Fachfragen zum Schnapsbrennen



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    Eintrag Nr. 3958:

    Hab im Fernsehehen eine Sendung über das Brennen von Whisky gesehen und mir gedacht dass kann ich auch. Hab mir selbst eine Destille gebaut und Maische aus Mais und Münchnermalz Hergestellt. Zur ersten "Reinigung" habe ich auch Maische aus Zuckerrüben hergestellt und als erstes mit der neuen Anlage destilliert.
    Als ich die Whisky Maische destiliert habe waren Braune fragmente im auffang Gefäß. nach dem ersten Brenndurchgang waren auch Rückstände im (Kupfer) Geistrohr zu finden. Alles recht schmierig. Beim brennen der Rübenmaische hatte ich das nicht. was kann passiert sein?


    Gerd, Weinviertel
    26.Apr.2014 15:44:56


      Schaumbildung beim Kochen. Anti-Schaum verwenden. Vielleicht hilft es auch, wenn weniger stark aufgeheizt wird und durch Reduzierung der Heizleistung der Kesselinhalt weniger stark kocht.

    Eintrag Nr. 3957:

    Habe 20 Liter Apfelschnaps aus Erstbrand möchte beim Zweitbrand Wacholder dazugeben.
    Frage: Kessel fast 27 l wieviel Wacholder, Wacholder ganze Früchte oder gemaischt.
    Liebe Grüße vom Schneeberg Georg!


    Syrinek Georg, Schneeberg Österreich
    22.Apr.2014 09:24:40


      Wacholderbeeren ganz (getrocknet oder frisch), zerkleinert schmeckt der Schnaps dann eher nach Nadelholz, z.B. Zirben- oder Maiwipferlgeist. Auch ganz einmaischen, z.B. zusammen mit Äpfel. Jetzt beim Feinbrand die Wacholderbeeren nicht mitkochen, sondern in der Dampfraum geben, Menge steht im Buch, siehe Kapitel "Geistherstellung".

    Eintrag Nr. 3956:

    Hab Holler gebrannt. Der Duft ist gut, aber mit dem Brand bin ich nicht zufrieden. Wo liegt mein Fehler. Bitte um Hilfe

    Harald Zraunig, Feldkirchen
    13.Apr.2014 16:52:03


      Haben Sie schon Holunderblütengeist versucht? Wenn der ähnlich schmeckt, mögen Sie den typischen Hollerblütengeschmack einfach nicht. Am besten Holunderblüten zusammen mit Zitrusfrüchten einmaischen, genau so wie für Hollerblütensekt. Rezept siehe Buch. Holunderblüten pur ist nicht jedermanns Sache, die Zitrusfrüchte geben dem Ganzen erst den richtigen Pepp.

    Eintrag Nr. 3955:

    Ich habe mir bei einem Privatbrennerei ein Mirabellenwasser 41,5 Vol.% gekauft, im Nachherein stellte ich fest, dass in diesem Wasser weiße Flocken schwimmen. Der Geschmack ist gut, die Flocken stören aber, wie bekomme ich die Flocken weg und um was handelt es sich da?

    Peter Rauhut, Baden Würtemberg
    10.Apr.2014 16:19:13


      Sehr wahrscheinlich wurde nicht mit kalkfreiem Wasser verdünnt, die Flocken sind demzufolge Kalk. Sollte einem professionellen Hersteller eigentlich nicht passieren. Ganz einfach abfiltrieren, bei Kalkflocken genügt in der Regel ein simpler Kaffeefilter.

    Eintrag Nr. 3954:

    Hallo Herr Schmickl,
    spricht eigentlich etwas dagegen, beim Brennen einer hochprozentigen Maische, die Edelbrand mit 55 - 60 % Vol. ergibt, neben etwas Wasser auch den Nachlauf zum Verdünnen zu benutzen?
    Genießbar ist der ja glaube ich, und wir dachten uns er hat immer noch mehr Geschmack als Wasser. M. E. schmeckt der Schnaps auch einwandfrei.
    Oder ist der Nachlauf aus irgendwelchen Gründen bedenklich?
    Beste Grüße und herzlichen Dank für die vielen wertvollen Tipps hier im Forum!
    F.R.


