der Trester wird schon ein wenig Geschmack bekommen, wenn Sie dann noch zusätzlich Äpfel in den Korb geben (schön kleinschneiden), wird das sicher ausgezeichnet, denn die Geistmethode funktioniert mit Äpfeln sehr gut.

    Eintrag Nr. 807:

    Hallo erstmal...
    Ich wollte fragen wie oft ich normalen Perlwein
    Durch den destilator hauen kann ohne das man metyl alkohol bekommt.
    Wollte nämlich wenn ich das probiere auch danach noch gucken können *g*
    Bedanke mich schonmal für ihre antwort
    Wolfgang


    Wolfgang, Neuss
    11.Sep.2003 15:56:14


      Methanol entsteht immer bei der Vergärung, nicht durch das Destillieren. Wenn Sie gekauften Perlwein verwenden, so hat dieser kein Methanol (sonst wäre er ungenießbar!). D.h. Sie können destillieren sooft Sie wollen.

    Eintrag Nr. 806:

    Guten Tag Herr Schmickl,
    Kann mann auch eine Kühlschlange aus CNS-Stahl verwenden ?


    Andrea, BRD
    11.Sep.2003 14:28:29


      Ja, natürlich.

    Eintrag Nr. 805:

    EIne Frage?
    Wieviel darf ich brennen ohne es anzumelden oder versteuern zu müssen.


    Homola, DE
    11.Sep.2003 13:28:23


      In Deutschland: Sie dürfen in einem 0,5 Liter Kessel oder kleiner steuer- und anmeldefrei brennen. Die Maische- bzw. Destillatmenge ist nicht beschränkt, die Beschränkung bezieht sich nur auf die Kesselgröße.

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