Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 834:

    Hallo,
    ich habe ca. 600l Birnenmaische (keine Willi) angesetzt. Hefe habe ich entsprechend der Angabe auch zugefügt. Jetzt lese ich hier etwas von Verdünner. Ist das notwendig bzw.was passiert wenn man keinen Verdünner beifügt.
    Vielen Dank für die Antwort.
    Freundliche Grüsse
    Ralf Kugler


    Ralf Kugler, Baden-Württemberg
    19.Sep.2003 11:41:04


      Mit Verdünner meinen Sie sicher den Verflüssiger. Den gibt man hinzu, damit die Schalen und das Fruchtfleisch der Früchte besser zersetzt und so von den Hefen besser "verdaut" werden können, damit die Maische dünnflüssiger wird und schließlich nicht stockt, d.h. sie kann ohne Verflüssiger gallertartig werden, dann kann man sie so gut wie nicht mehr brennen. Außerdem wird durch die Zugabe das Aroma des Destillates besser. Verflüssiger erhöht aber NICHT den Alkoholgehalt der Maische, die Zugabe ist also auch für Abfindungsbrenner erlaubt.

    Eintrag Nr. 833:

    hallo hr. dr. schmickl!
    hab eine kurze frage!
    ich hab noch immer ein problem mit dem einstellen des ph-wertes?
    wenn ich mit dem ph-meßstäbchen die maische messe,
    ich möchte auf 3,5 die säure einstellen, und das stäbchen zeicht z.b. nur 2.0 od. 5.0 an muß ich säure zugeben oder nicht - was ist wenn icht zuviel säure habe (zeigt das stäbchen mehr oder weniger an) - kann ich diese enziehen?
    danke für ihre fachliche antwort?
    p.s. danke das sie ihre wissen hier kostenlos zur verfügung stellen - wäre sonst warscheinlich nicht bezahlbar!!! :-))
    lg norbert


    norbert, nö
    19.Sep.2003 09:21:12


      Wenn Sie einen pH von 5 haben, also alles größer als 3,5, so müssen Sie Säure zugeben. Dadurch wird der Wert gesenkt. Natürliche Früchten haben keinen pH kleiner als 3,5, aber wenn dies theoretische der Fall wäre und Sie würden 2 ablesen, dann dürften Sie keine Säure mehr zugeben, sondern eine alkalische Substanz wie Kalk, um den pH wieder zu erhöhen. Bitte beachten Sie, daß Hefe im zu sauren Milieu (pH < 2,5) nicht überleben kann.
      Bitte, gern
      ;-)

    Eintrag Nr. 832:

    Hallo Herr Schmickl,
    zum Thema Fässer in Ihrem Buch das diese sehr teuer seien, hier ein kleiner Tipp: Im Google "bier selbstgebraut" eingeben, der Spezialversand unter den Top-Suchergebnissen bietet erschwingliche Fässer aus diversen Holzsorten in einer sehr guten verarbeitung. Ich habe selber letzte Woche ein Fass 20 ltr Eiche gekauft und kann nur sagen absolute Spitzenklasse.
    Nun doch noch eine kurze frage, aus welchem Ausgangsmaterial wird eigentlich Stroh-Rum gewonnen ?
    Vielen Dank und mach weiter so.


    M.W., D. R-P
    18.Sep.2003 20:16:07


      Danke für den Hinweis, unter diesem Stichwort zu suchen liegt wirklich nicht auf der Hand. Wie Sie wissen werden Werbeschaltungen aller Art ausnahmslos gelöscht, um nicht so wie in der Vergangenheit die Fachfragen und die Foren zu einer Ansammlung von Werbepostings verkommen zu lassen. Siehe auch "Hilfreiche Tipps zur Benutzung" rechts oben. Ich habe Ihren Eintrag daher geändert.
      Stroh-Rum besteht aus geschmacklosen Alkohol, egal welcher Herkunft. Siehe Eintrag Nr. 506 oder oben ins Suchfeld "Stroh-Rum" eingeben.

    Eintrag Nr. 831:

    Hallo!
    Ich habe ein Fass gutgereifte Äpfel eingemaischt (vor ca. 5-6 Wochen) Gärfix und Biogen M dazugegeben und ca. alle 3-4 Tage umgerührt. Ich denke das die Maische schon vergoren ist, und jetzt hat sich eine leichte weisse Schicht gebildet (kein Essiggeruch). Was mir komisch vorkommt ist das das Fass nur ganz leicht nach Alkohol riecht. Normalerweise müsste es doch ganz stark danach riechen.
    1.Frage. Soll ich das Fass weiterhin umrühren?
    2.Frage. Warum riecht das Fass nur ganz leicht.
    3.Frage. Habe ich vielleicht irgendwo ein Fehler beim einmaischen gemacht.
    Im voraus herzlichen Dank
    Stefanie


    Stefanie, Vorarlberg
    18.Sep.2003 19:12:29


      ad 1: Wenn die Gärung schon beinahe beendet ist brauchen Sie nicht mehr umzurühren.
      ad 2: Haben Sie schon den Alkoholgehalt gemessen? Apfel ohne Zusatzzucker wird ca. 4-5%vol erreichen, da riecht man den Alkohol kaum. Das was während der Gärung in der Nase so sticht ist die Kohlensäure (entsteht aus dem CO2).
      ad 3: Nein, das hört sich in Ordnung an. Wir haben diese weiße Schicht noch nie gehabt, aber wie Sie unten in den Fachfragen lesen können, scheint dies, je nach verwendeter Hefe, öfters aufzutrenen. Wenn die Maische schlecht ist bzw. schimmelt, dann riechen und schmecken Sie das sofort.

