Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 693:

    Gibt es die Möglichkeit die Reinheit von Alkohol durch abbrennen (verschiedene Farben der Flamme?!?) festzustellen?

    Danbar, Hamburg
    11.Aug.2003 04:51:26


      Welche Unreinheiten meinen Sie? Wenn Metalle im Alkohol sind, so können diese sehr wohl eine spezifische Flammenfarbe abgeben. Meinen Sie Methanol oder Vorlauf? So kann dies leider nicht mit der Flamme zuverlässig geprüft werden.
      Flammenfärbungen werden auch heute noch in der chemischen Analyse genutzt. Oft genügen schon geringste Spuren eines (Metall-)Salzes um die Flamme intensiv rot, grün oder blau usw. zu färben. Z.B. Natrium färbt die Flamme gelb. Da Natrium in Spuren jedoch nahezu überall enthalten ist, sind die meisten Flammen daher auch gelb (Zündholz, Feuerzeug, Papier, Holz etc.). Leider überstrahlt dieses Gelb meistens die anderen Farben, daher ist ohne spezielle Ausrüstung (Pt-Spatel, Flammenionisationsdetektor usw.) eine sinnvolle Analyse sehr schwierig.

    Eintrag Nr. 692:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
    ich habe eine grösser Menge Pfirsiche und überlege, daraus einen Obstbrand zu erzeugen.
    In Ihrem Buch erwähen sie aber relativ wenig über die Möglichkeiten, aus Pfirsichen einen guten Obstbrannt zu erzeugen.
    Ist es aus Ihrer Erfahrung sinnvoll, sich die Mühe des Einmaischens und Brennens zu machen ?
    Vielen Dank


    Peter, Bayern
    10.Aug.2003 21:03:49


      Ja, natürlich! Im neuen Buch sollte es schon drin sein, die Fotoserie auf den Seiten 38/39 zeigt übrigens Pfirsiche. Die Pfirsichmaische lohnt sich auf jeden Fall! Die Früchte entkernen ist erforderlich, da bei den meisten Sorten die Kerne sehr leicht aufgehen.

    Eintrag Nr. 691:

    Hallo,
    handelt es sich bei der oft beschriebenen Zitronensäure um die gleiche die man im Haushalt auch zum Reinigen und Entkalken benutzt?
    Ist das den Lebensmittelecht?
    Danke


    Stefan, BRD
    10.Aug.2003 09:16:04


      Zitronensäure in Pulverform bekommen Sie in allen Lebensmittelgeschäften bzw. Supermärkten, Sie ist sicher lebensmittelecht, da Sie laut Packungsbeschreibung auch zur Herstellung von Marmeladen oder Gelees gedacht ist. Sie kann auch zum Putzen verwendet werden. Es handelt sich aber keinesfalls um ein Putzmittel mit Zitronensäure, was im Handel auch erhältlich ist!!

    Eintrag Nr. 690:

    hallo,
    kann mir jemand schreiben wie die maische für vogelbeerschnaps (wilde vogelbeere) hergestellt wird?
    Danke
    PS: wie funktioniert ein vinometer und wie reinigt man mit kohle und warum?


    G.Walther, Eichenzell
    08.Aug.2003 14:11:02


      Bezüglich Vogelbeermaische: die Vorgelbeeren (OHNE jeglicher Stängel) gut säubern, und zermatschen. Durch Säure- oder BiogenM-Zugabe den pH auf 3 bis 3,5 einstellen, Verflüssiger und Hefe zugeben, fertig.
      Ein Vinometer funktioniert auf Grund der Kapillarwirkung von Glas, es mißt den Alkoholgehalt in Flüssigkeiten bis ca. 25%vol.
      Kohle verwenden man, um Geschmack/Geruch aus (destilliertem) Alkohol zu entfernen, z.B. im Nachlauf oder bei fehlgeschlagenen Versuchen. Die Geschmacks/Geruchsmoleküle werden von der Kohle adsorbiert. 1 Eßlöffel Kohle je 5 Liter Alkohol mindestens ein paar Tage stehen lassen, je länger, desto besser. Danach das Ganze einmal destillieren.

    Eintrag Nr. 689:

    Ich bin blutiger Anfänger und auf der Suche nach Amylase.
    Wer kann mir dabei einen Tip geben?
    Vielen Dank im voraus.
    Gruss Jürgen.