    F.R., Bayern
    03.Apr.2014 22:44:43


      Wenn es Ihnen schmeckt, spricht nichts dagegen, giftig ist Nachlauf jedenfalls nicht. Ich persönlich würde Nachlauf nicht zum Verdünnen verwenden.
      Danke! :-)

    Eintrag Nr. 3953:

    Guten Tag,
    mir ist ein ganz dummer Fehler passiert.
    Ich habe 10 Liter Erdbeermaische angesetzt und diesen am Abend vor der Hefezugabe mit 2 gr. Schwefel versetzt. Nun beginnt es natürlich nicht zu Gären. Habe die Hefe als Gärstart in Apfelsaft starten lassen. Wie bekomme ich den Schwefel wieder neutralisiert. Vielleicht durch aufkochen oder Mixen?
    Vielen Dank
    Niko030


    Niko Lechner, Berlin
    02.Apr.2014 21:30:15


      Hängt von der Art der Schwefelung ab. Oft genügt es, den geschwefelten Wein bzw. die Maische bei 10 Liter ca. eine Stunde, besser länger, schäumend zu mixen. Z.B. mit Bohrmaschine und einem Bohrmaschinenaufsatz und das dann in ein Stativ o.ä. einspannen.
      Sicher funktioniert Wasserstoffperoxid 3% aus der Apotheke zum Mundspülen: 2,64 ml 3%-H2O2-Lsg (mit einer Spritze abmessen) je 10 Liter, ca. 30 min lang mixen.

    Eintrag Nr. 3952:

    Hallo,
    ich habe letzte Woche zum ersten Mal eine Topinambur-Maische angesetzt. Dazu habe ich die Knollen gebürstet und zweimal gewaschen, danach über Nacht in eine 0,1%ige Absonal-Lösung gelagert zum Desinfizieren. Danach gemust, 50% Wasser, 4fache Menge Verflüssiger, gesäuert, Turbo-Hefe und gezuckert, alles also für eine hochprozentige Maische.
    Die Gärung fing keine 24 h später recht heftig an, oben bildete sich die klassisch opake "Mus-Schicht", unten war die auch normale transparente "Saft-Schicht" in bräunlicher Färbung. Soweit also alles normal.
    Am zweiten Tag trübte jedoch die untere eigentlich transparente Saft-Schicht komplett weißlich ein. So etwas ist mir bei anderen Maischen noch nie passiert. Die Gärung selbst verläuft weiterhin normal, nur die Färbung ist wirklich seltsam. Ist dies ein Indiz für etwas? Ist die Maische noch ok? Habe gelesen, dass sich bei Topimambur gerne Butter-Säure bildet...
    Vielen Dank für die Antwort und beste Grüße!


    Rolfou, EU
    01.Apr.2014 14:05:03


      Buttersäure würden Sie sofort riechen (Schweißfuß hoch10). Die Trübung muss nicht prinzipiell etwas schlechtes bedeuten, wahrscheinlich werden bei der Zersetzung durch die Hefe gewisse Inhaltsstoffe der Wurzel freigesetzt. Wenn die Gärung ansonsten normal verläuft auf jeden Fall brennen. Wenn das Destillat dann "nur" erdig, ohne Essigstich oder anderer Geschmacksfehler schmeckt und riecht, ist alles in Ordnung.