    Eintrag Nr. 830:

    sie schreiben:
    ...weiters darf hochprozentiger Alkohol niemals in Kunststoff gelagert werden (die giftigen Weichmacher werden herausgelöst).
    das leuchtet ein. aber wie hoch ist hochprozentig? da mache ich mir um meine maischen sorgen bei 24% und längerer lagerung. sollte ich sie umfüllen?
    danke...


    Lippi I, Bad Tölz
    18.Sep.2003 17:43:30


      Bei Maische mit 24%vol brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, da ist Kunststoff das Beste. Aber hochprozentige Destillate, d.h. ab 38%vol, sollten niemals in Kunststoff gelagert werden.

    Eintrag Nr. 829:

    Hallo Herr Dr. Schmickl,
    Ihre Site ist prima, und die schnellen Antworten- einfach super.
    Habe noch eine Frage.
    Ich habe das erste mal Maische in einen Fass(150l)
    angesetzt. Das Fass ist noch nicht ganz voll. Darf ich zum späteren Zeitpunkt noch Birnen zugeben?
    Vielen Dank.
    Gruß Indi


    Indi, Deutschland
    18.Sep.2003 16:38:46


      Danke!
      :-))
      Solange die Maische noch gärt können Sie problemlos (zerkleinertes) Frischobst zugeben.

    Eintrag Nr. 828:

    gleich noch ne Frage hinterher:
    Vor ca. 3 Wochen durch den Muser gelaßene Williams haben dank Turbo und Zuckerzugabe stürmisch gegärt und blubbern immer noch ein wenig. Da ca 20 Liter der Maische in einem durchsichtigen Gäreimer (kann ich nur empfehlen, da sieht man mal was in der Maische passiert!) keinerlei Fruchtkuchenbildung, bzw. eine Klärung zeigen, mache ich mir langsam Sorgen. Die Maische hat immer noch die gleiche breiartige Konsistenz wie zu Anfang. Der Alc.liegt bei über 20%.
    Bitte Rat! Evtl. mehr Verflüßiger?
    mfg
    H.-H.
    PS: Zwetschgen, die ich vor 3 Tagen nach der "Gummistiefelmethode" gemaischt habe haben sich geteilt: ca 50% Fruchtkuchen oben und 50% Flüssigkeit unten, stürmische Gärung bei 19°.


    lohrjaeger, spessart
    17.Sep.2003 22:35:30


      Wenn die Fruchtkuchenbildung zu Ende ist, so heißt dies, die Gärung ist am Ende. Das ist alles in Ordnung! Die Birnenmaische wird am Ende niemals so dünnflüssig wie z.B. Zwetschken oder Äpfel werden. Ob sich Fruchtkuchen und Flüssigkeit trennen, hängt auch sehr von der verwendeten Birnensorte ab. Haben Sie ca. 1 ml Verflüssiger hinzugegeben? Sie brauchen nur noch auf das Brennen zu warten.
      :-)
      Zwetschke klingt auch perfekt!

    Eintrag Nr. 827:

    Hallo,
    zur Lagerung der Brände habe ich mir einige Ballons mit Abflußhahn gekauft. In einigen waren Öle gelagert. Wie kriege ich die am besten "Ölrein"?
    Danke
    H.-H.


    lohrjaeger, spessart
    17.Sep.2003 21:16:50


      Sind die Ballons aus Glas oder Kunststoff? Aus Kunststoff können Sie diese gleich vergessen. Sie bekommen sie nie mehr sauber, weiters darf hochprozentiger Alkohol niemals in Kunststoff gelagert werden (die giftigen Weichmacher werden herausgelöst). Bei Glasballons: zuerst mit Spülmittel+Wasser reinigen, dann Aceton, dann 2-3 mal Spülmittel+Wasser, dann 2-3 mal mit Alkohol ausschwemmen.

    Eintrag Nr. 826:

    Hallo,
    wir wollen im Herbst einen Schlehenbrand ansetzen. Was gibt´s da besonderes zu beachten ?


    Rudolf Ehrmann, Deutschland
    17.Sep.2003 17:59:00


      Wenn Sie die Schlehen in ca. 50%vol ansetzen, dann auf alle Fälle mit den Kernen. Die Früchten sind am aromatischsten, wenn der erste Frost abgewartet wird. Dies gilt auch, wenn Sie einmaischen möchten.

    Eintrag Nr. 825:

    Hallo,
    Kann ich die Turbohefe noch hinzufügen wenn die Maische schon gährt?
    Bitte um schnellste Antwort.
    Gruß Indi


    Indi, Deutschland
    17.Sep.2003 12:38:05


      Nein. Weil jede Hefe sofort abstirbt, wenn man sie zu einer Maische gibt, die bereits Alkohol enthält (also schon zu gären begonnen hat).
      Sie könnten mit der Turbo einen Gärstarter machen und den dann ins Fass geben. Dann stirbt die Hefe nicht ab, weil im Gärstarter selbst auch Alkohol gebildet wurde.
      Es ist allerdings nicht ratsam verschiedene Hefetypen mit einander zu vermischen, auch wenn Sie einen Gärstarter verwenden.

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    Helge Schmickl