    Jürgen Balzer, Meiningen
    07.Aug.2003 21:01:35


      Statt Amylase kann auch aktiver Malz aus einer Brauerei verwendet werden.

    Eintrag Nr. 688:

    Hallo!
    Ich habe mir neulich Ihr Buch gekauft und auch sofort am Stück gelesen.. war wirklich sehr interessant!
    Jetzt hätte ich zwar unheimliche Lust mal selber einen Edelbrand zu brennen, aber so wie ich das bisher verstanden habe, ist das in Deutschland einfach nicht möglich, oder? Mit einem 0,5l Kessel kann man wahrscheinlich nichts Vernünftiges zustandebringen, eine Verschlussanlage ist zu teuer, und Abfindungsbrennrechte werden nicht mehr verteilt.
    Gibt es überhaupt irgendwelche Möglichkeiten außer woanders brennen zu lassen?
    Gruß Sebastian


    Sebastian Kraus, Erlangen (D)
    07.Aug.2003 13:13:56


      Freut mich, daß Ihnen das Buch gefallen hat!
      Wenn Sie Alkohol durch Vergärung beispielsweise aus (Frucht-)Zucker selbst herstellen, wie dies z.B. beim Obst-Einmaischen der Fall ist, sehen Sie das (für D) leider vollkommen richtig. Ob Sie allerdings bei einem 0,5 l Kessel je Brenndurchgang (der ca. 10 bis 20 min dauert) mit einer Ausbeute von ca. 0,1 bis 0,2 l, zufrieden sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
      Wenn Sie jedoch nur Geiste herstellen möchten (also bereits versteuerten Alkohol nochmals destillieren), sind Sie nicht unbedingt auf ein Abfindungsbrennrecht angewiesen, da werden bei Kleinbrennanlagen in der Regel Ausnahmen gemacht. D.h. wenn alles ordnungsgemäß angemeldet wird (Alkoholsteuer fällt ja keine an), wird üblicherweise (!) die Erlaubnis dazu erteilt.

    Eintrag Nr. 687:

    Guten Tag,
    ich habe eine Zuckerlösung (8Kg Zucker auf 25L Wasser) angesetzt und mit Turbohefe vergoren. Die ersten 2-3Tage blubberte auch alles vor sich hin.
    Am 4.Tag war keine Reaktion mehr zu erkennen und das Ergebnis ist keine klare Flüssigkeit, sondern milchig trüb. Die Raumtemperatur stieg einmal auf 30 Grad was laut Hefebeschreibung die Höchsttemperatur ist.
    Kann ich die Maische noch retten oder sollte ich noch einmal anfangen. Vielleicht könnte ich die Maische ja auch filtrieren.
    Für jede Antwort wäre ich dankbar.
    Gruß aus Deutschland


    Jörg G., Hannover
    05.Aug.2003 10:24:55


      Die 30°C erklären alles, bei dieser Temperatur sind die Hefen abgestorben. Machen Sie rasch einen Gärstarter, dann sollte alles problemlos weitergären. Es ist trüb, weil die Gärung noch nicht zu Ende war und die Hefe noch nicht abgesunken ist.

    Eintrag Nr. 686:

    hallo ich habe zwei fragen kann mir jemand sagen wie ich mir eine schnapsbrennanlage selbst bauen kann und ob noch jemand für mich ein holzfass das ich demjeniegen abkaufen kann. Falls jemand eine antwort für mich hat habe ich die bitte das er sich bei mir unter der folgenden e-mail addrese meldet:veitner@gmx.de Danke schon im voraus Florian und schöne grüße aus dem gasteinertal und aus St. Veit

    Florian, St. Veit
    04.Aug.2003 23:16:04


      Eine derartige Beschreibung würde den Rahmen dieses Forums bei weitem sprengen. Für den richtigen Bau einer Anlage kann ich Ihnen das Buch empfehlen, dort ist alles sehr ausführlich beschrieben.