    Eintrag Nr. 3951:

    Guten Tag,
    Ich möchte neu anfangen mit brennen.
    Den Hafen und ein Kühlfass habe ich bereits, nur noch einen Ofen müsste ich haben. Am liebsten mit Holzfeuerung. Was würden Sie mir vorschlagen, selber einen schweissen, oder evtl einen alten Waschhafen abändern? Gibt es irgendwo gute Bilder oder eine Anleitung für Ideen?
    Vielen Dank, Gruss aus der Schweiz


    Urs, LU
    29.Mär.2014 08:21:52


      Was die bessere Wahl ist hängt von Ihren bastlerischen Fähigkeiten ab und ob ein geeignetes Gefäß zur Verfügung steht. Möglich ist prinzipiell beides, auch ein schweizer Waschhafen. ;-)
      Bilder siehe Fotogalerie (menü links)

    Eintrag Nr. 3950:

    Einen schönen Tag aus dem Burgenland,ich probierte heuer zum Erstenmal Apfelmaische mit Himbeeren brennen - ist hervorragend gelungen. Ist es in Österreich auch erlaubt Apfelmaische mit Orangen zu brennen? Wäre ein Versuch wert.

    Malits Johann, Burgenland, Österreich
    16.Mär.2014 15:06:23


      Hängt vom Brennrecht ab: Im Gegensatz zu einem Verschlussbrenner darf ein Abfindungsbrenner nur heimisches Obst brennen. Orangen sind leider nicht heimisch. Da Sie die Orangen jedoch nur in kleinen Mengen dazu geben, wie z.B. bei einem Holunderblütensekt, die Äpfel also die heimische "Basis" bilden, würde ich bei der Behörde einfach nachfragen.

    Eintrag Nr. 3949:

    Guten Morgen Herr Dr. Schmickl,
    habe ca. 2x4 Ltr. Obstmaische ( Äpfel u. Birne ) gebrannt. Ergebnis war ca. 1660 ml. 64 %
    Alkohol. Geschmack und Aroma gut.
    Die Hälfte - also ca. 830 ml habe ich auf 41 % mit destiliertem Wasser verdünnt, die andere Hälfte wollte ich unverdünnt lagern. Der verdünnte Anteil wurde trüb, schmeckte wässrig und hatte kaum Aroma.
    Ich entschloss mich, beide Teile wieder zu mischen.
    Und siehe da - das Zeug wurde wieder glasklar und hatte Geschmack und Aroma. Habe nun ca. 52 % Obstler.
    Hier einige Angaben:
    - Maische aus frisch gepressten Äpfeln und Birnen(also reiner Saft mit einigen Schalenanteilen)
    - entsprechend aufgezuckert bis ca. 20 %
    - Biogen -M, und etwas Verflüssiger
    - Gärung verlief normal
    - Kessel mit 4 Ltr. befüllt, bis zum Rand waren noch ca. 2 cm Platz.
    - kaum Vorlauf, Nachlauf abgetrennt bei ca. 91,5 Grad.
    Nun meine Fragen:
    Wie kam die Trübung zustande ?
    Warum wurde das Destillat wieder klar nach der Zugabe des unverdünnten Alkohols ?
    Soll ich den Versuch noch einmal starten, das
    52 % prozentige Gesamtprodukt auf 42 % zu verdünnen.
    Vorab vielen Dank für Ihre Antwort
    MFG


    Zappenduster, eu
    16.Mär.2014 10:07:53


      Durch Inhaltsstoffe die mitverdampft sind, im Alkohol löslich, aber nicht im Wasser. Daher: je geringer Alkoholgehalt, desto stärker die Trübung. Kann mit Faltenfilter "fein für Weine und Spirituosen" abfiltriert werden: dazu Destillat auf Trinkstärke verdünnen, ca. 2 bis 3 Wochen bei Kellertemperatur stehen lassen, dann mit zwei ineinander gesteckten Filtern filtrieren. Nicht gleich nach dem Verdünnen, dann kommt's zu Nachtrübungen. NICHT Kühlschrank oder schlimmer Tiefkühlschrank. Dadurch verstärkt sich die Trübung (je kälter, desto weniger löslich), da dies jedoch auch Aromastoffe sind, ist dies aus geschmacklicher Sicht nicht wirklich sinnvoll.

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    Helge Schmickl