    Eintrag Nr. 685:

    Hallo,
    gleich noch drei Fragen:
    a) Macht es Sinn bei der Maische (ob gezuckert, ungezuckert, vergoren oder noch unvergoren) mit der Oechslewaage zu meßen und wo ist der Unterschied zum Vinometer?
    b) In K.Stückler`s "Der Most" heißt es zum Aufsäuern: Idealer Säuregehalt vor der Gärung: 6,5 - 7 Promille. Das entspricht ja wohl nicht dem, was ich mit den Meßstreifen für ph-Werte ermittle? Wie muß/kann umgerechnet werden?
    c) Wenn ich Apfelmost ohne Aufzuckerung vergäre komme ich auf 4 - 5 % Alkoholgehalt. Gibt es ein Problem, wenn ich entsprechend aufzuckere und zb. Sherryhefe zugebe, um auf 9-12 % zu kommen? Den könnte ich dann, falls ich später will ja auch besser brennen.
    beste Grüß
    H.-H.


    lohrjaeger, Spessart
    04.Aug.2003 11:07:44


      ad 1: Die Öchslewaage mißt auf Grund der Dichte einer Flüssigkeit den Zuckergehalt, wobei hier kein Alkohol enthalten sein darf, da dieser das Meßergebnis gravierend verfälscht. Ähnlich wie bei einem Alkoholometer, nur umgekehrt. Beides sind die gleichen Geräte (Aräometer, also Schwimmkörper, die Eintauchtiefe ist vom Alkohol- bzw. Zuckergehalt abhängig), nur mit unterschiedlichen Skalierungen und Meßbereichen. Eine Öchslewaage wird z.B. von Weinbauern benutzt, um den Zuckergehalt der Trauben zu messen. Das Vinometer mißt den Alkoholgehalt bis ca. 25%vol. Vorhandener Zucker verfälscht die Messung leicht (ca. 1%vol), aber für einen Richtwert genügt es.
      ad 2: Der Säuregehalt ist nicht dasselbe wie der pH-wert. Der Säuregehalt wird mittels Titration bestimmt und meistens als Gramm Weinsäure pro Liter (entspricht näherungsweise Promille, da ein Liter ungefährt ein kg wiegt) angegeben. Der pH-wert ist der (absolute) 10-er Logarithmus der H30+ Konzentration (in mol/l). Daher ist auch keine Umrechnung möglich, da es sich um völlig unterschiedliche Angaben handelt. Bei der Titration werden nicht alle Säuren erfaßt, der pH Wert gibt jedoch alle "freien" Säuren in Summe an.
      Bei WEIN (also NICHT Most) entsprechen 7,6 g/l UNGEFÄHR 3,4 pH.
      ad 3: Es spricht nichts dagegen. Wenn bereits Alkohol vorhanden ist, müssen Sie vor der Hefezugabe einen Gärstarter machen sonst funktioniert es nicht.

    Eintrag Nr. 684:

    Hallo,
    habe eben einen ersten Rauhbrand von den flüssigen Bestandteilen der Marillenmaische durchgeführt. Mein Thermometer (Digital und wirklich 100% genau) ist wirklich am höchsten Punkt. Es begann erst bei 92° zu tropfen, roch auch fürchterlich nach Vorlauf und dann stabil zwischen 94 u. 96° langsam zu rinnen. teilweise gutes aroma dabei. Bin von diesen hohen Temperaturen etwas verwundert, es sollten doch nur so um die 80 sein ???? Es kam aber fast kein Wasser mit, Großteil verblieb im Kessel.
    Hat jemand eine Idee zu den Temperaturen oder ist das für den Rauhbrand normal ??
    vielen Dank und ein fröhliches Prost (erst nach dem Feinbrand :-)) )
    Henry


    Henry, A
    03.Aug.2003 18:32:40


      Wenn Sie einen Rauhbrand machen, gehe ich davon aus, daß Sie nicht mehr als 8%vol in der Maische haben. Hier sollte das Destillat bei ca. 84-85°C zu tropfen beginnen, 92°C sind viel zu hoch. Bei 91°C ist der Edelbrand bereits zu Ende. Entweder Ihr Thermometereinbau oder das Thermometer selbst ist nicht in Ordnung oder Sie haben durch zu enge Leitungen beim Kochen einen Überdruck in der Anlage, dies würde auch die hohen Temperaturen erklären. In einer Anlage darf sich beim Kochen auf keinen Fall ein Überdruck bilden, weil die dadurch höheren Dampftemperaturen (wie bei einem Druckkochtopf) die empfindlichen Aromastoffe zerstören. D.h. im günstigen Fall wird die Nachlauffraktion weitaus größer ausfallen (was schade wäre, da weniger Ausbeute), im ungünstigen Fall ist sogar die Edelbrandfraktion "versaut".

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